Alles über Wein und den Rest der Welt…

Frisch probiert

Das Jahr ist jung, aber bereits jetzt schon voller herausragender Weinerlebnisse. Und da sich neulich einer beschwerte, hier würden die Tipps fehlen, kommen die jetzt direkt ;-)

12376393_924989734275340_838978593109082268_nVom Nicolaihof in  der Wachau hatte ich, ich gestehe es, zum ersten Mal im Kontext mit Parker Punkten gehört. Da gab es eine Art Paukenschlag, als der 1995er Riesling Vinothek 100 Punkte bekam. Ich habe das damals zwar zur Kenntnis genommen, das war es aber auch schon. Im Nachhinein halte ich das für einen großen Fehler. Vergangene Woche hatte ich das Glück eine Flasche des 2002er Riesling trinken zu dürfen. Der Wein lag 13(!) Jahre im Fass. In Worten: dreizehn. Dieser Wein hat so viel Tiefe, Frische und Eleganz und beinahe unendlich viele Facetten. Ein Wahnsinn. Ein “demeter” zertifiziertes kleines Wunder, dass mich wieder einmal davon überzeugt, dass diese Art des “Naturweins” immer mehr meins wird. Trinkfluß pur. Leider habe ich vergessen nach der genauen Bezeichnung und dem Preis zu fragen. Ganz sicher kann aber Stephie von tvino weiterhelfen.

“Dark side of the moon” ist eigentlich ein song von Pink Floyd. So heißt aber auch ein Wein vom Weingut Springfontein in Südafrika in der Walker Bay.Ich bin, zugegeben, kein Freund davon, Weine nach songs zu benennen. In diesem Fall passt es aber wirklich ganz gut. Insbesondere dann, wenn man den song dazu hört. Es handelt sich um einen maischevergorenen Chardonnay und Chenin Blanc. Zwei ganz typische Rebsorten für Südafrika. Dazu kommt noch ein dritte Rebsorte – Pinotage. Eigentlich ist das Rotwein. Dick, schwer und blickdicht. In diesem Fall weiß gekeltert – also direkt gepresst nach der Ernte. Der Wein hat extrem viel Ausdruck und ist – trotz seiner Jugend – bereits jetzt auch extrem trinkfreudig. Und er ist anders. Ganz anders als das, was man in dieser Gegend erwartet. Voller Spannung und Seriosität und weit entfernt vom mainstream Weinchen. Zupackend vom ersten Moment an, ohne satt zu machen. Großes Kino! Kaufen in Deutschland leider erst ab Sommer dieses Jahres. Wird keiner verpassen, wir machen dann noch einmal eine Geschichte hier…

An was denkt man, wenn man an Ingelheim denkt? Zuerst natürlich an Boehringer. Dann aber direkt und sofort an Rotwein. Ingelheim hat den Ruf DIE Rotweinstadt in Rheinhessen zu sein. Zumindest war das früher so. In den letzten Jahren wurde es ein wenig ruhig um diese Stadt – zumindest in Sachen Wein. Woran das lag, weiß ich nicht genau und eine gründliche Analyse würde ganz sicher den Rahmen hier sprengen. Es ist eigentlich auch egal.

Vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit mehrere Ingelheimer Wein zu probieren. Was ich da im Glas hatte, war teilweise herausragend. Ganz besonders hat es mir ein Wein angetan. 2012 Frühburgunder Ingelheimer Pares, Weingut Mett. Die Lage “Pares” halte ich für eine der herausragendsten Herkünfte in Sachen Rotwein, nebenbei bemerkt. Frühburgunder ist nicht wirklich meine präferierte Rebsorte – eigentlich. Meist fehlt mir hier die Eleganz und vor Allem die Säure. Dieser hier ist richtiggehend elegant, dabei aber auch extrem intensiv, dicht und komplex. Ein kleines Meisterwerk. Zu kaufen hier ab Weingut für um die 18,00 Euro.

Und wenn wir schon einmal in Ingelheim sind… 2014 Grauer Burgunder vom Weingut Wasem. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass ich eine großen Bogen um Grauburgunder mache. Aus Gründen. Selten schmeckt mir das, beinahe nie. Der hier leider schon… Er hat alles das, was ich von diesen Weinen normalerweise nicht erwarte: Eleganz, Trinkfluss und Säure. Würde Grauburgunder immer so in der Art schmecken, ich würde ein Fan werden. Der Wein kostet sage und schreibe 6,50 Euro. Eigentlich unglaublich, dass so ein Wein so günstig ist.  Beinahe schon skandalös… ;-) Zugreifen jetzt sofort, bevor er weg ist. Den Wein gibt es direkt hier im Weingut!

5 Kommentare zu “Frisch probiert

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>