Alles über Wein und den Rest der Welt…

Jahrgang 2015 – Österreich und Mosel

Bei den Ösis regnet es und der Meirerer liegt – wie in jedem Jahr –  auf dem Sofa…

…REGEN, und den brauchen wir so überhaupt nicht! von Dominique und Urban Stagaard

Aber wenigstens kommen wir an den Tagen zu Dingen, wie Blog schreiben und den Müller Thurgauer, der auf der Maische vergoren wurde, ins Barrique zu übersiedeln. Die Lese geht gut voran, wir haben aus den Löss und Lehm Veltliner Lagen die Trauben für unsere Basis Linie “urban.GV” geerntet, für die Handwerk-Weine – unser mittelkräftiges Einstiegssegment – haben wir bis dato ungefähr 50 Prozent abgeerntet. Die Säurewerte sind niedrig und die Zuckergrade moderat. Heuer mussten auch schon zwei Lagenrieslinge daran glauben. Grillenparz und Schreck. Wegen des kargen Urgesteinsboden waren die Trauben schon Anfang Oktober so reif wie sonst Ende Oktober oder Anfang November – wir zählen fast 100 Oechsle. Durch lange Maischestandzeiten sind deren Säurewerte von 9 bis 10 Gramm auf 7 Gramm runter. Aufgrund von viel Botrytis konnten wir im letzten Jahr kaum Maischstandzeiten durchführen, wir freuen uns richtig dass dies heuer wieder anders aussieht. Aus der Lage Braunsdorfer, welche 380m hoch ist und somit unsere höchste Riesling Lage, haben wir mit Riesling Handwerk begonnen. Hier haben wir auch für ein neues Projekt, nämlich einen Riesling nach Deutschem Vorbild geerntet: einen Kabinett. Mit 12,0 Säure und 100 Oechsle haben wir die Trauben gepresst und im Edelstahl angefangen zu vergären. Wir wollen die Gärung bei 7 Prozent Alkohol stoppen und planen dann 60 Gramm Restzucker und frischer Säure. Also einen leckeren “Schenkelspreitzer” so wie wir dazu in Österreich sagen… :-)

Jetzt warten wir nur noch auf besseres Wetter…

 

Matthias Meierer

Ready for Rumble …äh…Riesling 4.Oktober 2015

Eine komische Woche liegt hinter uns, Traumwetter, viele Kollegen ernten schon, wir warten noch und starten morgen dezent in die Lese mit halbem Team. Dienstag beschert und das Wetter schon die erste kleine Regenpause aber danach sieht es gut aus, so starten wir dann wohl am Mittwoch wohl richtig durch.

Die sonntägliche Kontrollrunde gibt uns recht, die Trauben haben in der vergangen Woche nochmal einen schönen Sprung gemacht. Es ist aber wie im vergangen Bericht schon geschrieben sehr uneinheitlich. So werden wir am Mittwoch mit den Drahtanlagen im Paulinsberg in die Lese starten, die sind traditionell in ihrer Entwicklung den Einzelpfahlanlagen und einiges voraus. Sowohl in Sachen Zuckergehalt wie in Säure und Aroma. Wir werden direkt am Anfang testen ob wir in einem Durchgang alles lesen oder erst die edelfaulen Trauben auslesen und den Rest noch hängen lassen. Die Tendenz geht aber denke ich zur kompletten Lese in zwei Eimer.

Damit sollten wir dann theoretisch mal die Ganze kommende Woche eine Beschäftigung haben, eine wohlverdiente Abwechslung zum rumgewurschtel in der vergangenen Woche.

Der Aufreger der Woche:

Die lieben Kollegen, die meinen Sie müssten einen Bevormunden. Wie schon öfters erwähnt gibt es ja große Unterschiede zwischen den Weinbergen. Meiner Meinung nach vor allem durch den unterschiedlichen Wasserhaushalt im Sommer hervorgerufen. Das ist aber alles egal, wer letzte Woche noch nicht gelesen hat der spinnt ja… „Das gibt ja nur Alkoholbomben“ „Mehr als reif geht nicht“ … joa ne. Ich bin da ja eher diplomatisch und mit Weinbergen ist es wie mit den Menschen, man kann durch die Erziehung doch sehr viel beeinflussen. Wir richten die Weinberge doch eher auf längere Hängzeiten aus, da dies unserer Meinung nach mehr bringt als exorbitant hohe Zuckerwerte. Aber unsere Meinung, die zwing ich ja keinem anderen Winzer auf. Das führt uns zum Wort zum Sonntag: Winzer sind eigenwillige Individuen – ihre Weinberge auch.

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