Alles über Wein und den Rest der Welt…

Riesling – anders- groß!

Es sind manchmal schon viele Zufälle, die zusammen kommen und dazu führen, dass ich einen für mich neuen Wein entdecke. Gerade habe ich wieder einmal so etwas erlebt und es hat mich beeindruckt, wie lange nichts mehr!

BannerWuertz_RzW_Wien_280x230Meine kürzlich vollends entbrannte Liebe für die Weine unserer Ösi-Nachbarn lässt mich nicht mehr los. Ganz besonders meine “Junge Wilden” haben es mir angetan. Neulich kam ich über Umwege auf eine Veranstaltung in München, genau genommen wurde ich da hingelockt. Sehr charmant zwar, aber dennoch klasssich hingelockt ;-) Was ein Glück!

Ich war in einer sensationellen Location namens “Kochgarage”, in der eine bunte Mischung lustiger Mädels, so eine Art “world-fusion-crossover-allesisterlaubt-Küche” hinzaubern. Dazu gab es Ösiweine von einigen “meiner” jungen Wilden, garniert mit anderen Ösiwinzern. Einer davon war der Zillinger. Nicht der Zillinger, dessen Weine ich schon lange kenne, sondern der andere. Das Bioweingut Zillinger.

Da stand ein noch relativ junger, sehr entspannt und in sich ruhend wirkender, dabei aber sehr konzentriert erscheinender Johannes Zillinger und erklärte inmitten eines unglaublichen Trubels in aller Seelenruhe, wo in seinem Weingut der Hammer hängt. Wenn ich alles richtig verstanden habe – es war sehr laut und turbulent – ist das Bioweingut Zillinger wohl eine Art Ökopionier in Österreich. Seit 30 Jahren arbeitet man hier ökologisch. Bio-dynamisch in letzter Konsequenz, seit der Junior das Zepter übernommen hat. Alles also so, wie ich es mag und wie ich es extrem schätze.

Nachdem ich ihm eine Weile zuhörte und dabei feststellen durfte, dass hier kein Marketing-Ökoaktivist am Werk ist, sondern einer mit einem tiefen Wissen und Verständnis um das, was er da macht, bekam ich einen Wein in mein Glas. “Numen”, hieß der und es war ein Riesling aus dem Jahrgang 2012. “Numen” steht für das metaphysische Wirken, auf das der Mensch keinen Einfluss hat. “OHA”, wird jetzt der eine oder andere denken. Die Esoteriker haben sowohl vom Winzer, als auch vom Würtz Besitz ergriffen. Ich will und kann hier keine Grundsatzdiskussion zum Thema “metaphysisches Wirken” vom Zaun brechen. Wer sich dafür interessiert, was damit gemeint ist, möge es bitte ergoogeln. Vielleicht nur so viel: im Umgang mit der Natur, gibt es Dinge, die auf den ersten Blick merkwürdig, vielleicht sogar grenzwertig erscheinen mögen, bei näherem Betrachten und in der täglichen Arbeit, machen sie dann aber doch Sinn. Wie gesagt, bitte googeln…

Für mich zählt hier in erster Linie der Wein – und der ist groß. Ach was, der ist gigantisch!

Es versteht sich von selbst, dass dieser Wein exakt das Gegenteil von dem ist, was alle mögen und wegschlabbern. Was im Übrigen nicht als Wertung, sondern als einfache Feststellung zu verstehen ist. Der Wein ist dicht, fordernd und einnehmend. Er erobert den gesamten Mundraum mit allen anhängenden Organen in einem Handstreich. Dabei ist er ruhig und balanciert, wie es kaum ein anderer Wein ist. Vielleicht müsste man besser sagen: wie es kaum ein konventioneller Wein ist.

Natürlich muss man das mögen. Er hat Gerbstoffe, die eher an einen Rotwein erinnern. Er schmeichelt nicht – zumindest nicht auf den ersten Schluck. Aber er lässt einen (mich) nicht mehr los. Für mich hat der Wein einen enormen Trinkfluss – für andere nicht, ich habe es gerade wieder ausprobiert. Der Wein hat mit einem mainstreamigen Riesling so viel zu tun wie Kuchen backen mit Pobacken. Er ist kräutrig, er ist salzig und trotz allem Fordernden, hat er eine gewisse Frische. Er ist lebendig und über allem steht diese unglaubliche Balance. Für mich, in meiner Freak-Wein-Welt, ist dieser Wein ganz nahe an der Perfektion! Er ist ein Paradebeispiel eines biodynamisch erzeugten Weins. Diese innere Dichte ist sagenhaft! Für alle, die mit solchen Weinen Probleme haben, die bei einem Riesling mehr nach nach Frische und Frucht suchen, ist dieser Wein eher nichts. Alle anderen sollten ihn dringend mal probieren.

Den Wein gibt es hier

Ein Kommentar zu “Riesling – anders- groß!

  • EC

    So ähnliche Erlebnisse hatte ich schon mit einigen Ösi-Weinen bzw. -Winzern und ich bin nach wie vor auf Entdeckungsreise. Fast jedes mal ein Niederknien vor dem Wein, ein inneres “das darf doch nicht wahr sein”. Und richtig: die Weine sind teils extrem polarisierend, erst neulich wieder die Reaktion von einem neben mir stehenden Probanden, daß “ein GV nicht so schmeckt”.
    Jetzt habe ich wohl noch eins dieser unfaßbaren Weingüter auf der Liste stehen…

    Reply

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>