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Nach der ProWein ist vor der ProWein

Die ProWein war noch nicht wirklich zu Ende, da kam bereits per Mail die erste Erfolgsmeldung. 

BannerWuertz_RzW_Wien_280x230Über 52.000 Besucher waren an den drei Messetagen bei insgesamt 5.970 Ausstellern zu Gast. Das sind, laut  Messe, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Damit unterstreicht die Messe noch einmal ihre Relevanz. Ich hatte leider wenig, eigentlich überhaupt keine Zeit, um mir einen Eindruck von der Messe zu verschaffen. Aber alleine von den Eindrücken, die ich an unserem Stand sammeln konnte, würde ich auch sagen, dass es Jahr für Jahr mehr Besucher werden.

Ich hatte mir im Vorfeld natürlich vorgenommen, einiges zu verkosten, mir manches für mich Neues anzusehen und ein wenig mit den Kollegen zu plaudern. Der Dienstag ist dafür traditionell der richtige, weil ruhige, Tag. In diesem Jahr war das schlichtweg nicht möglich. Einerseits ist das sehr schade, andererseits bin ich natürlich nicht auf der Messe, um mich einmal durch die Welt zu verkosten und Trends aufzuspüren.

Wenn ich allerdings zusammenfasse, was ich an unserem Stand so erlebt habe, dann kann ich doch über den einen oder anderen Trend berichten. Ganz subjektiv natürlich, aber immerhin.

Was mich ganz besonders überrascht – und natürlich – gefreut hat, ist das Thema “Orange Wine”. Da gibt es dann tatsächlich so etwas wie eine Nachfrage. Kein Boom, aber eine deutlich spürbare Nachfrage. Da kamen doch einige ganz gezielt und fragten nach diesem Wein, hatten schon den ein oder anderen vorher probiert und waren neugierig. Ich gebe unumwunden zu, dass mir das sehr gut gefällt. Was mir allerdings noch mehr gefällt ist die Tatsache, dass immer weniger den gefüllten und versandfertigen aktuellen Jahrgang erwarten. Das Verständnis dafür, dass Anfang März die aktuelle Ernte noch in den Fässern liegen darf, wächst zunehmend. Natürlich nicht bei allen und generell, aber eine Tendenz ist deutlich erkennbar. Zumindest bei denen aus Handel und Gastronomie, die Wein nicht als x-beliebiges Produkt, vergleichbar zu Schrauben, ansehen. Kurze Rückfragen bei einigen Kollegen haben mir meinen Eindruck im Übrigen bestätigt.

Schwefel war auch so ein Thema, zumindest bei uns. Es häuften sich die Nachfragen nach den zugesetzten Mengen, und das Interesse an Weinen mit weniger Schwefel scheint zu wachsen. So würde ich das, ganz subjektiv, nach den drei Tagen einschätzen wollen.

Im Großen und Ganzen ist die ProWein mittlerweile wohl tatsächlich der wichtigste Branchentreff. National und international. Mein Gefühl, dass mehr und mehr internationale Besucher nach Düsseldorf kommen, wurde durch die abschließende Meldung der Messe bestätigt. Aus insgesamt 123 Ländern kamen in diesem Jahr die Fachbesucher.

Rund um die ProWein wird das Programm immer vielfältiger. Man könnte theoretisch bereits Donnerstags, also drei Tage vor der Messe, anreisen und sich einmal quer durch die Weinwelt verkosten. Den Umzug in neue Hallen empfand ich im Übrigen als äußerst positiv. Zumindest in der deutschen Abteilung ist deutlich mehr Platz, was zu einer wesentlich angenehmeren Atmosphäre führt. Das war aber auch dringend nötig.

Was ich allerdings nie verstehen werde, und auch nicht verstehen will, ist das kulinarische Angebot auf der Messe. Wir sind auf einer Weinmesse, das heißt theoretisch geht es um Genuss und die dargebotenen Speisen sind vom Thema Genuss Lichtjahre entfernt. Galaxien, genaugenommen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der Fraß auch noch unverschämt teuer ist. Zum Glück habe wir am VDP-Stand mit OTTO-Gourmet den passenden Partner.

2 Kommentare zu “Nach der ProWein ist vor der ProWein

  • Michael

    Moin,

    ich habe es in diesem Jahr nicht geschafft zur Prowein. Dafür im nächsten Jahr mit eigenem Stand.

    Wenn der Handel wirklich davon abrücken würde, Wein als industrielles Produkt zu verstehen, dass in jedem Jahr pünktlich zur Prowein fertig abgefüllt bereit steht, dann wäre das ja wirklich mal eine wichtige Entwicklung “zurück zur Vernunft”.
    Bei Gastro- bzw. Privatkundschaft hatte sich diese Tendenz – trotz heftigster Bemühungen des Handels ihnen dies zu vermitteln – ohnehin nie ganz durchgesetzt, da diese meiner bescheidenen Meinung nach “einfach einen guten Wein” ausschenken bzw. trinken möchten. Völlig unabhängig welcher Jahrgang da nun auf der Flasche steht.

    Schwefel: naja. Ein Dauerbrenner, der wohl nie ein Ende finden wird. Greift ja auch nahtlos ins Thema Orange Wines, dass sich prima eignet um dem Verbraucher ansatzweise zu vermitteln, wie Wein ohne bzw. mit sehr wenig Schwefel sich entwickelt/schmeckt.

    Ja – und nach der Prowein ist vor der Prowein – bis zum nächsten Jahr – vielleicht trifft man sich ja mal auf ein leckeres Mini-Papp-Baguette-mit-Formkäse für schlaffe 9,- Euro:)

    Michael

    Reply

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