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Jahrgang 2014 – Pfalz – Finale

Volker Benzinger, alias “Meister B.” und sein Fazit zum Jahrgang.

 

IMG_0750Die Weinlese 2014 gehört nun der Vergangenheit an. Auch wir sind seit 2 Wochen fertig und versuchen, wieder Normalität in unsren Alltag zu bringen.Es war sehr aufregend, denn von Anfang an stand die Lese unter dem Stern der Unwägbarkeiten. Wenn die Hoffnung nicht gewesen wäre, hätten wir resigniert.

Am Anfang wütete die Kirschessigfliege gemeinsam mit dem Wetter. Es war nass, warm und überhaupt nicht passend. Essigfliege, Ohrzwicker und Mäuse bohrten die Trauben an, die dann faul wurden, unterstützt vom Wetter.
Die Winzer ernteten, was das Zeug hielt, sodaß Anfang Oktober mancher schon fertig war. Wer seine Rebanlagen nicht selektioniert hatte und mit der Maschine geerntet hat, muss sicherlich mit geschmacklichen Qualitätseinbußen rechnen.
Das Wetter wurde auch in der Pfalz nicht besser, also kühl und trocken wie wir es gebraucht hätten, sondern immer wieder Regen und viel zu warm. Gegen Schluss war es bei den Weißen mit der Fäulnis schon etwas Quälerei, aber wer mit der Hand erntete und sauber aussortierte, wurde mit tollen Qualitäten belohnt, sowohl vom Mostgewicht als auch von der Aromatik. Rot war dann am Schluss auch kein so großes Problem mehr, denn Spätburgunder erwies sich als hartschalig, lediglich Cabernet, Merlot und Konsorten hatten Botrytis.

Wir selbst haben 6 Wochen lang, selektioniert und gelesen, dabei manches aussortiert, jedoch tolle Qualitäten nach Hause gebracht, die sich zur Zeit sehr vielversprechend probieren. Die Säurewerte sind moderat, sodass wir wenig eingreifen müssen und die Menge ist erfreulich ausreichend.

Es war stressig, wir haben es jedoch geschafft, schauen aber mit etwas Sorge in die Zukunft, denn wir werden uns umstellen müssen, wenn wir den qualitätiven Erfordernissen des Marktes gerecht werden wollen.

Nun ganz locker grüßt aus einer immer noch sonnigen Pfalz
Ihr Meister B.

6 Kommentare zu “Jahrgang 2014 – Pfalz – Finale

    • FlorianMS

      Hab anscheinend was bei den tags falsch gemacht. Es geht mir um die untere Passage: “wir werden uns umstellen müssen, wenn wir den qualitätiven Erfordernissen des Marktes gerecht werden wollen”

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  • Meister B.

    Der Markt fordert, saubere, fruchtige, gehaltvolle, typische, auch vom Terroir geprägte Weine.Um diese, wie bisher in der gleichen Güte erzeugen zu können, müssen wir unsere Anstrengungen dem veränderten Klima anpassen.Dieses Klima hat uns jetzt in den beiden letzten Jahren ziemlich viel abverlangt.

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  • Chris

    Vorsicht bitte mit der “Jammerei” sonst gibts von Christoph Schmitt wieder was auf die Ohren… ;)
    Aber im Ernst..Das deckt sich doch mit vielen Aussagen die man gerade aus der Pfalz so hört.
    Die Arbeit für einen homogene Ernte wird deutlich mehr. Was natürlich auch daran liegt dass die Anforderungen bzw. der Anspruch vom Weintrinker sowie vom Winzer stetig steigen, was wiederum an der hervorragenden Arbeit der Winzer liegt, die das Niveau des deutschen Weines gerade in den letzten beiden Jahrzenten deutlich gesteigert haben!

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  • Michael

    Na wenn der Markt Terroir-geprägte Weine fordert, gibts doch kein Problem. Regen, Hohe Luftfeuchtigkeit, KEF – das ist auch alles Terroir.
    Ehrlich gesagt: der Markt fordert keine Terroir-geprägten Weine. Höchstens in Gut-Wetter-Jahren. DAS ist aber nichts wirklich Neues. Genausowenig wie 2 Schlechtwetterjahre hintereinander ein Klimawandel sind.

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  • Xanthurus

    Der Klimawandel macht es verschiedenen Weinanbaugebieten auf der Welt sehr schwierig, durchgängig Wein von gleichbleibender Qualität zu produzieren. Somit haben verschiedene Weinanbaugebiete in Frankreich sich z.B. ebenfalls Land in Süd-England angeeignet,um einen möglichen Ernteausfall zu minimieren.

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