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EU-Knete für alle !

Kleine Nachricht vor der Europawahl: Die hessischen – und natürlich auch alle anderen – Winzer profitieren in den kommenden Jahren noch stärker von der EU als bisher. Erstmals erhalten sie von 2015 an – wie alle anderen Landwirte – eine Flächenprämie für ihre Leistungen zur Pflege der Landschaft. Noch stehen nicht alle Details fest, aber es ist zu erwarten, dass den hessischen Winzern jährlich mehr als 800.000 Euro zufließen – zusätzlich zu den 1,3 Millionen Euro, die gezielt über das Nationale Stützungsprogramm Wein (NSP) verteilt werden. Das NSP ist ein Element der europäischen Weinmarktreform von 2009 und soll die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Weinbaus zu stärken. Damals wurde Deutschland Geld aus dem Haushalt der EU überlassen, um individuelle nationale Förderkonzepte zu entwickeln. Bis 2013 stieg das Budget auf knapp 39 Millionen Euro. Die Förderung ist in dieser Höhe bis 2018 fortgeschrieben worden, so dass Deutschland fast 200 Millionen Euro EU-Fördermittel für den Weinbau zur Verfügung stehen. Hessen stehen entsprechend seiner Rebfläche rund 1,3 Millionen Euro zu. Von fünf von der EU akzeptierten Fördersäulen konzentriert sich Hessen in Absprache mit den Weinbauverbänden weiterhin auf drei: die Umstrukturierung von Weinbergen, Investitionen in die Kellerwirtschaft und die Absatzförderung in Ländern außerhalb der EU. Winzer, die in China eine Weinmesse besuchen oder eine Marktstudie in Auftrag geben wollen, können bis zu 50 Prozent der Kosten erstattet bekommen. Bedeutsamer sind allerdings die Zuschüsse für den Kauf von Weinpressen, Filtern oder Tanks, die mit 35 Prozent gefördert werden. Rund 40 Betriebe erhielten 2012 insgesamt rund 900.000 Euro. Die Zahl der Anträge übersteigt regelmäßig das Budget. Ebenso bedeutsam ist die Umstrukturierung von Rebflächen, vor allem von Steillagen. Winzer, die auf besser vermarktbare Rebsorten umsteigen wollen, die breitere Rebzeilen zur effizienteren Bewirtschaftung anlegen oder die Bewässerungsanlagen installieren wollen, können Zuschüsse erwarten, in der Regel werden Festbeträge gewährt, beispielsweise 24.000 Euro je Hektar für die Querterrassierung von Steillagen. Das NSP ist aber nicht der einzige Subventionstopf für  Winzer. Mit knapp 600.000 Euro, davon die Hälfte EU-Mittel, fördert das Land den Weinbau in Steillagen.

3 Kommentare zu “EU-Knete für alle !

  • Rheinhessen Meister

    Die sollen uns Winzern endlich mal 35% Zuschuss zu einem neuen
    Weinberg Traktor geben! Das wäre mal was!!!

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  • Udo Thiem

    Egal ob es um die Förderung der normalen Landwirtschaft oder des Weinbaus geht, ich kann es nicht mehr hören das unsere Landwirtschaft angeblich die Landschaft pflegt. Fakt ist das unser Landschaft inzwischen fast völlig zerstört ist: Riesige Monokulturen, Gifteinsatz wie nie und Artensterben ohne Ende. Inzwischen gibt es kaum mehr einen Vogel irgendwo. Deshalb sollten erst mal alle Subventionen für die konventionelle Landwirtschaft gestrichen werden. Steuergelder darf es nur noch für Landwirtschaft geben, die der Allgemeinheit dient, also z.B. ökologischer Weinbau für den Grundwasserschutz, Geld für Erhaltung kleinräumiger Weinbauterrassen (allerdings nur ohne Chemieeinsatz). Kein Gewerbe zerstört so viel Natur und wird so hoch subventioniert wie die konventionelle Landwirtschaft. Stoppt endlich die Lüge von der landschaftspflegenden Landwirtschaft!!!

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  • Rheinhessen Meister

    Die Förderung der Pheromon-Anwendung soll gestrichen werden, ist auch wohl
    schon durch. Und diese Streichung einer eigentlich guten Sache bedeutet zurück
    zu “Chemie im Dialog”.

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