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VDP trommelt gegen Rotoren

Jetzt werden die Winzer politisch und gehen an die Öffentlichkeit: Der VDP Rheingau erwartet massive ökologische und ökonomische Nachteile und die Zerstörung einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft, wenn auf den bewaldeten Höhen der Weinregion massenhaft „Windindustrieanlagen“ errichtet werden.  WindradDer Verband, dem mehr als 40 größere und renommierte Rheingauer Weingüter, einschließlich der Hessischen Staatsweingüter, angehören, fürchtet, dass durch die stellenweise Rodung des Walds für die Aufstellung und den Transport der Rotoren das geschlossene Ökosystem Wald „aufgerissen“ und damit „hochanfällig für Windbruch“ werde. Dadurch wachse die Gefahr, dass bei orkanartigen Stürmen große Windwurfflächen entstehen und Schneisen in den Wald gerissen werden, heißt es in einer Erklärung nach der jüngsten VDP-Mitgliederversammlung. Nicht der Einfluss des Rheins sei für das günstige weinbauliche Klima entscheidend, sondern die geschlossene Bewaldung oberhalb der Weinberge. Ohne diesen Schutz sieht der VDP „die Gefahr einer negativen Klimaveränderung für den Weinbau.“  Der Ab-Hof- Vertriebsweg werden unter der „Verschandelung der Landschaft“ leiden und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Weingüter.  Betroffen seien auch die Hotellerie, die Gastronomie und andere vom Tourismus abhängige Branchen. Die Auswirkungen auf das Grundwasser seien bisher nicht untersucht, auch gebe es für keinen Standort im Rheingau „realistische Windmessungen“. Zudem seien die Bürger durch Bahnlärm, neuen Flugrouten und zunehmenden Schiffsverkehr auf dem Rhein schon jetzt über die Maßen belastet. Der Verband sieht daher die Politik gefordert, nach Alternativen für Rotoren zu suchen: „Die Windkraft passt nicht in den Rheingau.“

13 Kommentare zu “VDP trommelt gegen Rotoren

  • Meister B.

    Dieses Problem trifft nicht nur für den Rheingau zu, sondern auch für andere Gebiete, wie z.B. in der Pfalz, in der man auch in Waldgebieten Windräder bauen will. Zaghaft, aber bestimmt regt sich Widerstand, noch nicht einmal so sehr bei den Winzern, sondern bei der allgemeinen Bevölkerung. Die Menschen fühlen sich von vielen Politikern für dumm verkauft, unter anderem auch von denen, die sich die grüne Farbe zueigen gemacht haben. Nach wie vor sollte man sich die Frage der Sinnhaftigkeit dieser hektischen, vielleicht auch etwas voreiligen Energieumstellung stellen.Langsamer und etwas überlegter wäre vielleicht besser.

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  • Mr. S

    Wenn man A sagt, muss man auch B sagen.

    Atomkraft Nein Danke, aber bitte auch keine Windkraftwerke. Einen Staudamm möchten wir auch nicht. Solaranlagen bringen bei uns zu wenig Leistung. Gas und Kohle ist auch keine Lösung. Ja was denn nun? Strom aus Frankreich einkaufen – natürlich billige Atomenergie – der Müll aber muss dann ja auch bei uns gelagert werden, ach nein, dass will aber auch keiner.

    Des weiteren bezweifle ich stark, dass die Windräder jemanden vom Besuch des Rheingaus abhalten. Schon garnicht kaufkräftige asiatische Besucher.

    Hauptsache erstmal pöbeln, anstatt auf tatsächliche (!) Fakten zu pochen. Sind ja alles bloße Vermutungen…

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    • Alexander

      Sehr geehrter Mr. S

      Wind und Solar liefern immer nur volatilen Strom. Tatsächlich verbrauchen wir alle aber Strom, der jederzeit verfügbar ist. Daher können Wind und Solar überhaupt nicht unseren Strombedarf decken, ja noch nicht einmal zuliefern. Jedes Windrad benötigt eine Reservekapazität, die konstanten Strom liefert.
      Die Argumentation für Windräder und Solar verwechselt ständig elektrische Leistung mit elektrischer Arbeit. Man kann Windkraftleistung gemessen in KW installieren, die dem vieler Atomkraftwerke entspricht. Verbraucht wird aber elektrische Arbeit gemessen in KWh – und die gibt es aus Windkraft und Solar nie konstant.
      Wind und Solar sind nichts anderes als ein Feigenblattbekenntnis.

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  • Kai-Uwe Schmidt

    Guten Tag,
    als direkt Betroffener ( Mittelrheintal ) kann ich die Argumente der Winzer nachvollziehen.
    z.B. der“ab Hof verkauf“wird definitiv leiden. Bei meinem letzten Besuch in Rheinhessen, ist
    mir der Appetit vergangen. Zum ersten Mal bin ich mit leeren Kofferraum zurück gekehrt.
    Beim Winzer des Jahres habe ich lediglich den Basis-Riesling verkostet, dann war Ende.
    Auf die Präsentation der neuen Jahrgänge mit anschließender Übernachtung habe ich verzichtet.
    Bei der Vielzahl der Anlagen wird den Winzer Angst und Bange, das die Reben nicht unter
    dem Schattenwurf der Rotoren leiden.

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  • Christoph Hammel

    ….die Menschen wollen…oder das….???!!
    Komisch ….mich hat keiner gefragt ! Mir wurde nie die Frage gestellt Atomkraft ja oder nein…im Gegenteil…die CDU zB. hat eindeutig die Atomkraft als Brückentechnologie akzeptiert und dann im Alleingang nach Fukushima komplett verworfen . Altkanzler Schröder ,hat sich verwundert über diese überhastete Aktion ,mit deren bekannten Begleiterscheinungen , geäußert . Der Ausstieg sei doch beschlossen gewesen . Mit System….step by step . Und da hat er recht ! Die Energiewende hat Frau Merkels Macht erst mal.gestärkt ….aber der Preis dafür ist horrend ! Hier wäre endlich mal eine Volksabstimmung von Nöten . Bei so einem fundamentalen Thema , welches alle massiv angeht , alle mal . Ich bin mir nicht mehr 100% sicher wie es aus gehen würde . Der Preis wird weiter saftig steigen ! Was die Windräder angeht …..der Pfälzer Wald hat Naturparkstatus . Wie sollen da Windräder reinpassen ???? Die Grünen in der Landesregierung sagen ja .
    Noch Fragen ?????

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  • Christoph Hammel

    …heute morgen in der Rheinpfalz / Tageszeitung der Pfalz . Das Zellertal wird zum ” Propellertal ” . Eine Bürgerinitiative wehrt sich jetzt . Seit 2004 die ersten Feststellungsverfahren durch waren , gab es keine Reaktion der Bürger . Jetzt auf einmal massiv . Aber auch hier sind die Genehmigungen größtenteils durch . Der beste Kommentar kommt vom VG Bürgermeister . Er befürchtet KEINE Einbußen bei den Touristenzahlen . Es gäbe auch eine vielzahl an Windparks in Rheinhessen und die Touristenzahlen seien trotzdem gestiegen . ACHTUNG :
    Im Gegenteil , so der BM , die Leute kämen sogar teilweise WEGEN der Rotoren …das Gebiet würde sich ja sichtbar für den Energiewandel einsetzten !
    Ich wollte jetzt noch mal richtig schön polemisch werden …..aber irgendwie kapitulieren ich langsam vor so viel ……lassen wirs…..ich muss zur Prowein….ist Stress genug ! cheers -c

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  • Setven

    Wegen der Windkraftanlagen mit einem leeren Kofferraum nachhausen zu fahren,
    wo es fast in jedem Ort zwischen Bingen und Worms gute Weine zu kaufen gibt-
    ist mir völlig unbegreiflich…..

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    • Kai-Uwe Schmidt

      Um uneingeschränkten Trinkgenuß zu verspüren, erfordert es zumindest für mich – eine Identifizierung
      mit der Region. Das ist leider in Rhein-Hessen nicht mehr möglich.
      Selbstverständlich werde ich hier und da einen guten Tropfen versuchen, vorzugsweise im Restaurant.
      Auf Besuche und Einkäufe vor Ort werde ich mit Sicherheit in Zukunft verzichten.

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  • Christoph Hammel

    Lieber Setven….die Krux ist ja nicht , das es da keine guten Weine gäbe….gibts in ganz D ohne Ende….nur man muss da hinfahren wollen . Das Zellertal zB ist ein wirkliches Kleinod . Ein eher noch unbekannter Ort ….mit unglaublich ambitionierten Winzern und Menschen . Es ist einfach schön dort . Die Rotoren sind da nicht hilfreich …..
    By the way….neueste Zahlen von DWI und GfK….Discounter und LEH nehmen wieder zu ….Fachhandel und Ab Hof Verkauf ab . Internet natürlich steigt . Das ist die Entwicklung . Ich weiß von einem ehemaligen Lehrling , der jetzt in eine höhere Ausbildung strebt , das viele Kollegen klagen . Der Hofverkauf geht teilweise dramatisch retoure . Außer mit fettem Konzept….Straußwirtschaft ….Partytime….what ever….

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  • Setven

    Lieber Christoph Hammel. Das Zellertal ist bedingt durch seine Geländestruktur und Lage
    schon immer schöner als unsere Rheinhessische Hügellandschaft, erst recht jetzt im Frühjahr.
    Keine neue Erkenntnis es ist einfach sehr schön dort.
    Der Super-Gau in Japan sollte uns Menschen aber schon zum umdenken zwingen- ob diese
    Windmühlen nun schön sind oder nicht.
    Ich glaube ich kann dies sehr gut selbst beurteilen – lag ich doch selbst vor über 10 Jahren
    auf einer Krebssation. Das Klagen einiger wundert mich auch nicht, schaue sich jeder die
    Investitionswut der letzten Jahr an- muß alles auch bezahlt werden………

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  • Alexander von Canal

    Leider wird von viel zu Vielen übernommen, ohne genaues zu wissen. Daher käme für mich bei einer solchen Entscheidung, in der Fakten und Fachwissen gefordert ist, keine Volksabstimmung in Frage. Da gewinnt der, der am meisten verängstigt oder popularisiert.
    Leider wird, wie in manchen Städten, nicht wirklich langfristig und sachlich von den Gemeinden geplant. In den Städten entscheiden doch längst die Investoren, wo was gebaut oder verkauft wird. Koblenz sitzt jetzt endlich an der Erarbeitung eines Masterplanes. So sollte auch unsere Energiepolitik übergreifend geplant werden. Windenergie hat an bestimmten Orten ihren Sinn, so wie Wasserkraftwerke, Bioanlagen und anderes. Es gibt in Deutschland industrielle Schwerpunkte, an denen Windräder neben Industrieanlagen weniger stören und hier auch sinnvoll zu nutzen sind. Auch unmittelbar an den Nord / Südtrassen des Elektronetzes, insbesondere in den flachen Landgebieten, kann ich das noch als dünnes Band nachvollziehen.
    Bei uns aber qualifizieren sich manche Ortsvorstehen nicht mit der Pflege und dem Erhalt von prägenden Landschaften mit historischer Baukultur, sondern sie wollen mit einer vollen Gemeindekasse glänzen. Der besonnene Kollege aus dem Nachbarort steht wie der Loser da, wenn er nicht den gleichen Unsinn anstrebt und so verschandeln wir mit unserer eigenen kleinen “Energiepolitik” unsere Landstriche.
    Diese Region um Rhein und Mosel ist einzigartig! Hierhin kommen Besucher aus Asien und der ganzen Welt. Natürlich ist es gutachterlich messbar, dass auch hier sich ein Windrad dreht….aber ich muss doch auch nicht mit meinem Auto durch den Park fahren…. Wacht auf und weigert Euch, diesen Unsinn mitzumachen.

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  • christoph hammel

    lieber herr canal ,
    auch wenn es nicht ideal ist , aber das ist demokratie . wollen sie auch die freien wahlen abschaffen bzw. die wahlberechtigung an eine intelligenztest knüpfen ? wenn ich mir die energiewende anschaue , wäre selbiger eine gute für die verantwortlichen politiker !
    …..lieber dirk würtz – ich schreibe 99% mit dem handy . das kommentarformat ist aber mit seiner scrollfunktion nicht für handys geeignet . zumindest mein galaxy s4 macht das nicht…..ich denke andere auch nicht . kann man das richten ????
    cheers – c

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