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Verfault statt durchgefroren

 

Zum zweiten Mal seit Beginn der detaillierten Aufzeichnungen des Weinbauamtes im Jahr 1934 fällt im Rheingau die Eisweinlese aus.

ExeisweintraubenDen bislang einzigen, von der Natur erzwungenen Verzicht gab es mit dem Weinjahrgang 1974. Damals wurde der kälteste Tag des Winters mit minus drei Grad am 17. Februar 1975 verzeichnet. Der frostigste Tag dieses Winters war bislang der 17. Dezember, aber mit minus 4,2 Grad in Winkel und nur minus 1,4 Grad im Steinberg war an Eiswein nicht zu denken. Selbst das Weingut Weil, das unter Wilhelm Weil seit 1989 unterunterbrochen jedes Jahr Eiswein erzeugt hat, ließ die Folien inzwischen entfernen und gab die faulen Trauben den Vögeln preis.

Tatsächlich wäre eine Eisweinlese im Februar überraschend gewesen, denn seit 1934 war das erst einmal im Rheingau der Fall: Im Jahr 1983 war der 1982er Eiswein erst zwischen dem 16. und 23. Februar eingebracht worden. Die früheste bekannte Eisweinlese war 1897 schon am 15. November. Nach einer Aufstellung des Weinbauamtes wurden im Rekordjahr 2002 mehr als 32.000 Liter Eiswein geerntet, 1990 und 2005 dagegen waren es nur rund 6000 Liter. Und 2013: Null.

 

6 Kommentare zu “Verfault statt durchgefroren

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