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Scheurebe!!!

Mir fallen auf Anhieb wenige heimische Rebsorten ein, die eine ähnlich interessante Performance in den letzten Jahren hingelegt haben, wie die Scheurebe. Und deswegen wird es Zeit, sich ausgiebiger mit dieser Rebsorte zu beschäftigen. Und was liegt da näher, als eine große Verkostung  zu initiieren!

Vielleicht geht es ja nur mir so – oder noch einigen wenigen anderen – aber was ich in den letzten ein, zwei Jahren an trocknen Scheureben getrunken habe, war teilweise beinahe schon genial. Gerade kürzlich diskutierte ich darüber via Facebook mit dem von mir sehr geschätzten “Sam” Hofschuster, der meine Euphorie für die trockenen Vertreter dieser Rebsorte nur ganz bedingt , bis fast gar nicht teilen konnte. Es ging, wie immer eigentlich, um Sauvignon Blanc aus Deutschland. Ja, da gibt es mittlerweile ganz gute Vertreter, aber an meiner grundsätzlichen Meinung, dass das keiner braucht, hat sich nach wie vor wenig geändert. Und bevor der Einwand kommt, der an dieser Stelle immer kommt: natürlich weiß ich, dass es Sauvignon Blanc schon vor Urzeiten unter einem anderen Namen (ich habe ihn vergessen, irgendwas mit “grün” oder “gelb”…einer wird es wissen) hier in Deutschland gab. Auch das ändert aber nichts an meiner Meinung, dass ich das nicht brauche. Von der Loire sehr gerne, aus Österreich noch viel lieber und am allerliebsten aus Südafrika! Die Scheurebe hingegen gehört hier her und auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt – sie ist bei uns der bessere Sauvignon Blanc. Davon bin ich überzeugt. Insbesondere dann, wenn ich so grandiose Exemplare wie den von Steffi Weegmüller, Weltner oder gerade kürzlich den von Eva Vollmer trinke. Letzterer war übrigens einer der herausragendsten Weine der letzten Monate für mich. Leider ist er ausverkauft – ich würde da mal rechtzeitig reservieren, es lohnt sich!!!

Und weil sich das Thema “Scheurebe” grundsätzlich lohnt, und weil die Scheurebe 2016 ihren 100.Geburtstag feiert, und weil es an der Zeit ist, diese großartige Rebsorte mehr in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, habe ich beschlossen, in diesem Jahr eine große Scheurebe-Verkostung zu organisieren. Genau genommen wird das Ganze ein “Scheurebe-Preis” werden. Es wird allerdings zunächst nur um trockene Vertreter der Rebsorte gehen. Probiert wird im Mai, da dürften alle Weine gefüllt und aus ihrem Füllschock raus sein. Natürlich wird blind probiert und natürlich probiere ich auch nicht alleine. Wie das früher auch bei den “Twitter Wine Awards” war, wird sich die “Jury” aus Profis, Amateuren und einfachen Trinkern zusammensetzen. Für eine größere mediale Verbreitung auch außerhalb des Internets wird selbstverständlich gesorgt sein. Alle Infos und Details zur Anmeldung gibt es dann demnächst hier auf dem Blog

16 Kommentare zu “Scheurebe!!!

  • Philipp Erik Breitenfeld (Der Direttore)

    Anstoß der erneuten Debatte war ja mein Artikel “Rings um die Eier – Warum Sauvignon Blanc in Deutschland auch scheitern kann” http://lagazzettadelvino.blogspot.de/2014/01/rings-um-die-eier-warum-sauvignon-blanc.html und demnach teile ich Dirks Meinung zu Sauvignon Blanc.

    Weiterhin freue ich mich auf die Scheurebe Verkostung, damit der heimischen Rebsorte wieder mal die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie eigentlich schon lange verdient.

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  • A. Hofer

    Muskatsilvaner war der Name. Ich bin im Übrigen Ihrer Meinung. Die Scheu passt einfach besser nach D als der modische Weltenbummler, noch dazu, wenn man für SB alte Rebbestände der Scheu rodet, wie ich es zumindest von Franken weiß. Leise Kritik: Wird das jetzt wieder so eine Verkostungsankündigung wie vor ca 1 Jahr mit dem Gastautor Schnutentunker?, auf die man bzw. der Laie sich zwar bewerben konnte, die aber nicht stattfand? ;–)

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    • Dirk Würtz Post author

      Lieber A. Hofer, die Schnutentunkerverkostung kommt ganz sicher noch. Sie scheiterte bisher an meiner mangelnden Zeit, leider.
      Den Scheurebetermine gibt es bald und dann hoffe ich auf Sie!!!

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  • Steven

    Nur schade das die Landesanstalt für Rebenzüchtung auf dem Römerberg in Alzey
    aus kostengründen platt gemacht wurde.
    Das Erbe von G. Scheu wollte niemand erhalten.

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  • Sigbert Frisch

    Sehr verdienstvoller Beitrag: Die Scheurebe verdient mehr Liebe. Deswegen muss man SB nicht gleich bashen. Bravo, Herr Würtz

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  • Christiansen

    Vor ca. 4 Wochen habe ich eine Flasche Scheurebe “Alte Reben” aus 2010 von Wirsching getrunken-
    das war der absolute Wahnsinn!! Ich habe bis dahin noch nichts besseres aus dieser Resborte gefunden!

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  • Meister B.

    Wenn der Muskatsilvaner oder Sauvignon blanc in Deutschland wenig Anbauberechtigung haben soll, was ist dann mit Schardonee, Merloh, Cabernee-Sowinjoh, Tempranilljo und was weiß ich noch für viele Rebsorten, die bei uns keine Tradition haben? Denn was Tradition hat, hat sich bewährt. Klingt vielleicht altmodisch, hat aber immer noch Gültigkeit

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  • Christoph Hammel

    Ich genieße eine Scheurebe von Fuhrmann oder Steffie Weegmüller immer sehr . Auch und gerade die edelsüßen von Weegmüller sind eine Wucht !!!!! Aber und das ist meine ganz persönliche Ansicht , Scheurebe ist KEIN Sauvblanc und wird es auch nie werden . Die These das deutsche Scheurebe quasi die Antwort auf Sauvblanc seien halte ich für TOTAL verfehlt . Scheurebe ist KEIN Sauvblanc , kann ihn nicht ersetzen oder ist sogar besser….edler….autenthischer….nicht so laut ….nicht so international , inflationärer Massenkram….und was ich da schon alles gehört habe . Nur weil diejenigen den Sauvblanc wohl am Ende nicht so hingekriegt haben , wie es hätte sein sollen oder man voll Neid ( Deutsche Spezialität ) nach NZ geschaut hat . Unsinn , mit Sauvblanc haben GERADE wir Deutschen extrem gute Marktchancen ! Warum ? Ganz einfach – wir sind ein Weißwein(und Rosé) Land . Kein Rotweinland ! Da wo Riesling wächst , fühlt sich auch der Sauvblanc perfekt wohl . Wer , wenn nicht wir Deutschen und die Ösis und die Franzmänner können denn Sauvblanc in Europa ? Nicht weil wir schlauer oder fleißiger als die Italiener oder Spanier sind …..nein ….wir haben das Wetter genau für diese Art Weine . OK …das bißchen Südtirol zB. ausgenommen . Es tut mit leid , aber das Gelaber , “können wir Deutschen aufgrund des Klimawandels noch Riesling machen”….muhahaha….was soll DAS denn ????? Ich und Meister B. werden das mal nicht mehr erleben , das der Riesling hier Probleme bekommt . Es bleibt eher so , das wenn man einen richtigen Cabsauv oder Merlot oder Shiraz oÄ. trinken will und das zu bezahlbaren Preisen , man nicht in D fündig wird und auch noch lange Zeit nicht . Aber ich bin mittlerweile persönlich so weit , das ich Weiße aus Übersee NUR noch mit Genuß aus NZ trinke und und sonst in D und A bleibe ….mehr Weißwein ( und auch tolle Rosé’s ) braucht kein Mensch ! Also , warum den anderen das Feld überlassen auf dem wir RICHTIG gut unterwegs sind ….Mehr Sauvblanc und mehr Scheu bitte !
    PS : an meinem Sauvblanc 2013 sind 10% Scheu – vergoren im 2jährigen 7000er Holzfass aus Johannis Kreuz Eiche
    ….eben gerade verschnitten …es passt perfekt.

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  • Daniel Stevens

    Ich habe vor kurzem mal wieder eine 2012 Scheurebe vom Weingut Bischel getrunken. Was die Gebrüder Runkel da gezaubert haben finde ich absolut phantastisch!!!
    Ich bin gespannt wie das Ergebnis der Verkostung ausfallen wird.

    @ Christoph Hammel: Die Aussage das Deutschland “Kein Rotwein Land !” ist finde ich gelinde gesagt merh als schwierig.

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