Alles über Wein und den Rest der Welt…

Terrassenkaminspargelwein

Es ist April, die Sonne scheint und die Landschaft  ist großflächig in Plastikfolie gehüllt… so kommt es mir jedenfalls vor. Die Spargelsaison hat begonnen.

 

Es wird sich mir tatsächlich niemals erschließen, warum es um diese weißen Dinger so einen riesen Hype gibt. Letztes Jahr durfte ich für ein “stern.de” Video einen Tag ganz kurz in das Spargelthema reinschnuppern. Was eine Arbeit…unglaublich. Ich werde mit dem Zeug nicht warm, es ist einfach so. Mittlerweile wurden mir ja auch dankenswerterweise Dutzende von Rezepte zugeschickt. Ich habe sie ausprobiert… Wie auch immer, der Spargel und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Lustig finde ich allerdings die Bezeichnung “Spargelwein”.

Gerade gestern wurde ich wieder nach einem “Spargelwein” gefragt. Meine Antwort war, wie immer, die gleiche: “Trink Bier!” Es gibt keinen “Spargelwein”, es gibt höchstens ein Spargelgericht, zu dem unter Umständen ein Wein ganz gut passen würde. Einer meiner Lieblingsweinhändler, Martin Koessler, hat diesbezüglich auch gerade eine schöne Debatte auf Facebook angezettelt.  Am Ende geht es hier tatsächlich um viel mehr, als nur eine kurze, knackige Bezeichnung. Es geht um das, was den Genuß von Lebensmitteln, egal welcher Art, tatsächlich ausmacht. Es geht um Information und es geht um Aufklärung.

Der Begriff “Spargelwein” ist genauso inhaltsleer wie der Begriff “Terrassenwein” oder der Begriff “Kaminwein”. Schlagwörter, die etwas bestimmtes aussagen sollen und am Ende doch nur irreführend sind. Ich bin, wie allseits bekannt, für eine größtmögliche Vereinfachung der Weinsprache. Weg vom elitären Geheimsprachengetue, hin zu klaren und einfach verständlichen Begriffen. Sinnvoll müssen sie halt nur sein, und das sind diese Begriffe eben gar nicht. Sie sind zu vereinfacht und einfach eben auch falsch.

Bevor ich den Begriff “Spargelwein” benutze, könnte ich doch ein oder zwei Sätze vorausschicken, die klar machen, um was es eigentlich geht. Aufklären sozusagen. Dass das Not tut, sieht man an den ganzen Diskussionen und “Skandalen” in der jüngeren Vergangenheit. Ähnliches gilt im Übrigen auch für den “Terrassenwein”. Was ist das eigentlich? Ein dünnes und saures Weinchen, das ich nur auf einer Terrasse mit traumhaftem Blick und in völlig entspannter Atmosphäre trinken kann, damit keiner merkt, wie schlecht das Zeug eigentlich ist? Für mich klingt “Terrassenwein” immer nach einer Entschuldigung: “Sorry, schmeckt nicht besonders, aber eisgekühlt auf der Terrasse geht das irgendwie”. Ich persönlich kann auf einer Terrasse so ziemlich alles trinken und sehe eigentlich auch keinerlei Grund, irgendetwas auszuschließen. Gerade am vergangenen Sonntag trank ich auf der Terrasse/im Hof bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad plus einen 2005 Spitzerberg von Dorli Muhr. Eine Wuchtbrumme, elegant klar, aber auch kraftvoll. Das war perfekt und hat ganz vorzüglich zum Wetter und zur Stimmung gepasst.

Es ist, wie eigentlich immer, die Bequemlichkeit, die für all das verantwortlich ist und die am Ende dafür sorgt, dass alles immer Stück für Stück egaler wird. Nehmt Euch drei Minuten Zeit, um den Leuten zu erklären, was mit dem Begriff “Spargelwein” gemeint ist oder dass das Wort “Terrassenwein” ein Gefühl, eine Stimmung und nicht die Qualität oder Beschaffenheit eines Weines ausdrückt.

Und nebenbei bemerkt: Wenn es das ganze Jahr Spargel aus Peru oder sonstwoher gibt, gibt es auch keinen “Spargelwein”… so einfach ist das!

34 Kommentare zu “Terrassenkaminspargelwein

  • Gerald

    Hallo Dirk,

    nachdem vor einigen Tagen ja ein junger Österreicher wegen vieler Fehler in seinem Blogbeitrag – zur Recht – gerügt wurde, sollte man fairerweise auch hier erwähnen, dass man Terrasse mit 2 “r” schreibt … (3 Stellen hier)

    Grüße,
    Gerald

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    • Dirk Würtz Post author

      Natürlich Gerald hast Du recht… Sabotage… da fehlen drei “r”… und dann sind sie wieder da…

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  • Gerald

    Und jetzt nur noch einmal im Titel korrigieren :-)

    P.S. Hat sich dein Blog noch nicht auf Sommerzeit umgestellt oder hat er nur meinen Standort falsch interpretiert?

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  • Tom

    Tja, woher kommt der Spargelhype? Außer dem Spargel sind es ja auch noch die neuen Kartoffeln (aus Zypern oder Israel), die zur Zeit des allerersten Spargels immer noch teurer sind, als die dünnen Stangen selbst. Das ganze ist dann wenig vorschmeckend mit einem feinen Aroma (das man in der Tat nicht mögen muss) und wird von der Art der Sauce wesentlich beeinflusst. Ich mag es gerne, außerdem ist es ein Frühjahrsritual. Aber eine Frage habe ich an Dich: Wenn Du so überhaupt nicht weißt, was den Leuten an Spargel eigentlich gefällt, wie kannst Du dann eine so absolute Aussage dazu machen, welches Getränk dazu passt?

    Wenn die Deutschen schon mal Geld für Essen ausgeben, dann würde ich das als Chance sehen. Bei dem Kellereizeugs aus dem LEH klappt es ja schon. Warum nicht auf höherem Niveau einen wirklich guten Wein verkaufen und eine Flasche günstigen sogenannten “Spargelwein” aus dem Supermakrt dazuschenken – ruhig mit der Aufforderung, beide gegeneinander zu trinken.

    Beim Terassenwein bist Du auf der richtigen Spur. Auf der Terrasse, wohlmöglich nach der Gartenarbeit, will man was leichtes trinken – die meisten greifen typischerweise zu Bier. Ein Terrassenwein sollte einem Biertrinker also nicht wehtun – trocken heißen, Restsüße haben, nicht all zu viel Alkohol, recht wenig Säure, es darf sogar perlen … dann wird das schon und er trinkt vielleicht auch als zweites Glas einen Wein und wechselt nicht zum Bier. Klar ist, dass Terassenwein kein Qualitätsbegriff ist, sondern ein Situations- bzw. Stimmungsbegriff. Daran an sich kann ich nichts schlechtes erkennen.

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  • Alexander

    Mein erster Gedanke bei Terrassenwein ist weniger der Ort an dem der Wein getrunken wird, sondern vielmehr die Lage auf der die Rebe steht aus der der Wein gemacht wurde.
    Spannender wird es wenn man unter diesem Aspekt den Kaminwein betrachtet :)

    Grüße
    Alexander

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  • A. Hofer

    Nur Bier? Ich glaube, mich erinnern zu können, dass Sie in einem Video auf stern.de meinten, Verdicchio würde gut zu Spargel passen.

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  • A. Hofer

    Nun ja, Sie hatten Verdicchio generell zu Spargel empfohlen und nicht bloß zu einem speziellen Gericht (s.o.) – aber ist egal, ich weiß, was Sie meinen.

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  • Rieslingfan

    Bei aller berechtigten Kritik über die ihnen innewohnende grobe Vereinfachung und Typisierung haben die genannten Begriffe doch einen wahren Kern und gute Assoziationen von Wein und Lebensqualität. Spargelwein: ein Weisswein der zu Spargelgerichten passt (kommt natürlich auf die konkrete Zubereitung der Spargeln an). Terrassenwein: ein leichter, fruchtiger und unkomplizierter Weisswein oder Rosé. Kaminwein: ein Wein, den man im Winter gemütlich am Kamin trinken würde, typischerweise ein kräftiger Roter (Rioja, Brunello etc.). Wo liegt das Problem? Ich trinke ja auch gerne ein gereiftes GG von Robert Weil oder einen Sauvignon Blanc 500 zur auf dem Zedernbrett gegrillten Lachsseite, aber deswegen habe ich nichts gegen Terrassenwein- oder Biertrinker. :-) Jeder nach seiner Facon! Wir sind doch tolerant, oder? P.S.: was passt eigentlich wirklich zu Spargel? Silvaner? ;-)

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    • Dirk Würtz Post author

      @Rieslingfan
      Es geht nicht um Toleranz oder deren Mangel, es geht um eine, meiner Meinung nach, völlig falsche und wenig zielführende Typisierung von Produkten. Hier: Wein. Ich kann jeden Wein gemütlich am Kamin trinken oder eben auf der Terrasse. Was ist ein umkomplizierter Weisswein und warum? Darum geht es. Nicht wo ich den trinke und schon gar nicht, wenn der “Ort” ein Synonym für vermeintliche Qualität wird

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  • Joachim Kaiser

    Lieber Dirk,
    Deinen Beitrag zu Spargelwein halte ich, mit Verlaub, für einen Schmarrn. Tom April hat schon Recht, wenn er schreibt, dass jemand, der gar keinen Spargel mag, sich kein Urteil darüber erlauben sollte. Obwohl Du mit Verdicchi gar nicht schlecht liegst, der kann tatsächlich gut zu Spargel passen. Ich persönlich ziehe Silvaner vor, weil der vor allem eine breite Palette kräutig-würzig und erdiger-mineralischer Noten abdeckt, die gut zu Spargel passen.
    Allerdings koche ich Spargel nie, es sei denn, ich möchte Spargelsuppe oder Spargelsud herstellen. Spargel zu kochen grenzt an Barbarei :-) Ich bereite ihn im Backofen in Alufolie zu mit etwas Kastanienhonig und Walnussöl.
    Generell geht Dein Statement am Kern der Angelegenheit vorbei. Spargel-, Terrassen-, Kamin-, Meditationswein u.a. assoziieren Genuss, Romantik, Entspannung, also positive Gefühle. Nimm den Gefühlen den sprachlichen Ausdruck und Du nimmst den Menschen einen Teil der Freude, die ihnen Wein bringt und alles was im positiven Sinn damit zusammenhängt. Ich bin nicht für elitäre Weineloquenz, aber auch nicht für eine jakobinische Weinguillotine.

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    • Dirk Würtz Post author

      Lieber Joachim, ich glaube Du hast einen anderen Beitrag gelesen… :-) Schau mal, was ich schreibe:
      “Es ist, wie eigentlich immer, die Bequemlichkeit, die für all das verantwortlich ist und die am Ende dafür sorgt, dass alles immer Stück für Stück egaler wird. Nehmt Euch drei Minuten Zeit, um den Leuten zu erklären, was mit dem Begriff “Spargelwein” gemeint ist oder dass das Wort “Terrassenwein” ein Gefühl, eine Stimmung und nicht die Qualität oder Beschaffenheit eines Weines ausdrückt.”

      Ich nehme den Gefühlen doch gar nicht den sprachlichen Ausdruck, im Gegenteil, ich plädiere für mehr Ausdruck und zwar sinnvollen Ausdruck. Du hast das alles entweder zu schnell gelesen, scheint mir…

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  • Rieslingfan

    Ein unkomplizierter Weisswein, ist ein leichter, fruchtiger Wein, der keine besondere Aufmerksamkeit oder Weinkenntnis seitens des Trinkers erfordert, aber dennoch eine gewisse Trinkfreude vermittelt z.B. ein typischer (Aromahefen-)Sauvignon Blanc, ein sauberer Muskateller oder ein (gelungener) Gutsriesling. Eben unkompliziert und entspannend wie ein Abend auf der Terrasse – dolce vita eben :-) Im Gegensatz hierzu ist der bereits genannte SB 500, ein Wittmann Morstein oder eine Keller Abtserde kein Terrassenwein in diesem Sinne, weil das große, komplexe und mineralische Weine sind, die man nicht beiläufig trinken sollte. Aber lassen wir diese Diskussion. I get your point. Ich bin ganz bei Ihnen wenn mit diesen Begriffen eine geringe Wertschätzung dem Wein gegenüber einhergeht.

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  • Tom

    @Joachim Kaiser, nur Tom gehört zum Namen, April schon zum Datum. Ich meine noch nicht mal, dass man etwas mögen muss, um eine Meinung darüber zu haben, was dazu passt. Wenn mir etwas zu fettig ist, kann ich ja trotzdem dem Schnaps danach empfehlen – oder wenn Wein, dann halbtrockenen. Mir geht es bei meiner Kritik blos um die Absolutheit, die in sich nicht stimmig ist.

    Ist es denn wirlich so, dass die Bezeichnung Spargelwein, Terrassenwein oder Sommerwein als ein Merkmal für Qualität wargenommen wird? Ich sehe da keinen Unterschied zum Kleingedruckten “Passt zu Fisch, Meeresfrüchten und asiatischer Küche” auf dem Rücketikett.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Tom
      Dieses Kleingedruckte finde ich auch in der Regel nicht besonders gelungen. Und ja, diese Bezeichnungen werden als Qualitätsmerkmal wahrgenommen, zumindest von den Normalweintrinkern mit denen ich regelmäßig zu tun habe. Da heißt es beispielsweise ganz oft, der Wein ist “nur” ein Terrassenwein

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  • Rieslingfan

    Normalweintrinker ist jetzt aber sehr typisierend! Bitte diese Begrifflichkeit adäquat zu definieren :-)

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  • Tom

    Ja mei, der Normalweintrinker erwartet halt zum Anlass “nur mal so auf der Terrasse” halt in der Regel eine Basisqualität. Ich halte das nach wie vor ok. Und er weiß auch, dass es das von verschiedenen Weingütern in verschiedenen Qualitäten zu verschiedenen Preisen gibt. Der Ort bestimmt nicht die Qualität – der Ort steht für den Anlaß, und der Anlaß für die Erwartungshaltung. Ob der Winzer/Händler das dann Schoppenwein, Basisqualität oder jetzt eben Terrassenwein nennt, ist relativ egal.

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  • Michael Weber

    Ich kann den Spargel-Hyper jedes Jahr auch nicht nachvollziehen, denn zumeist wird das teuerste Gemüse Deutschlands entweder mit Fertig-Hollandaise begraben und/oder in Wasser zu Tode gekocht…..und dazu “Blanchet”…… ;-) Und die Leute geben ohne mit der Wimper zu zucken 10 EUR und mehr für das Kilo aus, was der deutsche Normalo sonst nie im Traum für ein Kilo Fleisch ausgeben will….ich werde das nie verstehen……

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  • Joachim Kaiser

    Lieber Dirk,
    mir geht es darum, dass ganz offensichtlich ganz unterschiedliche Gefühlswahrnehmungen vorhanden sind. Ich bin kein Winzer und die allermeisten Leute, mit denen ich zu tun habe, wissen zunächst nicht, dass ich mit Wein zu tun habe, da ich damit nicht mein Haupteinkommen verdiene. Spreche ich mit den Leuten über Wein, dann haben diese Leute mit den Begriffen Terrassenwein usw. eine sehr positive Assoziation: Unkompliziert, lecker, locker. Bei Dir, lieber Dirk, nehme ich die Assoziation als eindeutig negativ belegt wahr: “Ein dünnes und saures Weinchen”.
    Deinem eigenen Zitat “Es ist, wie eigentlich immer, die Bequemlichkeit, die für all das verantwortlich ist …” stimme ich voll zu. “Der Begriff “Spargelwein” ist genauso inhaltsleer wie der Begriff “Terrassenwein” oder der Begriff “Kaminwein”” trifft aber gar nicht zu. Natürlich gibt es Weine, die sehr gut zu Spargel passen, auf jeden Fall besser als ein 15%iger CS aus Australien. Oder erfrischende leichte Weine, die gut zu einem entspannten Abend auf einer noch sommerwarmen Terrasse passen. Es liegt doch an uns, was wir daraus machen und was wir empfehlen.
    Meine Empfehlung ist einfach die positiven Co-Notationen, die die meisten Menschen mit diesen Begriffen verbinden, positiv zu nutzen und nicht runter zu machen.

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  • susa

    Man kann aber auch aus allem einen Gottesdienst machen.

    Ich kann an den Bezeichnungen Terrassenwein, Kaminwein, Meditationswein, Kochwein etc. etc. überhaupt nichts Schlimmmes finden und schon gar keine begriffliche Schlampigkeit oder unzulässige Vereinfachung darin ausmachen. Wie schon mehrere Vorschreiber erwähnt haben, es wird mit den Begriffen eine bestimmte Stimmung beschrieben und ein mit der Stimmung einhergehender Weingenuss. Das saure dünne Weinchen will mir da nicht passen (es passt ja sowieso nie und nirgends). Wieso darf ich einen frischen, knackigen, leichten, unkomplizierten Wein nicht Terrassenwein oder Sommerwein nennen?
    Hier wird meines Erachtens ein Problem herbei geschrieben das keines ist und ein kleiner Genuss- und Lebensgefühlmoment (dessen Fehlen normalerweise gerade bei uns geizgeilen und genussinaffinen Deutschen an anderer Stelle so vehement beklagt wird) kaputt geredet. Und es wird eine Behauptung aufgestellt bzw. impliziert, die so ohnehin nicht stimmt, nämlich dass einer der genannten Begriffe zum Weinfachvokabular gehören würden oder drohten dazu gezählt zu werden. So’n Quatsch!
    Auch die Schlussfolgerung, ein Terrassenwein beinhalte eine gewisse Verpflichtung nur eine bestimmte Weinstilistik auf der Terrasse genießen zu dürfen, ist ziemlicher Quatsch. Mein Terrassenwein letzten war ein 1995er Figeac und ich sehe darin weder einen Widerspruch zur landläufigen Definition noch ein Problem. Lediglich, wenn ich in einem Laden nach einem “netten Terrassenwein” fragen würde, würde ich schon etwas schräg gucken, wenn man mir dazu sagen wir mal ausgerechnet nen 2003er Pavie empfehlen würde.

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    • Dirk Würtz Post author

      @susa
      Das liegt einzig und alleine daran, dass Du in einer anderen – schönen – Weinwelt lebst. In der anderen Weinwelt sieht das alles ganz anders aus, glaub mir.

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  • steffen

    Also, ich habe auch Fantasienamen für meine Weine, möchte aber
    nicht Missionieren und schon gar nicht Missioniert werden! Der Deutsche neigt nunmal dazu! Leider und die (Wein)Welt ist doch schön!!!

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    • Dirk Würtz Post author

      @Susa
      ich sprach von einer “anderen” Weinwelt, nicht von der “richtigen”….

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  • Gilli Vanilli

    ich finde bei dem Thema bzw. Wort “Spargelwein” wird viel Wind um nichts gemacht.
    Grundsätzlich essen doch 95-99% der Deutschen Spargel lapidar im Wasser gekocht, dazu Kartoffeln und Hollandaise ausm Tetrapak plus Schnitzel oder Schinken oder sowas.

    Und da gibt es meiner Meinung nach schon gewisse Weine (ich mag persönlich die meisten Wiessburgunder) die dazu passen. Somit kann man für die breite Masse schon den Begriff Spargelwein nutzen und eine bestimmte Richtung an Weinen damit im Hinterkopf haben.

    Die Diskussion die ich auf Facebook gelesen habe da bezog sich der Kollege auch sehr auf die Zubereitungsarten und nannte dabei Beispiele die sicher nur wenige Leute (Köche, Enthusiasten wie wir…) ernsthaft nutzen. Diesen Leuten traue ich eine eigene Meinung zu unabhängig vom im Handel geprägten und pauschalisierten Begriff Spargelwein.

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  • susa

    Die Koessler-Diskussion habe ich inzwischen auch gefunden. Was M. Koessler da – wie ich finde – zu Recht kritisiert, ist die Wurschtigkeit mit der zB im LEH ein paar belanglose Plörren zum Thema Spargel rausgehauen werden. Und dass der Aspekt der Aromen (sprich Zubereitung des konkreten Rezeptes) dabei vollkommen außer acht gelassen wird. Und dass das dann nicht mehr als Wischiwaschi sei kann. Vollkommen d’accord. Deswegen aber nun den Begriff (oder derlei Begrifflichkeiten ingesamt) zu brandmarken und als kontraproduktiv zu Genuss und Aufklärung hinzustellen, halte ich nach wie vor für falsch. Auf der einen Seite wird immer wieder geklagt, dass man es nicht schafft, den Verbraucher zu (Wein)Genuss zu überzeugen und eine Weinkultur und -tradition zu etablieren. Und dann haut man andererseits auf die kleine zarte Brücke ein, die sich aufgebaut hat: Der Wein zum Spargel, der Spargelwein. Der könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Aber darf ja nicht sein. Na denn! ;o)

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    • Dirk Würtz Post author

      @Susa
      “Bevor ich den Begriff “Spargelwein” benutze, könnte ich doch ein oder zwei Sätze vorausschicken, die klar machen, um was es eigentlich geht. Aufklären sozusagen.”
      “Am Ende geht es hier tatsächlich um viel mehr, als nur eine kurze, knackige Bezeichnung. Es geht um das, was den Genuß von Lebensmitteln, egal welcher Art, tatsächlich ausmacht. Es geht um Information und es geht um Aufklärung.”

      Hier geht es nicht um eine “zarte Brücke”. Der Begriff “Spargelwein” ist keine “zarte Brücke”, sondern in den meisten Fällen bequeme Verallgemeinerung. Ganz besonders schlimm wird es dann, wenn wie bei uns zu Hause gerade aktuell, eine der wichtigsten rheinhessischen Rebsorten – der Silvaner – mal eben pauschal zum Spargelwein gemacht wird. Was denkt sich der Weintrinker aus der anderen Welt? Den trinke ich den Rest vom Jahr dann nicht mehr. Tausendmal erlebt, glaub mir das!
      Nix “Brücke”, das ist beinahe schon Volksverdummung…

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  • Michl

    Lieber Dirk, mal was Wichtigeres ;-) : Wann macht ihr denn endlich wieder eine neue Folge “100 Grad Öchsle”? Will endlich mal wieder dein Talent als Moderator, Diskutant und Unterhalter erleben (Aber bitte nicht über Spargelwein ;-) )

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