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VDP kippt Klassifikation

Noch nicht wirklich eingeführt und schon Geschichte: Heute meldet der VDP (Die Prädikatsweingüter) das Ende der gerade eben modifizierten verbandseigenen Klassifikation!

Seit der Verabschiedung der neuen VDP-Klassifikation vor mehr als einem Jahr kocht die “Wein-Volksseele”. Vom “Ausverkauf der Tradition” war die Rede. Schlicht “unlogisch und völlig unverständlich” sei diese neue Regelung. Zwei von zahlreichen Meinungen und emotionalen Äußerungen zu dieser, im Kern selbstverständlich völlig unübersichtlichen und verwirrenden, Neugestaltung. “Man könne keinem Kunden zumuten, sich drei oder vier Stufen einer Klassifikation zu merken”, so urteilte kürzlich ein namhafter Winzer, der anonym bleiben wollte. Der VDP hat nun reagiert.

“Mit sofortiger Wirkung ist die Klassifikation ungültig”, erklärt der Vorsitzende Steffen Christmann, “wir kehren zum klassischen System zurück. Jeder bezeichnet künftig seine Weine so, wie er möchte”. Damit trage man den vielfältigen Wünschen seitens der Mitgliedschaft und des Marktes Rechnung. Das “Grosse Gewächs” wird abgeschafft, die trockenen Prädikatsweine wieder eingeführt. Sogar die “Auslese trocken” darf nun wieder auf dem Etikett stehen. “Wer möchte und kann, darf künftig auch halbtrockene Beerenauslesen aus ehemalig Grossen Lagen vermarkten”, erklärte Christmann einem kleinen und handverlesenen Kreis in Neustadt. Allem Anschein nach ist die Nachfrage nach diesen Weinen – insbesondere auf dem chinesischen und brasilianischen Markt – extrem groß, wissen Insider aus dem norddeutschen Raum. “Der VDP darf nicht verhindern, sondern muss gerade für solche Weine eine Vorreiterrolle übernehmen”, erklärt ein sichtlich zufriedenes Präsidiumsmitglied Wilhelm Weil in diesem kleinen Kreis am Kamin in Neustadt.

Abseits der mehr oder weniger offiziellen Gespräche wurden auch ganz kurz die neuen Pläne des VDP skizziert: Öffnung des Rebsortenspektrums hin auch zu Neuzüchtungen. Verschmelzung mehrerer Anbaugebiete zu wenigen großen Einheiten – beispielsweise Rhein-Pfalz-Mosel-Gau. Und schlußendlich die Zulassung europäischer Herkunfts-Grundweine zur Abrundung diverser Verschnitte. “Die Intention für alle diese Maßnahmen”, erklärt Steffen Christmann, “ist die Tatsache, dass wir niemanden überfordern und das Ganze so einfach, frei und primitiv wie möglich gestalten wollen.” Am Ende aller Maßnahmen stünde die völlig barrierefreie freie Wahl von Weinbezeichnungen. “Wir haben erkannt, dass drei oder vier Stufen zu viel sind. Wir wollen die totale Vereinfachung”, so Christmann.

6 Kommentare zu “VDP kippt Klassifikation

  • Christoph

    Du hast vergessen zu erwähnen, dass sämtliche Weine nun nur noch unter der Bezeichnung Tafelwein klassifiziert werden, egal was draufsteht. Eins wie das andere Qualität.

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  • H. O. Spanier

    Endlich können wir uns wieder frei entfalten. Ich persönlich bin ein grosser Fan von trockenen TBA’s. Da sind im Export doch wieder wahnsinn’s Möglichkeiten geboten. Nix unter 17% by Vol. Das sind Sachen nach denen die Welt giert. Alles wir gut.

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  • Johannes Lenz

    Kannst du die Meldung nicht noch mal unter dem heutigen Datum erneut veröffentlichen, ich hatte mich schon fast gefreut… :-)

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