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Jahrgang 2012 – ein erster Blick

Wie im letzten Jahr, so werde ich auch in diesem Jahr den zu erwartenden Jahrgang 2012 hier bei mir im Blog begleiten.

Eines gleich einmal vorweg: Bis jetzt ist es ungewöhnlich ruhig in Sachen “Jahrhundertjahrgang” und Rekordmeldungen. Sollte da etwa eine neue Form der Zurückhaltung einziehen? Es wäre ja wirklich zu wünschen…

Alles was man bis jetzt mit Sicherheit sagen kann ist, dass man eeigentlich nichts mit Sicherheit sagen kann. Das Frühjahr war, wie immer, viel zu trocken. Diese Mangel an Wasser haben wir aber mittlerweile ganz dicke wieder aufgeholt. Es gab jetzt wochenlang ausreichend Niederschläge, so viele, dass der Pflanzenschutz zu einem echten Roulette-Spiel wurde. Der “Druck” wie wir das nennen, war enorm hoch, insbesondere was die Peronospera anbelangt. Noch nie zuvor habe ich so viele Infektionen wie in diesem Jahr gesehen, dass gleiche gilt, in leicht abgeschwächter Form, übrigens für den Mehltau. Das war und ist eine große Herausforderung, insbesondere für die ökologisch wirtschaftenden Weingüter. Alles in Allem sieht es aber so aus, als ob die Geschichte ohne wirklich ganz große Schäden annähernd überstanden ist. Es ist in diesem Jahr alles irgendwie etwas “zerrissen”. Die Blüte war so ungleichmäßig wie selten zuvor.

Was mich zuversichtlich stimmt ist die im Moment zu erwartende Menge. Sollte jetzt nicht wieder etwas passieren – Hagel beispielsweise – sieht es so aus, als ob wir eine zufriedenstellende Menge ernten werden können. Das wäre auch enorm wichtig, nebenbei bemerkt. So langsam aber sicher ist die “Weinmangelverwaltung” nicht mehr wirklich lustig. Gerade für den Rheingau wäre ein wenig mehr Menge sehr wünschenswert. Spannend wird sein, was in Rheinhessen und der Pfalz mit dem Dornfelder passiert. Momentan gibt es diesen Wein noch in ausreichenden Mengen, im Fass geht er gar nicht und der Preis ist im Keller. Eine rapide Talfahrt also, wenn man sich die letzten Jahre betrachtet. Ob man allerdings schon von einem “Ende des Dornfelders” sprechen kann, wage ich im Moment noch zu bezweifeln.

Was die Qualität des 2012er angeht, wage ich keinerlei Prognose. Ich habe eine Idee, ein Gefühl, aber das ist mehr der Blick in die Glaskugel, als eine fundierte Prognose. Ich glaube wir marschieren auf einen echten “Klassiker” zu. Mehr dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt. Eines ist allerdings jetzt schon ziemlich sicher: Die Ernte 2012 wird deutlich später sein als in den Jahren zuvor.

 

8 Kommentare zu “Jahrgang 2012 – ein erster Blick

  • Juppi

    Von der Entwicklung der Reben und der Menge dürfte das in den Reigen der 2004er und 2008er (logische Konsequenz, 2012 ;) ) passen. Also mal wieder Menegn und hoffentlich auch Qualitätsmäßig ein ganz normales Jahr, indem man erkennbare Unterschiede zwischen Basis und Premiumsegment herausarbeiten kann. Grundsätzlich sind “schwierige” Jahre Winzerjahre, und auch dieses Jahr trennte sich die Spreu bereits im Weinberg vom Weizen. Vor allem in den Steillagen macht teilweise hoher Befall mit Peronopora den Pflanzenschutz zur Zerreisprobe. In den nächsten Wochen wird die Ertragssteuerung die spätere Qualität beeinflussen und dem Winzer die Möglichkiet eröffnen GEZIELT in speziellen Parzellen auf Spitzenweine hinzuarbeiten. Ich sehe zuversichtlich in Richtung Herbst !

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  • Steffen Gröhl

    Der Dornfelder wird in diesem Jahr zum knackpunkt bei uns in Rheinhessen und der Pfalz. Fördergelder der Vergangenheit sei Dank. Trotzdem bleibe ich “Fan” diser Rebsorte.

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  • sigi hiss

    mehltau gleich echter mehltau – peronospora gleich falscher mehltau.
    auf das der dirk immer genug mehl in seiner mühle hat ;-) )))))))))))))

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    • Dirk Würtz Post author

      Klar trocknen die Ölflecken ein. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass insbesondere das ein ziemliches Problem in den letzten Wochen war. Du hast jede Menege neue Ölflecken gesehen und konntest wegen des Wetters nicht fahren. Von Bodenbearbeitung erst gar nicht zu reden…

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  • Stefan

    Wenns nur Ölflecken wären. An der Mosel gibts Weinberge in denen die Trauben ausgesehen haben als wären sie in einen Eimer weißer Farbe gefallen.

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  • Pingback: Weinjahr 2012 - Wie wird der Jahrgang. Eine Weinblogübersicht | Weinfan.at - Der Blog zum Wein

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