Alles über Wein und den Rest der Welt…

Think global – act local

…ist einer der meist zitierten Sprüche der letzten zehn Jahre. Die Welt ist zum Dorf geworden, globalisiert, in Echtzeit via Internet zu durchreisen. Umso wichtiger wird da die regionale Identität – insbesondere wenn es um eines der wichtigsten Kulturgüter der Region geht, in der ich lebe – den Wein.

Der Rheingauer Riesling genießt seit Jahrhunderten weltweit ein hohes Ansehen. Keine Region der Welt ist so geprägt von einer Rebsorte wie der Rheingau. Diese jahrhunderte alte Tradition wird von den Rheingauer Weingütern, dem Weinbauverband, den Menschen der Region und sogar der lokalen Politik gelebt. Man findet ein derartiges Traditionsbewusstsein nur noch selten in unserem Land – insbesondere dann, wenn es quasi schranken- und grenzenlos ist.

Natürlich hat der Rheingau, wie alle anderen deutschen Anbaugebiete auch, seine alltäglichen Probleme und kleinen Schwächen. Wein ist nun einmal ein nicht final durchzudeklinierendes Produkt. Viele Faktoren spielen letztendlich für dessen Qualität eine Rolle, auf einige davon kann der Mensch keinen Einfluß nehmen. Worauf allerdings immer Einfluß auszuüben ist, ist der politische Aspekt des Weinbaus.

Der Rheingau ging im Jahr 1999 mit der ersten gesetzlich geregelten Lagenklassifizierung, dem „Ersten Gewächs“, einen großen und weiten Schritt. Weiter als alle anderen Anbaugebiete zur damaligen Zeit, weiter als alle anderen Gebiete auch heute noch jemals gegangen sind. Das Ziel war, ein verständliches und transparentes, nachvollziehbares Gütesiegel für einen Wein zu präsentieren. Schon im Jahr der gesetzlichen Verabschiedung ging dies nicht ganz ohne Reibung. Soviel Reibung, dass einer der Väter dieser Klassifizierung, der leider verstorbene Bernhard Breuer, gar nicht erst mitmachte und schlussendlich sogar aus dem VDP austrat. Zeitgleich fusionierten die „Charta“-Weingüter im Rheingau mit dem regionalen VDP-Verband. Letzterer war auf einmal, gemessen an der Größe des Anbaugebietes, ein „Riesen-Verband“. Betrachtet man diese gesamte Geschichte und die Entwicklung des Gütesiegels „Erstes Gewächs“ in diesen mehr als zehn Jahren, so muss man leider zu dem Ergebnis kommen, dass das Ganze nie wirklich richtig funktioniert hat.

Das „Erste Gewächs“ ist, bis auf wenige Ausnahmen, im Markt nicht angekommen – im Bewusstsein leider noch weniger. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicherlich nicht einfach zu erklären. Ein „Erstes Gewächs“ ist der trockene Spitzenwein aus einer klassifizierten Lage – als solches wird er leider kaum wahrgenommen. Insbesondere die Journalie tut sich in den letzten Jahren schwer mit diesen Weinen. Dies alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass es diese Klassifizierung gibt und diese alleine im Rheingau gesetzlich geregelt ist. Ohne Frage ist es immer schwierig, gesetzliche Regelungen und handwerkliche Kreativität unter einen Hut zu bringen. Eine Überregulierung ist in der Regel der Tod jeglicher Kreativität. Dennoch gibt eine solche Regelung auch eine gewisse Sicherheit, wenngleich auch keine finale.

Der Bundesverband des VDP hat nun beschlossen, seine eigene Klassifizierung einer Prüfung und Feinjustierung zu unterziehen. Auch das ist sicherlich notwendig und auch sehr zu begrüßen. Der Begriff der „Ersten Lagen“ soll verschwinden und stattdessen nur noch von „Grossen Lagen“ die Rede sein. Das vereinfacht natürlich die Kommunikation, insbesondere wenn es um ein „Grosses Gewächs“ geht. Das kommt dann logischerweise aus der „Grossen Lage“. Der Rheingauer VDP hat bisher auf den Begriff „Grosses Gewächs“ verzichtet und selbstverständlich den Begriff „Erstes Gewächs“ verwendet. Das wird sich ändern – dies soll sich ändern. Laut aktueller Beschlussvorlage sollen künftig auch die trockenen Rheingauer Spitzenweine „Grosses Gewächs“ heissen – allerdings nur die der VDP-Betriebe. Was das bedeutet ist klar – das Ende der alten Begrifflichkeit „Erstes Gewächs“ als Gütesiegel, der Beginn einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ im Rheingau. Theoretisch steht zwar auch Nichtmitgliedern des VDPs ein Zugang zum „Grossen Gewächs“ zu, in der Praxis ist dies allerdings meines Wissens nach noch nicht passiert.

Für den Rheingauer VDP ist dies sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Überprüfung aller „Ersten Lagen“, gegebenenfalls eine Aufwertung dieser zu „Grossen Lagen“ und mit dem „Grossen Gewächs“ eine deutliche Abgrenzung zu der, durchaus als medioker zu bezeichnenden, Vielzahl bisheriger „Erster Gewächse“. Weine, die zwar gut sind, aber eben nicht groß. Für den Rheingauer Weinbau allerdings ist dieser Schritt durchaus schwierig, vielleicht sogar eine der größten Herausforderungen der jüngeren Geschichte. Der VDP, mit all seiner medialen Kraft, wird sich, ob er will oder nicht, deutlich vom bisherigen „Ersten Gewächs“ abheben. Das „Erste Gewächs“ wird im Alltag zwangsläufig mit dem Zusatz “nur“ versehen werden und es wird im Volksmund heissen: „Das ist nur ein Erstes Gewächs, kein Grosses Gewächs“.

Es steht nicht weniger als die regionale Einigkeit und damit auch die Identität auf dem Spiel. Eine Elite – und als solche versteht sich der VDP – hat auch immer Verantwortung. Viel mehr Verantwortung als andere, denn Eliten werden gehört, beachtet und haben einen leichteren Zugang zu Entscheidern. Das ist alles nicht wirklich gerecht, aber so läuft das nun einmal. Bisher sind im Rheingau quasi alle gleich. Wer ein „Erstes Gewächs“ haben will, muss den Wein durch die vorgeschriebene Prüfung bekommen – fertig! Beim „Grossen Gewächs“ des VDP muss die bisherige Prüfung künftig entfallen – schließlich findet diese in den anderen Gebieten in dieser Form auch nicht statt. „Erste Gewächse“ hingegen werden weiterhin wie bisher geprüft und dann wohl langsam aber sicher den gleichen Status einnehmen wie Kammerpreise: Nett, aber braucht niemand!

Dass das gesamte System justiert, überarbeitet und verbessert werden muss, steht ausser Frage. Zumindest dann, wenn man auf Dauer erfolgreich diese Marke „Grosses Gewächs/Erstes Gewächs“ etablieren will. Will man allerdings die Vielfalt der Regionalität wahren, ein Gebiet nicht unnötigerweise zerpflücken, so muss man allen die Chance geben, an einer derartigen Klassifizierung teilzunehmen. Es wäre ganz einfach. Die bisherige Lagenklassifizierung wird überprüft, die echten „Grossen Lagen“ herausgefunden und als solche bezeichnet und wer im Besitz eines Weinberges in einer solchen Lage ist, darf auch ein „Grosses Gewächs“ produzieren. Das Ganze konsequent nur der Qualität des Weines geschuldet und wir haben ein Klassifizierungsmodell, das einfach, transparent und gerecht ist.

Zum Thema des potenziellen Wegfalls der trockenen Prädikate komme ich ein anderes Mal

22 Kommentare zu “Think global – act local

  • Eckhard Supp

    Hätten die Rheingauer VDPler mal gleich auf den verstorbenen Bernhard Breuer gehört, anstatt ihn aus ihrem Verein zu “vergraulen”, hätten sie jetzt zumindest ein Problem weniger, das sie mit unserem BuPrä teilen: das der Glaubwürdigkeit.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Supp
      Ich denke in den letzten Tagen in der Tat ganz oft an Bernhard Breuer und den ganzen Tumult aus dem Jahr 1999, den ich teilweise ja ganz nahe miterlebt habe. Ich glaube er wäre gerade ziemlich stolz auf “seine Rheingauer”, die sich zwar emotional, aber sehr differenziert mit der aktuellen Thematik auseinandersetzen. Ich sehe übrigens kein Glaubwürdigkeitsproblem des Rheingauer VDPs. Wie kommen Sie darauf?

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    • Dirk Würtz Post author

      @Supp
      Ach so. Klar, das ist eine durchaus schwierige Angelegenheit, die natürlich einer Überprüfung und Weiterentwicklung bedarf. Habe ich ja geschrieben…

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  • Werner Elflein

    Dirk,
    mit dem Satz “Natürlich hat der Rheingau, wie alle anderen deutschen Anbaugebiete auch, seine alltäglichen Probleme und kleine Schwächen” verniedlichst du das Problem Rheingau. Frag’ mal herum bei Leuten, die ein wenig was von Wein verstehen, an welche Position im Ranking deutscher Anbaugebiete der Rheingau derzeit steht. Wir sind uns hoffentlich darin einig, dass der Rheingau potenziell ganz nach oben unter die Top 3 gehört. Da steht das Gebiet aber nicht! Was ich in den vergangenen zehn Jahren aus vermeintlichen Rheingauer Spitzenbetriebe getrunken habe, war nur selten mehr als Durchschnitt, oft genug (und für meinen Geschmack viel zu oft) schlicht von geradezu beschissener Qualität, und wenn ich mich heute umgucke, sind es nur mehr eine Handvoll Weingüter, denen ich überhaupt zutraue, dass sie (zum Teil mit einer gehörigen Leistungssteigerung) in den nächsten Jahren noch einmal oben anklopfen könnten. Dazu müssen die Weine aber erst einmal aus ihrer Uniformität heraus. Rheingau 2012 ist meist noch nicht einmal gepflegte Langeweile. “Ungepflegte Langeweile” trifft es besser. Es hilft auch nichts, wenn im regionalen VDP über Qualität schwadroniert wird, die nur selten im Glas wiederzufinden ist. Sicher, es gibt hier und da gute Ansätze. Aber frag’ doch mal den Vorsitzenden des Rheingauer VDP, warum er an die Gastronomie mitunter Weine liefert, bei denen sich doch jeder denkende Mensch fragen muss, ob dadurch der Ruf des Rheingau nicht mehr geschädigt wird, als dass ihn eine gelungene Spätlese wieder zu reparieren in der Lage wäre.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Werner
      Schön, dass Du dieses “Bällchen” aufnimmst… ;-) Wo der Rheingau gerade steht ist relativ schwierig zu beantworten. In den letzten zehn Jahren haben andere Regionen unglaublich tolle Entwicklungen gemacht und dafür gesorgt, dass der Rheingau sich weiter hinten einreihen musste. Rheinhessen, um nur mal ein Beispiel zu nennen, ist sicherlich in Sachen Innovation und Qualität annähernd explodiert. Ich weiss ja um Deine Skepsis insbesondere was Rheinhessen angeht, aber diese unglaubliche Entwicklung kannst auch Du nicht leugnen. Natürlich gilt es, und ich weiss dass dieses Argument von Dir kommen wird, über einen längeren Zeitraum zu zeigen, dass das alles nicht nur ein Marketing- und PR-Gag war, sondern dahinter auch Substanz und Potenzial steckt. Und gerade da hat der Rheingau seinen großen Vorteil. Hier wurde über Jahrzehnte – Jahrhunderte sogar – gezeigt dass Substanz und Potenzial vorhanden ist. Die Rheingauer blicken auf eine unglaubliche Tradition und Historie zurück, dass ich als in Rheinhessen emigrierter Pfälzer immer aufpassen muss nicht neidisch zu werden. Wobei wir Pfälzer natürlich in der Historie den Rheingauern in nichts nachstehen, historisch schon gar nicht. Wir haben zwar nicht die Spätlese erfunden, dafür aber viele andere weitaus wichtigere Dinge… ;-)
      Der Rheingau hat ein Potenzial, dass Du genauso siehst wie ich – Top 3 – Spitze. Das von Die eingeworfene Stichwort “Uniformität” sehe ich ähnlich. Ich finde es wichtig, dass eine Region ihren Stil hat, der darf aber keinesfalls in Uniformität ausarten. Aus dieser “Uniformität”auszubrechen ist aber auch nicht wirklich einfach, erst Recht nicht, wenn nicht wirklich klar ist was die Identität ist. Nehmen wir als Beispiel mal die Weine von Leitz. Das ist für mich 100% Rheingau – Rüdesheim. Nimm die Weine von Becker aus Walluf. Ganz anders, aber 100% Rheingau – Walluf. Diese beiden Beispiele sind sehr extrem, weil völlig konträr. Aber beide sind authentisch und stehen für die Region. Ich könnte natürlich noch mehrere nennen, aber ich will Dich nicht langweilen. Es gibt noch zahlreiche kleine und unbekannte Betriebe, die diesen authentischen Rheingauer Stil produzieren. Klar, mineralisch, leicht und verspielt und trotzdem stark im Ausdruck… und von mir aus auch deutlich höher im Restzucker…
      Vielleicht sollten wir mal eine Probe machen: Die Rheinhessen, die Du für überbewertet und künstlich gehypt hältst und einige Rheingauer, die ungepflegt langweilig findest. Dazu stellen wir dann Deine heiss und innig geliebte Ahr und Mosel. Das Ganze blind und dann schauen wir, was dabei rauskommt. Bist Du dabei?

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  • Werner Elflein

    Dirk, machen wir! Aber die Ahr lassen wir mal außen vor und beschränken uns auf den Riesling.

    Über Johannes Leitz’ Weine kann man allerdings geteilter Meinung sein. Ich fand zuletzt seine fruchtsüßen Spätlesen großartig, mit seinen trockenen Wuchtbrummen kann ich persönlich bislang nicht so viel anfangen, weil sie für mich eher wie Wachauer Smaragde, und nicht wie Rheingauer wirken. Becker ist eh eine Nummer für sich, und vielleicht sollte man auch mal einen Fred Prinz erwähnen. (Damit der Name auch einmal fällt.)

    Was aber noch auffallend ist: Viele Weingüter haben zwar immer wieder Glanzstücke in ihren Kollektionen, aber blind kaufen würde ich, außer bei Kühn oder Künstler, wohl bei (fast) keinem. Von Schloss Johannisberg hatte ich zum Beispiel neulich ein sehr gutes Erstes Gewächs im Glas (Jahrgang 2008), aber wenn ich mir dagegen den einfachen Gutsriesling anschaue, kommen mir die Tränen. Bei einem anderen Betrieb, den du sehr gut kennst, hat mich die 2009er Spätlese aus dem Hattenheimer Nussbrunnen überzeugt, das Pendant aus dem Rüdesheimer Berg Rottland war dagegen nahe der Katastrophe. Da muss einfach wieder eine gewisse Konstanz her, wenn man oben mitspielen und bei den Rieslingtrinkern ernst genommen werden will. Denn derzeit geht der Daumen meist sofort nach unten, wenn das Wort “Rheingau” fällt.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Werner
      Wenn wir vom gleichen 09er Rottland sprechen, kann ich das nicht im Ansatz nachvollziehen, ich finde diesen Wein großartig. Prinz ist seit Jahren eine sichere Bank, finde ich und die EGs von Schlojo gehören für mich auch zu den definitiv besten der Region. Die 10er von Spreitzer und August Eser sind für mich wirklich klasse, George habe ich neulich probiert – auch richtig gut. Und so könnte ich noch mehrere nennen. Fazit: Ich organisiere diese Probe, Arbeitstitel: “Der Rheingau ist viel besser als sein aktueller Ruf und Rheinhessen hat sehr wohl Potenzial!”

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  • Thorsten Kogge

    “Da muss einfach wieder eine gewisse Konstanz her, wenn man oben mitspielen und bei den Rieslingtrinkern ernst genommen werden will” Wer oder was könnte diese Konstanz herstellen und mit der Forderung nach “keine Uniformität” in Einklang bringen? Das ist eine anspruchsvolle Koordinationsfrage, selbst wenn guter Wille unterstellt wird/werden kann. Das der VDP hiermit Probleme hat, bei dieser Beobachtung bleibe ich, hat primär mit seiner Mitglieder- und Anreizstruktur zu tun. Wer als Verband primär den Nutzen für die eigenen Mitglieder durch Teilnahme an der Spitzenklassifikation verspricht, der wird feststellen, dass die individuellen Winzer sowohl versuchen ihren Markenwert als auch ihren “Kategorienwert” zu maximieren, mit den angesprochenen zweifehaften Resultaten für die Gesamtglaubwürdigkeit/ Gesamtkoordination. Mich würde übrigens sehr interessieren, wie das derzeitige Ranking der Weinregionen Eurer Meinung nach aussieht.

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  • Thorsten Kogge

    Und um fair zu bleiben: der Weinbauverband bestitzt selbstverständlich auch viele Koordinations- und Anreizprobleme, man denke nur an die schwierige Situation mancher Genossenschaften. Wahrscheinlich sehen wir in den näachsten 10 Jahren ein größeres Sterben (euphemistisch: Marktbereinigung) und man müsste sich auch hierüber schon jetzt Gedanken machen…in den aktuellen Videos wurde die Thematik angesprochen. Die EU und Deutschland sehen als Teil der Agrarpolitik die “nachhaltige Landschaftspflege” ausdrücklich als Teil des regionalen Lebensraum- und Kulturerhalts vor. Gerade wenn man an die Verbindung von Wein und Tourismus denkt, von der der Rheingau auch besonders profitiert, ist eine Stilllegung von Weinflächen nicht automatisch gleichbedeutend mit Zwangsrodung. Vielleicht wäre es gut, auch über solche Mittel nochmal gezielt nachzudenken in den Regionen? Übergänge sind immer schwierig, aber trotzdem gestaltbar!

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  • Werner Elflein

    Thorsten,
    das Ranking sähe bei mir so aus:

    1. Mosel-Saar-Ruwer (amtl. Mosel)
    2. Ahr
    3. Baden
    Pfalz
    4. Nahe
    5. Mittelrhein
    6. Rheinhessen
    7. Rheingau
    8. Franken
    9. Württemberg
    10. Hessische Bergstraße
    11. Sachsen
    Saale-Unstrut

    Über den einen oder anderen Platz könnte man diskutieren, aber so in etwa wird’s schon stimmen.

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  • Thorsten Kogge

    ..die Ahr auf dem zweiten Platz? Ich dachte, die machen überwiegend nur Spätburgunder mit wechselhafter Qualität, viel Mittelmaß (Genossenschaftsweine für den Alltag – nicht schlecht, aber für Deine Kennerliega?) und wenige Perlen? Interessant..Verkostungslücke. Rheinhessen vor dem Rheingau – hätte nicht gedacht, dass ich mal so ein Ranking lese!

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  • Werner Elflein

    Dirk,
    sähe dein Ranking denn anders aus? Wenn ja, wie?

    Thorsten,
    die Ahr war in den vergangenen zehn Jahren meines Erachtens das Weinbaugebiet schlechthin, wenn es um deutsche Spätburgunder ging, und es schien lange, als hätten sie die anderen Gebieten abgehängt. Ich beobachte aber, dass seit 2007 regelrecht die Post abgeht. Auch in der Pfalz, in Baden, … Inzwischen müssen wir uns nicht international nicht mehr verstecken.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Werner
      Klar sähe meine Rangliste anders aus… Ich versuche es mal…

      1.Rheinhessen-Nahe-Pfalz
      2. Mosel
      3. Baden
      4. Franken
      5. Rheingau
      6. Mittelrhein

      Ahr – eher ausser Konkurrenz…
      Württemberg-Sachsen-Saale-Hess Bergstrasse kann und will ich nicht beurteilen, da kenne ich zu wenig

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  • Werner Elflein

    Dirk,
    in deinem Ranking schneidet der Rheingau ja noch schlechter ab als in meinem. ;-)
    Nahe halte ich auch für ein wenig überschätzt, und die Pfalz … äußerst interessant, aber vor die Mosel würde ich das Gebiet nicht platzieren. Rheinhessen … schaun mer mal.

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  • Christopher Emrich

    @ Dirk,

    mein Ranking würde durchaus ähnlich aussehen, wobei ich die Mosel aufgrund der Vielfältigkeit und Eigenart, die der Riesling dort erfährt, mit auf die Pole-Position setzen. Leider wird die Mosel meiner Meinung nach viel zu vordergründig mit den natürlich großartigen edel-/restsüßen Rieslingen identifiziert, doch sind nicht zuletzt, aber nicht nur die trockenen Rieslinge der Untermosel (Lubentiushof, Heymann-Löwenstein) oftmals auch eine Klasse für sich.

    Franken finde ich ebenfalls oftmals unterschätzt, über die Bedeutung des Silvaners habe ich mich schon an anderer Stelle ausgelassen, zudem gibt es natürlich tolle Rieslinge und auch spannende Weißburgunder u.a.
    Im Mittelrhein findet man sehr schöne Rieslinge bei gutem PLV, allerdings fehlt mir bei den meisten trockenen Rieslinge die Tiefe und Komplexität anderer Gebiete.

    Das hohe Ranking der Ahr bei Werner kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen, auch wenn die Spätburgunder aufgrund der Schieferböden sicherlich am typischsten “deutsch” zu nennen wären.
    Der Rheingau – schade schon um das gewaltige und in letzter Zeit in der BReite nicht richtig genutzte Potenzial, auch wenn jemand wie Peter Jacob Kühn für mich zu den ganz, ganz großen deutschen Winzern zählt,
    Württemberg finde ich, auch aufgrund der Rebsortenvielfalt immer spannender – da hat sich schon viel getan und wird sich noch mehr tun.

    Hessische Bergstraße: da gibt es natürlich auch gute Rieslinge und Burgunder, aber nichts, was es in anderen Regionen nicht besser gäbe, die beiden ehemaligen Ost-Gebiete kann ich leider auch nicht beurteilen.

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  • Simon Jones

    Beide Varianten (sowohl “Think global, act local” als auch “Think globally, act locally”) sind i.O. Als Engländer würde ich aber Letzteres bevorzugen.

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  • Christopher Emrich

    Hallo Simon,

    danke für die Info, aber was heißt “in Ordnung”? Grammatikalisch gesehen handelt es sich doch um Adverbien und müsste folglich mit dem angehängten _ly geschrieben werden, oder?

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  • Simon Jones

    Hallo Christopher,

    Ja, das ist richtig. Für erstere Variante werden aber die Adjektive (“global” und “local”) quasi als Substantive verstanden. Strikt gesehen, sicher nicht ganz wasserfest, wird aber mittlerweile sehr häufig verwendet, da nicht zuletzt fast als Werbespruch verstanden.

    Simon

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