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Chardonnay in Perfektion

Es passiert mir selten, dass ich die Begriffe “Chardonnay” und “Perfektion” in einem Atemzug benutze.Ich gebe es gerne zu, ich bin kein glühender Anhänger der Rebsorte Chardonnay, die überall auf der Welt, ausser an den Polen, wächst. So kommt es mir jedenfalls immer vor. Ich habe gar nichts gegen die grossartigen Weissweine aus dem Burgund. Im Gegenteil, ich liebe sie. Aber leider sind die doch in der Regel sehr “sportlich” bepreist. Und natürlich gibt es überall auf der Welt die Ausnahmen von der Chardonnay-Regel. Meistens empfinde ich die Weine allerdings als eher belanglos und wenig animierend.

Ganz anders der Wein, der jetzt gerade vor mir steht. Vor einigen Wochen hat mein Freund Markus Stolz “Elloinos” mir eine Flasche Chardonnay mitgebracht, von der er überzeugt war, dass ich sie probieren müsste. Das Weingut heisst “Zafeirakis”, ist aus dem Jahrgang 2010 und kommt aus der Region Tyrnavos. Ja… in der Tat… die ist in Griechenland!!! Oh ha…Griechenland… ich weiss, alles ganz schlimm und so weiter und sofort… Ich habe mittlerweile eine große Affinität zu den Weinen dieses Landes, der aufmerksame Blog-Leser weiss das.

Dieser Wein ist ein Knaller – nicht mehr und nicht weniger! Moderate 12,5 Prozent Alkohol, gekonnter und überhaupt nicht aufdringlicher Holzeinsatz (er lag vier Monate in Barriques), tolle Säure, frisch und animierend. Ein echter “Spaßwein”, der einfach nur LECKER ist. Den Wein kann man solo trinken, so wie ich es gerade mache, oder zum Essen, so wie ich es später machen werde. Bei mir gibt es nacher eine Pasta mit einer Soße aus frischen Tomaten und Basilikum. Ich nasche übrigens gerade an einem Nougat-Plätzchen und das passt auch. Sogar ganz extrem gut :-)

Ich habe ein kleines Kontingent von diesem Wein heute bekommen. Normalerweise verkaufe ich keinen Wein direkt hier auf dem Blog, aber ich habe jetzt keinen Nerv, diesen Wein in den Blog-Shop einzupflegen. Wer den Wein haben und probieren möchte, schickt mir einfach eine E-Mail (Adresse ist im Impressum). Die Flasche kostet 12,00 Euro (16,67 Euro pro Liter) zuzüglich Versand. Ab sechs Flaschen gibt es ihn frei Haus. Das ist übrigens kein Geschäft, sondern “aktive” Griechenland-Hilfe mit Sinn… ;-)

5 Kommentare zu “Chardonnay in Perfektion

  • Weindeuter

    Schön, wieder was von dir pro Hellas zu hören.

    Unerträglich ist die Arroganz, mit der Griechenland in der Finanzfrage von deutscher Seite tituliert wurde und wird. Primitivster Populismus, niedere Instinkte weckend. Während wir hier noch in dicken Fellkostümen an Baumrinde genagt haben, gab es auf Kreta schon eine Hochkultur mit in jeder Hinsicht ausgefeilten Kulturtechniken. Auch die Weinbereitung enfaltete sich da schon vor 2500 Jahren mit hohem technischen Raffinement.

    Auch bei mir gibt es einiges zu Wein und Hellas:
    http://weindeuter.blogspot.com/p/griechenland.html

    Den Zafeirakis Chardonnay würd ich gern mal probieren…

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  • Armin Kobler

    @ weindeuter:
    ob die diskussion über die situation in griechenland richtig oder falsch in deutschland diskutiert wird, kann ich nicht beurteilen, da mir das ökonomische hintergrundwissen in der sache fehlt.
    zumindest gleich banal und auf seine weise auch populistisch ist aber der hinweis auf frühere kulturen.
    erstens ist nicht erwiesen, ob die in fellkostümen baumrinden nagenden wirklich unglücklicher waren als die über phylosophische probleme diskutierenden und zweitens, wieso sollte ein angeblicher kulturfortschritt der antike heutiges fehlverhalten entschuldigen oder rechtfertigen? und der hinweis auf die weinbereitung ist in dieser diskussion auch unbedeutend.

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  • Der Direttore

    @Weindeuter Ach ja, das arme Griechenland… Sorry, wer sich in die EU schleicht in Zusammenarbeit mit Goldmann Sachs, dessen Regierung hat die massive Kritik verdient. Ohne Deutschland wurde der Apparat da unten gegen die Wand fahren. Unsere Importe und Exporte in dieses Land mit der Wirtschaftskraft von Hessen sind null bedeutend, demnach ist jegliche Kritik an der Regierung Griechenlands zulässig!!!

    Die großartigen Menschen Griechenlands betrifft meine Kritik aber nicht. Die können am wenigsten dafür!
    Markus Stolz macht einen sehr guten Job im Namen des Griechischen Weins und hat uns alle schon von mancherlei Qualitäten überzeugt!
    Ich erinnere mich gerne an die Verkostungen in Hamburg und in der Königsmühle!
    Demnach, schick mir mal so nen 6er Karton Blogggwärtchen und ich schau mal ob deine Ansage des Direttores Geschmack trifft…

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  • Weindeuter

    …warum denn gleich so heftig ? Der Hinweis auf die Geschichte ist natürlich berechtigt – dieser Blick hilft, sich von so manchen tagesaktuellen Aufgeregtheiten zu lösen.

    Solche Formulierungen wie “ohne Deutschland würde der Apparat da unten gegen die Wand fahren” passieren einem dann nicht so leicht.

    Meine Beobachtung der deutschen Öffentlichkeit, der durch die Medien von FAZ bis Bild transportierten Meinungsmache ist, daß es geht gar so sehr gegen die Regierung, staatliche Stellen in Hellas geht. Sondern es werden Ressentiments geschürt gegen eine bestimmte Art des Lebens oder ein Lebensgefühl, das da heißt, es ruhiger angehen zu lassen, alles nicht so genau zu nehmen, mal eine Pause zu machen, in der warmen Sonne zu liegen, Tricks und Schlupflöcher der Gesetze zu seinen Gunsten zu nutzen etc. pp.

    Das schreibt man den Griechen zu, wahlweise auch anderen Südländern, ganz nach Belieben. Dahinter steht, sozialpsychologisch gesehen, der Versuch, solcherart Neigungen, die nur allzu menschlich sind, mit dem Attribut der Faulheit, der Unzuverlässigkeit, des Versagertums zu stigmatisieren. Das Ganze natürlich als eine Warnung an die eigene Bevölkerung und als Appell, weiterhin und jederzeit den Anforderungen und Ansprüchen dieser Wirtschaftsordnung Genüge zu tun.

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