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Ohne Moos nix los!

Nicht erst seit gestern wird darüber diskutiert, wie sich online-Inhalte künftig finanzieren. Ideen gibt es einige, alleine an der Umsetzung scheitert es.

137.912.985monatliche visits hatte “Spiegel Online” im Oktober, “stern.de” im gleichen Zeitraum immerhin auch 22.737.458. Das sind relevante Zahlen, damit kann man arbeiten – sprich Geld verdienen. Kein Wunder, dass diese Seiten unzählige Werbegelder einnehmen, wobei man nicht genau weiss, wer tatsächlich schwarze Zahlen schreibt und wer nicht. Hin und wieder bekomme ich zu hören, dass das Ganze selbst bei solchen Zahlen nicht wirklich einfach zu finanzieren sei und sich gerne auch einmal defizitär gestaltet. Hinter den ganz Großen der Online Branche stecken ja auch komplette Redaktionen und die kosten eben Geld. Ob solche Angebote auf Dauer kostenlos bleiben können, wage ich zu bezweifeln. Ich finde es eigentlich auch nicht wirklich wünschenswert. Guter Inhalt, sauber recherchiert und aufbereitet, sollte auch vom Leser angemessen honoriert werden.

Was für die ganz Großen gilt, gilt aber auch für die kleinen Onliner – insbesondere für die in unserer Branche. Wenigstens für diejenigen, die das Ganze professionell betreiben – theoretisch also davon leben müssen. Ich bin nicht wirklich oft einer Meinung mit Herrn Supp aus Hamburg, aber als ich gerade eben seinen neuesten Blogbeitrag gelesen habe, konnte ich doch nicht anders als zustimmen. Supp beschreibt in diesem Artikel seine Anstrengungen der vergangenen Jahre, ein nennenswertes Auskommen mit seiner Online-Publikation zu erzielen. Und wenn ich das Ganze so les,e halte ich das für sehr exemplarisch.

Die Online Szene im Weinbereich ist vielfältig und die Trennung zwischen Journalisten, Profis, Hobby-Bloggern, Amateure kaum exakt durchführbar. Die Zugriffe auf all diese Seiten wachsen konstant, dass steht völlig ausser Frage. Manche dieser Seiten haben deutlich mehr Leser als so manches Print-Medium im Weinbereich (Nein, bitte keine Zahlen-Diskussion jetzt wieder anzetteln). Dennoch ist die Monetarisierung mehr als schwierig. Freiwillig bezahlt keiner etwas für die Inhalte, das sehe ich nicht zuletzt an dem gescheiterten “Flattr”-Experiment. Bezahl-Abos wären eine Möglichkeit. Im Falle von “weinplus” hat es den Anschein, dass sie funktionieren. Die Zahl der Abonnenten bleibt aber auch hier eher übersichtlich – monetarisiert wird durch Zusatzangebote und Leistungen. Eine andere Möglichkeit sind Investoren, wie das bei “Captain Cork” oder dem “Weinkenner.de” der Fall war oder ist. Damit holt man sich allerdings auch immer jemanden in das Haus, der mitreden will und im Zweifelsfall auch irgendwann mit all seinem Geld wieder weg ist. Ein Investor ist im Übrigen auch kein Garant für Erfolg. Manch einer dümpelt trotz der Investoren im Niemandsland knapp an der Wahrnehmungsschwelle…

Wie also soll es weitergehen? Wie finanzieren sich künftig journalistische oder professionelle Weinpublikationen im Netz? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht genau, aber ich halte Die Abo-Idee für gar nicht einmal so schlecht. Auch wenn das zunächst einen rapiden Abfall der Zugriffszahlen bedeuten würde. Früher oder später kommen auch diejenigen zurück, die eigentlich nichts für Inhalte bezahlen wollen. Ich finde das auch allemal besser, als ein Dauer-Werbe-Bombardement, bei dem ich vor lauter Werbung kaum noch den Inhalt erkenne.

Oder hat einer eine bessere Idee? Dann her damit…

38 Kommentare zu “Ohne Moos nix los!

  • Gerald

    Also prinzipiell hätte ich nichts dagegen, für entsprechende Inhalte auch zu bezahlen. Das Problem ist nur, dass nach meinem persönlichen Empfinden nur sehr, sehr wenige Online-Auftritte im Web – zumindest beim Thema Wein – so wertvolle Inhalte bieten, dass ich dafür ein Abo abschließen würde. Ist im Print-Bereich aber genauso (habe letztes Jahr mein Falstaff-Abo gekündigt).
    Dazu kommt natürlich auch, dass die Bezahlung für solche Dienste immer etwas mühsam ist. Ein einfacheres System – im Idealfall nach “prepaid”-Muster (so dass bei Fehlern der Schaden begrenzt ist) – wäre auch kein Nachteil …

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    • Dirk Würtz Post author

      @Gerald
      Prepaid ist sicherlich auch ein Weg…
      Was die wertvollen Inhalte aangeht, so gilt es diese eben zu definieren. Was wollen die Leute lesen etcetcetc…

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  • Gerald

    Ich glaube, die Frage ist nicht nur, was die Leute lesen wollen, sondern wofür sie auch bereit sind Geld (und Zeit für die Abwicklung der Bestellung) zu investieren. Da fällt mir im Moment im deutschsprachigen Raum leider nicht viel ein. Die Profi-Verkostungsnotizen sind für mich oft nicht nachvollziehbar (kann natürlich auch an mir liegen) und die sonstigen Artikel (z.B. über Winzer/Weingüter) häufig mehr Promotion als echte, kritische Berichterstattung. Da müsste schon “echte” Information gegen Bezahlung angeboten werden, die man einerseits wirklich braucht und an die man andererseits sonst schwer herankommt. So wie z.B. im wissenschaftlichen Bereich.
    Und noch ein Grund, warum Print sich da leichter tut: gedruckte Magazine kann man auch im Wartezimmer beim Zahnarzt, in der Bahn o.ä. lesen. Online wird man sich das eher nicht antun, denke ich. Kann sich natürlich mit der Verbreitung von Tablets & Co früher oder später ändern ..

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  • Peer F. Holm

    Hallo Dirk.
    Wie sich online Inhalte monetarisieren lassen ist eine gute und berechtigte Frage. Abos (wie bei Wein-Plus) oder Zusatzangebote (wie bei Weinwisser) sind m.E. ein guter Weg. Für guten Inhalt bin ich gerne bereit zu zahlen. Egal ob Print oder Online.

    Was den Artikel von Herrn Supp angeht habe ich jedoch in Teilen meine Zweifel. Die “erst wenige Jahre alten Erfolgsgeschichte des iberischen Weins”??? Hat da jemand ein Jahrzehnt übersehen? Man schaue sich nur die gewaltigen Sprünge in Spanien zu beginn der 90er Jahre an. Gut. 20 Jahre sind im Vergleich zu der über 2.000 jährigen Weinbaugeschichte wirklich nicht viel ;-)
    Catavino und die Betreiber kenne ich seit vielen Jahren persönlich. Wer (in Deutschland) kennt oder liest denn deren Blog? Hat ein Einstellen des Blogs solch dramatische Auswirkungen auf die spanische Weinwirtschaft ??? Ganz ehrlich bezweifle ich dies. Die spanische Weinwirtschaft ist in der Krise. Korrekt. Vielleicht sind daher auch die Gelder, die Catavino daraus erzielen konnten geschrumpft …
    Zudem haben Ryan und Gabriella zahlreiche andere Projekte am Start, wie z.B. die EWBC, die jedoch mehr und mehr zu einer Wein-Tourismus-Konferenz verkümmert. Es geht also darum, Geschäftsfelder zu suchen, mit denen man Geld verdienen kann. Das ist richtig und wichtig.
    Auch daher halte ich es für richtig, auch für (gute) online Inhalte zu zahlen.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Thomas
      Auch hier noch einmal: ich rede nicht von Blogs, sondern von journalistischen Plattformen oder ähnliches. Und wenn Du mich schon fragst, gebe ich Dir auch gerne Antwort: Würdest Du öfter bloggen, wäre ich Dein Abo-Leser. Beispielsweise… um mal nur einen zu nennen ;-)
      Es geht, wie immer, um den Grundsatz. Alles “für umme” im Netz, oder eben nicht!

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  • Thomas

    Peer bringt es auf den Punkt was Catavino angeht!! Ich glaube da spielen auch noch eine ganze Menge anderer Gründe mit rein, zumal das Team sich ja nicht in Luft auflöst, sondern an anderer Stelle sozialmedial weiter arbeitet!

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  • Der Direttore

    Ich sehe das grundsätzliche Problem beim Verbraucher, weniger beim Publizisten. Grundsätzlich ist es in den Köpfen noch nicht drin, dass Content in der Erstellung schon was kostet. Solange es irgendwo noch Gratiszugang zu Inhalten gibt, wird diese Publikation auch führend sein, vor allem bei Werbekunden. Da liegt auch die Schizophrenie. Die Werbekunen werden bei einer fixen Zahl von Abonnenten die Etats anpassen, bei einer flexiblen Leserschaft, je nach Inhalt, werden mehr Möglichkeiten aus Werbeetats zu holen sein. Zum Beispiel angelehnt an Clicks. Dass der Verbraucher beim Payed Content vielleicht bessere Atikel bekommt, diese Sachverhalt wird er erst verstehen, wenn die Qualität der Unterhaltung drastisch sinkt! Momentan ist hier in der relevanten Masse kaum eine Bewußtseinschaffung möglich, leider. Flattr wäre ideal gewesen, aber an die Solidarität der Menschen zu appelieren ist generell ein schweres Unterfangen. Nun, eine eindeutige Strategie wird es kaum geben. Jeder wird weiterhin seine Nische finden müssen, ob mit Abo, ob mit Werbeanzeigen oder aus PR Zwecken für ein anderes Produkt oder eine andere Dienstleistung….

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  • Werner Elflein

    Die Leser sind erst bereit, für Online-Inhalte zu bezahlen, wenn die Informationen ihnen einen Mehrwert bietet. Also müssen wir uns fragen, welche bisher bestehenden Publikationen diesen Mehrwert bieten, beziehungsweise, was denn ein solcher Mehrwert konkret beinhalten würde. Ich kenne jedenfalls derzeit kein Angebot im Web, das es wert wäre, dafür zu bezahlen. Es gibt immer genügend Webseiten und Portale, die mir die gesuchten Information gratis (und oft auch mit höherer Qualität) zur Verfügung stellen. Daher gibt es meiner Meinung nach keinen Anlass, über Bezahl-Angebote auch nur nachzudenken. Die damit verbundenen Geschäftsmodelle werden, sofern sie nicht längst etabliert sind, nicht mehr funktionieren. Wenn Einnahmen generiert werden müssen, dann auf andere Weise. Heißt konkret: Werbung, Verkauf und/oder Vermittlung von Waren und/oder Dienstleistungen mittels E-Shop.

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  • Tobias Solger

    Ich zahle gerne, wenn ich eine Leistung die ich haben will dafür erhalte. Kein Thema! Im Internet halte ich aber nicht sonderlich viel davon. Warum? Ganz einfach! Ich lese bei mindestens 10 Seiten wie spiegel.de, alleine um verschiedene Auffassungen zu einem Thema zu erhalten. Es folgen bestimmt weitere 20 Seiten wo ich sehr regelmäßig meinen Wissensdurst lösche. Sollten diese Seiten irgendwann kostenpflichtig sein, so müsste ich mich für 1-2 entscheiden und die anderen weglassen. Dann bin ich aber soweit wie im letzten Jahrtausend mit einer Tageszeitung (kennt der eine oder andere vielleicht noch). Dies wäre ein großer Rückschritt für mich. Diese Tageszeitungen haben es doch auch immer mit Werbung geschafft und waren quasi kostenfrei. Die paar Mark waren für den Aufwand das Ganze auf Papier zu drucken und die Logistik, dass die 200 DINA3-Seiten morgens um 6:30 Uhr vor der Tür lagen, nicht aber für den Inhalt!!!
    Wie soll das ganze eigentlich gehen? Wenn Seiten hinter Bezahl-Logins versteckt sind, werden sie von Google & Co doch gar nicht indiziert und somit vom Surfer auch nicht gefunden. Dies ist nicht der Sinn des Internets. Ich bin daher ganz klar gegen Bezahl-Seiten im Internet! Sollte dies durchweg kommen, so sitze ich halt morgens wieder mit einem halben Regenwald in der Hand auf dem Scheißhaus!

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  • Werner Elflein

    Dirk,
    “alles für umme” ist ja nicht. Es gibt ja in allen Bereichen Portale, die versuchen, Geld durch bazahlten Content zu ziehen. Sie haben schon allein deswegen keinen Erfolg, weil es immer auch Konkurrenten gibt, die ihre Informationen gratis einstellen. Sobald es also “einer für umme” macht (oder einige wenige), reicht das schon, um zu verhindern, dass ich als Leser bereit bin, woanders für die gleichen Infos zu zahlen.

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  • Volker

    Ich fände ein Micropayment gut, mit dem man Kleinstbeträge mit einem Klick für die Website abliefert und der Inhalt dann zugänglich ist (dann aber auch sowohl online als auch als PDF Download z.B.). Müsste unkompliziert sein, ohne langes Einloggen und über einen Dienstleister laufen, der keine so hohen Gebühren nimmt, so dass von den Mikobeträgen auch was beim Publisher hängen bleibt.
    Abos halte ich nicht für zielführend, denn wer schließt schon auf 25 verschiedenen Websites / Blogs lauter getrennte Abos ab? Außerdem, wenn mich mal 1 Artikel interessiert, will ich doch nicht erst ein komplettes Abo abschließen.

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  • Eckhard Supp

    @Peer Holm: Toll, wie genau Sie den Artikel gelesen haben, und wie gut Sie wissen, dass man “wenige Jahre” tatsächlich sehr elastisch definieren kann. Dass Sie Ihre Zweifel an der Bedeutung von Catavino für den iberischen Wein äußern – und dabei darauf hinweisen, dass der Blog in Deutschland nicht gelesen wird – war, nun sagen wir etwas überflüssig, da ich explizit von der angelsächsischen Welt gesprochen habe, zu der Deutschland m. W. nicht gehört. Und da ich die Bedeutung von Catavino in meinem Artikel m E. gar nicht übermäßig hoch angesetzt habe. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich es einigermaßen deplatziert finde, wenn jemand, der sein Geld (ohne das an dieser Stelle klar zu sagen) mit PR verdient(e?), Versuche UNABHÄNGIGER journalistischer Publikationen, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, so betrachtet, wie sie es tun. Das um so mehr, wenn es sich um journalistische Publikationen handelt, die Sie in ihrer Funktion als PR-Agent ohnehin noch nie “wahrgenommen” haben, da sie Ihnen wahrscheinlich viel zu kritisch sind.

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  • Philip

    Hmmm, ein (!) Blog/eine Webseite decken aber nicht mein Gesamtinteresse ab. Beim Bloggwart mag ich Diskussionen zum Thema Wein, zu Jahrgängen und dem Drummherum, Geschichten über Zootiere oder tote Hunde les ich mir dann doch lieber journalistisch und unabhängig aufbearbeitet durch. Der Captain bringt gute Sachen, aber wenns um die Sterneküche geht, halte ich mich lieber an die Zeit. Drunkenmonday ist schön abwechslungsreich, aber manchmal etwas beliebig, etc, etc. Eine zeitlang wurde mal angedacht, eine Printausgabe meiner individuell zusammengestellten Zeitung geliefert zu bekommen (Feulliton: Zeit; Politik: SZ; Wirtschaft: weglassen; Sport: Frankfurter Rundschau, etc.) Warum nicht auch so ein Angebot “blog-und-webseitenübergreifend” für den User anbieten. Und ich pack mir dann in mein individuelles “Weinportfolio” was mir gefällt. Dafür zahle ich auch, versprochen! :-)

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  • Peer F. Holm

    @Eckhard Supp. Dass ich mein Geld (auch) mit PR verdiene ist kein Geheimnis. Sobald man auf meinen Namen beim Kommentar klickt, erscheint meine Webseite, in der dieses ganz klar und offen steht. Ich sehe keinen Grund dafür, jedes mal einen Absatz unter Postings zu machen und zu erklären was ich mache. Einen Klick kann man jedem “zumuten”, der mich nicht zuordnen kann.

    Was an meiner Aussage deplatziert sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich sage (und schreibe) ganz klar, dass ich Bezahlcontent gegenüber offen bin und dass man mit seiner Arbeit Geld verdienen soll und muss.
    Ihre anderen Anmerkungen kommentiere ich hier nicht weiter. Sie meinen ja mich gut zu kennen …

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  • Werner Elflein

    Volker, wenn ich mich nicht irre, ist ein solches einfaches Micropayment-System (“mit einem Klick”) nach heutigem Stand der Technik nicht umsetzbar. Irgendwo muss ich immer eingeloggt sein. Zumindest aber wäre es schon rein aus datenschutzrechtlicher Sicht problematisch, weil hierdurch Benutzerprofile erstellt werden könnten.

    Interessant finde ich einige der Aussagen hier. Klar, für guten Content sind anscheinend alle bereit zu bezahlen. Unter gewissen Bedingungen. Und wenn ich mir diese Bedingungen im einzelnen ansehe, wird mir schnell klar: Kaum jemand wird letztlich tatsächlich bezahlen, weil der Content in der erwarteten Qualität nicht exklusiv von einem Anbieter allein angeboten wird.

    Direttore,
    dass Payed Content zwangsläufig zu mehr Qualität führt, ist ein Irrglaube. Oft ist das Gegenteil der Fall. Es gibt beispielsweise genügend Open-Source-Software, die denen der großen kommerziellen Softwareanbieter so haushoch überlegen ist, dass man hier schon von einer peinlichen Vorführung reden kann.

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  • Michael Pleitgen

    Nix is mit paid content – selbst in den USA, in denen die unabhängigen Seiten und Blogs viel größere Bedeutung hatten, als bei uns, floppten mehrere Versuche. Der prominenteste machte schon 2009 dicht. http://wine.appellationamerica.com/ Eine der wenigen, die es geschafft haben, ist Jancis Robinson http://www.jancisrobinson.com/articles/a200907303.html – aber das auch nur, weil sie eine weltweite Audience anspricht. M E ist Deutschland dafür viel zu klein. Hier geht es nur über Anzeigen oder von den Produzenten bezahlten Content.Warum sollte es nicht ein “Württemberger / Online” geben?

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  • Michael Pleitgen

    Nachsatz: Klar – der Württemberger ist PR – von Journalisten gemacht. Aber stellen wir doch mal die Frage: wenn generell, egal ob Print oder Online, nur wenige für unabhängigen Weinjournalsimus bezahlen wollen, dann gibt es ihn ja nur noch, weil Idealisten dafür Arbeit, Zeit und Geld investieren. Oder?

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  • Michael Liebert

    Dann machen wir die Bude hier im Internet doch einfach zu, dann werden sie, die Leser schon sehen, dass wir Ihnen abgehen… So viele deutschsprachige Schreiberlinge sind es ja nicht gerade.

    War die Tage mit dem Captain einen saufen und da haben wir mal kurz Revue passieren lassen, was in der Szene gerade passiert. Wenn ich meinen Artikel vom Januar über die 20 wichtigsten Weinseiten für 2011 überfliege, dann stell ich fest, den könnte man eins zu eins für 2012 übernehmen. Neue Konzepte, neue Weinschreiber sind nicht in Sicht… Gut, dass wenigstens das Schiff vom Captain wieder auf Kurs ist!

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    • Dirk Würtz Post author

      @Michael
      Da gebe ich Dir Absolut Recht, es ist wenig Neues in Sicht, einerseits. Andererseits entwickeln sich andere ziemlich weiter. Der Stefan Schwytz ist so ein Beispiel. Die reine Weinszene ist in D halt unendlich kleiner als beispielsweise in F, wo es deutlich mehr Blogger gibt. Oft ist es halt auch so, dass sich bestimmte Dinge mittlerweile eher im sozialen Netzwerk, als auf Blogs abspielen. Aberdas ist ja nur ein Exkurs. Mir ging es in meinem Blogbeitrag heute ja ursprünglich um die professionellen Plattformen und deren künftige Finanzierung.

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  • S.

    Michael Pleitgen hat recht. Es ist kein richtiger Markt dafür da. Was vielleicht funktionieren würde, wäre eine Art Burghound in englischer Sprache für deutsche Weine, der sich an eine weltweite Leserschaft richtet. 100 Euro im Jahr und ein renommiertes Verkosterteam, das nicht nur aus Deutschen besteht, aber vielleicht von hier aus gelenkt wird.

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  • Manfred Klimek

    Zwei Punkte:

    1.) Ein journalistische Plattform kann Gewinne machen, wenn Sie marktführend ist. CC hat das bewiesen. Keine großen Gewinne, aber genug Geld, drei Leuten das Leben zu finanzieren. Das ist nicht viel, doch es ist was. Punkt.

    2.) Wenn Supp, Würtz, Scheuermann und ich ihre Egos zurückstecken könnten; wenn dazu noch talentierte Schreiber wie Eschenauer und andere kämen, wenn Schwyz und alle Dritten und Vierten und Ersten ihren Arsch bewegen würden, dann wäre das das führende Weinmedium und hätte entsprechende Zugriffszahlen. Doch das wird nicht passieren – eine “Zeit” für Wein. Ich weiß, das können im Augenblick nur Würtz und ich leisten, da wird fürs Wichtigmachen auch andere Plattformen haben. Würtz den Wein, ich die Fotografie. One step beyond, one step further. Das wärs..

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  • Manfred Klimek

    Und vergesst Paid-Content. Das geht nur in Print. Keine Frage, dass man ein neues führendes Weinmedium vier mal im Jahr auch als Magazin machen muss. Und sei es als Online-Magazin..

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  • Der Direttore

    Cordula, Manfred sprach von einer ““Zeit” für Wein” und nicht von einem wöchentlichen Prospekt für 1,49 € für 10 Kg Schwein und zwei Flaschen Champus! ;-)

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  • Eckhard Supp

    @Manfred Klimek Punkt 2.) Das ist genau das, was ich seit zwei oder drei, gefühlt 87, Jahren vorschlage, ohne auch nur auf die geringste Resonanz zu stoßen. Wobei ich gar nicht glaube, dass da nur das Ego hinderlich ist – es sind auch deutlich unterschiedliche Auffassungen von Journalismus zwischen, beispielsweise, mir oder Pleitgen, mir oder Würtz. In meinen Artikeln und in unzähligen face-to-face-Gesprächen. Bisher hab ich mit diesen Vorschlägen noch keinen Blumentopf gewonnen. Vielleicht wirft ja jetzt mal ein anderer den ersten Stein … viel Hoffnung habe ich allerdings nicht.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Eckhard Supp
      Unsere Vorstellungen von Journalismus liegen doch gar nicht so weit auseinander: Ich bin keine Journalist, Sie sind kein Blogger! Darauf hatten wir uns doch geeinigt…

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  • Eckhard Supp

    @Manfred Klimek Ach ja, ich vergaß: CC ist zumindest in meinen Augen KEINE journalistische Plattform, obwohl ich mir durchaus vorstellen könnte, dass ein solches Angebot TEIL einer solchen sein könnte.

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  • Peter

    Wen ich mal meine Interpretation der zwei Einträge von Herrn Supp wiedergeben darf. 1. Man sollte eine gemeinsames Weinformat im Internet entwickeln. 2. CC ist keine Journalismus.
    Super, ich gestehe das ich auch keine Freund der Form von CC bin. Zu unterstellen das es keine Journalismus ist hat für mich den Stallgeruch des Neides oder der Überheblichkeit. So wird es natürlich schwer ein gemeinsames Format zu entwickeln. Schade, ich hätte es gerne gelesen.

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  • Eckhard Supp

    @Peter Das hat nichts mit Neid oder Überheblichkeit zu tun. CC ist, wenn wir das Gleiche meinen, “Die Wein-Suchmaschine”, und damit genauso wenig ein journalistisches Angebot wie die Suchmaschine von Google (Ich rede nicht von Google News, das zumindest ein Aggregator von journalistischen Angeboten ist). Ich glaube, das nicht einmal die Macher von CC (ich mag mich täuschen), ihre Seite als “journalistische Plattform” definieren würden.

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  • Volker

    @ Herr Supp: Meinen Sie mit CC nun wein.cc als Weinsuchmaschine oder CC = Captain Cork, was Herr Klimek wohl meint?

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  • Gilli Vanilli

    Ich muss ausnahmsweise mal dem Herrn Elflein zustimmen
    momentan wäre ich auch nicht ansatzweise bereit für so etwas zu zahlen

    da müssten schon so gut wie alles NICHT mehr frei verfügbar sein
    und selbst dann käme es auf den preis an – wenns teuer wäre dann
    würde ich drauf verzichten denn ich bin NUR Konsument und zur Not
    gehe ich zum Fachhändler und informier mich da und kaufe

    für mich würde sich ein teures Abo nicht lohnen – was zählt ist das was gescheites leckeres ins Glas kommt und das krieg ich dann zur Not auch ohne Kosten (abgesehen vom Kaufpreis der Flasche) und Internet hin

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  • Manfred Klimek

    @Supp. Ich habe jahrelang in einem Nachrichtenmagazin (profil in Österreich) als Ressortleiter (Fotografie) gearbeitet. So viele aufgeblasene Egos kann man sich gar nicht vorstellen. Aber alle unter einem Dach. Montags flogen bei der Konferenz die Fetzen, Freitags stand man um halb zwei Uhr früh beim Wein zusammen, als das Heft in die Druckerei geschickt wurde. Das sollte doch auch hier gehen, denke ich.

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  • Pingback: Kann man online mit Inhalten Geld verdienen? Ja! | Blog

  • mywineportal.com

    Ob Paid-Content der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln. Gerade bei Wein und für viele andere Themen mit spitzen Zielgruppen, gibt es aber doch einige Wege, Inhalte zu kapitalisieren. Allerdings eher indirekt und nicht 1:1 mit Werbung. Im Journalismus tut sich in dieser Richtung auch einiges. Schönes Beispiel ist http://www.nytimesknownow.com/ – die New York Times bietet dort Online-Workshops zu verschiedenen Themen an. Sowas könnte ich mir auch in der Wein- und anderen Branchen gut vorstellen…

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