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Ein Sommelier für McDonalds?

Wenn Ihr wissen wollt, was ein “Shit-Storm” ist, einfach heute mal ins Internet schauen. Das, was heute dem Sternekoch Alfons Schuhbeck passiert ist exakt das, was man einen “Shit-Storm” nennt.

Sternekoch und Gesundheitsapostel Schuhbeck macht Werbung für den Burger-Brater – die Volksseele kocht, zumindest der Teil, der sich überhaupt für vernünftiges Essen interessiert (das dürften nicht so viele sein). Dagegen war der Aufschrei nach unserem LIDL-Wein-Paket geradezu ein Witz. In der Tat ist das auch gar nicht so einfach. Ausgerechnet Alfons Schubeck, der leicht esoterisierend mit allerhand Hilfs- und Heilgewürzen durch die Welt schwebt, macht Werbung für DEN Fast-Food-Giganten. Das ist natürlich schon irgendwie schwierig nachzuvollziehen. Natürlich nicht, was die Marketing-Strategen bei McD angeht, denen kann man nur gratulieren. Aber für Schuhbeck ist das schon ein Pfund… Wobei, wenn ich es mir genauer überlege, auch irgendwie nicht. Herta-Fleischwurst, DB-Convenience (ich habe das alles in der Bahn versucht, dass geht gar nicht!), Tankstellen-Essen… da ist McD wahrscheinlich eher eine Stufe höher anzusiedeln. Ich weiss es nicht genau, aber mir kommt es fast so vor.

Überraschend sind die zahlreichen empörten Beiträge im Netz auf diversen Blogs und in Facebook natürlich nicht. Dem Schuhbeck wird es wohl egal sein, schätze ich mal. Ich persönlich weiss noch nicht genau, was ich davon halten soll, momentan tendiere ich dazu, nicht viel davon zu halten. Ich gehe auch hin und wieder zu McD, insbesondere dann, wenn ich auf bundesdeutschen Autobahnen unterwegs bin. Meistens ärgere ich mich danach, insbesondere ärgert sich mein Magen. Obwohl ich den Big Mac mag, vertrage ich ihn nicht, und probiere es doch immer wieder. Dass ist schon ein merkwürdiges Paradoxon, zumal wir zu Hause tatsächlich nur frisch und meistens regional kochen und essen. Aber so ist das wohl mit den eigenen Uzulänglichkeiten und Widersprüchen. Wie dem auch sei, in alle der Aufregung stellt sich mir eine ganz andere Frage:

Nehmen wir einmal an, McDonalds startet eine große Weinkampagne und es gäbe ab sofort wirklich ordentlichen und gut ausgesuchten Wein in den Filialen der Kette. Da müsste natürlich auch ein Gesicht, ein Testimonial her. Einer der sich auskennt und dem man glaubt. Also am Besten einer der wirklich guten Sommeliers in diesem Land. Einer mit medialer Präsenz. Dürfte der das? Könnte er oder sie sich das leisten für den Burger-Brater Werbung in Sachen Wein zu machen? Ich denke schon, dass das ginge. Zumal die Nährwert-Tabelle eines Weines auch ganz anders aussieht, als die eines Big Macs. Oder wäre er oder sie, dann auch völlig unten durch? Ich finde, dass ist eine spannende Frage…

Kleiner Lese-Tipp zum Thema Schuhbeck findet sich hier aucf Christian Buggischs Blog

26 Kommentare zu “Ein Sommelier für McDonalds?

  • Nico Medenbach

    Wer bis heute nicht weiß, dass McD Fraß auf Dauer fett, blöd und impotent macht, dem ist auch ohne Schubeck nicht mehr zu helfen. Hüttengaudi hin oder her. So läuft Fernsehen heute nunmal.

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    • Dirk Würtz Post author

      @PETE
      Ich dachte, mein Beispiel mit dem Big Mac sei deutlich genug. Aber ich kann es natürlichauch deutlicher sagen: Das Zeug ist ungesund und macht dick!

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  • Dennis

    Sell out! Genau wie Alexander Herrmann. Und JEDER, der für das Schmierenblatt Werbung macht, allen voran Frau Christiansen. Kann ich nicht mehr ernst nehmen diese Leute.

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  • Pingback: Der Hüttenzauber und Alfons Schuhbeck | Thomas Sixt

  • Jens

    wie war doch gleich die Bild-Werbung: Keiner liest sie, aber jeder weiß was drin steht….
    Am Ende hat McD doch genau das erreicht was sie wollten, mit Werbung auf sich aufmerksam machen.
    Derjenige, der den Kopf dafür hinhällt, muss es selbst wissen.

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  • Weindeuter

    Schubeck macht Werbung für Mc Donalds, na und ?
    Diese ganzen “Fernsehköche” sind gute Schauspieler. Und allesamt sowieso im geschäftlichen gnadenlose Abzocker, die das Publikum-Melken beherrschen wie viele andere auch im real existierenden Kapitalismus.
    Auch das keine überraschend neue news.
    Wer macht den Mc Donald – Sommelier ? Ich schlage Werner Elflein vor !

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  • Pingback: Alle auf den Schuhbeck | Alfons Schubeck, McDonalds Hüttengaudi, Gewürzpapst | Webdesign und Kartographie

  • Thorsten Kogge

    Werner Elflein als McDonald Sommelier? Ich weiß nicht, ich glaube besagter würde sich eher der Aufklärung des Publikums dort verschreiben und daher den Besuchern ein “doppelt schweres” Magenerlebnis bereiten ^^

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  • Heike

    Ich hätte gar nichts dagegen gehabt, hätte Schuhbeck einen Alternativburger für die Kette gebastelt. Auch ein gutes Getränk im Angebot mit Werbegesicht empört mich nicht.
    Mich ärgert aber der Verrat, jahrelang gegen das zu predigen, was er nun mit Coke in der Hand bewirbt.

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  • Alex

    @Heike: genau das ist der Punkt! Hätte Schuhbeck einen neuen eigenen Burger präsentiert, der seinen Gesundheitsvorstellungen entspricht, hätte sich kaum einer an der Werbung gestört. So bewirbt er aber denselben Fraß, der vorher verteufelt wurde.

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  • Werner Elflein

    Weindeuter,

    diesen Job würde ich sogar machen, wenn das Gehalt ist. Ich stelle auch nur ein paar kleine Bedingungen an McDonald’s:

    1. Verzicht auf gentechnisch veränderte Produkte
    2. Ausschließliche Verwendung von Bio-Lebensmitteln (nach den Normen von Bioland oder Naturland, nicht nach der schwachen EU-Norm)
    3. Nur noch Verarbeitung von Frischware
    4. Gesundheitlich unbedenklicher Einsatz von Zucker
    5. Dienstwagen mit Hybrid-Antrieb

    Wenn sich McDonald’s hier bewegt, bin ich gerne zu Verhandlungen bereit.

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  • Werner Elflein

    Heike, Alex, ihr wisst doch gar nicht, ob die Burger Schuhbecks Vorstellungen von einem gesunden Produkt entspricht. Wer weiß schon, was er wirklich denkt? Was er in der Vergangenheit erzählt hat, muss sich ja nicht zwangsläufig mit dem decken.

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  • Kurt J. Zuckermann

    Die Hauptsünden der Gerichte von Toni M. für McD aus ernährungsmedizinischer Sicht sind ein Übermaß an nicht-komplexen Kohlehydraten mit sehr wenig Ballaststoffen und im Fall des schrecklichen McTafelschmaus, dass auf den ohnehin schon recht fetten Burger ein in Fett herausgebackener Rösti kommt (Extrabonus: Transfette und Acrylate). Oben und unten dann nochmals ein Weissbrötchen… leichte Jause, wir nähern uns bei den Kalorien hier bereits einer Mass Bier. Quintessenz – ein schönes Honorar für den tüchtigen Toni und wer’s frisst ist selbst dran schuld. Aber Letzteres gilt ohnehin für ALLE McD Produkte…

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  • Werner Elflein

    Mit anderen Worten: Bei dem Zeug von McDoof handelt es sich, ernährungswissenschaftlich betrachtet, um übelsten Scheißdreck. Wie sagte schon Wolfram Siebeck in den Achtzigern: “Wer das runterschluckt, muss einen Magen haben wie eine Kuh.” Er hat den Drecksfraß tatsächlich seinerzeit mal getestet. Er empfielt, die Hamburger schnell, unverzüglich am “Tatort” zu essen, weil sie sonst sehr schnell schrumpfen und nach einer halben Stunde bereits so aussehen, als hätte man sie aus dem Abfalleimer eines Operationssaals gefischt. Das soetwas nicht gesund sein kann, liegt ja wohl auf der Hand.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Werner
      Neulich habe ichmal, ich weiss leider nicht mehr wo, ein Video aus den USA gesehen. Da hat jemand einen Cheesburger gekauft und ihn ein Jahr lang täglich fotografiert. Der hat sich in dem Zeitraum kaum verändert, interessanter Weise… Ich muss mal scheun, ob ich dieses Video noch irgendwo finde.

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  • Weindeuter

    Zum Thema sei nochmal erinnert an Ferran Adriàs Behauptung, einen besseren Hamburger als den von McDonald’s könnten auch die zehn besten Köche der Welt nicht auftischen. Und an Jürgen Dollases Replik darauf, incl. eines Hamburgertests von ihm. Gibt auch ein Video dazu, kann es grad nicht finden.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fast-food-streit-ich-esse-meinen-hamburger-nicht-1724230.html

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-hamburger-von-mcdonald-s-undefinierbarkeit-als-konzept-1730930.html

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  • Werner Elflein

    Eines wundert mich: Es wird zwar über die “Verfehlungen” eines Spitzenkochs gesprochen, wenn dieser für McDonald’s wirbt, auf der anderen Seite akzeptieren Restaurantkritiker, wenn Köche wie Jean-Claude Bourgueil in Düsseldorf oder Heinz Wehmann in Hamburg mit Glutamat arbeiten. Bourgueil wurde dafür im Gault-Millau einmal abgewertet, im Jahr darauf hatte er aber wieder Oberwasser.
    Jetzt können wir natürlich streiten, was widerlicher ist: Werbung für Fast-Food, die direkt keinem wehtut, oder in einem Restaurant Geschmacksverstärker fressen zu müssen.

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  • Michael Rosenthal

    Das “Fleischpflanzerl” wurde bei Schuhbeck jedenfalls über Wochen getestet und immer wieder von Schuhbeck selbst verbessert, bis es irgendwann mal die “Serienreife” bekommen hat !
    Die Aufregung bei diesem Thema verstehe ich ohnehin nicht.

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