Alles über Wein und den Rest der Welt…

Ärgernis der Woche

Wie immer von unserem Dr. Motz. Der wollte unbedingt einmal ein Paklet versenden…

Badeurlaub in der Wüste Gobi oder Rucksackwandern im Süden Afghanistans war gestern. Das wahre Abenteuer unser Zeit ist: Ein Paket mit der Post zu verschicken! Die Aufgabe: Versenden Sie einen 10 kg schweren Verstärker innerhalb Deutschlands.

Schritt 1: Die Suche nach einem geeigneten Karton.

Jegliche von der Post für viel Geld angebotenen Pack-Sets erweisen sich als zu klein. Selbst ein nach langer Suche im Baumarkt entdeckter Bücher-Karton, der zumindest einen recht stabilen Eindruck macht, ist letztendlich nicht breit genug. Schließlich hilft ein im Branchenverzeichnis gefundener Kartonagen-Hersteller – wenn auch ein wenig unwillig („Eigentlich verkaufen wir erst ab 20 Stück“) – weiter. Die gute Nachricht: Alle Seiten sind lang genug. Die Schlechte: Übereinander gestapelt passen auch 5 Verstärker hinein. Kostenpunkt: 3,50 Euro. PS: Auf die Idee, im Media-Markt nach einem passenden leeren Karton zu fragen, kam ich natürlich auch. Versuch 1 (Sa.-Morgen): „Versuchen Sie es am Montag noch mal, da bekommen wir neue Ware“. Versuch 2 (Mo.-Nachmittag): „Da müssen Sie schon morgens kommen, die sind jetzt alle geschreddert“.

Schritt 2: Die Suche nach geeignetem Füll-Material.

Nach reiflicher Überlegung entscheide ich mich für die kostenneutrale, dafür aber mühsame Methode: Berge von zerknülltem Zeitungspapier. Um das Gerät selbst zu schützen, muss dann aber zumindest noch eine Rolle Luftpolster-Folie wiederum aus dem Baumarkt her: Kostenpunkt: 4,90 Euro.

Schritt 3: Das Verschließen des gepackten Kartons.

Ich probiere es mit Pack-Klebeband, das ich klugerweise beim letzten Baumarkt-Besuch gleich mitgenommen habe. Kostenpunkt: 2,90 Euro. Wirklich überzeugend ist das Ergebnis allerdings nicht. Als designierte „Wurfsendung“ würde ich meinem Paket nur wenig Überlebenschancen einräumen. Die Lösung: Straffe Kunststoffbänder, wie sie heutzutage um nahezu jedes Päckchen geschnürt sind. Aber woher nehmen? Baumärkte winken auf telefonische Anfrage durchweg ab. Schließlich finde ich einen Großhändler, der mir weiterhelfen kann. Kostenpunkt: ab 400 Euro aufwärts. Das lasse ich dann doch besser und entschließe mich alternativ dazu, auf ein altbewährtes Mittel zurückzugreifen: Bindfaden. Ich entscheide mich – wieder im Baumarkt angekommen – für die Recycle-Version. Allerdings weniger aus ökologischen, denn aus finanziellen Gründen. Kostenpunkt: 4,90 Euro.

Schritt 4: Ab damit zur Post.

Hier kommt es schließlich fast zum Eklat. Auf den mehr oder weniger freundlichen Hinweis, dass derartiges „Geschnür“ nicht erlaubt sei (Zitat: „Wir haben auch unsere Vorschriften“), stehe ich kurz vor einem  Nervenzusammenbruch. Allein mein irrer Blick muss es sein, der die Dame zur eigenen Sicherheit dann doch veranlasst, das Paket entgegen zu nehmen. Allerdings nicht ohne den Hinweis, dass ich das Risiko – für was auch immer – selber trage. Kostenpunkt: 11,90 Euro.

Fazit: Ich löse beim nächsten Mal für mich und mein Paket jeweils eine Fahrkarte und nehme als persönlicher Überbringer die Bahn. Alternativ dazu stelle ich das Paket samt Sch…-Verstärker heimlich irgendwo ab und tue so, als würde es mir nicht gehören.

5 Kommentare zu “Ärgernis der Woche

  • Tobias Solger

    Hättest Du mal mich gefragt…
    Für hochwertige Geräte mit einem Wert von mind. 500 EUR baue ich aus Bodenverlegplatten oder OSB-Platten eine Kiste. Einfach die einzelnen Seiten mit der Kreissäge ausschneiden und zusammenschrauben.
    Geeignetes Füllmaterial habe ich immer von den letzten selbst empfangenen Paketen bereit liegen.
    Klar, das Gewicht steigt bei 12-16mm Holz an, wie auch die Versandkosten… Aber es ist perfekt.
    Auch sollte man nicht vergessen das Geräte zuvor mit Folie (Sack) gegen Feuchtigkeit zu schützen.
    Ich selbst bekomme Server und andere schwere und teure Geräte mittlerweile nur auf Paletten (50 EUR) geliefert.

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  • Gilli Vanilli

    Baumarkt umzugskarton – einfach die ecken etwas einschneiden und dann
    weiter einknicken als original vorgegeben

    schön mit zeitung ausstopfen und gutes klebeband drum

    biste mit 3-4 euro plus Versandkosten dabei

    Reply
  • aus dem sueden

    ??? Ich dachte, das wäre ein Weinblog? Also das Stabilste weit und breit, dass selbst die Post nicht immer kaputt kriegt, sind 12er/15er/18er Weinkartons. Die Zwischenfächer aufklappen und das Gerät noch einmal ummanteln.
    Wenn Herr Motz zu weit weg von Würtzweine sein Dasein fristet und nicht an die Kartons herankommt, dann bitte erst Weine bestellen und dann Elektronik verschicken.

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