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Eine Idee und wie man sie kaputt machen kann

Facebook ist eine Macht, soviel steht fest. Es ist die definitiv die wichtigste Plattform im Netz. Sie wächst und wächst und merkwürdige Dinge wachsen mit…

Natürlich ist Facebook eine “Datenkrake”, keine Frage. Genauso wie “amazon” und “Google”. Alle diese Dienste sind auf Daten angewiesen. Wer kommt von woher, schaut sich was an, interessiert sich für welche Dinge… Daraus generieren diese Dienste dann personalisierte Angebote und Vorschläge. Alles völlig legal und richtig. Schließlich sind das Geschäftsmodelle und keine “altruistischen Kinderspielplätze”. Wer Facebook mit vielen Infos über sich und seine Vorlieben füttert, der darf sich nicht wundern, dass diese auch benutzt werden. Sicherlich läßt sich gerade in Sachen Datenschutz trefflich über das eine oder andere “feature” streiten, aber das auch nur vorzugsweise hier bei uns in Deutschland. In dem Land, in dem die Angst vor dem Netz ausgeprägter ist, als die vor dem Belzebub persönlich. Wer sich gänzlich nackt macht, darf sich hinterher nicht beschweren, dass er nackt gezeigt wurde. Das passiert leider immer noch viel zu oft und ist ein Beispiel für den Mangel an sozialer Kompetenz in diesem unserem Land!

Was fehlt ist das Grundverständnis für das, was soziale Kompetenz im Netz ausmacht. Ich netzwerke, ich tausche mich aus, ich interagiere mit Menschen, die sich für mich oder ich mich für sie interessiere. Ganz so wie im “realen Leben”… nur eben virtuell. Einfacher geht es nicht mehr, sollte man meinen… Da aber die soziale Kompetenz heutzutage leider nicht auf Lehrplänen steht, oder in Familien gelernt und erlebt wird, klappt das auch nicht im Netz. Schade eigentlich. Wir übertragen unsere realen Unzulänglichkeiten ins Netz… eine gruselige Vorstellung.

Da kaufen sich tatsächlich Menschen auf Facebook Freunde. Wie bescheuert muss man denn da sein? Mal abgesehen von der Tatsache, dass gekaufte Freunde im realen Leben wenig nachhaltig sind, was sollen sie im virtuellen Leben bringen? Was mich daran wirklich ärgert, ist die Tatsache, dass derartiges überhaupt möglich ist. Warum läßt Facebook das zu? Das ist nur ein Beispiel von vielen, die mir in der letzten Zeit leicht sauer aufstoßen. Es wird immer schwieriger, den eigenen Facebook-Account sauber zu halten. Sowohl was die Personen, als auch einige merkwürdie Apps angeht. Die Teilnahme an Facebook ist kostenlos, damit habe ich also wenig Handhabe, mich aufzuregen. Ich würde aber auch eine angemessene Gebühr, oder einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Hauptsache ich werde dann nicht mehr mit all diesen Dingen belästigt. Wenn das allerdings so weitergeht, dann sehe ich leider diese grandiose Idee kaputt gehen.

Alternativen gäbe es und es vergeht kein Tag, an dem nicht irgend ein “schlauer” Mensch ein neues Netzwerk bastelt. Insbesondere eines für unsere Branche.  Was ich allerdings bis jetzt davon gesehen habe, insbesondere im Planungsstadium, sind Totgeburten. Final geht es immer um das Geschäftsmodell. Leider meistens indirekt und nie offen und transparent. So wird das nichts, schon gar nicht in der Weinbranche. Die ist im Übrigen viel zu klein für ein eigenes, “wichtiges” soziales Netzwerk à la Facebook. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass es dieses Netzwerk längst gibt. Es lebt in Blogs, Foren auf Twitter und eben auch auf Facebook.

4 Kommentare zu “Eine Idee und wie man sie kaputt machen kann

  • Sportundwein

    Es geht eben nichts über persönlichen Kontakt und die Pflege von richtigen Freundschaften auf der persönlichen Ebene. Wenn Facebook hierzu einen Beitrag leisten kann prima!

    Meine Erfahrungen

    1. Facebook fördert die Unverbindlichkeit
    2. Facebook kann schnell Meinungen und Informationen transportieren
    3. Facebook bindet viel Zeit wenn man glaubt damit viel bewegen zu können
    4. Geringer ROI (zeitlich betrachtet)

    3.

    Zum Thema Medienschutz und Facebook empfehle ich folgende Reihe auf Youtube http://www.youtube.com/user/JMSHessen

    besonders Eltern

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  • Patrick

    Hallo Dirk,

    leider werden in Bezug auf den verlinkten Artikel bei Facebook keine Freunde, sondern Fans eingekauft. Die Ganzen Werbe-Einblendungen auf der rechten Seite bei Facebook dienen dazu den FB-User zu den FB Fanseiten zu lotsen, um diese als Fan gewinnen zu können.
    Der große Unterschied zu den normalen FB Profilen liegt in der Beziehung.
    Normale FB – Profilseite -> Verknüpfung mit Freunden.
    FB Fanseite -> Einseitiges Broadcasting mit “gefällt mir” und Kommentar als Rückmeldungskanal.

    … Übrigens, wann wird es endlich eine reine Fanpage für deine Weine geben? …

    Herzliche Grüße
    Patrick

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  • Thorsten Kogge

    Du fragst: “Mal abgesehen von der Tatsache, dass gekaufte Freunde im realen Leben wenig nachhaltig sind, was sollen sie im virtuellen Leben bringen?” Die kurze Antwort: Aufmerksamkeit, um daraus Kapital zu generieren. Wir leben immer mehr in einer Ökonomie der Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist knapp bemessen und hält selten lange vor, genau darauf “passen” diese schwarmartigen Fans…das ganze besitzt einen Kampagnen-Charakter. Wer stärker wahrgenommen werden will insbesondere wenn er sich in einer Krise befindet, greift mitunter zu allen möglichen Mitteln, um wieder Aufmerksamkeit für das eigene Anliegen zu finden. Der Höhepunkt war bisher sicherlich der Dr. ade Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg mit seinen gekauften Fans auf FB. Bei der BILD Zeitung ist ebenfalls seit längerer Zeit bekannt, dass die Frontseite und deren Meldungen im Prinzip käuflich sind. Aufmerksamkeit kann womöglich in Beliebtheit und Reputation verwandelt werden, das wiederum in sehr handfestes Kapital transferiert und das dann wiederum zur “Imagepflege” benutzt werden. Solange das keiner kritisch hinterfragt (siehe “Promis” in den Medien) läuft die Maschine reibungslos. Tja, da sieht der gemeine Michel mit seinem kleinen persönlichen, liebevoll gepflegten Netzwerk plötzlich sehr blass aus, auch wenn er oder sie 100 mal bessere Arbeit macht. In dieser Ökonomie sind die eigentlich guten Leute selten die Superstars…

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