Alles über Wein und den Rest der Welt…

Lesetipp – Rudolf Steiner

Ich bin ein Fan der Biodynamik, das ist bekannt… aber kein allzu großer Fan von Rudolf Steiner.

Das Thema “Biodynamik” ist sicherlich eines der virulentesten in den aktuellen Wein-Diskussionen. Zu Recht, übrigens. Einerseits ist die Biodynamik sicherlich eine der nachhaltigsten Wirtschaftsweisen in der Landwirtschaft, andererseits wird damit eine Menge Schindluder getrieben. Viel wird darüber erzählt, nur wenige wissen allerdings worum es tatsächlich geht… (o.k. das war provokant). Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich hier schon einmal über diesen Trend ausgelassen. Aktuell gibt es eine spannende Diskussion über dieses Thema im Weinforum “TAW”.

So sehr ich die Biodynamik schätze, wohlwissend, dass dies bei der Monokultur Wein eigentlich eine widersprüchliche Angelegenheit ist, so sehr ist die Person Rudolf Steiners bei mir mit Zweifeln belegt. Dieses ganze esoterische, okkulte und mystische Brimbamborium ist mir nicht geheuer. “Rassentheorien”, “O.T.O” und “Hellsichtigkeit” machen mich auch nicht gerade zu einem ausgesprochenen Anhänger. An alle mitlesenden Anthroposophen: Ich weiss, die Flensburger Hefte haben einige Fehler, eine O.T.O Zugehörigkeit wurde nicht bewiesen uswuswuswundsofort…

In der NZZ ist am vergangenen Sonntag in jedem Fall ein sehr lesenswerter Artikel zu Steiner erscheinen. Zu finden ist er hier.

18 Kommentare zu “Lesetipp – Rudolf Steiner

  • Der Captain

    In der damaligen Zeit war das Rassische und Völkische nicht schlecht konnotiert. Bis es zum Rassenwahn ausartete. Steiner hat für mich faschistische Züge. Der biologische Weinbau nicht..

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    • Dirk Würtz Post author

      @Der Captain
      Das deckt sich ziemlich mit meiner Sichtweise. Wobei ich das immer gerne “okkult-faschistisch” nenne.

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  • Pasta

    @Blogggwart, mach ein “h” bei ….
    @Captain falls du “Mein Kampf” meinst, der war von dem anderen österreicher …

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  • Pasta

    Die Anthroposophie gibt immer wieder Stoff für erregte Diskussionen. Keine Wunder, schon deshalb, weil die Zeitgenossen die sich Anthroposophen nennen und nannten sind des Öfteren ziemlich schräge Figuren, die Erkenntnisse, die sie verbreiten sind nicht minder schräg. Fasst immer werden diese Auswüchse ungeprüft als die „Lehre Steiners“ wahrgenommen.
    Die vielen Kritiker Steiners haben meistens fast nichts VON ihm gelesen, sondern nur ÜBER ihn. Das ist war unredlich, aber gängige Praxis.
    Die Frage, ob man sich überhaupt mit dem Gedankengut Steiners auseinandersetzen sollte lässt sich sehr einfach beantworten, man muss nur die zwei folgenden Fragen beantworten:
    1. Hält man es für möglich, dass es neben der Welt, die wir mit unseren normalen Sinnesorganen (sehen, hören, tasten …)wahrnehmen, eine zweite, übersinnliche, geistige ( oder wie man sie auch immer nennen will) Welt gibt, die zwar genau so real wie die erste ist, die der Mensch aber normalerweise nicht wahrnehmen kann?
    2. Die zweite Frage muss man sich nur stellen, wenn man die erste mit „ja“ beantwortet hat, und sie lautet: Hält man es für möglich, dass es für den Menschen einen Weg gibt Sinnesorgane zu entwickeln, mit denen er etwas über diese zweite, geistige Welt erfahren kann.
    Wer eine, oder beide Fragen mit einem „Nein“ beantwortet, muss sich nicht mit Steiner oder der Anthroposophie auseinandersetzen. Er kann die ganze Sache getrost als die Ausgeburt einer kranken Fantasie betrachten und sich den wichtigen Dingen zuwenden.

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  • Der Direttore

    Wir in Bayern sind große Anhänger Steiner! Seine bedeutensten Werke sind für mich: 1975: Champagner aus dem Knobelbecher
    , 1983: Flotte Biester auf der Schulbank und natürlich
    1973: Liebesgrüße aus der Lederhose! Wenn die Weinmacher unserer Generation es schaffen, Steiners Philosophie in den Weinbau einzubinden, dann steht Deutschland eine grandiose Zukunft bevor…
    Steiner starb 22. September in München…Gott hab Ihn selig!

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  • Pasta

    @Direttore … du Dödel … du damischer, du Matz Du vareckte, du Schorswiesn Du mistige, hoit Dei Fotzn!!

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  • Foodscout

    Seid gegrüßt Kommentatoren,

    ich verfolge den ganzen Tag schon diese Geschichte, heute morgen sehe ich den Effilee Titel :Wie braun ist Bio; wo auch wieder Merkwürdigkeiten über die Bio Szene geschrieben sind, inklusive Steiner. Meine Bio Seele die ich schon abgelegt glaubte regte sich mächtig auf über diesen zu Papier gebrachten Unfug.
    Fakt ist, niemand kann sagen dass Steiner selbst geschrieben hat denn das meiste von ihm sind stenografierte Mitschriften von seinen Vorträgen.
    Ich hoffe ich kann für etwas Sachlichkeit in dieser Diskussion sorgen und empfehle hier dieses Buch: Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945
    von Uwe Werner – einzige Wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema bis heute ! Achtung, er ist der Archivar der Antros in Dornach. Er hat somit derjenige der das meiste Archivieren hat.

    Es ist wohl wie bei allen Wahrheiten, es gab Nazis die das gut fanden (Hess, hat schützend die Hand über die Waldorfschulen und die Demeter Vereinigung gehalten), trotzdem wurden die Antros verfolgt und verboten.
    Ich bin kein Anthroposoph, aber ich lebe seit 12 Jahren mit diesem Thema, Familiär bedingt, und sehe wöchentlich wie mein Schwiegervater Licht ins Dunkel der vielen Vorurteile und Halbwahrheiten die über die Antros erzählt und geschrieben werden zu bringen versucht. Dafür zolle ich ihm Respekt, denn es ist keine leichte Aufgabe.
    Leider ist es so, dass er nur aus Nachlässen, stenografierte Vorträge über dieses Thema findet, denn es gibt sonst nicht anderes.
    Das hat er sich nach seiner Emeritierung zu seiner Aufgabe gemacht. Aber nur für die Christengemeinschaft, doch dadurch hat er selbst Quellen des KGB in Moskau einsehen könne die bis dahin verschlossen waren. Dies geschah 2010. Sie sehen es bleibt auch für die Antros ein spannendes Thema.
    Also meine Bitte an alle in dieser Sache, lasst auch die Befürworter zu Wort kommen und hier noch eine Adresse der viel mehr über diese Themen weiß. – wogaedeke@web.de-
    Es grüßt euch aus dem hohen Norden der Foodscout.

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  • Pasta

    @Foodscout ich beschäftige mich mit dem Thema seit 34Jahren, und habe noch nie eine sachliche Diskussion über die Anthroposophie erlebt!

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  • Pasta

    @Blogggwart die geistige Diarrhö vom Direttore lässt du steh, meine sehr schönen und adäquaten bayrischen Flüche fallen deiner Zensurwillkür anheim! Du bist ja bald wie der Dings .. na, wie heißt er noch mal … der halt …

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  • Pasta

    Mein lieber Blogggwart, ich muss dir unbedingt noch was sagen! Du schreibst „Wobei ich das immer gerne “okkult-faschistisch” nenne. „. Deine katholische Kirche (da du dich offen zu ihr bekennst, darf ich dass mal so schreibe) befindet sich mit all ihren Glaubensinhalten und Dogmen genauso im Unbewiesenen und Unbeweisbaren. Ihr Verhalten (zumindest Teilen von ihr) in der Vergangenheit bis zur Gegenwart sind durchaus auch als “okkult-faschistisch” zu bezeichnen. Sie hat entsetzliche Verbrechen und Abschlachtungen auf ihrem Konto. Die anthroposophische Gesellschaft war in der Nazizeit verboten, der Papst hat hinterhältig paktiert.
    Ich will weder dich noch die Kirche angreifen, aber ich meine, wer im „Glaubensglashaus“ sitzt, sollte vorsichtiger beim Steinewerfen sein.

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  • ChezMatze

    Danke Dirk für den Verweis auf die TAW-Diskussion. Das Forum hatte ich ein bisschen aus den Augen verloren ;) Aber da wird Deine Argumentation noch viel besser deutlich, und ich kann nur “ja, genau meine Meinung” dazu sagen. Was mich immer stört an diesen Diskussionen, ist diese 0-oder-1-Mentalität. Gerne von sehr schulgläubigen Menschen aufgebracht. Steiner war eine umstrittene Person, und ich finde es richtig, sich damit auch auseinender zu setzen, wenn man sich wirklich auf das Thema Biodynamik einlassen will. Mein Schwager, der auch Winzer ist und Steiner rauf und runter gelesen hat, würde Pasta vermutlich zustimmen, aber es ist halt immer sehr schwer, Zeitkontext und Ideologie so ganz voneinander zu trennen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn noch viel mehr Winzer biodynamisch arbeiten würden, und zwar in erster Linie wegen des Umwelt-, Natur- und Nachhaltigkeitsgedankens. Wenn der Wein genauso gut ist wie bei einem konventionell arbeitenden Winzer, würde ich den Mehrpreis für den biodynamisch Schuftenden gern bezahlen. Dass es so funktionieren kann, zeigt für mich die Situation an der Loire, zu der ich natürlich eine besondere Beziehung habe. Da gibt es mittlerweile sehr viele angenehm undogmatische und trotzdem konsequente Biodynamiker.

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