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Wein im TV – Weinwunder Deutschland

Am ersten Weihnachtsfeiertag startete eine neue Reihe im BR. Unter dem Titel “Weinwunder Deutschland” bereist der englische Weinautor Stuart Pigott deutsche Anbaugebiete, trifft Winzer und erzählt Ihre Geschichten.

Ich gebe es zu, ich war skeptisch. Bisher habe ich noch keine wirklich guten Weindokus im TV gesehen. Meistens sind das die üblichen Bilder: Weinbergsromantik, Weinprobe und Weingeschwätz. Alles in Allem eher langweilig. “Weinwunder Deutschland” ist ganz anders! Anders und gut. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Bilder, was soll man auch sonst zeigen, wenn nicht die Weinberge. Allerdings ist der Stil ganz anders, die Bilder sind anders. Weniger romantisch, sehr kreativ und immer mir einem Augenzwinkern.

Die erste Folge mit dem Titel “Riesling Renaissance” war das Beste, was ich seit langem zu dem Thema gesehen habe. Zugegeben, die großen Erleuchtungen waren für mich nicht dabei, aber ich bin ja auch nicht das Zielpublikum. Ich bin aber ziemlich fest davon überzeugt, dass diese Folge bei DEM Zielpublikum, den interessierten Laien, durchaus für einige Erleuchtungen sorgte. Wenig Schnickschnack, die Infos gut verpackt und ein Stuart Pigott, der sich selbst nicht zu wichtig nahm und auch über sich selbst lachen konnte. Eine Angewohnheit, die man bei Weinautoren sonst eher selten findet. Ich bin eigentlich kein so großer Fan des Engländers, was insbesondere daran liegt, dass ich wenig von ihm kenne  Das war ungeschickt formuliert, Danke Dennis! Das muss heißen: Ich kann mir über Stuart Pigott eigentlich kein wirkliches Urteil erlauben, da ich ihn nicht besonders gut, bis gar nicht, kenne. Diese Folge hat bei mir aber Lust auf mehr geweckt.

Die zweite Folge “Die Rotwein-Revolution” hat mir persönlich nicht ganz so gut wie die erste Folge gefallen. Dennoch war sie gut und immer noch erfrischender als so manch anderes, was ich bisher sehen durfte.

Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Grundsätzlich freue ich mich, dass das Thema Wein auch auf eine etwas andere Art seinen Einzug in das bundesdeutsche Fernsehprogramm findet. “Weinwunder Deutschland” ist ein erster richtig guter Schritt. Mal schauen, ob da noch weitere kommen. Unserem rheinland-pfälzischen Sender, dem SWR, würde so etwas auch sehr gut stehen. Da beschränkt sich die Berichterstattung aber leider immer noch auf  das folkloristische Element und die Zielgruppe der deutlich über 60ig jährigen…

20 Kommentare zu “Wein im TV – Weinwunder Deutschland

  • Jörg Bachmann

    Also mich hat die erste Sendung überhaupt nicht vom Hocker gerissen. Ich hatte da etwas anderes erwartet. Vielleicht doch etwas “traditionelles”. So habe ich die zweite Sendung erst gar nicht angeschaut.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Jörg Bachmann
      Ich kann das nachvollziehen. Wenn man etwas traditionelles erwartet hat, war man sicherlich enttäuscht. Mich hat es aber gerade weil es eben anders war so überzeugt!

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  • quartzuhrMD

    Ich etwas “frischeres” und “schnelleres” erwartet, und an Infos war für mich jetzt auch noch nicht soooo viel dabei. Insgesamt ist es aber eine stimmungsvolle Auseinandersetzung mit dem Thema. Je mehr unprätentiöse Infos für Interessierte es gibt, umso besser, meiner Meinung nach. Wenn ich mir in meinem Umfeld anschaue wie wenig Ahnung Leute von Wein haben (und das sowohl im Akademiker- wie auch im Arbeiterbereich), wie viel LUST sie jedoch auf Wein bekommen wenn man Ihnen die Scheu nimmt und einfach mal z.B. nen POTATE Riesling vorsetzt ( ;) ), dann denke ich, dass noch ein Riesenpotential besteht, Menschen für Wein zu begeistern!

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  • pivu

    Wer einen britischen Clown in den deutschen Weinbergen auf der Suche nach dem nächsten Bahnhof witzig findet, wird seinen Spaß an der Sendung haben und auch das eine oder andere lernen. Mein Sohn, Student, sicher Mitglied des Zielpublikums, findet daran keinen Gefallen. So eine Sendung müsste von Leuten wie Stefan Raab oder von mir aus Thomas Gottschalk gemacht werden und vor allem im Privaten und nicht zum wievielten Male eigentlich im Dritten laufen.

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    • Dirk Würtz Post author

      @pivu
      “Britischer Clown” ist wohl eher heftig und nicht angebracht. Wie gesagt, ich kenne ihn kaum bis gar nicht, aber als Clown würde ich ihn nicht bezeichnen wollen. Raab oder Gottschalk…na ja…das wird wohl eher nichts. Und ob die Privaten das richtige Medium sind, weiss ich auch nicht wirklich. Wie soll das gehen? “Schlagt den Winzer”, “Wein sucht Korken”, “Alarm für Riesling 12″, “Der Super-Winzer”, “Deutschland sucht den Winzer-Star”, “Wein-Giganten”??? Endlos fortzusetzen, weil hirnlos! In welchen Format soll das bei den Privaten klappen????

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  • Wolfgang

    Moin, moin,

    die erste Sendung habe ich verpennt, auch nicht aufgezeichnet und mit dem stream muß ich mich noch mal beschäftigen. Eine normale Wiederholung im TV wäre mir irgendwie lieber ;-) .

    Die zweite Sendung habe ich gut zur Hälfte gesehen und war nur mässig überzeugt. Das mit dem britischen Clown würde ich auf die bunte Kleidung und das zur Schau getragene Hackenporschedurchdiegegendziehen durchaus nahvollziehen. Inhaltlich hat es schon einen kräftigen Schluck Unterhaltungswert, weniger neue Infos für Weinkenner. Leicht angenervt war ich von der Aktion um die Probe mit P. Bosch, das “Erbetteln” der Probeflaschen – als wenn die Winzer nicht mehr als dankbar wären, daß sie so zeitdeckend beworben werden – bis zu den wenig überraschenden Kommentaren.

    Trotz alledem, die anderen Termine habe ich meinem Rekorder eingegeen, damit ich mal in Ruhe schauen kann. Es gab schon deutlich langweiligere und nervigere Sendungen über deutschen Wein.

    Bis dann guten Rutsch und immer einen guten Schluck

    Wolfgang

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  • pivu

    @Dirk: der “Clown” stammt nicht von mir, sondern von meinem Sohn, den ich zum Wein führen will. Und sorry, so unrecht hat er nicht, wenn er da im “Großkarierten” rumläuft. Und eine Weinsendung ist IMP erst dann erfolgreich, wenn es nicht nur sondern auch um Wein geht. Aber das werden die Macher wohl nie verstehen und auch diese Sendung wird aus unseren Gebühren finanziert ohne ROI wie jedesmal zuvor.

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    • Dirk Würtz Post author

      @pivu
      O.K. so klingt das ein wenig anders. Wo ich Dir Recht gebe ist, dass eine reine Weinsendung NIE einen durchschlagenden Erfolg haben wird. Was die Gebühren angeht kann ich nur sagen, solche Sendungen gehören zum Auftrag der ÖR und da sind sie immo gut aufgehoben.

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  • pivu

    Aha, es gehört zum Auftrag der ÖR, Leute zum Alkohol zu bringen? Umso schneller wird die Sendung eingestellt werden. Neue Käuferschichten erschließt z.B. der Winzerkönig, so primitiv dieses Format auch ist, aber die wievielte Staffel gibt’s davon, kein Ende abzusehen? Und ein populärer Schauspieler alias Tatort-Komissar ist ein besserer Botschafter als jeder noch so telegene Weinprofi.

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    • Dirk Würtz Post author

      @pivu
      Was sind das denn für Spitzfindigkeiten? Es geht nicht darum die Leute zum Alkohol zu bringen. Wein ist ein heimisches Kultur- und Wirtschaftsgut!

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  • pivu

    Dirk, ich bin ja “auf Deiner Seite”, aber in der Weinnation Nr. 1, die Werbung für Alkohol untersagt, ist so eine Sendung, die nicht privat finanziert wird, undenkbar.

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  • Der Captain

    Ich fand es letztlich auch wieder von dieser Weinromantik umnebelt. Und es war kein bisschen punk. Aber viel besser, als man sonst so sieht. Man hätte mehr Arte reinholen sollen, ich arbeite gerade mit denen, von dort kommen immer frische Ideen..

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  • Dennis

    Hier wird ja auf sehr hohem Niveau gejammert. Manchen kann man es scheinbar überhaupt nie recht machen. Ich finde das Format gut. Die Riesling Sendung war klasse, die Rotwein Sendung kam nicht ganz ran.

    @Captain, fade Kameraführung? Für eine Sendung im ÖR war das eher innovativ.

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  • Dr. Norbert Hahn

    Können Sie mir die Weinprobe am 12.3.11 in Zusammenhang mit Weinhaus von Melle, Lüebeck und tv.wuertz-wein.de als PDF-Datei schicken, da ich verreist sein werde. Besten Dank und Gruß Dr. Norbert Hahn

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  • Christopher Emrich

    Sorry, ich habe die Sendung nicht gesehen, kenne aber Pigott als Autor ziemlich gut und denke mal, dass in den letzten zehn Jahren kaum ein Weinautor so sehr und so nachdrücklich zur Popularität deutscher Weine und besonders Rieslinge beigetragen hat, und ihn als Clown zu bezeichnen, weil er eben gerne etwas dandyhaft auftritt, ist ja schon wirklich unterirdisch, vor allem, wenn dann auch noch so ein staatlich geprüfter Vollidiot wie Stefan Raab (mehr Clown geht ja gar nicht) ins Felde geführt wird, der dann wohl in der Lage sein soll, dem scheinbar wenig interessierten Sohn zum Wein zu führen – wohl dadurch, dass er ihm erklärt, es gebe weißen, roten und für die ganz Schrillen auch noch was dazwischen, oder?

    Um sich für Wein zu begeistern, braucht es einfach nur Interesse, Offenheit oder ein Initialerlebnis, das wohl jeder hier in diesem Forum mal gehabt haben dürfte, und nicht irgendwelche privaten Quotenkasper.

    Und dann kann man sich meinetwegen auch mit den zahlreichen, vielleicht mittlerweile zu zahlreichen Veröffentlichungen Pigotts auseinander setzen, wobei diese dann doch ein wenig über eine geschmäcklerische kritik an der Karogröße des Sakkos hinaus gehen sollte.

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