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Rheingau Elch-Wein-Test Tag 49

Ich muss es gestehen…ich habe vergessen die Elch-Test-Ergebnisse zwischendurch zu veröffentlichen. Das tut mir sehr leid, und kommt sicher nicht wieder vor. Also hole ich das jetzt mal ganz schnell nach.

2003 Weinleben – Abfüller Weinleben Benjamin Gillert, 11,5 Prozent

Tag 1: Hoppla! Die Farbe ist heftig! Extrem intensiv, fast schon bernsteinfarben. Der Geruch ist sehr vielschichtig. Extrem reife Pfirsiche, das Holz ist feststellbar aber nicht unangenehm, ein Hauch von frischem Brot, ziemlich konzentriert das Ganze und irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Alkohol in der Nase brennt. Geschmacklich ist der Wein eine ziemliche Achterbahn. Da ist irgendwie alles dabei. Getrocknete Pflaumen und Aprikosen. Letztere mehr als Kompott. Ein Hauch von karamelisiertem Zucker und Tabak. Die Säure ist präsent, die Süße wirkt auf mich deutlich höher als “nur” 80 Gramm. Der Wein ist absolut frisch und zeigt geruchlich und geschmacklich kein Zeichen von Alterung. Alles in  Allem ein sehr ungewöhnlicher Wein – das war ja zu erwarten. Nichts was man mal so eben locker solo wegtrinkt, sondern ganz klar ein Essensbegleiter. Einen sehr kräftigen und aromatischen Käse könnte ich mir dazu gut vorstellen. Lieber wäre mir dazu allerdings eine wirklich gute Currywurst. Ich glaube, das ist die perfekte Kombination. Der Wein kostet 20.00 Euro. Den Preis finde ich sehr stolz, aber gut…

Tag 2: Die Farbe ist unverändert kräftig. Bernstein und Akazienhonig. Im ersten Moment riecht ein wenig älter als gestern. Der Pfirsisch ist verschwunden, dafür riecht es jetzt nach Rosinen. Das Holz, das gestern noch da war ist heute weitestgehend verschwunden, dafür dominiert die Süße sehr und der Tabak nimmt deutlich zu. Nach wie vor kein Wein zum einfach so trinken, eher etwas zum Essen. Ich bin gespannt wie der sich entwickelt…

Tag 21:  Der Wein ist stabil, entwickelt Noten von Karamel und der Tabak wird immer stärker. Eine Ahnung von Aprikose gesellt sich neuerdings dazu. Im ersten Moment hat der Wein einen eher unangenehmen Patex-Ton… der geht aber relativ schnell wieder weg. Irgendwie haut der Alkohol durch, obwohl er – laut Etikett – ja gar nicht so hoch ist. Ansonsten alles in der Balance. Ich muss allerdings ehrlich zugeben, dieser Wein ist nicht mein Fall.

Bennies Wein hat es noch sieben Tage stabil geschafft. Am Tag 28 hat es ihn dann aber gewaltig erwischt und er wollte nicht mehr. Dennoch ist das ein beachtliches Ergebnis. 28 Tage muss man erst einmal schaffen. Das bekommen die meisten gar nicht hin!

2007 “Torheit” – Deutscher Sekt, Weingut Geschwister Bibo, Kiedrich, 13 Prozent

Tag 1: Sehr schönes klares und kräftiges Gelb, fast schon Gold. Zischt und blubbert. Das ist schon mal ganz gut für einen Sekt. Wirkt sehr frisch und erinnert im Geruch an reife Stachelbeeren. Die Perlage ist fein, sehr fein sogar. Der Geschmack ist genial! Ich kann ihn gar nicht wirklich beschreiben, das Einzige was mir dazu einfällt ist, dass er mich extrem an einen wirklich guten Blanc de Blancs Champagne erinnert. Völlig trocken, keine Dosage, irrer und unendlich langer Stoff. Die Flasche sollte eigentlich direkt ausgetrunken werden, anstatt damit einen Elch-Test zu veranstalten. Der Sekt kostet 18.00 Euro. Absolut gerechtfertigter Preis. Davon muss ich unbedingt was haben!!!

Tag 2: Wunderschönes Mousseux. Heute ist der Sekt noch frischer und klarer als gestern, ein wenig nussig sogar. Er riecht ein wenig nach… Popcorn… Super toller Geschmack. Lang, ewig lang, sogar noch länger als gestern. Ein Wahnsinns Stoff, der fast jedem normalen Schampus  locker das Wasser reichen kann! Ich will den trinken…JETZT!!!

Tag 21: Sekt probieren, der 21 Tage lang schon geöffnet ist??? Klar, warum nicht, versuchen kann man es ja. Und was soll ich sagen… dieser Sekt ist der Wahnsinn! Er lebt immer noch, das Mousseux ist einwandfrei, er wirkt frisch und lebendig! Das nussige nimmt immer mehr Überhand und macht den Sekt sehr “Champagne-like”.  Ich bin mir sicher, wenn die Kohlensäure mal weg ist, schmeckt das Zeugs immer noch gut.

Tag 49: Es gibt Sachen, die gibt es gar nicht. Hätte mir das einer vorher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt. Der Sekt steht nach wie vor wie eine Eins! Natürlich ist die Kohlensäure nicht mehr so stark, aber sie ist immer noch da. Der Sekt entwickelt eine atemberaubende Pfirsischfrucht und ist immer noch frisch und knackig. Ich bin gespannt wie es weitergeht…

10 Kommentare zu “Rheingau Elch-Wein-Test Tag 49

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