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Der Wahnsinn hat einen Namen – Bordeaux

Ohne Frage gehören die besten Bordeaux Weine zu den besten Weinen der Welt. Und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit über einhundert Jahren. Wirklich günstig waren diese Weine noch nie, aber was in den letzten Jahren in Sachen Preistreiberei passiert ist schon ziemlich heftig. Jetzt gibt  es einen neuen Höhepunkt in dieser Entwicklung.

Nach den vielen Meldungen in den vergangenen Wochen, bezüglich der “herausragenden Qualität” des Jahrgangs 2009, war abzusehen, dass die Preise nicht unbedingt gesenkt werden würden. Seit einigen Tagen werden nun die aktuellen Preise bekannt und die haben es in sich. Das Signal ist sehr eindeutig. Von Krise keine Spur, der europäische Markt ist völlig egal, die Zielgruppe sitzt in Asien. Wie anders sind solche Preise zu erklären:

Mouton Rothschild 540 Euro, Latour mehr als 600 Euro, Palmer 215 Euro, Margaux 550 Euro… pro Flasche versteht sich. Selbst kleinere Weingüter haben die Preise um ein Vielfaches erhöht.

Ich bin fast überzeugt davon, dass dies nur der Anfang einer Entwicklung sein wird. Der Focus der Châteaux liegt auf den neuen, aufstrebenden Ländern wie beispielsweise China, Indien und demnächst sicherlich auch Brasilien. Geld spielt da keine Rolle, Qualität so oder so nicht. Es geht nur um das Image der Marke. Wenigstens sichert das die Arbeitsplätze der Rollands dieser Welt und die spannenden und guten Weine bleiben für mich und alle anderen Normalsterblichen übrig. Nein, das hat nichts mit Sozialneid zu tun!!!

9 Kommentare zu “Der Wahnsinn hat einen Namen – Bordeaux

  • DonSimon

    Ich hab mir letzmalig 2005 einige Duzend Bordelaisen in den Keller geholt. Und das wird auf absehbare Zeit wohl der letzte Einkauf gewesen sein. Sollen doch die Asiaten das Zeug künftig trinken, ich konzentriere mich auf Griechenland :-)

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  • Pingback: Bordeaux 2009 – fast geschenkt! Die Zukunft von Bordeaux liegt wohl in Asien… « Drunkenmonday Wein Blog

  • Der Direttore

    Michel Rolland finde ich persönlich großartig!
    Der Mann hat einen subjektiven Geschmack (überreife, aufdringliche Frucht, viel Holz, wenig Säure) und drückt sie diesen großen Chateaus aufs Auge, bzw auf in die Nase bzw. auf den Gaumen.
    Gibt es einen schöneren Job auf dieser Erde? Ich denke nicht!
    Geschmacksconsultant, auch ganz nach der These, dass der Wein im Keller gemacht wird. Wie nun dieser Keller ausgestattet ist, bleibt jedem Consultant sein Geheimnis…:-)
    Rolland`s Geschmack scheint aber den Nerv der Menschen zu treffen, denn anders als der Artikel oben stehend suggeriert, berät Rolland auch Weingüter für “Normalsterbliche”. Ich möchte hier als Beispiel die Bodegas Monteviejo nenen. Einer meiner Lieblingsweine ist der “Clos de los Siete”. Ein klassisches BDX Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Malbec und Syrah. Die rustikale schwere argentinische Note merkt man ihm nicht an, sondern er schmeckt, wie die Großen aus BDX mit dem Unterschied, dass er ca 16€ kostet. Rolland gibt es also auch in billig :-) Ähnlich, wie man Parker nicht für seine Macht kritisieren kann, so kann man Rolland für seine beratende Tätigkeit schwer kritisieren. Er bietet eine Dientleistung an. Keiner zwingt die großen Chateaus diese in Anspruch zu nehmen! Irgenwas wird sich das Château Le Pin schon gedacht haben, da sie seit Jahren auf ihn zurück greifen.
    Rolland ist nicht das Problem, das Problem bleibt die Arroganz dieser ganzen Region!
    Sollen sie ruhig machen, wie Dirk schon sagte und wie ich mit meiner argentinischen Weinempfehlung sagen wollte, die wirklich spannenden Tropfen beherbergt die Welt überall zu angenehmeren Preisen…
    Man nehme das Thema große Burgunder! Wer braucht schon das Burgund, wenn er einen soliden mit Freude zu trinkenden Pinot Noir bei so einem Kappenträgern aus Hemshof zu besten Konditionen erwerben kann…
    Prost!

    LG

    der Direttore

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  • Arnd Schulz

    Ehrlich gesagt, ist mir diese Nachricht relativ egal. Nun, dann bleib ich halt bei den Portugiesen und anderen spannenden Weinen. Ich habe den Hype um die bordelaiser Weine eh nie ganz verstanden.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Arnd Schulz
      Ich sehe das ein wenig anders. Es ist ja nicht so, dass hier irgendwelche Weine “gehypt” werden. Die bordelaiser Spitzengewächse gehören seit über einhundert Jahren zu Recht zu den besten Weinen. Ich wurde beispielsweise mit einem Bordeaux entjungfert… weinmäßig…natürlich. Die Weine waren schon immer mit die teuersten der Welt. Aber was da jetzt abgeht ist ein Graus und verdirbt mir jeglichen Spaß an dem Zeugs. Mal abgesehen davon, dass ich mir das nicht mehr leisten kann. Und selbst wenn ich es könnte, würde ich es nicht wollen.

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  • Heike

    ich werde auch weiterhin Bordeaux-Weine trinken, allerdings nicht die ganz großen Namen, es gibt – zumindest Vor-Ort in Frankreich – auch leckere Weine zum vernünftigen Preis (genau wie in Deutschland auch)…ich denke es muss nicht immer Rotschild, Margaux usw. sein…

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  • Volker

    Diese Entwicklung ist einfach maßlos. In ein paar Jahren werden sich die jungen Märkte wie China diese Preise nicht mehr leisten können oder wollen. Und was dann? Für mich ist das eine Verzögerung einer größeren Krise.
    Jetzt wäre es mal spannend, die guten Bordeaux im Schatten der großen Namen zu erfahren, die man sich leisten kann. Gibt es eine Übersicht oder Tipps?

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    • Dirk Würtz Post author

      @Volker
      Tipps gibts jede Menge, denke ich. Poujeaux wäre einer und Haut Batailley, Larcis-Ducasse, Pavie-Macquin, Nenin, Pavie

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