Alles über Wein und den Rest der Welt…

10 Thesen – Die Überprüfung

Ich glaube es wird mal wieder Zeit für einige launige Worte und einen kleinen Blick über den Tellerrand.  Im Januar hatte ich zehn Thesen zum Thema Wein im web 2.0 aufgestellt, die jetzt einer kurzen Überprüfung unterzogen werden.

Ich führe jetzt einfach mal meine Januar-Thesen auf und kommentiere sie aus heutiger Sicht. Im Netz sind vier Monate ja schon eine Ewigkeit, wenn nicht sogar eine Epoche…

1. Twitter banalisiert sich endgültig und verkommt zur Spam- und Chatmaschine

Das war (leider) nicht so falsch. Der echte Informationsgehalt von Twitter hat sich doch deutlich reduziert. Insbesondere in unserem Metier. Es haben sich zwar beispielsweise sehr viele Weingüter einen Twitter-Account angelegt, aber genutzt wird er nicht wirklich. Ich verstehe das sehr gut. Wenn man als „Novize“ zu Twitter kommt ist einiges was da so getwittert wird auch nicht wirklich der Brüller.  Etwas über Twitter in nennenswerten Mengen zu verkaufen, bleibt ein Wunschtraum. Dennoch: Twitter ist nach wie vor eine sinnvolle Ergänzung zu den übrigen social media und network Plattformen.

2. Facebook wird immer beliebter bei den Wein-Onlinern. Es entstehen unübersehbar viele neue Gruppen

Oh was hatte ich recht… Facebook ist, im Wein-Bereich, geradezu explodiert. Der Grund hierfür ist relativ einfach: Facebook ist für unsere Belange nahezu perfekt. Ich selbst nutze es täglich und habe viel Spaß dabei. Wenn es nicht gerade um den Hochmoselübergang geht, kann man sogar richtig etwas bewegen…

3. Die Wein-Online-Welt diversifiziert sich noch stärker. Mehr Blogs, mehr Foren, mehr Portale

Da habe ich mich wohl ein wenig geirrt. Da ist nicht allzu viel Bewegung drin. Zwei neue Foren gibt es, beide organisiert vom Winzerblogger. Beide sind mehr oder weniger aktiv. Portale habe ich keine gefunden, und neue Blogs gibt es auch nicht viele. Ein empfehlenswerter ist der „Weinfreak“. Was mir persönlich besonders gut gefällt, alleine schon wegen der leicht anarchischen  Note ist Captain Cork. Da merkt man schnell, dass hier Profis am Werk sind die auch über eine gewisse Erfahrung und gute Rahmenbedingungen verfügen

4. Jeden Monat kommt eine neue “Weinimweb2.0eierlegendewollmilchsau” heraus

Irrtum! Da passiert wenig… Aber vielleicht wird ja hinter den Kulissen fleißig an so etwas gearbeitet ;-)

5. Die meisten “Weinimweb2.0eierlegendewollmilchsauen” verschwinden so schnell wieder wie sie gekommen sind

Siehe oben…

6. Weinblogger und Journalisten versuchen sich im “Bezahlcontent”… und scheitern

Bis jetzt habe ich noch keinen gesehen, zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Der einzige mir bekannte Bezahlcontent ist nach wie vor das Abo von „weinplus“

7. Ein heftiger Streit über den Wert und das Zustandekommen von Zugriffszahlen entbrennt

Das ist meine Lieblingsthese! Tatsächlich ist es so, dass sobald irgendeine Liste veröffentlicht wird, alle möglichen Leute anfangen zu schreien und zu meckern: „Das stimmt so nicht“, „Meine Zahlen sind besser“, „Dieses Tool taugt nichts“ undsoweiterundsofort. Zugriffszahlen und Linkrelevanzen sind DAS schwierige Thema. Es wird Zeit, dass einer kommt und ein OBJEKTIVES und von allen akzeptiertes Tool schafft, damit dieser Schwachsinn endlich ein Ende hat.

8. Posterous kommt aus seinem Schattendasein nicht heraus

Da lag ich wohl ziemlich richtig. Posterous ist in der Breite nicht angekommen. Wenn überhaupt, dann als „Fototransportiermaschine“. Macht aber nichts, das ist doch auch schon was! Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wie diese hier von Marco Datini

9. Große Weinprintmedien suchen den Weg ins web 2.0

Tja… mal sehen, was wir da haben… Die „VINUM“ hat, im Zuge ihrer Runderneuerung“ eine ansprechende Seite gestaltet. Inklusive einem Blog. Nach anfänglichen Kinderkrankheiten ist dieser Auftritt meiner Meinung nach sehr gelungen. Ansonsten sehe ich nicht viel. Klar, die „Falstaff“ Seite muss ich noch erwähnen. Aber die ist nicht wirklich „zweinullig“. Allerdings ist sie sehr ansprechend und gut aufgemacht!

10. Das web 2.1 kommt und keiner merkt es

Es ist schon längst da. Jedenfalls in meinem Kopf…

Sollte ich jemanden vergessen, übersehen oder vernachlässigt haben bitte ich um Meldung!

4 Kommentare zu “10 Thesen – Die Überprüfung

  • Carsten Henn

    @ Bloggwart: freut mich, dass die Seite jetzt gefällt! Im Blog kann man nun auch endlich kommentieren, ohne sich dafür einloggen zu müssen (eine der Kinderkrankheiten). Und mit “Missionswerk Öxle” (Video) und “Weinwissen für Angeber” (MP3) haben wir zwei nette neue Rubriken. Und alles soll natürlich noch schöner, bunter, besser werden. Wir trinken Wein & denken weiter darüber nach!

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  • Pingback: Die 20 wichtigsten deutschen Weinblogs im April 2010 » » Weintipps von Michael Liebert

  • Jörg Nieß

    Hallo Dirk,

    Facebook und Twitter:

    Facebook würde ich viel lieber heute als morgen wieder zu Teufel schicken. Alleine schon wegen der permanenten Seitenvorschläge und Gruppeneinladungen, bzw. Fan-Anfragen. Wenn ich erst Fan von was weiß ich denn werden soll, damit man mir noch öfter eine Seitenanfrage schicken kann, sage ich nur: nein Danke! Da ich aber nicht abschätzen kann, wie es sich weiter entwickeln wird, nutze ich es im Moment nur um Kontakte zu knüpfen und um ab und zu eine Veranstaltungseinladung zu verschicken oder einen Link zu posten. Von der Möglichkeit der networked blogs werde ich keinen Gebrauch machen.

    Twitter bietet das Potential einer gezielten Verbreitung von Links zu den eigenen Seiten, Blogs und eventuellen Sonderangeboten, ebenso wie anderweitige interessanten Infos zu aktuellen Themen.

    Bezahlter Content war mir schon immer suspekt, da er nichts weiter als der verzweifelte Versuch ist, die Werbung aus den Medien auf Webseiten zu übertragen, um den User mit Popups zu bombardieren, bis er dann doch auf den entsprechenden Link klickt. Es muss imho scheitern, weil die Menschen einfach genug von der andauernden Berieselung durch Werbung haben. Ich selber habe in den letzten Tagen einige Untersuchungen bei s. g. Preisrobotern und Weinsuchmaschinen durchgeführt, wobei mir bei dem Link “Suchmaschine für Weinsuchmaschinen” dann endgültig der Kragen geplatzt ist. Es muß ja Webseiten-macher oder Betreiber geben, die ihre User für komplett bescheuert halten. Verzeihung aber das musste einmal gesagt werden.

    Zugriffszahlen auf die eigene Domain ist ein Dauerthema wenn man sich mit Webseiten Machen beschäftigt, nützt aber gar nichts, wenn man trotz “hoher” Zahlen genau so wenig oder viel wie vorher verkauft.

    Weinprintmedien: da kann ich nicht viel mitreden. Wir sind 2006 ins kalte Wasser gesprungen haben uns den besten spanischen Weinführer gekauft und angefangen Bodegas zu besuchen. Was ich bisher daraus gelesen habe, mit Bezug auf spanischen Wein und Weinbau, erschien mir oft mehr zweifelhaft.

    Wenn Du unter Web 2.1 Podcasts und 100°Oechsle verstehst, stimme ich Dir voll und ganz zu, da das alles wesentlich ehrlicher und natürlicher wirkt, als der ganze Werbekrempel aus den Medien.

    Grüße aus München

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