Alles über Wein und den Rest der Welt…

Anbaugebiete Griechenlands – Thrakien

In unserer Griechenland Rubrik geht es heute weiter mit dem Anbaugebiet Thrakien. Der Beitrag kommt wie immer von unserem lieben Elloinos.
Thrakien erstreckt sich bis zum nördlichsten Punkt Griechenlands und grenzt an Bulgarien und die Türkei an. Es ist ein sehr abgelegenes Gebiet und Armut stellt auch heute noch ein großes Problem dar. Die Einwohner bezeichnen die Gegend als „vergessenes Thrakien“, da die grichische Regierung in der Vergangenheit wenig Investitionen durchgeführt hat. Mit Xanthi, Komotini, Alexandroupoli und Soufli befinden sich lediglich 4 größere Städte in dieser Region. Es gibt jedoch viele Militäreinrichtungen hier, und viele junge Männer haben hier ihren Militärdienst geleistet.

In der Antike waren die Weine Thrakiens sehr geschätzt. So erwähnte bereits Homer, dass sein Held Odysseus den Zyklopen Polyphem mit thrakischen Wein betrunken machte, um ihn dann in seinem hilflosen Zustand zu blenden. Für den modernen griechischen Weinbau spielte Thrakien jedoch bis vor circa 15 Jahren kaum eine Rolle.  Bis Mitte der neunziger Jahre wurde kein in Flaschen abgefüllter Wein auserhalb Thrakiens verkauft.

Anfang der neunziger Jahre weitete der bekannte Großproduzent Evangelos Tsantali seine Aktivitäten nach Thrakien aus. Er gründete die Maronia AE in Zusammenarbeit mit einem lokalen Geschäftsmann. Tsantali und sein Team brachten das notwendige know how, und führten Workshops für potentielle Weinanbauer durch. Im nächsten Schritt wurden von diesen Weinanbauern die Trauben gekauft. Diese Strategie führte dazu, dass immer mehr Bauern damit begannen, Rebstöcke zu pflanzen.

In der vergangenen Dekade hat sich echtes Talent in Thrakien eingefunden. Beispielsweise etablierte Melina Tassou das Weingut Kikones. Sie studierte in Thessaloniki und Bordeaux, führte Praktiken bei Weingütern in Bordeaux, Burgund, und Australien durch, und hätte bei jedem Top Weingut in Griechenland arbeiten können. Sie glaubt jedoch feste an das Potential von Thrakien, und hat sich mittlerweile einen Insider Ruf für hohe Qualität verschaffen.

Thrakien besteht aus drei Präfekturen, Xanthi, Rodopi und Evros. Es gibt keine VDQPR Appellation, 1997 wurden drei regionale Appellationen für Tafelweine (TO) zugelassen:

•    Thrakkios TO erstreckt sich über das gesamte Anbaugebiet. Eine Vielzahl von griechische und internationale Rebsorten sind erlaubt.

•    Ismarikos TO befindet sich in der Präfektur von Rodopi und ist auch heute noch auf die Bedürfnisse von Tsantali’s Maronia zugeschnitten. Grundsätzlich liegt der Fokus eher auf einheimischen Rebsorten, allerdings wurden bereits mehrere Revisionen zu den erlaubten Rebsorten durchgeführt.

•    Avdira TO beschränkt sich auf die Präfektur von Xanthi, nur einheimische Rebsorten sind zugelassen.

Die Präfektur von Evros besitzt trotz über 500 Hektar Anbaufläche bisher keine eigene Herkunftsbezeichnung.

Weingüter, deren Namen man sich merken sollte: Bella, Kikones, Maronia (Tsantali) Vourvoukeli.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>