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Die (Wein)Reform und die Politik

Manchmal muss man sich doch ernsthaft fragen, was in den Köpfen einiger Funktionäre und Politiker so vorgeht. Ich rede jetzt von Wein, nicht von etwas anderem. Seit dem ersten diesen Monats ist die neue Europäische Weinmarktordnung in Kraft. Wir haben an vielen Stellen schon darüber berichtet. Dadurch musste das deutsche Weingesetz an vielen Stellen geändert werden. Unter anderem wurde die Hektarertragsregelung angepasst. Diese Regelung legt fest, wieviele Trauben auf einem Hektar Weinberg geerntet werden dürfen. Das Ganze wird gezählt in Hektoliter pro Hektar. Bisher lag die Obergrenze für Qualitätswein bei 105 Hektoliter pro Hektar. Das ist für qualitativ hochwertigen Wein eigentlich schon ziemlich viel. Jetzt gibt es die Möglichkeit einen sogenannten “Rebsortenwein” mit 125 Hektoliter je Hektar herzustellen. Ob das wirklich schlau ist? Noch mehr Wein, der in den Kellern liegt, vom Markt nicht aufgenommen wird und dafür sorgt, dass die Preise weiter fallen.

5 Kommentare zu “Die (Wein)Reform und die Politik

  • Friedrich Bolle

    Fragen Sie doch einfach, wer letztlich von der neuen Regelung profitiert?

    Solche Regelungen entstehen doch nicht einfach aus dem ” part des anges ” , sondern aus knallharten Interessen heraus oder sollte ich mich hier täuschen.

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  • hans

    so sehe ich das auch @friedrich bolle,
    da hat die lobby wohl mal einem/einer abgeordneten den weinkeller gefüllt,
    die entsprechenden grosswinzer wurden dann vielleicht auch mal auf staatskosten zum geburtstag eingeladen … (da hat man/frau ja schließlich große vorbilder)
    und schon klappt das mit dem gesetz …
    prost
    hans

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  • Alexander Flick

    Die neue Hektarertragsregelung wurde, wie vieles im Weinbereich, nicht von den Abgeordneten beschlossen, sondern vom Weinbauverband. Hier hat sich der Berufsstand selbst ein Bein gestellt. Die Politik übernimmt oft nur die Vorschläge unserer Berufsvertretung. Das ganze ist ein starkes Stück und wird den Verantwortlichen auch von Seiten der jungen Winzer nochmal zur Last gelegt werden. Denn profitieren werden nur die Kellereien, vor allem aber der LEH und hier die kleinen Unternehmen Feinkost Albrecht und Spitzellidl – aber natürlich auch der Konsument, der jetzt für den süßen Dornfelder nur noch € 1,29 statt € 1,59 zahlen muss. Weinwelt gerettet?!
    Grüsse vom Berg

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  • hans

    interessant @alexander flick
    dann hat die lobbyarbeit schon im weinbauverband ‘erfolg’ gehabt!
    aber offen bleibt: ist es gesetz (dann haben es auch die abgeordneten abgesegnet) oder ‘nur’ eine verordnung?
    prost (wenn der wein nicht zu süss ist)

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  • Friedrich Bolle

    Hier die vermeintlichen Ansprechpartner:
    http://www.dwv-online.de/index.php?id=3
    Es wäre interessant zu erfahren, welches spezielles Gremium sich mit der Regelung beschäftigt hat. Wahrscheinlich: “Weinrecht und Weinmarkt”

    Und dann gibt es noch die ” Sachverständigen ” der Mitgliedsverbände

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