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Qualitätsjournalismus im Feuilleton

Das Thema Gault Millau ist abgearbeitet und ich habe mich auf unserem Blog schon vor einiger Zeit davon verabschiedet. Alles war gesagt, alles war geschrieben. Da habe ich mich wohl getäuscht. Es gärt und brodelt weiter, insbesondere an der publizistischen Front. Viele Zeitungen und Zeitschriften beschäftigen sich auf unterschiedlichster Art und Weise immer weiter mit dieser Thematik. Manchmal differenziert und seriös, manchmal geradezu haarsträubend. Der am vergangenen Samstag im FAZ.Net erschienene Artikel ist ein besonders deutliches Beispiel für haarsträubende und abstruse Geschichten. Ein Journalist namens Alard von Kittlitz hat im Feuilleton (!) einen Artikel verfasst, der den Namen trägt: „Gault Millau in der Kritik. Einer wie der andere – ist das Qualität?“ Der Artikel ist insofern interessant, als dass er mit einem guten Bekannten, dem Spitzenwinzer Hans Oliver Spanier, beginnt – und übrigens auch endet. Weiterhin geht es um „Verstrickungen“ von Gault Millau Redakteuren und dem, laut diesem Artikel, einzig objektiven Weinguide, dem „Eichelmann“. Aber der Reihe nach:

Von Kittlitz beginnt seinen Artikel, indem er eine „lustige“ Anekdote, die ihm HO Spanier angeblich erzählt haben soll, wiedergibt. Ein ihm unbekannter Journalist rief im Sommer 2007 an um Spaniers Weine zu probieren. Spanier sagte zu, eine Horde sauf- und fresswütiger Journalisten fiel daraufhin bei ihm ein. Spanier war hochgradig genervt und entsetzt. Empfangen habe er diese Journalisten nur, weil „womöglich handelte es sich gar um einen Autor des Weinführers Gault Millau“. Soweit die Schilderung des Autors von Kittlitz. Direkt zu Beginn dieses Absatzes ist eine Karikatur gesetzt. Zu sehen ist ein Winzer und ein sturzbesoffener Mensch in einem Weinkeller. Der Besoffene sagt folgendes: „Schenken Sie nur fleißig nach, ich arbeite für den Gault Millau Flatrate-Guide. Unsere Leser interessieren sich ausschließlich für Nachwirkungen“.

Natürlich ist dass eine „lustige“ Karikatur, aber sie wird eindeutig in einen Kontext gebracht, so dass der Leser glaubt, die angebliche Journalistenorgie dem GM zuordnen zu können.

Fakt ist: Diese Geschichte hat so nie stattgefunden. Weder die angebliche Journalistenorgie, noch die Weitergabe dieser Geschichte an Herrn von Kittlitz. Im Übrigen kennt jeder Winzer, der im Gault Millau steht, die Verkoster und erst recht die Redakteure. Wenn nicht persönlich, dann doch wenigstens namentlich. Dieses vom Autor angebrachte Zitat ist so lächerlich, dass man sich weder darüber aufregen, noch ernsthaft an dessen Echtheit glauben kann. Allerdings nur wenn man Winzer oder Weinmacher ist. Für den normalen Leser erschließen sich diese Hintergründe natürlich nicht. Von Kittlitz versucht hier etwas zu berichten, ohne es tatsächlich beim Namen zu nennen und lässt dem Leser nur eine mögliche sugestive Schlussfolgerung. Schlechter Stil!

Wie aber, fragt sich nun der geneigte Leser, kommt von Kittlitz denn überhaupt auf diese Dinge und all diese Zitate. Kittlitz war im Schlepptau eines Weinkritikers vor ungefähr zwei Wochen beim Winzer Spanier. Der Kritiker, mit dem er unterwegs war, war Gerhard Eichelmann. Eben jener Eichelmann, der in diesem FAZ.Net-Artikel so fantastisch wegkommt. Kleine Leseprobe. Zitat Eichelmann: „Das Problem ist, dass Kritik schon eine ganze Weile nicht mehr so seriös arbeitet wie die Winzer“. Netter kleiner Seitenhieb von Eichelmann, sicherlich nicht ganz unbegründet. Dazu der erklärende Satz von von Kittlitz: „ Gerhard Eichelmann, der die Branche derart kritisiert, ist selbst einer der führenden Weinkritiker Deutschlands. Seit zehn Jahren gibt es seinen Eichelmann zu kaufen, die Auflage liegt bei etwa 25.000 Bänden und kommt an die des Gault Millau heran.“

In dem Artikel von von Kittlitz kommt Eichelmann noch öfter zu Wort und dem unbedarften Leser, mir beispielsweise, zeichnet sich das Bild, dass einzig der Eichelmannsche Weinführer objektiv und seriös ist und das Ganze Bild nicht „zufällig“ so gezeichnet wird.

Natürlich habe ich Gerhard Eichelmann kontaktiert und länger mit ihm über diese Geschichte gesprochen. Ich hatte einen offensichtlich empörten Kritiker am Telefon: „Ja, ich war mit Herrn von Kittlitz bei Spanier“, meint Eichelmann, „er wollte einen Bericht über den Alltag und die Arbeitsweise eines Weinkritikers schreiben“. Das Ergebnis findet Eichelmann „einfach nur unverschämt und diffamierend“. Keines der Zitate sei so gefallen, geschweige denn autorisiert. Das, was von Kittlitz da gemacht hätte, täte ihm leid und sei diffamierend. Auch für ihn.

Ein weiters Beispiel für merkwürdigen Journalismus liefert von Kittlitz einige Absätze weiter. Der Autor schreibt folgenden Satz: „Es geht um den Vorwurf von Filz in der Kritikerbranche“. Danach folgt ein Absatz über den VDP und die Rolle Armin Diels. In den darauf folgenden Passagen beschäftigt er sich mit drei Gault Millau Verkostern. Jürgen Mathäß (zuständig für die Pfalz), Rudolf Knoll (Franken) und Hans Jürgen Podzun. Letzterer ist beim GM zuständig für die Region Mittelrhein. Im Hauptbruf ist Podzun der Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz. Von Kittlitz erklärt hierbei, dass dieser sich um den globalen Absatz der Weine aus der Region bemüht. Wo da ein Widerspruch oder gar ein Filz drin stecken sollte erschließt sich mir leider nicht. Die IHK ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. In einem mir vorliegenden Brief Podzuns an den Redaktionsleiter des Feuilletons der FAZ beschwert er sich bitterlich, und zu Recht. Er verlangt, dass der Artikel umgehend korrigiert wird. Im Fall von Rudolf Knoll führt von Kittlitz an, dass dieser ja für das Magazin „VINUM“ schreibe und die schließlich von den Anzeigen von Winzern leben. Zur Info: In der aktuellen Ausgabe der „VINUM“ sind sage und schreibe ZWEI Anzeigen von deutschen Weingütern. In den vergangenen Ausgaben waren es auch nicht wesentlich mehr. Ich glaube kaum, dass man davon „leben“ kann.

Es gibt in diesem Artikel noch einige weiter zu kommentierende und zu beleuchtende Passagen, aber das spare ich mir. Jeder kann diesen Artikel lesen und sich selbst ein Bild machen. Was ich mir allerdings nicht spare sind abschließend noch einige persönliche Anmerkungen:

Man kann von dieser ganzen Geschichte halten was man will. Ich habe bisher versucht, das Ganze einigermaßen objektiv und sachlich zu betrachten. Deswegen habe ich mir im vorliegenden Fall auch die Mühe einer gründlichen Recherche gemacht. Für mich hatte diese „Affäre“ von Anfang ein bestimmtes „Geschmäckle“, das habe ich auch deutlich gesagt und geschrieben. Ich weiß nicht, wer hier final im Recht ist und wer nicht. Was aber gar nicht geht, sind Machwerke wie dieser FAZNET Artikel. Ich verstehe, dass in der Weinpublikationslandschaft ein rauer Wind weht und ein gewaltiger Druck herrscht. Allem Anschein nach auch in der Tagespresse. Da darf jeder auch einmal einen Fehler machen. Aber ein wenig mehr Stil dürfte schon sein. Ich dachte allerdings, dass Journalisten einer gewissen Objektivität verpflichtet wären. Bestimmte Grundsätze hätten, was Ihre Arbeit angeht. Beispielsweise Zitate sich autorisieren zu lassen und dem Gegenüber die Intention ihres zu schreibenden Artikels zu erklären. Dies ist im vorliegenden Fall wohl etwas anders. Alle Beteiligten in diesem Artikel sind empört, entsetzt und wütend. Es werden jede Menge Briefe an die Redaktion der FAZ geschrieben, Mails verschickt und „Rabatz“ gemacht. Zu recht, wie ich finde. Ich fand den Artikel von Anfang an sehr grenzwertig. Das habe ich auch am vergangenen Sonntag getwittert. Interessanterweise war ich da noch einer der wenigen, denen es so ging. Gerade von den twitternden Profijournalisten war die Reaktion eher zurückhaltend.

Seit gestern Nachmittag ist der Artikel übrigens aus dem Netz genommen. Ich habe selbstverständlich auch mit dem Autor der FAZ Alard von Kittlitz telefoniert. Er wollte mir keinerlei Fragen zu dem Thema beantworten, mit der Begründung, er hätte keine Zeit. Verstehe ich, was soll er auch mit einem kleinen Blogger über dieses Thema reden. Er hat in den vergangenen 24 Stunden ja bereits genug mit den wichtigen Protagonisten gesprochen, wie ich weiss. Auf meine Frage, warum der Artikel aus dem Netz genommen sei, antwortete er: „Ach, ist der raus?! Das ist wohl das Standardprozedere, wenn ein Artikel nicht genug Klicks hat.“ Dann hat er aufgelegt, ohne sich zu verabschieden…

19 Kommentare zu “Qualitätsjournalismus im Feuilleton

  • Weinkaiser

    Danke für Deine Recherche in dieser Sache. Der Artikel ist am letzten Samstag (01.08.) übrigens nicht nur im FAZNET sondern auch in der gedruckten Version der FAZ auf Seite 34 erschienen.

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  • Pingback: Werner Elflein | Mein Weintagebuch

  • Der Direttore der Gazzetta del Vino

    Gut, dass hier ein Reißer der Unobjektivität zur Eröffnung eines eher unspektakularen Artikels hergenommen wurde ist hier wohl nicht zu bestreiten und die Kritik durchaus nachvollziehbar und gerechtfertigt.

    Nur möchte ich Eichelmanns Statement für den Würtz Blog etwas naiv hinstellen. Bei einer großen Zeitung, wie der FAZ, den Artikel nicht noch einmal gegenzulesen vor Veröffentlichung halte ich für blauäugig. Gegen Einschätzungen und Meinungen kann mann sicherlich auch hinsichtlich der Prssefreiheit nichts machen und das ist auch in Ordnung.
    Jedoch gerade Zitate werden von “seriösen” Journalisten doch nochmal abgefragt, bevor der O Ton gedruckt wird, weil sich hier Herr von Kitlitz bei Falschzitierung auf rechtlich sehr dünnem Eis bewegt.

    Deswegen glaube ich eher daran, dass manche Dinge so oder so ähnlich schon besprochen worden sind, aber mann sich im nachhinein über die eigen lockere Zunge erschreckt hat.

    LG

    Philipp Erik

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  • Michael Pleitgen

    Überschrift könnte lauten: Eichelmann ins Sommerloch gefallen.

    Tagespresse und Wein: da dürfen oft Anfänger oder Freelancer ran und sich mal versuchen. Wein trinken kann jeder – folglich scheint auch jeder drüber schreiben zu können.

    Prost!

    @Pleitgen

    Der Herr von Kittlitz ist laut Aussage von Herrn Eichelmann ein Volontär…

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  • Schnutentunker

    Moin Dirk,
    hat das ‘Kritikerbesäufnis’ gar nicht stattgefunden oder in anderer Form irgendwie schon? Wenn das, was Herr Eichelmann und Herr Spanier Dir gesagt haben, stimmt, sollten sie konsequenterweise Unterlassung und Gegendarstellung verlangen. So steht Aussage gegen Aussage und bei Eichelmann kontra FAZ glaube ich eher der FAZ.
    P.S. Dass in Vinum nur zwei Anzeigen von Winzern stehen, passt doch. Sie lebt von Winzeranzeigen und weil die zuletzt ausblieben, ist sie gerade gestorben und verkauft worden…

    @Schnutentunker
    Das Kritikerbesäufnis soll so nie stattgefunden haben. Solche Geschichten hört man allerdings immer mal wieder, allerdings aus früheren Zeiten. Da habe ich übrigens derartige Dinge auch schon selbst erlebt. Allerdings weniger orgiastisch. Was die Unterlassung respektive Gegendarstellung angeht, weiss ich nicht, in wie weit die Protagonisten da gehen. Briefe und Mails sind jedenfalls geschrieben und verschickt. Was dann kommt, wird man sehen. Natürlich ist die Sache wohl nicht ganz so einfach. Wenn ich davon betroffen wäre, hätte ich das Ganze allerdings einem Medienanwalt gegeben um mich beraten zu lassen. Die Tatsache, dass der Artikel aus dem Netz genommen wurde und mir nicht einmal die Redaktion sagen wollte, oder konnte, warum, spricht ja allerdings schon Bände…

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  • Thomas Günther

    Die Begründung, wieso dies angeblich bei FAZnet gelöscht wurde, kann allerdings nicht zutreffen. Ich vermute eher, dass es sich um einen der meistgelesenen Artikel dort handelte. Wenn man allein sieht welche berechtigte Aufregung darum im Netz war.

    Interessant ist nun bei der Geschichte, dass nachdem der Gault Millau in ein schlechtes Licht geraten ist, nun auch Eichelmann beinahe in die Angelegenheit verwickelt wurde. Das Grundthema “Abhängigkeit von Bewertungen” scheint doch weiter erhebliche Sprengkraft in sich zu führen.

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  • Mario Scheuermann

    Hallo Herr Würtz,
    grosses Kompliment vom in Ugarn urlaubenden Weinreporter. Das ist im Gegensatz zu dem tendenziösen Pamphlet der FAZ ein Stück echten Qualitäts- oder wenn man so will Bürger-Journalismus. Sorgfältig recherchiert und engagiert geschrieben. Hätte kein Profi besser machen können. Bravo!

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  • Rudolf Knoll

    Ach Schnutentunker,
    scheinst wohl mit dem FAZ-Autoren gewisse Gemeinsamkeiten zu haben… Merke: Ein Verkauf eines Magazins ist eine alltägliche wirtschaftliche Angelegenheit und bedeutet noch längst nicht, dass ein Magazin stirbt. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Vinum ist putzmunter, hat einen neuen, engagierten Verleger und ein Redaktions-Team, das richtig gut zusammen arbeitet. Die Zukunft wird uns, und den Lesern, viel Spaß machen. Mit den Leuten, die Vinum nicht lesen, aber doch kritisieren, können wir leben…

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  • Schnutentunker

    Lieber Herr Knoll,

    Mario Scheuermann berichtete, Ihre Redaktion in Mainz sei geschlossen worden. Es stimmt, dass so etwas mittlerweile eine alltägliche wirtschaftliche Angelegenheit ist. Ihren Zynismus, sowas als putzmunter zu bezeichnen, teile ich nicht, wie ich auch mit dem FAZ-Autoren nix gemeinsam habe. Und um auch ihrer letzten haltlosen Behauptung zu widersprechen: Ich bin Vinum-Abonnent und habe weder hier noch irgendwo sonst im Internet je die Zeitschrift kritisiert.
    Aber der Hund muss furchtbar getroffen worden sein, so laut wie er bellt…

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  • Eckhard Supp

    Herr Würtz,

    die Tatsache, dass viele Profijournalisten den Artikel, wie sie schreiben, zurückhaltend bewertet haben (auf Twitter waren sogar Lobeshymnen auf ihn zu lesen, allerdings nicht aus meiner Feder!), ist doch wirklich nicht erstaunlich: Der billige Effekthascher vom Beginn des Artikels, den ich bereits auf Twitter als demagogischen Kunstgriff kritisiert habe, ist heute vielen Journalisten so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass er kaum noch für Aufregung sorgt.

    Zum journalistischen Handwerk gehören offenbar nicht mehr vorrangig die saubere Recherche und gekonnt investigative Interviewführung, sondern nur noch Demagogie und rhetorische “Fallenstellerei”. Je gründlicher der Journalist sein Gegenüber aufs rhetorisch-demagogische Glatteis führt, umso besser scheint sie sich dabei zu fühlen. Das kann man tagtäglich in fast allen Zeitungen und Zeitschriften, auf fast allen TV-Sendern etc. beobachten.

    Zwei Punkte finde ich in Ihrer Darstellung allerdings mindestens ebenso unsauber, wie den Artikel der FAZ: Den jahrzehntelangen, handfesten, objektiven Interessenkonflikt von Armin Diel wischen Sie mit einer Nebenbemerkung zur Seite und bei den anderen drei Genannten lassen Sie den mit den härtesten kommerziellen Verstrickungen ganz außer Acht, während Sie sich bei einem weiteren nur darüber lustig machen, dass die FAZ hier einen falschen Zusammenhang (Anzeigengeschäft von Vinum = Interessenkonflikt, da wäre tatsächlich jeder deutsche Journalist betroffen) konstruiert – ob bei diesen Gault-Millau-Mitarbeitern nicht aber doch ganz reelle, von der FAZ gar nicht genannte Interessenkonflikte bestehen, scheint sie nicht weiter zu interessieren.

    Ich denke, wer mit einer journalistischen Arbeit so ins Gericht geht, wie Sie, sollte nicht nur in der Lage sein, nachzuweisen, wo diese Arbeit irrt, sondern auch dazu, die Fragestellung durch eigene Recherche weiter zu treiben.

    Nachbemerkung zu der Saufstory: Ich bekomme so etwas landauf-landab auch immer wieder zu hören, wenn ich Winzer besuche. Dass ein Winzer so etwas erzählt haben soll, wundert mich also überhaupt nicht. Und dass sich Eichelmann in Begleitung eines FAZ-Journalisten vielleicht ganz gerne mit der Aura des seriösen Weinkritikers umgeben hat …. so what! Wer wollte es ihm verübeln!

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  • Rudolf Knoll

    Werter Schnutentunker,
    Ihr irrt erneut. Die Schließung eines Redaktionsbüros hat nichts mit dem Ableben einer Zeitschrift zu tun. Wir machen gerade das Gegenteil, bringen nächste Woche die Finalrunde des Genossenschafts-Cup hinter uns, dann die Siegerehrung des Riesling-Preises und schließlich den Rotweinpreis mit einer festlichen Gala am 31. Oktober, bei der – wie bei den anderen Anlässen – auch Schnutentunker willkommen sind. Daneben schreiben wir uns die Finger wund für die letzten Ausgaben in 2009, planen bereits fleißig für 2010 und haben spannende Themen in petto.
    Die Bemerkung, dass Nichtleser Vinum gern kritisieren, bezieht sich auf die letzten Monate, in denen immer wieder Leute in Blogs vom Leder zogen, aber gleichzeitig schlau verkündeten “Ich lese das Ding schon seit Jahren nicht mehr.” Diese Gattung wird wohl nie aussterben.
    Ein paar Worte an Suppi in Hamburg noch, der hinterlistig (bayerisch: hinterfotzig) “nicht genannte Interessenkonflikte bei diesen Gault-Millau-Mitarbeitern” andeutet, aber dazu natürlich keine Aussagen machen kann. Dabei kann ich ihm, was meine Person betrifft, den Beweis liefern. Ich habe mit einigen Franken (mein GM-Revier) Interessenkonflikte, weil ich sie gut kenne und schätze, mit einigen sogar befreundet bin. Das hindert mich allerdings nicht daran, ihnen auf die Zehen zu steigen, wenn die Weinqualität nicht so ist, wie sie sein sollte und sonst etwas mißfällt.
    Ich empfehle Suppi zur Besänftigung seines Grolls ein Gläschen “Kalte Muschi” – das ist ein Mischgetränk aus Dornfelder und Coca Cola, das in Hamburg offenbar Karriere macht. Vielleicht trägt unser Hamburger Kritiker mit seinem Durst dazu bei…

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  • Ulli Marsau

    Chapeau mein lieber Wuertz, ich kann mich dem Weinreporter nur anschließen! Viele Befindlichkeiten mal wieder im Becken! Ach Leute das ist ja wie in meinem Club, so´n par Karrieregeier drehen halt immer wieder durch und hinterher, wie … was ach, keine Zeit! Der Wirbelsturm spricht für sich selbst und außerdem ist Sommer da kann man so schön auf sich aufmerksam machen! Ich finde Dein Engagement begeisternswürdig, hör blos nicht auf und denk an das was wir in Hamburg sagen: Da kannst de moken watt de wullt, de Lüd schnackt doch!

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  • Dr. Motz

    Puuuh, ist das spannend. Ich glaube, ich muss jetzt erst einmal einen Schoppen trinken gehen. Bei meinem Bürgerwinzer:-)))

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  • nele

    Gibt es nicht genügend fachkundige Sommeliers, die keine regionales oder anderweitiges Geschmäckle haben und als Verkoster geeignet wären?

    Was spricht gegen eine konsequente blinde Verkostung?

    Ich kann den Verdacht der Klüngelei durchaus nachvollziehen und ehrlich gesagt, die Branche ist selbst dran schuld! Eine Szene zerlegt sich seit Jahren konsequent selbst. Herzlichen Glückwunsch!

    P.S.: ist der beste Rotwein Deutschlands auch dieses Jahr (und die nächsten 300 Jahre) vom Weingut Becker ??

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