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Michael Jackson

An dem Thema kommt man heute ja irgendwie überhaupt nicht vorbei. Als ich vergangene Nacht von seinem Ableben erfuhr, war ich leicht irritiert. Diese Irritationen bezogen sich allerdings weniger auf ihn, als auf die Tatsache, dass ich mir nicht sicher war ob mich das jetzt traurig machen sollte, oder eher nicht. So merkwürdig das klingen mag, aber zwischenzeitlich dachte ich, dass ist das Beste was ihm hätte passieren können. Auch wenn man mit 50 nicht unbedingt sterben muss oder sollte. Wahrscheinlich ist ihm so einiges erspart geblieben. Der “King of Pop” war für mich eine der tragischsten und zerissensten Figuren in der Showbranche überhaupt. Eine Mischung aus Genie und Superfreak. Interessant und abstoßend zugleich. Manchmal dachte ich, der ist von einem Planeten gefallen, der noch gar nicht entdeckt ist…

Natürlich war Jackson für mich als Kind der achtziger Jahre ein stetiger Wegbegleiter. Auch wenn seine Musik nicht unbedingt immer meine war. “Thriller” und “Billy Jean” gehören untrennbar zu dieser Epoche und damit ganz automatisch auch zu mir und meiner “Menschwerdung”. Natürlich hat MJ einen neuen Musikstil geprägt und damit eine ganze Generation von Musikern beeinflußt. Natürlich war Michael Jackson längst eine Marke, als andere noch über die Definition dieses Wortes nachdachten. Und natürlich gehört ihm ein Platz im Olymp der Popmusik, ob man seine Musik mochte oder nicht.

Aber leider hatte der arme Kerl einen herrischen und gewalttätigen Vater. Aber leider hat sich Jackson in seiner Haut nicht wohlgefühlt (im wahrsten Sinne des Wortes) und sich auf das bizarste entstellt. Aber leider hat da irgendetwas schizophrenes und psychotisches das Kommando in seinem Kopf übernommen. Und leider, leider war da immer diese Sache mit den Kindern und Jugendlichen in seiner engsten Umgebung.

Was bleibt als Fazit? Ich weiss es nicht, ehrlich nicht. Ich werde mir sicherlich heute einige alte Lieder von ihm anhören und weiter darüber nachdenken. Werde mir überlegen wohin Ehrgeiz, Ruhm, falsche Freunde, prügelnde Eltern und merkwürdige Sozialisierungsprozesse führen können. Vielleicht werde ich aber auch daran denken, dass das Thriller Video mir damals die übelsten Träume bescherte. Oder daran, dass wir im Jugendcamp in Arcachon Jackson rauf und runter gehört haben und dabei versuchten zu tanzen wie er. Ziel dieser Übungen war natürlich den Mädels zu imponieren um den ersten echten Kuss abzuholen. Da war ich vierzehn.

Vielleicht denke ich aber auch einfach nur daran, dass der arme Kerl jetzt wieder auf seinen Heimatplaneten zurückgekehrt ist. Wo immer der auch sein mag…

4 Kommentare zu “Michael Jackson

  • hans

    toll geschrieben

    michael jackson ist mir hautpsächlich als 8-jähriger sänger bei den
    jackson five in erinnerung. aber da war er nur teil meiner motown leidenschaft.
    offenbar habe ich ihn – vielleicht hängt das mit meinem alter zusammen – nie so erlebt, dass ich einen mythos aus ihm machen könnte. sein erfolg und seine qualität wuchs mit seiner (von mir empfundenen) ‘synthetisierung’.
    aber viele seiner lieder haben mich sehr beeindruckt (aber da hatte ich schon eine feste freundin …….)

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  • drsarkozy

    Bester Pinot-Noir-Produzent Deutschlands,

    in der Tat sind Deine Jugenderinnerungen nachvollziehbar, ohne tiefenpsychologische Wertung, und in der Tat mag die Annahme
    stimmen, dass uns hier eine der genialsten aber auch zerrissensten
    Musikerpersönlichkeiten verlassen hat.
    Nicht zuletzt deshalb nannte man ihn den KING of POP.

    Ich trauere jedoch mehr um den schönsten aller ‘ Drei Engel für Charlie ‘ ,
    Farah Fawcett-Majors, welche mich, in ein kleines Nichts aus knallrotem
    Badeanzug gewandet, jahrelang auf der Innenseite meiner Kleiderschrank-
    tür begleitete.
    Sie starb, ebenfalls gestern, in Los Angeles im Alter von 62 Jahre nach einem langen Krebs-Leiden.

    Was für den einen der Eine, war für den andern die Andere.

    Requiem aeternam dona ei, Domine.
    Et lux perpetua luceat ei.
    Requiescat in pace.
    Amen.

    Wir sollten bei einem guten Glas Pinot nach Sonnenuntergang im
    Lichte einer Fackel eine Schweigeminute einlegen…

    à votre santé

    dr sarkozy

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  • Christina

    Kann mich meinen beiden Vorschreibern nur anschließen. Was bleibt ist die Erinnerung an meine persönliche Jugend- und Discozeit. Wenn ich “Billy Jean” oder Thriller” höre, denke ich nur …schön war’s (der Kuss).

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