Alles über Wein und den Rest der Welt…

Hart aber Fair… und reichlich oberflächig!

In der gestrigen “Hart aber Fair” Sendung war das Thema: “Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit”. Neben Doku Soaps im Fernsehen ging es hauptsächlich, wie könnte es auch anders sein, um soziale Netzwerke im Internet. Eine sehr illustre Gesprächsrunde fand sich da zusammen, um über die Gefahren der Selbstdarstellung und des Voyeurismus, insbesondere im Internet zu diskutieren. Heraus kam reichlich wenig. Wie auch. Der Hang zur Selbstdarstellung und zum Zusschauen ist doch auch wirklich nichts Neues, und schon gar kein Phänomen des Internets. Diese Geschichte ist so alt, wie die Menschheit selbst. Da half es auch nichts, dass der Moderator versucht hat, die Facebook Einträge der ehemaligen “BUNTE” Chefredakteurin Beate Wedekind pseudokritisch zu betrachten. Natürlich ist es nicht von weltbewegender Wichtigkeit, dass ihr Flug gut gelandet ist und das Essen an Bord gut war. Was er, wie auch so viele andere, leider nicht verstehen will und kann, ist die Tatsache, dass diese Einträge für die Freunde von Frau Wedekind bestimmt sind. Und Freunden erzählt man nun einmal wie der Flug oder das Essen war. Und wen das stört, der muss es ja auch nicht lesen. Auch nicht wirklich neu waren die Beiträge des Tischexperten, einem Professor für Informatik aus Kaiserslautern. Von ihm kam die übliche Warnung, nicht zu viele private Dinge im Netz preiszugeben. Leider war sein Vergleich von StudiVZ und der Stasi dabei nicht wirklich hilfreich. Gerhart Baum, ehemaliger Innenminister, durfte auch zu Wort kommen und warnte und mahnte. Seine Kernaussage war, dass sich die Bürger mit Händen und Füßen gegen die Volkszählung gewehrt hätten, aber heute alles über sich im Internet Preis geben würden. Lieber Herr Baum, da gibt es einen ganz wesentlichen Unterschied. Die Volkszählung war ein “Muß” und die Teilnahme an sozialen Netzwerken ist freiwillig. Jeder der sich auf ein solches Netzwerk einläßt, weiss was ihn erwartet. Schließlich wird er beim Anmelden nach allen Daten gefragt. Wer allerdings so blöd ist, Bilder von sich beim letzten “Komasaufen” (oder gar noch schlimmeres) ins Netz zu stellen, dem ist nicht zu helfen. Aber auch das passiert freiwillig. Wenn durch solche Bilder der Internetruf nachhaltig ruiniert ist, ist doch aber bitteschön nicht der Betreiber der Seite schuld. Das ist zu einfach. Hier geht es eigentlich auch nicht um Schuld, sondern um Verantwortung und genaugenommen eigentlich um Erziehung. Da letzteres im Privaten wohl kaum noch stattfindet, wird es Zeit dieses Thema in die Schulen zu bringen. Das Internet und der Umgang damit gehören auf jeden Lehrplan. So einfach ist das! Das dies absolut notwendig ist, zeigte nicht zuletzt auch die Aussage von Gülcan Kamps (im TV verheiratete Moderatorin). Sie meinte, die Zeiten hätten sich geändert. 12jährige wären heutzutage geistig so weit und so reif wie 20jährige. Das war kein Witz, dass hatte Sie ernst gemeint…

Fast hätte ich es vergessen. Da waren noch zwei Gäste. Markus Berger de Léon, der Chef von StudiVZ und Alfred Biolek. Was allerdings Bio bei dieser Sendung gemacht hat, hat sich mir während der gesamten Zeit nicht erschlossen. Immerhin wissen wir jetzt alle, dass er auch schon eine E-Mail-Adresse hat. Abrufen tut er sie allerdings nicht selbst. Ein Mitarbeiter druckt sie aus und schickt sie ihm per Fax…

2 Kommentare zu “Hart aber Fair… und reichlich oberflächig!

  • eva

    Lieber Würtz,

    ‘Diese Sendung war peinlicher Schwachsinn.
    Angesichts der toten Soldaten in Afghanistan und vieler anderer ernster Probleme war das Thema dieses VIP-Rummels völlig daneben.
    Was müssen das für arrogante Leute sein, die eine solche Sendung machen und schnöselig moderieren.
    Leider habe ich bislang noch keine positive Reaktion der ARD auf die vielen kritischen Meinungen zu früheren Sendungen feststellen können. Stattdessen wird die Sendung immer niveauloser!
    Wirklich heiße Themen werden vermieden oder manipuliert.
    Auf diesen so “unabhängigen” Journalismus und seine VIPs können wir gerne verzichten… ‘
    @EVA
    Da hast Du wohl recht!

    Da hätten wir uns doch besser in den Garten gesetzt und ein gutes Glas Rotwein genossen..

    Liebe Grüsse

    Eva

    Reply
  • Klaus-Peter Baumgardt

    Ja, ja, und dass es neben Stuivz auch noch riechlich Blogger gibt, die im Netz ihre Arbeit leisten, ist überhaupt gar nicht erwähnt worden…

    @Klaus-Peter Baumgardt

    Natürlich nicht! Warum auch? Das hat ja nicht mit Qualitätsjournalismus zu tun :-( Aber mal ernsthaft: Langsam aber sicher gehen den ganzen Herrschaften die Argument aus. Da bleibt dann nur noch der erhobene Zeigefinger, den so oder so keiner sieht…

    Reply

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