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Twitter, die eierlegende Wollmichsau?

Twitter ist in aller Munde. Mittlerweile haben alle Medien, inklusive die Printmedien, dieses Thema für sich entdeckt. Kaum eine Publikation die sich nicht zu diesem Microbloggingdienst äußert. In der Regel sind diese Äußerungen skeptisch. Kaum einer sieht den Sinn von Twitter, teilweise machen sich diverse Journalisten auch gerne über Twitter lustig. Selbst der “Deutsche Weinbau” hat sich in seiner jüngsten Ausgabe im Editorial kurz über Twitter geäußert: “Ist twittern typisch weiblich?” wurde hier leicht süffisant gefragt. Andere wiederum beschäftigen sich mit der Frage wie Twitter kommerziell genutzt werden könnte. Meistens kommen sie dann zu dem Ergebnis, dass dies wohl nicht funktioniert.

Ich finde es schade und erstaunlich, das kaum einer das Potenzial das Twitter bietet erkennt. Man muss sich nur einmal die Entwicklung der vergangenen Monate betrachten. Täglich kommen zahlreiche neue Twitterer dazu, teilweise fast explosionsartig. Gerade in unserem Metier, Wein, ist eine enorme Entwicklung zu sehen. Was kann einem denn besseres passieren als “Follower” zu bekommen? Die Leute kommen freiwillig und sind daran interessiert, was man tut und von sich gibt. Das Ganze auch noch für umsonst und gratis. Wer gibt denn da noch Geld für Adressen aus, wenn die Sympathisanten und potenziellen Kunden von selbst kommen. Das muss man doch nutzen. Über Twitter lernt man Menschen und dann eben auch Kunden kennen. Man tauscht sich aus. Mal ernsthafter, mal weniger ernsthaft. Und schließlich macht man manchmal sogar noch ein Geschäft… Ich habe vor einigen Wochen den ersten “twittersalesday” durchgeführt, der mittlerweile auch einige Nachahmer gefunden hat. Natürlich verkauft man darüber nicht containerweise Wein. Aber es funktioniert. Der Aufwand ist vergleichsweise gering, und das ist doch ganz praktisch. Der Begriff “twittersalesday” ist so mittlerweile  zu einer festen Größe geworden. Ich kann jedem nur empfehlen sich mit dieser Thematik eingehend zu beschäftigen. Es ist natürlich nicht ganz so einfach, wie es sich anhört und erfordert auch einiges an Vorabeit. Fakt ist aber, dass dies die Zukunft ist, selbst wenn es irgendwann nicht mehr Twitter heißen sollte. Dann wird es eben eine anderes Medium geben. Diese Entwicklung ist kaum noch aufzuhalten, auch wenn einige das nicht wahrhaben wollen.

4 Kommentare zu “Twitter, die eierlegende Wollmichsau?

  • Biene

    Als das Automobil erfunden wurde, hat man sich gemeinhin auch über Damen der High-Society lustig gemacht, die mit diesen Ungetümen die Welt verunsicherten (zugegeben: über solcherlei Damen macht man sich auch heute noch lustig, aber ja wohl kaum mehr über das Vehikel). Und wie war’s mit dem Mobiltelefon, dem Flugzeug, dem Computer, …… Ganz normal, diese Skepsis. Den einen sind Neuerungen und moderne Entwicklungen grundsätzlich erst einmal suspekt, den nächsten fehlt ein bisschen Kreativität im Umgang mit dem Neuen und die letzten haben schlichtweg Angst um ihren Job!

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  • Werner Elflein

    Twitter ist eine Modeerscheinung und wird sich langfristig nicht durchsetzen. Die ersten Twitterer schließen ihren Account bereits wieder. Wie ich es an anderer Stelle bereits einmal formuliert habe: Wenn ich etwas zu sagen habe, tue ich dies in meinem Blog oder einem themenspezifischen Board. Wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich die Klappe. Auf eine gehaltlose Informationsflut im SMS-Stil kann ich gut und gerne verzichten.

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  • pivu

    In der einen oder anderen Form wird Twitter überleben. Vielleicht nicht reinrassig wie heute, aber doch als Add-On oder Zusatzfeature eines etablierten Kommunikationskanals.

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  • Harry Russ

    In einer Zeit wo es immer wichtiger wird b2c zu betreiben, denke ich, daß twitter, facebook etc. eine ideale Platform für virales Marketing darstellt.
    Im Übrigen kann ich nur Biene recht geben. Wenn die Menschheit alles abgelehnt hätte würden wir heute noch trommeln und im Lendenschurz raumlaufen

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