Alles über Wein und den Rest der Welt…

Where the fuck is „Auli” ?

Der Rheingau besteht aus zwei Dutzend Weindörfern, von A wie Assmannshausen bis W wie Winkel, oder von Lorchhausen im Westen bis Wicker im Osten. Alle haben ihre Weinberge, nur eines nicht: Aulhausen. Und dennoch ist das oberhalb von Assmannshausen gelegene, liebevoll „Auli“ abgekürzte „Nest“ mit seinen rund 1000 Einwohnern einen Besuch wert. Denn (mehr als) drei der 1000 Bürger sind Winzer mit Ambitionen: Strieth, Schön, Friesenhahn. Nie gehört?
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Am Kap… dem Himmel so nah…

Südafrika 2015 – persönliche Eindrücke, ein aktueller Überblick und ein Statement: Kann es ein besseres Ziel als Südafrika geben, um zwischen November und Februar dem deutschen Winter zu entfliehen, um eine großartige Landschaft zu erleben, um sehr guten Wein und kreative Speisen in großer Harmonie zu genießen – und das alles zu unschlagbar günstigen Preisen und ganz ohne Zeitverschiebung und Jetlag? Ein klares Nein. Südafrika ist als Reiseziel unerreichbar. Natürlich bedeutet die außergewöhnliche Vielfalt des Landes („The whole world in one country“) auch bisweilen bedrückende Gegensätze, und die gravierenden Unterschiede zwischen Reich und Arm sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu erleben. Der selbst für einen Journalisten schwer in Worte zu fassenden Faszination tut das aber keinen Abbruch. Wer von der Regenbogennation und ihrer außergewöhnlich schönen Heimat einmal infiziert ist, kommt wieder. Immer wieder. Als Weinenthusiast allemal!

Ich habe meine Reisen nach Südafrika seit dem ersten Trip 1984 ebenso wenig gezählt wie zigtausende „links“ gefahrene Kilometer, die besuchten Weingüter und Restaurants oder gar die verkosteten und getrunkenen Weine. Und die nächste Reise ist schon gebucht. Doch die Erlebnisse an der Spitze einer kleinen Gruppe von Rheingauer Weinenthusiasten, die ich hier zusammenfasse, hallen noch nach. Es mag vielleicht zutreffen – wie mancher „Experte“ meint -, dass Südafrika mit keiner Rebsorte wirklich absolute Weltspitze ist, um global die unübertroffene Benchmark zu setzen und andere Weinwelten zu stimulieren. Doch an der Großartigkeit vieler Weine ändert das nichts.

Diesmal führte meine Reise auf Routen durch Franschoek und Stellenbosch, rund um den Paarlberg, nach Kapstadt, über die Helderberg-Wineroute (Somerset-West) und schließlich ins kühlere Hemel-en-Aarde-Valley (Hermanus), wo ausgezeichnete Pinot Noirs wachsen. Und ich habe durchaus World-class-Weine gefunden:

Pinot Noir & Chardonnay: Was Peter Finlayson und sein Sohn im Hemel-en-Aarde-Valley erzeugen, verdient allergrößte Beachtung. Den Galpin-Peak-Pinot-Noir (2013) habe ich mit 94 Punkten bewertet, die Tete de Cuvee (2012) mit 96 Punkten. 2014 Peter Max Crystallum Pinot Noir liegt da nur eine Handbreit (93 P) dahinter. Und der Missionvale Chardonnay Single Vineyard (2014) gehört mit seinem burgundischen Stil, durch seine Balance, Tiefe und Eleganz zu den besten im Land (94 P.). Beim Altmeister Hamilton-Russel gleich nebenan haben wir die Gelegenheit einer Pinot-Noir-Vertikale (2010 bis 2014) ergriffen und den Jahrgang 2012 als herausragend (93-94 Punkte) bewertet. Natürlich sind Besuche bei Newton-Johnson (2012 Full Stop Rock gefiel am besten, 89 Punkte), Sumaridge (klasse Chardonnay, 89 Punkte) neben dem Cigar-Wein Epitome, 88), und Ataraxia (2014 Chardonnay besonders animierend, 93+ P, der Pinot Noir ebenfalls sehr gut, 91 P.) eine Pflicht für jeden Besucher im wunderschönen Tal, ebenso bei Creation (wahnsinnig guter Tropfen ist „The Art of Chardonnay“, 93 Punkte, Präzision, Tiefe und Schmelz).

Chenin blanc & Pinotage: Die guten Noten für Chardonnay und Pinot Noir in diesem Beitrag  verstellen vielleicht den Blick darauf, dass ich eigentlich ein überzeugter Fan von Chenin blanc und autochthonem  Pinotage bin. Deshalb ist ein Besuch bei Kanonkop (bester Rotweinerzeuger der Reise knapp vor Rust en Vrede, authentische Weine mit kühlen Zug und Charakter, 2013 Pinotage ganz groß, 93 P.) ein absolutes Muss. Beim Chenin blanc gefielen besonders gut Waterkloof (Chenin blanc 2013) und Kleine Zalze (2014 Old Bush Vine Family Reserve), aber auch Grande Provence (2013 Chenin blanc in Gigant) in fast jeder Hinsicht. Ohnehin lud Grand Provence einmal mehr zum Schwärmen ein. Besser kann eine Reise durch RSA nirgendwo beginnen als hier mit einem Lunch.

Rote und weiße Blends: die meisten Icon-Weine Südafrikas sind Blends, daran führt kaum ein Weg vorbei (Ausnahme 2011 Cabernet von Kanonkop und 2012 Cabernet von Rust en Vrede, beide 92 P.), beispielsweise 2012 Kanonkop Paul Sauer (supertop 95 Punkte, wow), aber auch 2012 Rust en Vrede Estate (94 Punkte); Zu den feinsten weißen Blends zähle ich Circle of Life von Waterkloof und den Grand Provence White. Ohnehin: die Weißweine von Grand Provence zählten sämtlich zur Spitze der Region in diesem Jahr.

Zu den weiteren Tops gehören vor allem die die gereiften „Millenium Weine“ (93 Punkte für 2004) und die 2011 „Hanneli R“ (92 P.) von La Motte, die Spitzenweine der Sadie Family (Swartland Revolution) wie 2013 Columella (rot) und 2013 Palladius (92 und 93 Punkte), aber auch Vilafonté Series C (93 P) und 2010 The Jem von Waterford (96 Punkte), ferner 2009 Ashbourne (93 P), der hauptsächlich ein Pinotage ist, aber auch der 2006 Rubicon von den Könnern von Meerlust.

PS: den besten Sekt gibt es derzeit bei Colmant in Franschoek (die Brut Reserve), den besten Rosé ebenfalls bei Kanonkop. Und ansehen sollte man sich schon aus touristischen und architektonischen Gründen by the way in jedem Fall Cavalli und Uva Mira, Waterford und Dornier, Haut Cabriere und Dieu Donne, natürlich auch Waterkloof und Vergelegen, Creation und Ataraxia und dort das ganze Himmel- und Erde-Tal, in dem man dem (Wein-) Himmel so unglaublich nahe ist.