<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Würtz-Wein &#187; Wein und Politik</title>
	<atom:link href="http://wuertz-wein.de/wordpress/category/wein-und-politik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://wuertz-wein.de/wordpress</link>
	<description>Alles über Wein und den Rest der Welt...</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 May 2012 12:47:40 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Lesetipp für Winzer&#8230;</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/10/lesetipp-fur-winzer/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/10/lesetipp-fur-winzer/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 09:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=5142</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;und Weinbaufunktionäre&#8230; Das Bundeskabinett hat einen Entwurf zur Änderung des Weingesetzes beschlossen. Klingt nicht wirklich aufregend, ist es aber. Während wir uns hier alle die Köpfe in Sachen EU-Weinmarktreform und Herkünfte und Bezeichnungen heiss reden, ist das Kabinett allem Anschein nach schon ein Stück weiter. Wie auf &#8220;agrarheute.com&#8221; zu lesen ist, hat das Kabinett einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8230;und Weinbaufunktionäre&#8230;<span id="more-5142"></span></p>
<p>Das Bundeskabinett hat einen Entwurf zur Änderung des Weingesetzes beschlossen. Klingt nicht wirklich aufregend, ist es aber. Während wir uns hier alle die Köpfe in Sachen EU-Weinmarktreform und Herkünfte und Bezeichnungen heiss reden, ist das Kabinett allem Anschein nach schon ein Stück weiter. Wie auf <a href="http://www.agrarheute.com/weingesetz-511633?suchbegriff2=Weingesetz">&#8220;agrarheute.com</a>&#8221; zu lesen ist, hat das Kabinett einige ganz spannende Dinge in den Entwurf gepackt.</p>
<p>Sehr spannend liest sich folgender Passus:</p>
<p><em>&#8220;Der Gesetzesvorlage zufolge soll die heimische Weinwirtschaft außerdem die Möglichkeit erhalten, Qualitäts- und Prädikatsweine künftig mit einem alten Kataster- oder Gewannnamen zu bezeichnen, der zuvor nach einem landesrechtlich geregelten Verfahren in die Weinbergrolle eingetragen worden ist.&#8221; </em></p>
<p>Damit könnten alte Lagen, die 1971 verschwunden sind, wieder auftauchen. Gute Beispiele gäbe es genug: &#8220;Geyerscheiss&#8221; in Dienheim oder das &#8220;Hinterhaus&#8221; in Rüdesheim. Gerade letzteres wäre sehr spannend. Einfach ist das natürlich nicht, keine Frage, schließlich muss das Ganze in die Weinbergsrolle eingetragen werden. Passiert dies nicht, klingt das aber so, als ob das durchaus gerichtlich durchzusetzen wäre. Die EU freut sich sicherlich, wenn sie einem Bundesland die Grenzen aufzeigen kann&#8230; <img src='http://wuertz-wein.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ein wenig muss ich da schon schmunzeln. Man lese bitte einmal <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2009/03/11/eu-weinmarktreform-die-marktwirtschaft-halt-einzug/">meinen uralten Blogbeitrag unter Punkt vier&#8230;</a></p>
<p>Noch viel spannender sind aber die ganzen Abschnitte zum Thema &#8220;Weinbau in Steillagen&#8221;. Der könnte künftig geschützt und gefördert werden. Beispielsweise so: &#8220; Die Qualität der in Steil- oder Terassenlage erzeugten Weine könnte aber zum Beispiel dadurch hervorgehoben werden, dass der Anbau auf bestimmte Rebsorten oder der Hektarhöchstertrag beschränkt werde&#8221;. Wenn dieser Fall tatsächlich eintreten sollte, ist dann aber bitte das Argument: &#8220;Die Abschaffung der Pflanzrechte gefährdet den Weinbau in Steillagen&#8221; ein für allemal zu den Akten zu legen. Und da es gerade so schön aktuell ist, sollte der Eiswein auch ein wenig besser definiert werden&#8230;</p>
<p>Man darf also gespannt sein, was aus diesem beschlossenen Entwurf wird. In jedem Fall ist das alles gar nicht einmal sooo blöd!</p>
<div class="shr-publisher-5142"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/10/lesetipp-fur-winzer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kein Eiswein</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/09/kein-eiswein/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/09/kein-eiswein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 06:18:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=5136</guid>
		<description><![CDATA[Gestern ging die Meldung durch die Nachrichten: 90 Prozent aller &#8220;Eisweine&#8221; des Jahrgangs 2011 erfüllen die gesetzlichen Mindestbestimmungen nicht und dürfen nicht als Eiswein vermarktet werden. Die Trauben, so sagt das Ministerium, waren zu faul und zum Zeitpunkt der Lese nicht gefroren. In der Tat war 2011 alles, nur kein Eiswein-Jahrgang. Ich war ehrlich gesagt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Gestern ging die Meldung durch die Nachrichten: 90 Prozent aller &#8220;Eisweine&#8221; des Jahrgangs 2011 erfüllen die gesetzlichen Mindestbestimmungen nicht und dürfen nicht als Eiswein vermarktet werden.<span id="more-5136"></span></p>
<p>Die Trauben, so sagt das Ministerium, waren zu faul und zum Zeitpunkt der Lese nicht gefroren. In der Tat war 2011 alles, nur kein Eiswein-Jahrgang. Ich war ehrlich gesagt reichlich verwundert, als die ersten Erntemeldungen kamen, insofern verwundert mich das alles jetzt nicht wirklich.</p>
<p>Schade und ärgerlich ist es allemal, insbesondere für die betroffenen Winzer. Eiswein ist ein sehr gutes und lohnendes Geschäft &#8211; leider auch die Möglichkeit, Übermengen noch vermarktungsfähig zu machen. Allerdings entsteht jetzt wieder einmal eine Situation, in der deutscher Wein nicht lieferbar ist und damit Gefahr läuft, ausgelistet zu werden. Ich rede hier von Listungen im LEH und im Discounter. Der Eiswein ist das Paradebeispiel, um die wirklichen Herausforderungen im deutschenWeinbau klar zu machen. Wirtschaftlich und politisch.</p>
<p>Eiswein ist sicherlich die absolute Krönung eines Jahrganges. Früher und starker Frost, gesunde Trauben und das Ganze wird schnell zum grossen &#8220;Jahrhundert-Tröpfchen&#8221;. Die wirklich guten Eisweine gehören ganz sicher zu den besten Süßweinen der Welt und haben dementsprechen ihren Preis. Eiswein ist aber auch ein Kellerei-Produkt. Großflächig mit dem Vollernter gelesen und im Fass an die grossen Kellereien verkauft, findet dieser Wein seinen Weg in die Regale der Märkte. Ich kenne einige Betriebe, die sich auf die Erzeugung dieser Weine spezialisiert haben und die Nachfrage ist da. Auch aus dem Ausland. In jüngster Zeit verstärkt aus China. Diese Nachfrage gilt es zu befriedigen die Frage ist nur: wie?</p>
<p>Wer Jahr für Jahr Eiswein haben will, der wird wohl nicht umhin kommen, diverse technische Verfahren zuzulassen. Trauben einfrieren, Most einfrieren, was auch immer, &#8220;Eiswein&#8221; kann man auch ohne natürlichen Frost herstellen. Ist das schlimm? Na ja, wie man es nimmt! Es ist sicherlich nicht der ideale Weg, aber was ist die Alternative? Auf ein selbstregulierendes Element und die tiefe Einsicht zu vertrauen funktioniert ja nicht wirklich, wie man gerade sieht. Der Eiswein wird gemacht, egal wie. Hinterher ist das Erstaunen, die Aufregung und der Schaden gross. Schnell wird von Schummelei, gar Betrug, geredet. Das macht keinen Sinn und die Probleme einer solchen &#8220;Kommunikation&#8221; liegen auf der Hand.</p>
<p>Es ist, wie es immer ist, es muss einfach noch viel stärker differenziert werden. Der gesamte Weinbau ist zu hinterfragen, mit allen seinen Regularien und Bestimmungen. Heute ist ja die Anhörung im Bundestag in Sachen &#8220;EU-Weinmarktreform&#8221;. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Ich befürchte wenig&#8230;</p>
<div class="shr-publisher-5136"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/05/09/kein-eiswein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>EU-Reform &#8211; her mit der Fläche!</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/04/17/eu-reform/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/04/17/eu-reform/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 08:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=5108</guid>
		<description><![CDATA[Die EU-Weinmarktreform sieht einen Wegfall der Pflanzrechte vor. Dagegen regt sich seit längerer Zeit Widerstand, der nun immer massiver wird. ich habe hier auf meinem Blog ja schon öfter über dieses Thema berichtet. Bisher war es so, dass ein Winzer nicht beliebig Weinberge anlegen kann wie und wo er möchte. Er braucht dazu so genannte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die EU-Weinmarktreform sieht einen Wegfall der Pflanzrechte vor. Dagegen regt sich seit längerer Zeit Widerstand, der nun immer massiver wird.<span id="more-5108"></span></p>
<p>ich habe hier auf meinem Blog ja schon öfter über dieses Thema berichtet. Bisher war es so, dass ein Winzer nicht beliebig Weinberge anlegen kann wie und wo er möchte. Er braucht dazu so genannte Pflanzrechte und diese sind limitiert. Damit will man sich vor Überproduktionen &#8211; wie in der Landwirtschaft früher gerne üblich &#8211; schützen. Diese Pflanzrechte sollen wegfallen. Damit wäre der Weg frei eben doch überall Wein anzubauen, sofern das Gelände &#8220;weinbauwürdig&#8221; ist. Davor fürchten sich viele, hat es den Anschein. Hauptsächlich fürchten sich die Weinbaufunktionäre &#8211; so kommt es mir jedenfalls vor. <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.eu-parlament-in-bruessel-winzer-wollen-weiter-begrenzte-rebflaechen.bba428be-97eb-429f-a6d5-ab1eb47ba7ea.html">Die Argumente für die Beibehaltung dieses Anbaustopps sind immer die gleichen</a>. Und ich kann sie leider immer noch nicht nachvollziehen&#8230; Ich halte sie nachgerade für falsch!</p>
<p><em>Die Steillagen sterben, die Qualität sinkt und damit auch der Preis und der deutsche Weinbau geht unter.</em></p>
<p>So könnte man diese Argumente zusammenfassen. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser: die Steillagen sterben schon seit Jahrzehnten, dass die Qualität sinkt ist nicht erwiesen und wenn der deutsche Weinbau untergeht, dann liegt das ganz sicher nicht am Wegfall der Pflanzrechte, sondern an ganz anderen Dingen. Wobei ich mir absolut sicher bin, dass der deutsche Weinbau nicht untergehen wird.</p>
<p>Betrachtet man sich die bisher gängige Praxi,s so bleibt eigentlich nur festzustellen, dass dieses System der Regulierung so oder so nicht funktioniert hat. Überproduktion, Destillation und Prämien für Rodungen waren das Thema &#8211; insbesondere in Spanien war dies an der Tagesordnung. Wie ist die Situation jetzt? Es gibt zu wenig Wein auf dem Markt. Das höre ich momentan immer wieder, wenn ich mich beispielsweise mit grossen Kellereien unterhalte. was spricht also gegen eine Ausdehnung der Rebfläche? Nichts eigentlich, wenn es richtig angepackt wird. Es muss klar sein um was es geht! Kein Mensch braucht weitere  10.000 Hektar Grand Crus. Was wir aber brauchen sind ordentliche Basisweine. Die sind für niemanden eine Gefahr, sondern eher eine Bereicherung für alle. Ein Konzept muss her, getragen von den Produzenten, den Abfüllern UND dem Handel &#8211; in diesem Fall dem LEH und den Discountern. Gäbe es ein solches Konzept, wäre allen geholfen und niemandem geschadet. Schade, dass sich darüber keiner ernsthaft Gedanken macht!</p>
<div class="shr-publisher-5108"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/04/17/eu-reform/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geschmackskorridor</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/03/27/geschmackskorridor/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/03/27/geschmackskorridor/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 11:03:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=5061</guid>
		<description><![CDATA[Es gab im vergangenen Jahr mehrere Wörter, die das Zeug zum Unwort des Jahres hatten, in unserer Branche ist das sicherlich das Wort &#8220;Geschmackskorridor&#8221;Ich bin mir immer noch nicht wirklich sicher, was das eigentlich heissen und bedeuten soll, &#8220;Geschmackskorridor&#8221;. Ich nehme einmal an, dass ist die Umschreibung für &#8220;so soll es schmecken&#8221;. Würde sich dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Es gab im vergangenen Jahr mehrere Wörter, die das Zeug zum Unwort des Jahres hatten, in unserer Branche ist das sicherlich das Wort &#8220;Geschmackskorridor&#8221;<span id="more-5061"></span>Ich bin mir immer noch nicht wirklich sicher, was das eigentlich heissen und bedeuten soll, &#8220;Geschmackskorridor&#8221;. Ich nehme einmal an, dass ist die Umschreibung für &#8220;so soll es schmecken&#8221;. Würde sich dieser Korridor auf &#8220;trocken&#8221; oder &#8220;süss&#8221; beschränken, würde ich es verstehen, wenngleich sich mir dieses Wort dann immer noch nicht erschliessen würde. Ich befürchte allerdings, es geht da um mehr als nur &#8220;trocken&#8221;. Ich höre dieses Wort eigentlich immer nur im Kontext mit der neuen VDP-Klassifizierung und deren Umsetzung. Es klingt so, als ginge es um mehr, quasi um den Weinstil und damit um die Identität. Letzteres lässt sich, glaube ich, nur ganz schwierig theoretisch definieren. Ich kann auch erklären warum&#8230;.</p>
<p>Ich war schon immer ein glühender Verfechter des komplett durchgegorenen Weines. Knochentrocken musste er sein, alles andere war Quatsch. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass ein Wein mit 20 Gramm Restzucker in der Lage ist, seine Herkunft zu zeigen. Ich muss das revidieren, ich erlebe gerade, dass das auch totaler Quatsch ist. Ich hatte kürzlich eine Reihe von Mosel-Weinen auf dem Tisch. Allesamt Kabinette, allesamt &#8220;feinherb&#8221;, also im Restzucker so um die 25 Gramm. Ich war absolut erstaunt über die Wiedererkennbarkeit der Lagen und den großen Spaß, den mir die Restsüße bereitete. Vielleicht ist doch etwas dran, dass man mit zunehmendem Alter mehr und mehr Weine mit Restsüße trinken möchte. Wie passt so etwas dann in den besagten Geschmackskorridor, ohne per Definition noch mehr Verwirrung zu stiften? Was mache ich, wenn der Wein einfach aufgehört hat zu gären und trotz des &#8220;Zuckerschwänzchens&#8221; grossartig schmeckt &#8211; und dabei auch noch die Herkunft widerspiegelt? Verklappen, weil er nicht in den Geschmackskorridor passt? Klingt irgendwie nicht wirklich gut&#8230;</p>
<p>Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich habe ein Problem mit diesem Begriff und dem was sich dahinter verbirgt. Einen Geschmackskorridor für eine Champagner-Marke im LEH  definieren&#8230; kein Problem! Gleiches gilt für einen Markenwein in diesem Segment. Bei allem anderem habe ich da so meine Zweifel. Ganz klar, trocken oder eben nicht trocken &#8211; dass kann man definieren. Alles andere wird irgendwie schwierig.</p>
<div class="shr-publisher-5061"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/03/27/geschmackskorridor/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bio-Wein</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/02/11/bio-wein/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/02/11/bio-wein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 08:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4927</guid>
		<description><![CDATA[In der vergangenen Woche hat die EU endlich nach jahrelangem Hin und Her die Rechtsvorschriften zum Bio-Wein verabschiedet. Bisher gab es keinen &#8220;Bio-Wein&#8221;, sondern lediglich &#8220;Wein aus ökologisch erzeugten Trauben&#8221;. Die EU-Öko-Verordnung hörte an der Kellertür auf. Dies ist nun ganz offiziell anders, ab sofort gibt es &#8220;Bio-Wein&#8221; und man darf das auch auf das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>In der vergangenen Woche hat die EU endlich nach jahrelangem Hin und Her die Rechtsvorschriften zum Bio-Wein verabschiedet.<span id="more-4927"></span></p>
<p>Bisher gab es keinen &#8220;Bio-Wein&#8221;, sondern lediglich &#8220;Wein aus ökologisch erzeugten Trauben&#8221;. Die EU-Öko-Verordnung hörte an der Kellertür auf. Dies ist nun ganz offiziell anders, ab sofort gibt es &#8220;Bio-Wein&#8221; und man darf das auch auf das Etikett schreiben. Ein jahrelanger Streit der verschiedenen Wein produzierenden Länder hat nun ein Ende. Im wesentlichen ging es bei diesem Streit immer um die Schwefelung des Weins. Hierfür gibt es jetzt gesetzlich festgelegte Höchstgrenzen, die um 50 mg pro Liter niedriger liegen als die des konventionell erzeugten Weins. Des Weiteren verbietet die EU folgende oenologische Verfahren bei der Herstellung des Weins:</p>
<p>• teilweise Konzentrierung durch Kälte<br />
• teilweise Entalkoholisierung<br />
• Entschwefelung durch physikalische Verfahren<br />
• Behandlung durch Elektrodialyse<br />
• Behandlung mit Kationenaustauschern.</p>
<p>Das Ganze muss dann natürlich noch in nationales Recht umgesetzt werden&#8230;</p>
<div class="shr-publisher-4927"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/02/11/bio-wein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Viel Lärm um nichts&#8230;</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/28/viel-larm-um-nichts/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/28/viel-larm-um-nichts/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 09:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4894</guid>
		<description><![CDATA[Seit zwei Tagen gibt es gefühlt nur ein Thema in der digitalen Weinwelt: Der VDP und seine neue Klassifikation. Ohne zu überteiben könnte man sagen es herrscht große Aufregung und großes Unverständnis. Auf den ersten Blick ist die &#8220;neue&#8221; Klassifikation des VDP in der Tat ein wenig verwirrend. Insbesondere die dritte und vierte Stufe: &#8220;Erste Lage&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Seit zwei Tagen gibt es gefühlt nur ein Thema in der digitalen Weinwelt: Der VDP und seine neue Klassifikation. Ohne zu überteiben könnte man sagen es herrscht große Aufregung und großes Unverständnis.<span id="more-4894"></span></p>
<p>Auf den ersten Blick ist die &#8220;neue&#8221; Klassifikation des VDP in der Tat ein wenig verwirrend. Insbesondere die dritte und vierte Stufe: &#8220;Erste Lage&#8221; &#8211; &#8220;Große Lage&#8221; erscheint erklärungsbedürftig, das Wort &#8220;Einweinprinzip&#8221; wohl auch &#8211; aber nur, wenn man es auf Teufel komm raus und um jeden Preis eben NICHT verstehen will. Es findet doch alles schon längst statt. Zahlreiche Betriebe haben diese Drei- und Vierstufigkeit der Bezeichnungen schon lange. Ganz viele machen doch schon seit Jahren eben nur einen trockenen Wein aus den besten Lagen und verwirrend ist unser deutsches Bezeichnungsrecht im Übrigen schon seit Jahrzehnten! Wenn die &#8220;neue&#8221; VDP Klassifikation eins zu eins umgesetzt werden würde, wäre das Ganze eigentlich total einfach und überschaubar. Schwierig wird die ganze Geschichte doch nur aufgrund der vielen Kompromisse die gemacht werden mussten.</p>
<p>Ganz wichtig in der gesamten aufgeregten Diskussion ist übrigens die Tatsache, dass der VDP lediglich ein Verband ist. Hier hat also nicht der Gesetzgeber neue Weinbezeichnungen beschlossen, sondern ein Verband. Noch dazu ein kleiner mit gerade einmal 200 Mitgliedern &#8211; zweifelsohne aber natürlich ein wichtiger. Dieser Verband und seine Mitglieder muss nun sehen, ob er im Wettbewerb mit all den anderen Weinerzeugern mit dieser &#8220;neuen&#8221; Weinbezeichnung, respektive Klassifikation, bestehen kann. Um nicht mehr und nicht weniger geht es. Hier geht es nicht um die Zukunft des deutschen Weins, wie ich aus einigen Kommentaren und Beiträgen herauslese. Hier geht es lediglich um den Wunsch und die Sehnsucht einiger deutscher Weinproduzenten ähnlich anerkannt zu werden wie ihre französischen Kollegen. Es geht darum im Konzert der &#8220;Grand Crus classé&#8221;  mitspielen zu dürfen. Um das zu können muss man, abgesehen vom sehr guten Wein, eine starke Marke haben. Dies soll die neue Klassifikation erleichtern, so verstehe ich das jedenfalls. Ob das funktioniert wird die Zeit zeigen, genauso wie der Wettbewerb es zeigen wird.  Hier sind 200 selbständige Unternehmer am Werk, die sicherlich darüber nachdenken, was sie tun und nicht freiwillig mal eben ihre Existenz aufs Spiel setzen, weil der Begriff &#8220;Grosse Lage&#8221; so nett klingt&#8230;</p>
<div class="shr-publisher-4894"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/28/viel-larm-um-nichts/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>67</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>VDP Klassifikation</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/26/vdp-klassifikation/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/26/vdp-klassifikation/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 10:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4887</guid>
		<description><![CDATA[Gestern fand in Neustadt die außerordentliche Mitgliederversammlung des VDP statt. Es ging nur um ein Thema: der Beschluß über die Weiterführung der VDP-Klassifikation. Die letzten Tage waren geprägt von Diskussionen, vorschnellen Veröffentlichungen und damit einiges an Unmut. Gerade letzteres war, und das ist wohl menschlich, eher emotional als inhaltlich. Gestern nun wurde einstimmig eine neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Gestern fand in Neustadt die außerordentliche Mitgliederversammlung des VDP statt. Es ging nur um ein Thema: der Beschluß über die Weiterführung der VDP-Klassifikation.<span id="more-4887"></span></p>
<p>Die letzten Tage waren geprägt von Diskussionen, vorschnellen Veröffentlichungen und damit einiges an Unmut. Gerade letzteres war, und das ist wohl menschlich, eher emotional als inhaltlich. Gestern nun wurde einstimmig eine neue Herkunftsdefinition beschlossen, die wie folgt aussieht:</p>
<p style="text-align: center;">VDP Grosse Lage</p>
<p style="text-align: center;">VDP Erste Lage</p>
<p style="text-align: center;">VDP Ortswein</p>
<p style="text-align: center;">VDP Gutswein</p>
<p>Der trockene Wein aus der &#8220;Grossen Lage&#8221; ist das &#8220;Grosse Gewächs&#8221;, Prädikatswein trocken gibt es nur noch im Gutsweinbereich (maximal bis Spätlese) und nicht mehr mit Lagenangabe. Regionale Ausnahmen sind hier allerdings möglich &#8211; im Rheingau, beispielsweise, kann es also weiterhin einen trockenen Lagenkabinett geben. Das Ganze gilt ab dem Jahrgang 2012. In den kommenden Monaten müssen nun die Regionalverbände die Detailkonzepte erarbeiten, dazu gehört insbesondere die Festlegung der &#8220;Grossen Lagen&#8221;.</p>
<p>Mit diesem Beschluss hat der VDP einen großen, vielleicht sogar den größten Schritt seiner jüngeren Vergangenheit getan. Eine nunmehr jahrelange Diskussion um Klarheit und Feinjustierung einer logischen Klassifikation ist beendet. Ob und wie das Ganze im Markt angenommen wird bleibt abzuwarten.</p>
<div class="shr-publisher-4887"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/26/vdp-klassifikation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>35</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Think global &#8211; act local</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/20/think-global-act-local/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/20/think-global-act-local/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 09:26:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4870</guid>
		<description><![CDATA[…ist einer der meist zitierten Sprüche der letzten zehn Jahre. Die Welt ist zum Dorf geworden, globalisiert, in Echtzeit via Internet zu durchreisen. Umso wichtiger wird da die regionale Identität – insbesondere wenn es um eines der wichtigsten Kulturgüter der Region geht, in der ich lebe – den Wein. Der Rheingauer Riesling genießt seit Jahrhunderten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>…ist einer der meist zitierten Sprüche der letzten zehn Jahre. Die Welt ist zum Dorf geworden, globalisiert, in Echtzeit via Internet zu durchreisen. Umso wichtiger wird da die regionale Identität – insbesondere wenn es um eines der wichtigsten Kulturgüter der Region geht, in der ich lebe – den Wein.<span id="more-4870"></span></p>
<p>Der Rheingauer Riesling genießt seit Jahrhunderten weltweit ein hohes Ansehen. Keine Region der Welt ist so geprägt von einer Rebsorte wie der Rheingau. Diese jahrhunderte alte Tradition wird von den Rheingauer Weingütern, dem Weinbauverband, den Menschen der Region und sogar der lokalen Politik gelebt. Man findet ein derartiges Traditionsbewusstsein nur noch selten in unserem Land – insbesondere dann, wenn es quasi schranken- und grenzenlos ist.</p>
<p>Natürlich hat der Rheingau, wie alle anderen deutschen Anbaugebiete auch, seine alltäglichen Probleme und kleinen Schwächen. Wein ist nun einmal ein nicht final durchzudeklinierendes Produkt. Viele Faktoren spielen letztendlich für dessen Qualität eine Rolle, auf einige davon kann der Mensch keinen Einfluß nehmen. Worauf allerdings immer Einfluß auszuüben ist, ist der politische Aspekt des Weinbaus.</p>
<p>Der Rheingau ging im Jahr 1999 mit der ersten gesetzlich geregelten Lagenklassifizierung, dem „Ersten Gewächs“, einen großen und weiten Schritt. Weiter als alle anderen Anbaugebiete zur damaligen Zeit, weiter als alle anderen Gebiete auch heute noch jemals gegangen sind. Das Ziel war, ein verständliches und transparentes, nachvollziehbares Gütesiegel für einen Wein zu präsentieren. Schon im Jahr der gesetzlichen Verabschiedung ging dies nicht ganz ohne Reibung. Soviel Reibung, dass einer der Väter dieser Klassifizierung, der leider verstorbene Bernhard Breuer, gar nicht erst mitmachte und schlussendlich sogar aus dem VDP austrat. Zeitgleich fusionierten die „Charta“-Weingüter im Rheingau mit dem regionalen VDP-Verband. Letzterer war auf einmal, gemessen an der Größe des Anbaugebietes, ein „Riesen-Verband“. Betrachtet man diese gesamte Geschichte und die Entwicklung des Gütesiegels „Erstes Gewächs“ in diesen mehr als zehn Jahren, so muss man leider zu dem Ergebnis kommen, dass das Ganze nie wirklich richtig funktioniert hat.</p>
<p>Das „Erste Gewächs“ ist, bis auf wenige Ausnahmen, im Markt nicht angekommen – im Bewusstsein leider noch weniger. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicherlich nicht einfach zu erklären. Ein „Erstes Gewächs“ ist der trockene Spitzenwein aus einer klassifizierten Lage – als solches wird er leider kaum wahrgenommen. Insbesondere die Journalie tut sich in den letzten Jahren schwer mit diesen Weinen. Dies alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass es diese Klassifizierung gibt und diese alleine im Rheingau gesetzlich geregelt ist. Ohne Frage ist es immer schwierig, gesetzliche Regelungen und handwerkliche Kreativität unter einen Hut zu bringen. Eine Überregulierung ist in der Regel der Tod jeglicher Kreativität. Dennoch gibt eine solche Regelung auch eine gewisse Sicherheit, wenngleich auch keine finale.</p>
<p>Der Bundesverband des VDP hat nun beschlossen, seine eigene Klassifizierung einer Prüfung und Feinjustierung zu unterziehen. Auch das ist sicherlich notwendig und auch sehr zu begrüßen. Der Begriff der „Ersten Lagen“ soll verschwinden und stattdessen nur noch von „Grossen Lagen“ die Rede sein. Das vereinfacht natürlich die Kommunikation, insbesondere wenn es um ein „Grosses Gewächs“ geht. Das kommt dann logischerweise aus der „Grossen Lage“. Der Rheingauer VDP hat bisher auf den Begriff „Grosses Gewächs“ verzichtet und selbstverständlich den Begriff „Erstes Gewächs“ verwendet. Das wird sich ändern – dies soll sich ändern. Laut aktueller Beschlussvorlage sollen künftig auch die trockenen Rheingauer Spitzenweine „Grosses Gewächs“ heissen – allerdings nur die der VDP-Betriebe. Was das bedeutet ist klar – das Ende der alten Begrifflichkeit „Erstes Gewächs“ als Gütesiegel, der Beginn einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ im Rheingau. Theoretisch steht zwar auch Nichtmitgliedern des VDPs ein Zugang zum „Grossen Gewächs“ zu, in der Praxis ist dies allerdings meines Wissens nach noch nicht passiert.</p>
<p>Für den Rheingauer VDP ist dies sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Überprüfung aller „Ersten Lagen“, gegebenenfalls eine Aufwertung dieser zu „Grossen Lagen“ und mit dem „Grossen Gewächs“ eine deutliche Abgrenzung zu der, durchaus als medioker zu bezeichnenden, Vielzahl bisheriger „Erster Gewächse“. Weine, die zwar gut sind, aber eben nicht groß. Für den Rheingauer Weinbau allerdings ist dieser Schritt durchaus schwierig, vielleicht sogar eine der größten Herausforderungen der jüngeren Geschichte. Der VDP, mit all seiner medialen Kraft, wird sich, ob er will oder nicht, deutlich vom bisherigen „Ersten Gewächs“ abheben. Das „Erste Gewächs“ wird im Alltag zwangsläufig mit dem Zusatz “nur“ versehen werden und es wird im Volksmund heissen: „Das ist nur ein Erstes Gewächs, kein Grosses Gewächs“.</p>
<p>Es steht nicht weniger als die regionale Einigkeit und damit auch die Identität auf dem Spiel. Eine Elite – und als solche versteht sich der VDP – hat auch immer Verantwortung. Viel mehr Verantwortung als andere, denn Eliten werden gehört, beachtet und haben einen leichteren Zugang zu Entscheidern. Das ist alles nicht wirklich gerecht, aber so läuft das nun einmal. Bisher sind im Rheingau quasi alle gleich. Wer ein „Erstes Gewächs“ haben will, muss den Wein durch die vorgeschriebene Prüfung bekommen – fertig! Beim „Grossen Gewächs“ des VDP muss die bisherige Prüfung künftig entfallen – schließlich findet diese in den anderen Gebieten in dieser Form auch nicht statt. „Erste Gewächse“ hingegen werden weiterhin wie bisher geprüft und dann wohl langsam aber sicher den gleichen Status einnehmen wie Kammerpreise: Nett, aber braucht niemand!</p>
<p>Dass das gesamte System justiert, überarbeitet und verbessert werden muss, steht ausser Frage. Zumindest dann, wenn man auf Dauer erfolgreich diese Marke „Grosses Gewächs/Erstes Gewächs“ etablieren will. Will man allerdings die Vielfalt der Regionalität wahren, ein Gebiet nicht unnötigerweise zerpflücken, so muss man allen die Chance geben, an einer derartigen Klassifizierung teilzunehmen. Es wäre ganz einfach. Die bisherige Lagenklassifizierung wird überprüft, die echten „Grossen Lagen“ herausgefunden und als solche bezeichnet und wer im Besitz eines Weinberges in einer solchen Lage ist, darf auch ein „Grosses Gewächs“ produzieren. Das Ganze konsequent nur der Qualität des Weines geschuldet und wir haben ein Klassifizierungsmodell, das einfach, transparent und gerecht ist.</p>
<p>Zum Thema des potenziellen Wegfalls der trockenen Prädikate komme ich ein anderes Mal</p>
<div class="shr-publisher-4870"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/20/think-global-act-local/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Eilmeldung&#8221;&#8230;</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/17/eilmeldung/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/17/eilmeldung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 18:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4857</guid>
		<description><![CDATA[steht über der Mail, die ich gerade bekommen habe und über die ich mich nur wundern kann: &#8220;Prädikatsweingüter stellen Erste Lage um&#8221;. Niko Rechenberg schickt diese Meldung gerade quer durch die Netzwelt und beruft sich dabei auf einen Artikel der &#8220;Weinwirtschaft&#8221;, geschrieben von Sascha Speicher im Online-Newsletter der &#8220;Weinwirtschaft&#8221;. Dass der VDP an seiner Klassifizierung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>steht über der Mail, die ich gerade bekommen habe und über die ich mich nur wundern kann: <a href="http://www.nikos-weinwelten.de/home/beitrag/archive/2012/january/17/wein_vdp_praedikatsweingueter_stellen_um/index.htm">&#8220;Prädikatsweingüter stellen Erste Lage um&#8221;.</a><span id="more-4857"></span></p>
<p>Niko Rechenberg schickt diese Meldung gerade quer durch die Netzwelt und beruft sich dabei auf einen Artikel der &#8220;Weinwirtschaft&#8221;, geschrieben von Sascha Speicher im Online-Newsletter der &#8220;Weinwirtschaft&#8221;. Dass der VDP an seiner Klassifizierung arbeiten will, ist ja hinlänglich bekannt. Dass das Ganze schon entschieden ist, ist mir neu. Morgen Abend ist eine Mitgliederversammlung des Rheingauer VDP, bei der über genau diese Sache gesprochen und abgestimmt werden soll. Übernächste Woche ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung des VDP, bei der es ebenfalls um genau diese Angelegneheit geht. Und jetzt ist bereits alles entschieden???</p>
<p>Gerade das Thema &#8220;Erstes Gewächs&#8221; ist im Rheingau ein sehr diffiziles und dann lese ich folgendes Zitat:<em> &#8220;Außerdem werden die VDP-Weingüter im Rheingau ihre Ersten Gewächse in Große Gewächse umbenennen. Sie verpflichten sich gleichzeitig, sich bei der Produktion von Großen Gewächsen an die gesetzlichen Trocken-Grenzen zu halten&#8230;.Nicht betroffen von der Vereinbarung sind alle Nicht-VDP-Weingüter im Rheingau, die weiterhin Erste Gewächse nach den geltenden rechtlichen Vorschriften des Landes Hessen erzeugen können.&#8221;</em></p>
<p>Eine Sache muss ich jetzt mal in aller Deutlichkeit sagen, und das richtet sich in erster Linie an diejenigen, in diesem Fall Herrn Speicher von der Weinwirtschaft, die solche Meldungen verbreiten:</p>
<p><strong>So geht das nicht! Das ist nicht seriös! </strong></p>
<p>Es ist gar nichts beschlossen, es gibt lediglich eine Beschlußvorlage. Diese wurde gestern (!) den VDP-Mitgliedern per Mail zugeschickt und in Kenntnis gebracht und darüber wird morgen im Rheingau und kommende Woche in Neustadt innerhalb der VDP Mitglieder abgestimmt. Es ist mir ein Rätsel, wie man so etwas als beschlossen melden kann, schön gespickt mit Zitaten des Präsidenten!!! Ich wage es mir gar nicht vorzustellen, was morgen Abend für ein &#8220;shitstorm&#8221; über den Vorsitzenden des Rheingauer VDPs hereinbrechen könnte, wenn solche Meldungen nicht differenziert betrachtet werden. Natürlich habe ich auch schon längst einen Blogbeitrag zu dem Thema fertig, aber ich warte doch lieber erst einmal die morgige Abstimmung ab&#8230;</p>
<p>Ich kann nur immer wieder das gleiche sagen: Ich bin kein Journalist, aber das könnte ich so auch. Vorabinfos einfach mal rausblasen um der erste zu sein, völlig egal ob sie stimmen und egal was sie anrichten könnten&#8230;</p>
<div class="shr-publisher-4857"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/17/eilmeldung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bezeichnungs-Durcheinander</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/12/13/bezeichnungs-wirrwar/</link>
		<comments>http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/12/13/bezeichnungs-wirrwar/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 07:33:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wein und Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wuertz-wein.de/wordpress/?p=4714</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema &#8220;Lagenklassifikation&#8221; und Weinbezeichungen beschäftigt mich immer mehr und je länger ich darüber nachdenke, diverse Blogebeiträge und Print-Artikel lese, umso klarer wird mir, dass eigentlich gar nichts klar ist und mich das Ganze nachhaltig verwirrt. Das Problem an der Sache ist folgendes: Wenn mich das Ganze schon verwirrt, wie muss es dann erst dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Das Thema &#8220;Lagenklassifikation&#8221; und Weinbezeichungen beschäftigt mich immer mehr und je länger ich darüber nachdenke, diverse Blogebeiträge und Print-Artikel lese, umso klarer wird mir, dass eigentlich gar nichts klar ist und mich das Ganze nachhaltig verwirrt.<span id="more-4714"></span></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4721" title="374280_291181870923709_148976421810922_787929_1380670524_n" src="http://wuertz-wein.de/wordpress/wp-content//374280_291181870923709_148976421810922_787929_1380670524_n.jpg" alt="" width="320" height="222" />Das Problem an der Sache ist folgendes: Wenn mich das Ganze schon verwirrt, wie muss es dann erst dem Konsumenten gehen? Versteht der sämtliche, auf deutschen Etiketten zu findende, Weinbezeichnungen? Ist das überhaupt eine wichtige Frage, oder ist es schlichtweg eagl, was auf den Etiketten steht?</p>
<p>Es ist ein wahrer Bezeichungs-Dschungel: Deutscher Wein, Landwein Rhein und all seine Variationen, Qualitätswein, Qualitätswein mit Prädikat, Classic, CHARTA, Selektion, Erstes Gewächs, Grosses Gewächs, Hochgewächs, trocken, halbtrocken, feinherb, Einzellagen, Großlagen, Bereiche, Ortswein und so weiter und so fort. Ich weiss gar nicht einmal ganz genau, ob mir alle Bezeichnungen ad hoc einfallen&#8230; Viele dieser Bezeichnungen sind per Gesetz definiert, andere sind freiwillig gewählt oder entstammen den Ideen einiger Verbände und Vereine. Die Bezeichnungs-Vielfalt ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass es seit Jahren Bestrebungen gibt, gewisse Dinge zu vereinfachen, griffige neue Bezeichnungen einzuführen und dabei Geschmackskorridore zu definieren. Meistens war das zwar gut gemeint und aller Ehren wert, führte aber in der Regel zu noch mehr Verwirrung und wenig Akzeptanz am Markt &#8211; siehe &#8220;Classic&#8221;.</p>
<p>Der wichtigste Aspekt einer Bezeichnung &#8211; zumindest für mich &#8211; ist, eine klare und einfach zu verstehende Information an den Konsumenten zu transportieren. Am besten so, dass das Ganze zeitgleich auch eine deutliche Aussage über den qualitativen Inhalt der Flasche darstellt. Das ist, zugegeben, gar nicht so einfach. Der neulich hier diskutierte Begriff &#8220;Spätlese&#8221; hat es deutlich gezeigt &#8211; der Begriff alleine ist leider keine Qualitätsaussage&#8230; zumindest nicht mehr&#8230; Einfacher wird es bei Begriffen wie &#8220;Erstes Gewächs&#8221; oder &#8220;Grosses Gewächs&#8221;. Diese Begrifflichkeiten lassen in der Theorie keinerlei Deutungsspielraum zu. Unabhängig ob dieser Wein einem schmeckt oder nicht, signalisiert der bloße Begriff in jedem Fall ein qualitativ hochwertig hergestelltes Produkt. So sollte es, in der Theorie, wenigstens sein. Der beinahe schon inflationäre Umgang mit diesen beiden Bezeichnungen, insbesondere im Jahrgang 2010, lässt da allerdings auch wieder einige Zweifel ob dieser von mir erhofften Aussagekraft in mir aufkeimen.</p>
<p>Mit diesen ganzen leichten Zweifeln und Überlegungen bin ich nicht alleine. <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/06/07/vdp-lagenklassifikation-eine-kleine-revolution/">Der VDP ist mit dem Feintuning beschäftigt</a>, andere machen sich Gedanken über <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/02/09/offener-brief-rheinhessischer-winzer/">pyramidale Herkünfte</a>, andere erdenken gar<a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/10/27/mittelfrankische-bocksbeutelstrasse/"> gänzlich neue Herkunftsbezeichnungen</a>. Manches davon gefällt mir sehr gut, anderes finde ich eher grenzwertig. Was das Sinnvollste von allem ist, erschließt sich mir momentan noch nicht gänzlich. Ich persönlich mag starke und deutliche Begriffe, die keinerlei Deutungsspielraum zulassen.</p>
<p>Solche Begrifflichkeiten flächendeckend einzuführen, dürfte allerdings ein Lebenswerk sein. Zu unterschiedlich und zu vielfältig sind die Interessen der einzelnen Erzeuger in den verschiedenen Regionen. Und je mehr ich darüber nachdenke, umso besser gefällt mir das auch. Die regionale Vielfalt ist das, was unsere Weinwelt doch tatsächlich ausmacht. Ob diese Vielfalt dann kompliziert und verwirrend bezeichnet werden muss, wage ich allerdings zu bezweifeln.</p>
<p>Es &#8220;könnte&#8221; doch eigentlich ganz einfach sein. Ein Begriff, wie beispielsweise der des &#8220;Grosses Gewächs&#8221;, wird ein für allemal definiert. Es geht damit los, dass eine wissenschaftliche Gütekarte hergestellt wird. Darauf basierend werden ALLE für ein solches Gewächs in Frage kommenden Weinberge klassifiziert und parzellengenau abgegrenzt. Das Ganze wird in regelmäßigen Abständen überprüft und im Bedarfsfall angepasst. Dann kann jeder, der in einem solchen exakt festgelegten Weinberg arbeitet, einen Wein produzieren, der sich &#8220;Grosses Gewächs&#8221; nennen darf. Ob man diese Weine dann noch einer sensorischen Prüfung unterzieht, kann man darüber hinaus ja gerne noch diskutieren. Damit wäre, zumindest was diesen Begriff angeht, der &#8220;elitäre Gedanke&#8221; gewahrt, aber das Ganze auf eine demokratische und für jeden nachvollziehbare Basis gestellt.</p>
<div class="shr-publisher-4714"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/12/13/bezeichnungs-wirrwar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>27</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

