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	<title>Würtz-Wein &#187; Politblog</title>
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	<description>Alles über Wein und den Rest der Welt...</description>
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		<title>Seehofer zieht durch!</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Der gute Horst Seehofer hat wieder einmal eine Attacke geritten, und was für eine. Er menschelt ja gerne und spricht Klartext, ganz emotional und offen, sollte man meinen&#8230; &#160; In einem ZDF-Interview hat er nach dem &#8220;offiziellen Teil&#8221; dem Herrn Kleber dann docheinmal, ganzfreundschaftlich gesteckt wo seiner Meinung nach der Hammer hängt &#8211; in NRW und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Der gute Horst Seehofer hat wieder einmal eine Attacke geritten, und was für eine. Er menschelt ja gerne und spricht Klartext, ganz emotional und offen, sollte man meinen&#8230;<span id="more-5157"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In einem ZDF-Interview hat er nach dem &#8220;offiziellen Teil&#8221; dem Herrn Kleber dann docheinmal, ganzfreundschaftlich gesteckt wo seiner Meinung nach der Hammer hängt &#8211; in NRW und überhaupt. Das wäre ja alles ganz prima, wäre das Ganze nicht klassisches Kalkül. Immerhin, man kann feststellen, dass Politiker auch ganz normal reden können, wenn es denn sein muss oder eben gerade gut passt. Aber, seht selbst. Ab Minute fünf geht es los und ab Minute acht zieht er blank&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Präsident</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 08:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Thema beherrscht die Medien und Gespräche &#8211; Bundespräsident Wulff und seine &#8220;Affären&#8221;. Vorgestern hat er in der ARD und im ZDF Stellung genommen und dennoch reisst die Diskussion nicht ab. Ich bleibe dabei, Wulff verhält sich so ungeschickt, wie es ungeschickter nicht sein könnte. Ich verstehe ihn zwar in wenigen Punkten, aber das ändert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ein Thema beherrscht die Medien und Gespräche &#8211; Bundespräsident Wulff und seine &#8220;Affären&#8221;. Vorgestern hat er in der ARD und im ZDF Stellung genommen und dennoch reisst die Diskussion nicht ab.<span id="more-4819"></span></p>
<p>Ich bleibe dabei, Wulff verhält sich so ungeschickt, wie es ungeschickter nicht sein könnte. Ich verstehe ihn zwar in wenigen Punkten, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Ganze so gar nicht geht. Natürlich hat auch ein Bundespräsident ein Recht auf ein Privatleben, aber er kann das ja auch ein wenig freier von Interessenkonflikten gestalten. Zumindest während seiner Amtszeit. Wenn ich ein solch hohes und exponiertes Amt begleite, übernachte ich eben fünf Jahre lang nicht bei bestimmten Freunden und verzichte auf das Bier und das Tischfußballspiel mit Herrn Maschmeyer. Soviel Fingerspitzengefühl könnte er eigentlich haben. Im Übrigen sollte er sich seine Freunde unter Umständen ein wenig genauer aussuchen. Kai Diekmann, Chefredakteur der &#8220;BILD&#8221; ist sicherlich so ein Fall. Dass ausgerechnet Diekmann und seine &#8220;BILD&#8221; jetzt zu den obersten moralischen Gralshütern der Republik werden, ist schon ein ziemlicher Knaller. Eines kann Wullf allerdings in jedem Fall von diesen Freunden lernen, nämlich wie man sich in Krisen so verhält, dass kein Schaden, sondern der größtmögliche Nutzen entsteht. Was die &#8220;BILD&#8221; im Moment macht, ist wirklich sehr geschickt. Auf einmal wird aus dem &#8220;Angst-Hass-Titten-Wetterbericht-Blatt&#8221;(O-Ton &#8220;Die Ärzte&#8221;) eine allgemein gültige moralische Instanz. Nicht schlecht!</p>
<p>Was mich ebenfalls &#8211; wieder einmal &#8211; verwundert, ist das Fehlen des kollektiven Langzeitgedächtnisses. Wulff hat Mist gebaut, dem Amt großen Schaden zugefügt und es wäre besser, er würde zurücktreten &#8211; keine Frage! Aber er ist doch nicht der erste Bundespräsident, der in Affären verstrickt ist, der in seiner präsidialen Vorvergangenheit einige eher grenzwertige Dinge tat. Ich darf da einmal an Herrn Rau erinnern : West-LB, Flugaffäre (als Stewardessen getarnte Prostituierte). Dann wäre da, der mittlerweile völlig zum Heiligen verklärte, Richard von Weizäcker und die familiäre NS-Vergangenheit. Und dann gab es da ja auch immer noch Herrn Lübke, dessen Rolle im Zusammenhang mit dem Bau von NS-Lagern nie eindeutig geklärt wurde und dessen Ansprache: &#8220;Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger&#8221; annähernd legendär ist. Von Affären und Skandale anderer politischer Würdenträger einmal ganz abgesehen&#8230;</p>
<p>Fakt ist, mit Wulff sitzt ein Berufspolitiker im Schloss Bellevue &#8211; anders als sein Vorgänger. Das war so gewollt und damit gibt es per se ein Problem. Der Berufspolitiker von heute ist nun einmal kein unbeschriebenes Blatt, schon gar nicht, wenn er vor dem präsidialen Amt auch noch andere Ämter inne hatte. Der moderne Berufspolitiker ist leider nun einmal so wie er ist. Auch das verwundert mich fast gar nicht mehr. Welcher einigermaßen intelligente, fähige und politisch talentierte Mensch will sich dieses Theater denn auch noch freiwillig antun? Wer in die Politik geht und tatsächlich gestalten will, sieht sich von Horden unfähiger und leicht korrumpierbarer &#8220;Kollegen&#8221; umgeben, die nur darauf warten, dass ein Fehler passiert. &#8220;Kollegen&#8221;, die sich in die Politik flüchten, weil sie im normalen Leben nichts erreichen können (natürlich gibt es auch Ausnahmen). Das Ganze für ein, gemessen am Aufwand, lächerliches Entgelt und immer im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Immer unter dem Damokles-Schwert der Enthüllung eines möglichen Fehlverhaltens. Letzteres hat jeder, zumindest wenn er ehrlich ist, in seiner Biografie stehen.</p>
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		<title>Erst denken, dann telefonieren&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 06:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundespräsident Christian Wulff hat alles andere als einen beschaulichen und schönen Jahresanfang. Schuld daran ist nur einer &#8211; er selbst. Es ist schon mehr als erstaunlich, wie ungeschickt und annähernd dämlich sich Spitzenpolitiker verhalten. Trotz eines großen Stabes an Beratern und Assistenten sind diese Damen und Herren nicht in der Lage, in einer Krise sinnvoll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Bundespräsident Christian Wulff hat alles andere als einen beschaulichen und schönen Jahresanfang. Schuld daran ist nur einer &#8211; er selbst.<span id="more-4812"></span></p>
<p>Es ist schon mehr als erstaunlich, wie ungeschickt und annähernd dämlich sich Spitzenpolitiker verhalten. Trotz eines großen Stabes an Beratern und Assistenten sind diese Damen und Herren nicht in der Lage, in einer Krise sinnvoll und überlegt zu agieren. Ähnlich wie zu Guttenberg, verhält sich Wulff denkbar ungeschickt. Scheibchenweise, gerade soviel wie nötig, klärt er die Bevölkerung und Presse in Sachen Privat-Kredit auf. So ungeschickt, dass immer größere und wildere Spekulationen ungehindert wuchern und gedeihen können. Bis hin zu möglichen Verstrickungen in Sachen VW-Porsche geht das Ganze mittlerweile. Als Normalsterblicher kann man das nur noch mit staunendem Kopfschütteln goutieren.</p>
<p>Der Gipfel der, man verzeihe mir dieses böse Wort, Dummheit ist allerdings der gestern bekannt gewordene Anruf beim Chefredakteur der &#8220;BILD&#8221;. Nicht irgendein Anruf, sondern ein &#8220;Droh-Anruf&#8221;. Bei der &#8220;BILD&#8221;&#8230; einem Blatt, dass nicht gerade für seine außergewöhnliche Diskretion bekannt ist. Der Presse zu drohen ist so ziemlich das ungeschickteste, dass ein Politiker in dieser Situation machen kann. Es zeigt, dass die Nerven des Präsidenten extrem blank liegen müssen. Spätestens mit diesem Anruf hat er seine Amtszeit selbst beendet. War ich die ganze Zeit noch überzeugt, dass Wulff diese &#8220;Affäre&#8221; politisch überleben wird (alleine schon weil in Berlin sicherlich niemand Lust hat, schon wieder einen neuen Bundespräsidenten zu wählen), so halte ich das mittlerweile für absolut unmöglich. Ein Präsident, der der freien Presse droht, ist nicht tragbar. Die Nummer mit dem Kredit hätte ich verschmerzt, aber jetzt geht es um etwas ganz grundsätzliches, um ein Grundrecht. Da kann Wulff noch so viel beteuern und erklären lassen, ein solcher Anruf mit einer derartigen Drohung ist nicht zu verzeihen und gerade für einen Bundespräsidenten ein absolut unerhörter Vorgang. Der Bundespräsident sollte überparteilich über den Dingen stehen, moderieren und ausgleichen, eine notwendige moralische Kontrollinstanz der Regierenden in Berlin sein. Mit diesem Anruf hat sich, jedenfalls für mich, die Sache erledigt.</p>
<p>Schade eigentlich&#8230;</p>
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		<title>Verkehrte Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 19:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Im kommenden Jahr findet bekanntlich die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Letzteres kenne ich einigermaßen von mehreren Besuchen.Die Ukraine ist ein enorm spannendes und sehr interessantes Land, die Menschen sind, wie eigentlich alle im Osten, extrem gastfreundlich. Mit &#8220;Menschen&#8221; meine ich die Normalbürger, die ich bei meinen Aufenthalten kennenlernen durfte. Die Ukraine ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Im kommenden Jahr findet bekanntlich die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Letzteres kenne ich einigermaßen von mehreren Besuchen.<span id="more-4635"></span><img class="alignleft size-full wp-image-4641" title="318389_285255641514394_283867838319841_879595_754842742_n" src="http://wuertz-wein.de/wordpress/wp-content//318389_285255641514394_283867838319841_879595_754842742_n.jpg" alt="" width="320" height="228" />Die Ukraine ist ein enorm spannendes und sehr interessantes Land, die Menschen sind, wie eigentlich alle im Osten, extrem gastfreundlich. Mit &#8220;Menschen&#8221; meine ich die Normalbürger, die ich bei meinen Aufenthalten kennenlernen durfte. Die Ukraine ist allerdings auch ein gespaltenes Land. Die Ukrainer auf der einen, die Russen auf der anderen Seite. Vieles in der Ukraine ist im Argen, das Land teilweise völlig marode und korrupt. In den vergangenen Tagen beobachte ich im Internet, insbesondere auf Facebook etwas, dass mich nicht nur nachdenklich, sondern ehrlich gesagt auch wütend macht.</p>
<p>In der Ukraine werden jede Menge streunende Hunde und Katzen getötet. Erschlagen, überfahren, hauptsache weg. Das ist nicht schön, keine Frage. Ein Sturm der Entrüstung tobt über Facebook. Es wird gar zum Boykott der EM aufgerufen. Ich finde das, sagen wir einmal, grenzwertig. Warum, ihr lieben Leute regt Ihr Euch nicht über die wirklichen Mißstände in der Ukraine auf? Anstatt sich auf Hunde und Katzen zu fokusieren, schaut Euch doch bitte mal das unsägliche Leid der &#8220;Kinder von Tschernovbyl&#8221; an. Die haben mittlerweile fast gar keine Lobby mehr. Es gruselt mich, dass beim Anblick eines erschlagenen Hundes &#8211; zugegeben kein schöner Anblick &#8211;  der kollektive Reflex einsetzt, aber kein Mensch sich für das Leid der Überlebenden und deren Nachkommen aus Tschernobyl interessiert. Einzig einige wenige, unerschrockene sammeln noch für diese Menschen Kleidung, Geld und diverse nützliche Dinge. Diese Leute bekommen eine lächerliche Rente, die zum Leben nicht reicht und das, obwohl Milliarden in dieses Land nach der Katastrophe geflossen sind! Wo bleibt denn da die Welle der Facebook-Entrüstung? Was ist, nebenbei bemerkt, mit dem großen Thema &#8220;AIDS&#8221; in der Ukraine?</p>
<p>Ich komme da leider nicht mit. Für mich ist das &#8220;verkehrte Welt&#8221;. Beim niedlichen Hund ist die Empörung groß, alles andere interessiert keinen. Auf Facebook sieht man erschreckende Bilder eines totgeschlagenen Hundes. Dahinter ist ein Haus zu sehen. Besser gesagt eine Baracke. Darin wohnen übrigens die Leute, von denen ich hier gerade spreche&#8230;</p>
<p>Dazu passt ganz hübsch ein Bericht, den ich neulich gesehen habe und der ausführte, dass in manchen deutschen Haushalten, das Tierzeug besser ernährt wird als das Kind&#8230; Tut mir leid, ich verstehe zwar Eure Entrüstung, aber  konzentriert doch Eure Energien bitte einmal auf die wirklichen Probleme! &#8220;Ich sage NEIN zu Massenmord für Fußballsport&#8221;&#8230; dicker ging es wohl nicht mehr&#8230;</p>
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		<title>Null Plan und davon jede Menge</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/10/19/null-plan-und-davon-jede-menge/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 13:53:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Wochen geht es hier im Blog nur noch um Wein, kein Wunder, es ist Herbst, aber jetzt ist es mal wieder an der Zeit für ein Stück aus der Politabteilung. Stargast Innenminister Friedrich Friedrich steht im Fokus, dem &#8220;Staatstrojaner&#8221; sei Dank. Irgendwie muss er erklären, was dieses Ding ist, warum es ihn überhaupt gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Seit Wochen geht es hier im Blog nur noch um Wein, kein Wunder, es ist Herbst, aber jetzt ist es mal wieder an der Zeit für ein Stück aus der Politabteilung. Stargast Innenminister Friedrich<span id="more-4564"></span></p>
<p>Friedrich steht im Fokus, dem &#8220;Staatstrojaner&#8221; sei Dank. Irgendwie muss er erklären, was dieses Ding ist, warum es ihn überhaupt gibt und was das alles so im Großen und Ganzen bedeutet. Man könnte es eigentlich ganz kurz und kanpp formulieren: es ist eine Sauerei, und zwar eine gigantisch große. Friedrich hingegen laviert durch die Medien und gibt nur Blödsinn von sich. Man könnte fast darüber lachen, würde das Ganze nicht eine Einstellung eines Ministers zum Rechtssystem im Allgemeinen zu Tage fördern: <em>&#8220;Die Meinung einer Regierung, so sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, sei halt manchmal anders als die Meinung eines Gerichts.&#8221; &#8220;Eines Gerichts&#8230;&#8221;</em> damit ist nichts anderes gemeint, als das Bundesverfassungsgericht. Frank Schirrmacher spricht in diesem Zusammenhang von <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/staatstrojaner-ausser-kontrolle-11497401.html">&#8220;politischem Kontrollverlust&#8221;</a>. Ein, wie ich finde, sehr treffender Ausdruck. Mangelnde Fachkenntnis, keinerlei Spezialwissen und Inkompetenz  würden dieses Zustand auch sehr gut beschreiben.</p>
<p>Ich habe &#8211; leider &#8211; immer stärker das Gefühl, dass Kompetenz in keiner Weise in der Politik gefragt ist. Zumindest nicht auf den entscheidenden Ebenen. Da gibt es im Bundestag eine enorm wichtige Abstimmung zum Thema &#8220;Rettungsschirm&#8221; und einige der Damen und Herren Abgeordneten wissen nicht einmal um was es genau geht. Man muss ja auch nicht alles wissen, keine Frage. Aber bei einem so eminent wichtigem Thema wäre das doch eher angebracht&#8230; Im Zweifelsfall wird dann eben einfach so lange geredet, bis keiner mehr richtig zuhört. Im Übrigen ist die Halbwertszeit politischer Aussagen so oder so auf die Zeitspanne des Lebens einer Eintagsfliege geschrumpft.</p>
<p>Was aber irgendwie überhaupt nicht geht, ist, sich über bestehendes Recht und höchste Gerichte hinwegzusetzen. Das hat dann schnell Züge einer Bananenrepublik&#8230;</p>
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		<title>Der Papst und der Boykott</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 06:18:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Papst kommt nach Deutschland, spricht im Bundestag und etwa 100 Parlamentarier wollen der ganzen Veranstaltung fernbleiben, allen voran die Abgeordneten der &#8220;Linken&#8221; aber auch Grüne und Sozialdemokraten halten sich fern. Man kann sich sicherlich trefflich darüber streiten, ob der Papst als Oberhaupt eines souveränen Staates vor dem Bundestag spricht, oder als Oberhaupt einer Kirche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Der Papst kommt nach Deutschland, spricht im Bundestag und etwa 100 Parlamentarier wollen der ganzen Veranstaltung fernbleiben, allen voran die Abgeordneten der &#8220;Linken&#8221; aber auch Grüne und Sozialdemokraten halten sich fern.<span id="more-4486"></span></p>
<p>Man kann sich sicherlich trefflich darüber streiten, ob der Papst als Oberhaupt eines souveränen Staates vor dem Bundestag spricht, oder als Oberhaupt einer Kirche. Man kann sich überhaupt über alles streiten, wenn man will oder genug Zeit dafür hat. In jedem Fall ist diese Auseinandersetzung mit dieser Rede für mich eine Posse. Gestern hat die Chefin der &#8220;Linken&#8221; in irgendeiner Nachrichtensendung ihren Boykott erklärt und ich konnte nur noch den Kopf schütteln. Selbstverständlich steht es ihr völlig frei, eine eigene Meinung zu haben und den Papst so zu sehen, wie sie es möchte. Aber die Begründung, warum selbiger nicht vor dem Bundestag sprechen sollte, war schon haarsträubend. Das einzige Wort, das fehlte, war das Wort &#8220;Verbrecher&#8221;. Und das von der SED-Nachfolgepartei&#8230; das ist schon pikant. Das grüne Gewissen Ströbele hat natürlich auch eine Meinung, nämlich die, dass das gar nicht geht. Von wegen Trennung von Kirche und Staat und überhaupt&#8230;  Beim Dalai Lama würde er natürlich nichts sagen. Auf diesen Widerspruch angesprochen, wusste er vor einiger Zeit auch nicht mehr weiter. Auch einer meiner Genossen begründete seinen Boykott gestern mit der Tatsache, dass der Papst ja eigentlich so etwas ähnliches wie ein Verbrecher sei. Nun denn, jedem seine Meinung&#8230;</p>
<p>Ich finde das Ganze geradezu lachhaft und peinlich! Wir werden von einer &#8220;christlichen&#8221; Partei regiert &#8211; deren Parteichefin gerade wieder nach den christlichen Werten suchen läßt, wir leben in einer christlichen Gesellschaft &#8211; zumindest theoretisch. Kirche und Staat sind bei uns getrennt und keiner hat ernsthaft vor, diese Trennung aufzuheben. Auch nicht, wenn der Papst im Bundestag gesprochen hat. Ich finde das Ganze reichlich lächerlich und überzogen! Im Übrigen sind die christlichen Werte nach wie vor ein Bestandteil unserer Gesellschaft. Ein freiwilliger, wohlgemerkt!</p>
<p>Wir sind eine so tolerante Gesellschaft geworden &#8211; zum Glück. In unserem Land kann jeder sagen, denken und glauben was er möchte. An einigen Schulen gibt es Islam-Unterricht, mehr Toleranz geht kaum noch. Das ist allem Anschein nach in einigen Betonköpfen noch nicht angekommen. Da wird eine Scheindebatte um Dinge geführt, die geradezu lächerlich sind, da wird ein kirchliches Oberhaupt quasi als Verbrecher hingestellt. Intoleranter geht es kaum noch. Und das gerade von denen, die sich immer so für Toleranz und Gerechtigkeit einsetzen. Hauptsache Fidel Castro schön zum Geburtstag gratuliert! Bitte nicht falsch verstehen, ich akzeptiere das alles. Aber ich kann das ganze Getöse nicht verstehen. Erst Recht nicht die Doppelmoral eingier dieser Herrschaften. Ein Abgeordneter ist seinem Gewissen verpflichtet, sonst nichts und niemanden &#8211; theoretisch. Wer dieser Rede fernbleiben will, soll es machen und gut ist es. Das Ganze zu instrumentalisieren, ist lächerlich. Eine politische Grundsatzposition daraus abzuleiten, nachgerade ein Witz!</p>
<p>Und noch etwas: Man stelle sich bitte einmal vor, was los wäre, wenn so etwas mit einem wichtigen  muslimischen Würdenträger passieren würde. Ich mag es mir eigentlich gar nicht vorstellen&#8230;</p>
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		<title>Schwer was los&#8230;</title>
		<link>http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/08/15/schwer-was-los/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 16:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;in Schleswig-Holstein und anderswo. Barschel, Engholm, Simonis und jetzt von Boetticher. Das Bundesland hoch im Norden hat bald mehr Skandale als so mancher &#8220;Flächenstaat&#8221;. Als ich diese Geschichte gestern Abend hörte, dachte ich ja erst an einen schlechten Scherz. Der 40-jährige Spitzenpolitiker und das 16-jährige Mädchen. Klingt eher abstrus und taugt auch irgendwie so gar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8230;in Schleswig-Holstein und anderswo. Barschel, Engholm, Simonis und jetzt von Boetticher. Das Bundesland hoch im Norden hat bald mehr Skandale als so mancher &#8220;Flächenstaat&#8221;. <span id="more-4398"></span>Als ich diese Geschichte gestern Abend hörte, dachte ich ja erst an einen schlechten Scherz. Der 40-jährige Spitzenpolitiker und das 16-jährige Mädchen. Klingt eher abstrus und taugt auch irgendwie so gar nicht zur guten Geschichte. Aber nachdem ich die Rede, Ansprache, den Vortrag oder wie auch immer man das nennen mag des Spitzenpolitikers gesehen habe, war mir dann doch klar, dass das Ganze kein Scherz ist. In jedem Fall hat diese Meldung sämtliche andere von der Spitzenposition verdrängt. Für einen Moment dreht sich die mediale Welt nicht mehr um Aktienkurse, DAX und Co, Merkel und Konsorten, Krisen jeglicher Art und der kleine deutsche Messi von Borussia rutscht auch kurzzeitig auch in den Hintergrund. Und irgendwo auf dem Planet war auch noch irgendetwas mit einer Hungersnot und Dürre&#8230; oder? So ist das eben im hyper-ober-schnellen-ultra-medialen-Zeitalter. Ratzfatz wird eine Sau nach der anderen durch das Dorf gerieben. Ich finde ja, das hat was. Abwechslung, Ablenkung und eine äußerst verkürzte Aufmerksamkeits-Spannen. Und ich bin irgendwie mitten drin&#8230;</p>
<p>Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass die Zeitung mit den großen Buchstaben morgen Facebook für diese unmoralische schleswig-holsteinische Liaison verantwortlich macht. &#8220;Die Politiker-Falle-Facebook&#8221;&#8230; oder so ähnlich.</p>
<p>Was war noch? Nächste Woche ist die Vorpremiere der &#8220;Grossen Gewächse&#8221; in Wiesbaden. Das wird sicherlich spannend, wenn auch nicht so schlagzeilenträchtig. Am Mittwoch geht wahrscheinlich ein spannendes neues Projekt online (ich werde darüber berichten). Mit Interesse verfolge ich die Geschichten rund um den Parker-Adlatus Miller &#8211; und denke dabei an die Fortsetzung meiner kleinen Serie <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2011/05/26/serie-teil-3-der-gault-millau-und-die-interessenkonflikte/">hier</a>&#8230; oder vielleicht auch nicht&#8230; wir werden sehen.</p>
<p>Alles in Allem also keine Spur von Sommerloch! Als hätte es dieses Jahr gar nicht existiert&#8230;</p>
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		<title>&#8220;Die Frau an seiner Seite&#8221;&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 09:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;heißt das Buch von Heribert Schwan über das Leben der Hannelore Kohl. Lange habe ich auf ein solches Buch gewartet. Jetzt habe ich es gelesen.Bevor ich allerdings meine Meinung über dieses Buch kund tue, muss ich einige erklärende Worte voraus schicken. Ich bin in Ludwigshafen geboren und habe die ersten Jahre meines Lebens 50 Meter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8230;heißt das Buch von Heribert Schwan über das Leben der Hannelore Kohl. Lange habe ich auf ein solches Buch gewartet. Jetzt habe ich es gelesen.<span id="more-4324"></span>Bevor ich allerdings meine Meinung über dieses Buch kund tue, muss ich einige erklärende Worte voraus schicken.</p>
<p>Ich bin in Ludwigshafen geboren und habe die ersten Jahre meines Lebens 50 Meter entfernt von Helmut Kohls Elternhaus verbracht. Meine Familie mütterlicherseits stammt aus Friesenheim, die väterliche Seite kommt aus Oggersheim. Mein Großvater war in der SPD, mein Vater, überhaupt alle. Ich bin mit 15 Jahren das erste Mal zu den Jusos und mit 16 Jahren in die SPD eingetreten. Damals wohnte ich in Oggersheim. Ich war also Mitglied im Ortsverein Oggersheim &#8211; dem Kanzler-Epizentrum. Ich war übrigens – zumindest eine Zeit lang – auch auf der gleichen Schule wie weiland Helmut Kohl. Wenn ich heute irgendwo einen Vortrag halte, dann sage ich immer: „Ich komme aus Oggersheim, das WAR mal wichtig“. Das sorgt in der Regel für ein wenig Erheiterung. Insbesondere mit dem Zusatz: „Da fängt eines der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete in der EU an. Nirgendwo gibt es mehr Blumenkohl als zwischen Oggersheim und Ruchheim“.</p>
<p>Ich gehöre zur „Generation Kohl“. Meinen politischen Willen habe ich 1983 gebildet. Im damaligen Wahlkampf habe ich mir auch Helmut Kohl in der Eberthalle angeschaut. Ich habe mir alle angeschaut, wenngleich meine sozialdemokratische Prägung durch meine Familie schon viel stärker als alles andere war. Kohl war jahrelang mein Feindbild. Als Oggersheimer Juso gehörte das, unabhängig von allen politischen Aspekten, so oder so zum guten Ton. Ich erinnere mich noch daran, wie wir einmal in einer Art Prozession durch den Stadtteil, die CDU zu Grabe getragen haben. Alle Mann im Frack, mit einem Sarg auf den Schultern. Natürlich sind wir auch am Kohl´schen Bungalow vorbei gelaufen. Der Ärger danach war gigantisch. Selbst unter den Genossen im Ortsverein. Zu Recht, geschmackloser ging es kaum noch.</p>
<p>Solche Aktionen sind damals aus reiner Verzweiflung entstanden. Wir konnten machen was wir wollten, der CDU und ihrem Vorsitzenden war einfach nicht bei zu kommen. Unser einziger immer wiederkehrender Trost war, dass Kohl es nie schaffte, seinen eigenen Wahlkreis zu gewinnen. In den Bundestag kam er immer nur über seinen Spitzenplatz auf der Landesliste der CDU. Ludwigshafen war früher eine feste SPD Burg. Selbst die Nazis konnten diese Arbeiter-Festung niemals richtig einnehmen und fuhren eines ihrer schlechtesten Wahlergebnisse bei der Reichstagswahl im März 1933 ein (34,7%).</p>
<p>Helmut Kohl „verfolgt“ mich also schon mein ganzes Leben lang. Damit ist erklärt, warum ich so gespannt auf dieses Buch über seine Frau Hannelore gewartet habe. So gespannt war ich selten auf ein Buch. Und die ersten Seiten und Kapitel waren in der Tat auch extrem spannend. Die Erzählung der Kinder- und Jugendjahre der Hannelore Kohl haben mir ein Stück weit geholfen, diese Frau postum zu verstehen. Danach wird das Buch leider völlig banal und beliebig. Wenig bis nichts Neues, Fakten Fehlanzeige. War die Lektüre des Buches zunächst informativ und kurzweilig, so fiel sie mir im weiteren Verlauf immer schwerer. Irgendwann bekam ich den Eindruck, dass sich da einer mit aller Gewalt versucht wichtig zu machen. Immer und immer wieder stellt Schwan heraus, wie nahe er Hannelore Kohl war. Insbesondere auf den nächtlichen Spaziergängen. Eine Wiederholung jagt die nächste. Und als wäre dies alles noch nicht genug, gibt es gegen Ende des Buches  auch noch die „Offenbarung“, dass Hannelore Kohl keineswegs an einer echten Lichtallergie litt. Im Gegenteil, das war alles psychosomatisch. Wer hätte das gedacht&#8230; Was mir an der ganzen Sache aber am meisten missfällt, ist die Art und Weise, wie Schwan jetzt öffentlich auftritt. Rechthaberisch maßregelt er beispielsweise die beiden Kohl-Söhne, macht ihnen Vorwürfe und geriert sich als allwissender Hannelore-Intimus. Das hat leider alles irgendwie ein „Geschmäckle“ und wirkt auf mich so, als wolle da einer auf Teufel komm raus zeigen, wie gut er diese Frau kannte &#8211; besser als die Söhne sie kannten.</p>
<p>Mein persönliches Fazit:</p>
<p>Wer bisher noch gar nichts über Hannelore und Helmut Kohl wusste (falls es tatsächlich so jemanden gibt), dem sei die Lektüre dieses Buches empfohlen. Es gibt einen ersten Einblick in das Leben dieser Familie. Allen anderen, wird es wahrscheinlich so gehen wie mir&#8230;</p>
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		<title>PID &#8211; Nein, ich habe eine andere Meinung!</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 15:39:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern stimmte der Bundestag für die Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID). In einer emotionalen Debatte ging das Thema durch. Ich fühle mich nicht wohl dabei.Grundsätzlich bleibt die PID wohl verboten, in Einzelfällen aber erlaubt. Beispielsweise dann, wenn aufgrund der elterlichen GEN-Anlagen mit einer schweren Behinderung des Kindes zu rechnen ist. Das Thema ist schwierig und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Gestern stimmte der Bundestag für die Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID). In einer emotionalen Debatte ging das Thema durch. Ich fühle mich nicht wohl dabei.<span id="more-4284"></span>Grundsätzlich bleibt die PID wohl verboten, in Einzelfällen aber erlaubt. Beispielsweise dann, wenn aufgrund der elterlichen GEN-Anlagen mit einer schweren Behinderung des Kindes zu rechnen ist. Das Thema ist schwierig und sensibel, ich weiss.</p>
<p>Ich bin mit Behinderten aufgewachsen, habe viele Wochenenden und einige Urlaube mit ihnen verbracht. Eine Zeit, in Wilgartswiesen,  lang habe ich als Jugendlicher sogar mehr oder minder mit ihnen zusammengelebt. Meine Erinnerungen an diese Zeit sind alle sehr, sehr positiv. Ich habe lebensbejahende, sportlich aktive, ganz normale Menschen kennengelernt.</p>
<p>An deren Eltern erinnere ich mich allerdings wenig bis gar nicht. Und da, glaube ich, liegt der Hund begraben. Ich habe bei allen diesen Diskussionen immer und immer wieder das Gefühl, dass es nicht um das Leben der noch zu gebärenden Kinder, sondern um das Leben der Eltern geht. Für die ändert sich alles, für die wird der perfekte Lebensentwurf über den Haufen geworfen. Ein behindertes Kind gross zu ziehen ist eine ganz andere Sache, als ein gesundes durch die ersten 18 Lebensjahre zu begleiten. In einem der zahlreichen Filmbeiträge, die gestern im TV zu sehen waren, kam die Mutter eines Jungen zu Wort, der unter Mehrfachbehinderungen litt: &#8220;Wenn ich das vorher gewusst hätte, ich hätte mir das nicht angetan&#8221;, war ihre Aussage. Erst danach sagte sie: &#8220;Und meinem Sohn natürlich auch nicht&#8221;.</p>
<p>Ich habe selbst zwei Kinder, alle beide gesund. Ich habe gut reden, ist schon klar. Aber ich hätte beide auch mit Behinderung. Für uns, und das haben wir immer lange diskutiert, war eines klar: Sollte bei einer Untersuchung herauskommen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt, wird es trotzdem auf die Welt kommen. Es gibt kein Grundrecht auf ein gesundes Kind. Es ist ein Glück, aber kein Recht!</p>
<p>Ich glaube nicht, dass durch die PID &#8220;Kinder nach Wunschzettel&#8221; entstehen werden. Dass dies der erste Schritt zu Designer-Babys ist. Jedenfalls im Moment noch nicht. Zumal es da um etwas ganz anderes geht. Ich halte es aber durchaus für denkbar &#8211; und das macht mir Angst. Im Übrigen möchte ich nicht derjenige sein, der entscheidet, welches Embryo &#8220;leben darf&#8221; und welches nicht. Für mich ist das kein abstraktes Ding, sondern ganz konkretes Leben. Und das ist für mich immer zu schützen.</p>
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		<title>Berliner Dämmerung</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 08:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Würtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war in Berlin. Ich bin gerne in Berlin. Berlin ist Weltstadt, Kulturstadt, Hauptstadt, Polit-Stadt. Ich war beim Sommerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Schön war es, anders war es und interessant war es. Ein unglaublicher Promi-Auflauf, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe. Wo hätte ich so etwas zuvor auch jemals sehen sollen&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ich war in Berlin. Ich bin gerne in Berlin. Berlin ist Weltstadt, Kulturstadt, Hauptstadt, Polit-Stadt.<span id="more-4260"></span></p>
<p>Ich war beim Sommerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Schön war es, anders war es und interessant war es. Ein unglaublicher Promi-Auflauf, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe. Wo hätte ich so etwas zuvor auch jemals sehen sollen&#8230; in Gau-Odernheim geht es etwas beschaulicher zu und die Promi-Dichte ist nicht wirklich vergleichbar! Ich war ein wenig nervös, ich gebe es gerne zu. Unnötigerweise, wie sich schnell herausstellte. Das Ganze war absolut entspannt, alle waren absolut entspannt. &#8220;Man sprach miteinander&#8221;. Es war ein Fest des Dialoges, ganz so wie es sich der Bundespräsident gewünscht hatte.</p>
<p>Es versteht sich von selbst, dass die gesamte Politprominenz anwesend war. Viele habe ich gesehen, von der Anwesenheit anderer nur gehört. Da war eigentlich keiner so richtig entspannt. &#8220;Die schlechteste Bundesregierung seit 1949&#8243;, schrieb &#8220;Die Zeit&#8221; in der aktuellen Ausgabe (ich saß lange im Zug und hatte die Gelegenheit, alles gründlich zu lesen). Und wahrscheinlich hat sie damit Recht, &#8220;Die Zeit&#8221;. Zumindest dürfte die schlechteste Stimmung aller Zeiten herrschen. Das spürt man und das kann man zwischen den Zeilen hören.</p>
<p>Die Merkel führt nicht, die FDP hat kein Konzept, die SPD hat keine Antworten und Alternativen. Einzig die Grünen sind gutgelaunt &#8211; mal sehen wie lange noch. Unterhält man sich mit Hauptstadt-Journalisten, die ganz nah dran und drin sind, wird dieses Bild gefestigt. Es herrscht Ratlosigkeit, nur leider gibt es keiner zu. Eigentlich schade. Es wäre doch nur allzu menschlich, wenn sich einer der Politfürsten einmal hinstellen und sagen würde: &#8220;Ich weiss nicht mehr weiter, kann mir mal einer helfen&#8221;. Das passsiert natürlich nicht. Im Gegenteil! Sie wissen nichts &#8211; aber das grundsätzlich besser. Jüngstes und bestes Beispiel, die Debatte über den Atomausstieg vergangene Woche im Bundestag. Die Regierung macht eine Kehrtwende und erklärt die Wende von der Wende. Allen voran der Umweltminister in einem fast schon historischen Beitrag. Historisch deshalb, weil er das ganze Dilemma der Regierung stotternd zum Ausdruck brachte. Wie erkläre ich den Ausstieg von etwas, was ich bis vor kurzem noch verlängern wollte&#8230; Die SPD, allen voran der Vorsitzende Gabriel, war nicht weniger belustigend. Ich habe während seines Beitrages gelernt, dass die SPD seit 30 Jahren quasi die Atomausstiegspartei ist. Ähnliches las ich übrigens bereits vor Wochen im &#8220;Vorwärts&#8221;. Knapp 27 Jahre bin ich nun in dieser Partei; dass wir so vehement gegen Atomkraft waren &#8211; sind &#8211; ist mir nie so aufgefallen. Einzig Frau Künast hatte irgendwie Recht. Die Grünen haben die Republik verändert. Wenigstens beim Thema Atomkraft. Die durften sich eigentlich ganz legitim letzte Woche freuen. Das ist ja aber auch alles ganz einfach, wenn man in der Opposition ist.Wie Sachzwänge bei den Grünen aussehen, konnten wir ja vor einigen Jahren, als Juniorpartner der SPD, beobachten. Und wir werden es in naher Zukunft in Stuttgart wieder erleben. So ist sie eben, die Politik. Eine Idee, ein Programm ist das Eine. Der Alltag, die Zwänge, die Lobbyisten das Andere.</p>
<p>Keine Frage, es gibt sie, die Politikverdrossenheit. Dank meinem Ausflug zum präsidialen Sommerfest in der Bundeshauptstadt habe ich nun erkannt, dass diese Verdrossenheit auch vor den Politikern selbst nicht halt macht. Abseits von Kameras, in einer entspannten Atmosphäre bei einem Glas Wein, ist das ganz deutlich zu spüren. Da sind einige, die schlicht und ergreifend &#8220;keinen Bock&#8221; mehr haben&#8230;</p>
<p>Ach ja&#8230; über die alkoholischen und nichtalkoholischen Kaltgetränke beim Sommerfest im Schloss Bellevue berichte ich auch noch&#8230;irgendwann die Tage&#8230;</p>
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