Mein Grill und ich…

Das Wichtigste beim Grillen ist eine perfekte Glut. Ich benutze hierfür immer die Anzündkamine von Weber. Die haben sich einfach bewährt. Mit diesen Kaminen braucht man ungefähr 40 Minuten, um eine absolut perfekte Glut zu bekommen. Benutzt man spezielle Briketts, kann man ohne Probleme mit dieser Glut vier bis fünf Stunden grillen. Ganz grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten des Grillens. Das direkte und das indirekte Grillen. Beim direkten Grillen liegt das Fleisch direkt über der Glut, beim indirekten eben nicht. Kurzgebratenes wird in der Regel direkt gegrillt. Steaks beispielsweise. Ich mache das meistens ein wenig anders und kombiniere beide Methoden. Bestes Beispiel hierfür ist das T-Bone Steak:

Bei der Vorbereitung des T-Bone Steak ist es ganz wichtig, dass Fett am Rand NICHT abzuschneiden, sondern es nur alle zwei bis drei Zentimeter leicht einzuschneiden. Ist das Fett beim Grillen ab, trocknet das Fleisch aus. Ich pinsele die Steaks immer ein wenig mit gutem Olivenöl ein und salze sie mit groben Meersalz und frisch gestoßenen Sezchuan-Pfeffer. Dann lege ich das Steak direkt auf den Rost über die Glut und brate es auf beiden Seiten jeweils eine Minute relativ scharf an. Beim Anbraten bewege ich mit meinem Grillspaten das Fleisch, damit es nicht am Rost anbrennt. Ganz wichtig: Niemals mit Fleischgabeln in das Fleisch stechen, um es zu drehen. Totsünde! Dann läuft der ganze gute Saft aus. Perfekt ist es, wenn die Flammen beim scharf anbraten durch den Rost hoch schlagen. Danach lege ich das Fleisch in die Mitte des Grills und schließe den Deckel. Es empfiehlt sich, vorher Tropfschalen aus Alu unter den Rost in die Mitte des Grills gestellt zu haben. So vermeidet man, dass der Fleischsaft und das Fett in den Grill läuft.

Jetzt funktioniert der Kugelgrill wie ein Umluftofen. Hierbei ist es sehr wichtig, dass man die Lüftungsschlitze im Grill richtig eingestellt hat. Sie müssen logischerweise geöffnet sein. Man sieht das ganz gut an der Glut. Wird sie schwächer fehlt Luft. Die Steaks brauchen nun nur noch wenige Minuten. Natürlich kommt es darauf an, wie man sie gerne haben möchte. Ich bevorzuge die T-Bone Steaks medium-rare. Dann sind sie am saftigsten…

Eine wahre Delikatesse vom Grill ist Roastbeef. Ich grille in der Regel das Roastbeef im Ganzen, so bleibt es am saftigsten. Es ist eigentlich auch ganz einfach. Ich grille bevorzugt Roastbeef aus Argentinien, Uruguay oder das gute Gau-Odernheimer von den glücklichen demeter-Kühen. Da ich viele Bekannte habe, die gerne zum Grillgenuß zu uns kommen, brauche ich meistens ein vier bis fünf Kilo Stück. Erster Schritt, das Fett auf der einen Seite entfernen. Da werden jetzt sicherlich viele aufschreien: “Da trocknet doch das Fleisch aus!” Keine Panik, das passiert nicht. Das Fett muss weg. Danach das Roastbeef ordentlich mit GUTEM Olivenöl einstreichen und mit frischem Pfeffer und groben Salz einreiben. Das Fleisch nun direkt von jeder Seite ca. eineinhalb bis maximal zwei Minuten anbraten, danach das Ganze in die Mitte legen und indirekt weitergrillen. Ganz wichtig, den Deckel vom Kugelgrill schließen und auch geschlossen lassen. Einer der größten Fehler ist das permanente Öffnen des Deckels. Dadurch entweicht immer wieder die Hitze und das Fleisch gart nicht gleichmäßig. Nach einer halben Stunde kann man den ersten Drucktest machen. Bitte nicht mit der Gabel in das Fleisch stechen. Wir brauchen auch kein Fleischthermometer, wir nehmen unseren Finger und drücken auf das Roastbeef. Es gilt folgende Faustregel: Gibt es in der Art nach, wie der Daumenballen wenn ich mit dem Zeigefinger draufdrücke ist es medium, dann passt es in der Regel. Aufgepasst, am Rand ist das Roastbeef meistens dünner, als in der Mitte. Das Fleisch vom Grill nehmen, kurz ruhen lassen, fertig-

Dienstag, 14. April 2009 um 13:42 von Dirk Würtz

Mein Grill und ich…

Weber Ranch Kettle

Weber Ranch Kettle

Weber Ranch Kettle

Heute beginne ich eine neue Rubrik: “Mein Grill und ich…”. Das wollte ich schon sehr lange machen, denn ich grille für meinLeben gerne, und auch ganz gut, wie man so hört… Grillen ist ja quasi die männlichste aller Domänen wenn es um die Freizeitgestaltung und Essenszubereitung geht. Hier bei uns in Deutschland wird verhältnismäßig viel gegrillt. Lange nicht so viel wie in Südafrika (braii), in Australien oder Amerika, aber das Grillen ist doch sehr angesagt. Es kommt hierbei natürlich stark darauf an, was man unter “grillen” versteht. Grillen ist eine Art Lebenseinstellung. Der letzte Rest archaischer Männlichkeit, gerettet aus dem dunklen Tiefen der Steinzeit. Grillen ist Leidenschaft, Passion und weit davon entfernt eine simple Zubereitung von Nahrungsmitteln zu sein. Grillen ist Kunst! Damit ist auch völlig klar was ich NICHT unter Grillen verstehe. Die schnelle, lieblose Zubereitung von undefinierbaren, weil komplett zugeschmierten Fertigfleischbrocken aus dem Gammelfleischregal . Ergänzt durch den obligatorischen Majototmachsalat. Wahlweise aus Nudeln oder Kartoffeln, begleitet von diversen fertigen Grillsaucen aus der Flasche oder der Tube. Nein, das hat mit dem Grillen von dem ich hier rede nichts zu tun. Soviel zur Einleitung, jetzt kommen wir zum Wesentlichen.

Ein vernünftiger Grill muss her. Kohle, Holz oder Gas. Das spielt keine Rolle. Die Hauptsache ist, der Grill taugt was. Ich persönlich grille nicht gerne mit Gas. Da fehlt mir die spezielle Feuerromantik doch zu sehr. Gas geht schnell, ich weiss. Aber ich will ja gerade das es nicht schnell geht. Also grille ich immer mit Holzkohle, genauer gesagt mit speziellen Briketts. Mein momentanes “Grillwerkzeug” ist von Weber  und heißt “Ranch Kettle”. Das ist ein Kugelgrill, ein ziemlich großer. Genugenommen der größte Kugelgrill, den es gibt. Ich brauche den in dieser Größe, da ich sehr oft große Stücke Fleisch zubereite. Fünf Kilo Roastbeef am Stück beispielsweise. Gegrillt wird grundsätzlich alles, was auf den Grill passt und nicht mehr lebt. Nicht nur Fleisch, sondern auch Gemüse und Früchte. Erlaubt ist was gefällt. Wie das geht, erzähle ich dann demnächst in meiner neuen Rubrik:”Mein Grill und ich…”

Samstag, 28. März 2009 um 13:23 von Dirk Würtz