Alles über Wein und den Rest der Welt…

Autor: Rheingauer Weinschmecker

Aktuelle Artikel

„Erstes Gewächs“ Rheingau am Scheideweg

von Oliver Bock Nichts könnte den „Absturz“ des Ersten Gewächses Rheingau (EG) nach dem Ausscheren der VDP-Betriebe hin zum GG drastischer (grafisch) verdeutlichen als die Produktionsziffern: Statt mehr als 160.000 Liter wie noch beim Jahrgang 2012 werden in dieser (geschmacklich!) trockenen Spitzenweinkategorie jetzt nur noch knapp 31.000 Liter erzeugt. 26 Betriebe schaffen (mit 32 Weinen) damit zusammen noch nicht mal eine Menge, wie sie Schloss Johannisberg ganz alleine (als GG) erzeugt. Was sagt uns das für die Zukunft, 15 Jahre nach der Einführung?

Die Gewanne sind da, die Verwirrung auch…

Jetzt ist es im Rheingau amtlich und die Verwirrung (fast) komplett: Die Gewanne sind wieder da, „Plankner“ und „Sautt“ dürfen aufs Weinetikett – und aktuell noch 23 andere. Für die Weintrinker wird es damit noch komplizierter, für manche Winzer (hoffentlich tatsächlich) einfacher. Aber manche Regelung schafft weit mehr Verwirrung als Klarheit…

Viel Kork, wenig Genuss: Spätlesen 25 years after….

Riesling Spätlesen 25 Jahre danach: Viele Korkschmecker und wenig Trinkfluss: Mehr als 30 fruchtsüße Riesling-Spätlesen des seinerzeit gut bis sehr gut bewerteten Jahrgangs 1990 von ausschließlich renommierten deutschen Erzeugern – das versprach einen spannenden und zugleich genussvollen Abend im kleinen Kreis. Das Ergebnis indes war recht ernüchternd: nur eine Handvoll Weine haben den Trinkspaß tatsächlich über ein Vierteljahrhundert bewahrt. Ansonsten viel Kork und manch “anstrengender” Tropfen. Einige Lehren daraus liegen sofort auf der Hand: 

Der Weintourist, das unbekannte Wesen?

Der Prophet im eigenen Land gilt nicht viel. Da trifft auch auf die Hochschule Geisenheim zu, deren Potential vom Rheingau und seinen Winzern noch viel stärker genutzt werden könnte als es bisher der Fall. Nun gut. Nicht jeder akademische Ratschlag muss gleich übernommen werden, sonst stünden heute massenhaft Dornfelder-Reben in besten Rheingauer Weinbergen. Schwamm drüber! Immerhin, seit 2013 ist die ehemalige Forschungsanstalt eine „Hochschule neuen Typs“ – und die Kooperation wird enger. Eine 650 Seiten starke Studie zum Weintourismus im Rheingau könnte – trotz mancher Schwächen – vielleicht die eine oder andere Verbesserung anregen.

Alte Reben: einem Phantom auf der Spur

Jeder Winzer braucht für seine Kunden gute Geschichten, und “Alte Reben“ sind eine. Knorrige Gesellen, die angeblich besonders tief wurzeln, die besonders mineralische Weine mit Charakter hervorbringen und die eine erwünschte Mengenbeschränkung schon am Stock liefern. Das ist die Botschaft an den Kunden. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Ein Rundgang auf der Mainzer Weinbörse und ein Standpunkt.

2400 Euro für 80 Jahre alten Pinot

Sehr beachtlich: Die Frühjahrs-Weinversteigerung im Kloster Eberbach war für die Hessischen Staatsweingüter an diesem Wochenende die erfolgreichste Auktion seit dem Jahr 2001. Geschäftsführer Dieter Greiner berichtet von einem Nettoumsatz (ohne Mehrwertsteuer) in Höhe von 97.300 Euro. Erstaunlich: Den Höchstpreis erzielte kein Riesling, sondern ein 80 Jahre alter Rotwein. Schmeckt der noch, werden sich viele fragen?

Staatsweingut in der Bredouille

Gehört es zu den Kernaufgaben eines Bundeslandes, ein Weingut zu betreiben und somit als Konkurrenz gegenüber den privaten Weingütern aufzutreten? Ordnungspolitisch wäre diese Frage einfach zu beantworten… und vielleicht kommt in Hessen bald schon wieder Schwung in diese Diskussion, denn die EU-Kommission hat die Pläne des Landes Hessen zur besseren Finanzausstattung der Hessischen Staatsweingüter gestoppt.

Rheingau fordert Oregon …

…zum Pinot-Noir-Vergleich und hat unter dem Strich die Nase vorn. Das zumindest war das Ergebnis einer außergewöhnlichen Verkostung im Weingut Schön in Rüdesheim Aulhausen, bei der 24 Pinots der Jahrgänge 2002 bis 2012 in die Gläser von 14 Weinnasen ausgeschenkt wurden.