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Paukenschlag Teil 2 – alter, neuer Weinführer bei der Vinum

Gestern morgen habe ich hier über die Veränderungen im neunen Gault Millau berichtet. Insbesondere über die personellen. Das gesamte Personal, sprich die Verkoster, sind demnächst woanders zu finden…

Spektakulärer kann es eigentlich kaum noch sein. Bis auf zwei Verkoster, wechseln beinahe alle bisherigen Verkoster des Gault Millau freiwillig das Lager. Die “VINUM” macht in Kooperation mit dem Christian Verlag – das ist der Verlag, in dem der Gault Millau bisher erschien – einen neuen Weinführer. Dort findet man dann sämtliche altbekannten Verkoster-Gesichter wieder. Und nicht nur das. Auch die alte Gault Millau Datenbank zieht mit zur VINUM um. Vom Prinzip heißt das vereinfacht ausgedrückt: Das was bisher der Gault Millau war, ist jetzt der VINUM Weinführer Deutschland. Gleiche Chefredakteure, gleiche Verkoster, gleiche Arbeitsweise. Gleiches Buch nur andere Verpackung. Wenn das mal keine Meldung ist!

Da stellen sich natürlich sofort mehrere Fragen.

Braucht es tatsächlich noch einen Weinführer? Ich bin mir, ehrlich gesagt unsicher und tendiere zu einem klaren “jein”. Die Zielgruppe ist klein, der Markt eng und die Konkurrenz groß. Wirtschaftlich erfolgreich, wenigstens gut aufgestellt ist wohl auch vor Allem derjenige, der Gebühren erhebt. Was wird an dem “neuen” VINUM-Weinführer wirklich anders? Das kann natürlich in der ersten kommenden Ausgabe nicht viel sein, die Nadel mit der das Ganze gestrickt wurde, war ziemlich heiß. Größere Veränderungen stehen erst im kommenden Jahr an – ähnlich wie beim Gault Millau. Andererseits bedeutet das natürlich auch ein Höchstmaß an Kontinuität. Bei der “VINUM” tritt ein seit Jahren eingespieltes Team an.

Des Weiteren ist natürlich die große Frage, wie vollständig so ein neuer Führer sein wird. Laut Pressemitteilung sollen es wieder 1.000 werden. Der “falstaff” hat einige Ausgaben gebraucht, um umfangreicher zu werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es hier ebenso wird. Datenbank hin, Datenbank her. Ganz sicher wird es auch, und das liegt ja in der Natur der Sache, einige Vorbehalte geben. Neuer Weinführer, alte Verkoster, die ein oder andere gewachsene Animosität, die man jetzt besser ausleben kann, da das Ganze naturgemäß noch nicht im Ansatz die Relevanz hat, die der Gault Millau bisher hatte. Das dürfte ganz sicher ein Rolle spielen und den Start auch nicht gerade leichter machen. Auch hier gilt aber ähnliches wie bereits oben erwähnt: da ist ein eingespieltes Team am Werk. Man weiß, was man bekommt.

Habe ich also gestern noch geschrieben, dass eine neue Ära anbricht, so sind es eigentlich zwei. Das Ganze hat natürlich ein enormes Potenzial sich zu einer Art Wettrennen zu entwickeln. Der neue Gault Millau gegen den neuen alten. Oder anders ausgedrückt: Wer macht das Rennen? Die abstrakte Marke Gault Millau mit neuem Team, oder das alte Team, das seit vielen Jahren diese Marke bespielt hat und mit Joel Payne und Carsten Henn als Chefredakteure auch die Gesichter dazu mitbringt. Es ist spannend, keine Frage.

Grundsätzlich freue ich mich aber über jede Bewegung in der Weinwelt. Es wird Zeit für Neues – die Chancen sind groß. Bei mir bleibt momentan noch ein wenig die Skepsis, insbesondere wie viele Weinführer der Deutsche Markt braucht. Neben den bisher erwähnten gibt es ja auch noch den Eichelmann und Parker. Letzterer ist der einzige, der nicht nur auf dem deutschen Weinmarkt höchste Reputation genießt, sondern eben auch international.

Die Teilnahme beim VINUM-Weinführer ist übrigens kostenlos

 

 

 

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