Alles über Wein und den Rest der Welt…

VDP.GROSSE GEWÄCHSE 2014 – Teil 2

Zweiter Tag und es geht direkt weiter.

Der Morgen beginnt mit der PFALZ und den Rieslingen

Der Steinbuckel von Knipser entlockt mir direkt das erste “Oooh”. Ein sehr saftiger, glasklarer und enorm balancierter Riesling. Sehr gute Länge, viel Schmelz. Top!

Gleiches gilt für den Saumagen von Philipp Kuhn. Das ist eine meine Lieblingslagen in der Pfalz und die hat Kuhn perfekt in die Flasche gebracht. Kraftvoll, ohne bäuerlich zu wirken, mit einer wunderbar filligranen Säure. Ein genialer Wein.

Vor mir steht jetzt ein Flight mit fünf Weinen aus dem Forster Pechstein. Das ist das schöne an dieser Probe, den so eine Gelegenheit die unterscheidlichen Stilistiken einer Lage zu verkosten, gibt es sonst nicht. Deswegen mache ich jetzt auch Lagenweise weiter.

Der Wein, der geruchlich am meisten herausragt ist der PECHSTEIN von Reichsrat von Buhl. Etwas Stachelbeere und Heu, extrem angenehm. Dann im Mund die Offenbarung: Knalltrocken. Herrlich! Ich gebe es unumwunden zu, DAS ist genau meine Sache. Dazu saftig, lang und wunderbar in der Balance. Ein großer Wein!

Ebenfalls sehr gut der PECHSTEIN von Bassermann-Jordan. Ganz andere Phenolstruktur, als der RvB, aber auch extrem gelungen. Ein sehr kühler Stil. Ausgezeichnet!

Von Winnings PECHSTEIN ist, wie immer, geruchlich ganz anders. Sofort erkennbar, wenngleich das Holz logischerweise immer leiser wird. Der Wein hat eine große innere Dichte.

Bürklin-Wolf hat den stillsten aller PECHSTEINe. Ein in sich ruhendes gewaltiges Monument, das ganz sicher erst in vielen, vielen Jahren aufwachen wird. Dann wird es aber strahlen, da würde ich drauf wetten wollen…

Ein grandioser flight, nebenbei bemerkt.

Im JESUITENGARTEN bläst Reichsrat von Buhl direkt in das gleiche Horn. Knalltrocken, megafein und ultraelegant, ein kleines Bittertönchen (charmant) und eine sehr gute Länge.

Bassermann-Jordan bleibt auch im JESUITENGARTEN phenolischer (Gerbstoffe), was extrem charmant ist und dem Wein unglaublich gut steht. Dazu kommt, nach einigen Augenblicken, eine tolle Saftigkeit und ein schier nicht enden wollende Länge. Ganz, ganz großer Wein!

Im UNGEHEUER legt Bassermann-Jordan fulminant los. Ein etwas leichterer (im besten Sinne) Vertreter. Feinwürzig, straff und elegant. Ein toller Wein!

Reichsrat von Buhl bleibt bei der “Null-Zucker-Politik” auch im UNGEHEUER. Dafür gehören sie geküsst… ;-) Selten habe ich eine so elegante, lang anhaltende und angenehme Pfirsisch-Note in einem Wein gehabt wie hier. Mir läuft noch minutenlang das Wasser im Mund zusammen!

Der PECHSTEIN von Bürklin-Wolf ist ebenfalls grandios. Ganz anders als die beiden anderen. Deutliche süßer, wieder eher ruhig, etwas cremiger, aber verschlossen wie eine Auster. Das Potenzial, das ich erschmecke, ist allerdigs gigantisch, vielleicht sogar galaktisch. Man verzeihe mir den Superlativ.

Von Winning hat im UNGEHEUER den Wein für den zweiten Blick gemacht. Beinahe wäre er mir durchgerutscht. Im ersten Moment eher zurückhaltend und still, hält der Wein sich minutenlang wie festzementiert auf der Zunge. Ein Irrsinn!

Das KIRCHENSTÜCK von Achim-Magin ist getrost als extrem gelungen zu bezeichnen. Viel Substanz und Dichte, eine ganz feine, beinahe verspielte Säure und eine tolle Länge. Top!

Bassermann-Jordan legt hier im KIRCHENSTÜCK den nächsten grandiosen Riesling hin. Extrem saftig, fein, verspielt mit reifen gelben Früchten. Groß!

Bürklin-Wolf bleibt seinem ruhigen und besonnenen Stil auch im LANGENMORGEN treu. Dicht, fest im Kern mit zupackendem Grip. Auch hier, komplett zugenagelt. Klasse!

Ganz anders Christmann, zumindest im Geruch. Der LANGENMORGEN ist offener und zeigt feinste gelbfruchtige Aromen. Dann aber, im Mund, kommt eine enorme innere Dichte. Die legt sich um die Zunge und bleibt schier ewig. Die Säure tanzt daruf und alles zusammen macht das einen großen Wein mit viel Potenzial.

KALKOFEN von Bassermann-Jordan ist ein wunderbar feiner und spielerischer, dennoch mit viel Zug und enormer Trinkfreude ausgestatteter Riesling. Ganz fein, ganz lang.

Von Winnings Kalkofen wirkt etwas süßer, aber dabei enorm animierend mit sofortigem Schluckreflex. Der Kieselberg hingegen wirkt beinahe schon herb. Schön trocken und saftig. Saftig ist überhaupt das Wort, das für mich von Winning dieses Jahr am besten beschreibt.

Der Hohenmorgen von Bassermann-Jordan komplettiert den Reigen der 14er GGs dieses Betriebes nahezu perfekt. Fest, lang und packend. Die haben die Kollektion des Jahrhunderts abgeliefert in diesem Betrieb. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so eine konstant herausragende Kollektion dieses Weingutes verkostet zu haben. Ganz großes Kompliment!!!

Von Winning legt mit seinem Grainhübel den für mich besten Wein seiner diesjährigen GGs hin. Fest, nix mit Holz, enorme innere Dichte, saftig und packend und ellenlang. Groß!

Einen wunderbaren kleinen Aromaböckser hat der Reiterpfad in der Hohl von Reichsrat von Buhl. Eine Anmutung von Weinbergspfirsischen und Grapefruit kommt dazu. Knalltrocken, versteht sich und ellenlang und überhaupt der Hammer!

Ein im positivsten Sinne “karger” Vertreter ist der Reiterpfad Hofstück von Christmann. Nix primärfruchtiges, aber dafür dunkel und tief und auch wieder enorm dicht. Der Wein hinterlässt minutenlang eine Art pelziges Gefühl im Mund. Toll!

Der Gaisböhl von Bürklin-Wolf gefällt mir ebenfalls außerordentlich gut. Diese ruhige und in sich ruhende Stilistik dieses Hauses macht mir einfach nur Spaß.

Christmanns Idig ist völlig dicht und verschlossen. Es ist nicht leicht, zu erkennen, was dieser Wein hat. Man muss sich richtig Zeit nehmen – aber dann kommt es. Nach einigen Momenten ist der Mundraum über und über geflutet mit warmen und weichen Aromen. Reifes Steinobst dominiert und die Säure bleibt beinahe spielerisch auf der Zunge stehen. Ein Monument, das Jahre brauchen wird! Der Mandelgarten bleibt dem Stil der 14er Weine treu. Er hat zwar die präsenteste Säure aller Christmann Weine, aber auch hier dominiert das Steinobst. Natürlich ist auch dieser Wein absolut verschlossen und natürlich hat auch dieser Wein ein enormes Potenzial.

Im Sonnenschein von Rebholz ist der nächste aus dieser Reihe von restlos NICHT primärfruchtigen Weinen. Ich nenne das “Steinwein”. Die Frucht kommt, wenn überhaupt, erst Momente später. Hier dominiert  die Kühle, die Phenolik, etwas kräuterwürziges und rauchiges den Wein. Irre lang anhaltend, verschlossen und dennoch direkt zupackend. Ein wahrlich ergreifender Wein! “Ganz Horn” im Sonnenschein bläst “in das gleiche Horn”. Er ist etwas saftiger und zitrusfruchtiger. Aber auch hier werde ich gepackt und nicht mehr losgelassen. Der Kastanienbusch komplettiert die Rebholz Rieslinge. Steinig wirkt er auf mich, salzig ist er un ddie Säure ist der Knaller! Alles in Allem, ein Trio von Rebholz, das für mich das beste seit Jahren ist.

 

RHEINGAU

Es ist, wie jedes Jahr, schwierig für mich über den Rheingau zu schreiben. Ich kenne alle Weine in- und auswendig, manche quasi von Geburt (im Traubenstadium) an. Und natürlich bin ich kaum objektiv. Wie soll ich das auch sein? Das ist der schwierigste Teil daran! Wir erleben im Rheingau seit einigen Jahren eine enorme Bewegung. Dazu gehört es, dass wir uns untereinander austauschen und das in einer unglaublich offenen, kollegialen und beinahe schon freundschaftlichen Art. Die Ergebnisse kann man schmecken – wenn man will. Wir sind auf dem Weg, nicht mehr, aber auch nicht weniger. In diesem Jahr möchte ich einfach nur meine absoluten Lieblinge auflisten. Natürlich mit einer kleinen und launigen Bemerkung, und mit der Bitte, sie selbst zu probieren UND dem Versprechen, dass es sich lohnt…

Fred Prinz – JUNGFER und SCHÖNHELL, der König der Eleganz

Jakob Jung – HOHENRAIN und SIEGELSBERG, Alex Jung hat die genialsten GGs seiner Karriere produziert

Barth – WISSELBRUNNEN und HASSEL, konsequent und trocken

Allendorf  - JESUITENGARTEN, BERG ROSENECK und HASENSPRUNG, das Weingut mit der enormsten und konsequentesten Entwicklung

Spreitzer – mein ewiger Prinz Charming

Schloss Vollrads  - ein neuer, und mich restlos überzeugender Stil

Das war es mit den Rieslingen für dieses Jahr. Es geht weiter mit den Rotweinen. 2013 ist mein Lieblingsjahrgang, denn die Rotweine haben das, was sie für mich so unumstößlich notwendig brauchen – Säure!

AHR – Pinot

Stoddens Rosenthal packt mich sofort. Hochkonzentrierte rote Früchte und dennoch eine wunderbare feine Eleganz. Ganz genialer Holzeinsatz und eine wunderbare Frische und animierende Säure. Großes Potenzial, kann Jahre liegen.

Der Silberberg von Kreuzberg ist ein feinröstiger, ernsthafter und mit einem wunderbaren kleinen Bittertönchen ausgestatteter Vertreter. Tolle Tannine, animierend und dicht.

Der Pfarrwingert von Meyer-Näkel ist enorm kräuterwürzig und hat einen Hauch von Weihrauch. Ein wahrhaft vornehmer Wein. In der Säure zwar etwas moderater, aber sehr elegant und tief.

Beim Kräuterberg vom Meyer-Näkel ist der Name Programm. Kräuter. Dazu kommt ein Hauch von kalter Asche. Faszinierend! Kräftige Tannine hat er und dahinter kommt sofort eine wunderschöne, beinahe vibrierende Säure. Dicht, verschlossen, ganz groß!

Der Herrenberg von Stodden hat wieder diese grandiose Säure, die mich sofort lächeln lässt. Dazu kommen fantastische Gerbstoffe, eine wunderbare Kirschfrucht und ein großes Potenzial.

 

RHEINHESSEN – Pinot

Wenn der Pares von Neus – übrigens einer meiner liebsten Rotweinlagen in Rheinhessen, ein Vorgeschmack auf das sein sollte, was da die nächsten Jahre noch kommt, würde ich vorschlagen jetzt bereits zu subskribieren. Das ist noch nicht das ganz große Kino, aber es geht in die richtige Richtung. Elegant, mit Druck und guter Säure.

Schloss Westerhaus erwacht. Wie schön! Strenge Tannine hat er zwar, der Schloss Westerhaus, aber dahinter steckt eine saftige Säure und eine wunderbare Kischfrucht. Viel Potenzial hat er aber auch, das wird etwas Geduld brauchen. Toller Wein!

St. Antony machen beim Pinot weiter, wo sie beim Riesling aufgehört haben. Die pure Eleganz. Extrem konzentriert, aber hoch elegant ist der Paterberg. Dichtes und festes Gerbstoffgerüst und monströs viel Potenzial.

Gutzler stellt zwei 2012er vor. Das Brunnenhäuschen ist ein feinwürziger, ungemein ruhiger und in sich ruhender Pinot. Nichts ist laut, alles passt. Ein genialer Wein! Der Morstein ist der lebendigere, was auch an der Säure liegt. Unglaublich tief und dicht. Muss noch lange liegen und reifen und wird sicherlich ganz groß.

Keller stellt mit seinem Morstein ebenfalls einen 2012er auf den Tisch. Auch der ist in sich ruhend, extrem kühl und die Säure ist eine der feinsten bis jetzt. Groß!

 

PFALZ – Pinot

Kann Deutscher Pinot reifen? Natürlich kann er das. Und wie gut er das kann, zeigt Knipsers Mandelpfad aus 2011 (!) Taufrisch, wunderbar balanciert, keinerlei Alterstöne. Super! Eine Tacken tiefer und mit mehr Gerbstoffen versehen ist der Kischgarten. Auch der ist aus 2011. Ungemein lang und dicht und komplex und mit einer wunderbar feinen Säure. Ein ganz großer Wein! Ergänzt wird das 2011er Trio durch den “Im grossen Garten”. Das ist der zugänglichste, weil weicheste von den dreien. Ein kongeniales Trio und eine Hommage an das Potenzial dieser göttlichen Rebsorte. Danke!

 

FRANKEN – Pinot

SCHLOSSBERG von Benedikt Baltes wird mehr und mehr zu einer Bank. Beinahe asketisch, völlig frei von Überkonzentration und auf die so typischen modernen Vanille- und Röstaromen verzichtend, steht hier ein ultrafester Pinot auf dem Tisch, der Jahre der Reife brauchen wird. Die sollte man diesem großen Wein auch gönnen!

Der SCHLOSSBERG von Fürst hat eine wunderbare Graffit-Note, eine ganz feine Kräuterwürze und eine feste Struktur. Irre lang, sehr elegant und in der Säure nahezu perfekt. Der CENTGRAFENBERG ist in der Säure noch feiner und animierender und setzt sich fest. Große Länge, reifste Tannine. Super. Hört nicht auf zu schmecken! Der Hundsrück setzt dem ganzen die Krone auf. Dicht gepackt, perfekte Tannine, Ultimativ lang. Ganz groß. Bis jetzt der beste Rotwein der Verkostung!

 

WÜRTTEMBERG – Pinot

Ein Hoch auf den seriösen Pinot. Wenngleich ich gar nicht weiß, ob seriös eine zulässiges Attribut ist. Egal, Dautels Sonnenberg ist seriös. Und ruhig und sachlich. Nichts dickes und lautes. Sehr unaufgeregt fruchtig, mit Säure und schönen Gerbstoffen. Seriös eben.

Der Lämmler von Schnaitmann hat eine voluminöse Gerbstoffstruktur. Hat man die einmal überwunden, kommt man zu einer Art Oase der Säure. Ja, ich weiß, klingt schwülstig, aber ich habe keine Ahnung, wie ich es anders erklären sollte. Ein fordernder Wein, der einen mitnimmt, förmlich mitzieht aber der erarbeitet werden will. Wer sich die Mühe macht, wird belohnt. Jetzt und in einigen Jahren!

Dieser Beurer muss ein Typ sein. Ich kenne ihn zwar nicht, aber es kann gar nicht anders sein. Seinen Riesling fand ich schon phänomenal eigen und gut. Der Pinot haut in die gleiche Kerbe! Eher Kräuter, als Kirsche. Mehr Säure als Geschmuse. Und Tannine, die knallen. Ein extrem eigenständiger Stil, aber ganz extrem gut, dieser Mönchberg.

Beinahe genau so eigenständig, weil so fest zupackend und nicht mehr loslassend, fast schon agressiv ist die Burghalde von Haidle. Ein harter Hund, im ersten Moment. Nach einer Weile aber wunderbar warm und saftig werdend. Klasse!

Und zum Ende des flights kommt der Lichtenberg von Ellwanger ganz versöhnlich, mit einem Hauch von Muskat, einer feinen, beinahe schon prickelnden Säure. Sehr guter Wein

 

BADEN – Pinot

Den Seeger mag ich. Sowohl den Kerl, als auch die Weine. Schon immer. Manchmal mehr, manchmal weniger. Die Weine, versteht sich. Den Herrenberg Oberklamm mag ich sehr. Etwas Muskat, Liebstöckel, Kräuter irgendwie. Und etwas rauchiges. Im Mund dann knallhart, knochentrocken und komplett kompromisslos. Genial! Der Wein ist noch unendlich verschlossen. Aber so soll es ja auch irgendwie sein. Der Herrenberg Spermen ist etwas charmanter, auf gleich hohem Niveau. Da tänzelt die Säure etwas stärker. Zwei geniale Pinots, ganz nach meinem Geschmack!

Das Weingut Huber gehört zu den ganz Großen des Deutschen Pinots. Dass man sich keinerlei Gedanken machen muss, ob das nach dem viel zu frühen Tod von Bernhard Huber anders werden könnte, zeigen die Weine die hier auf dem Tisch stehen. Der Bienenberg hat feinste Kräuteraromen, perfekt eingebundenes Holz, eine unglaublich animierende Säure, eine perfekte Dichte und Konzentration und ganz viel Potenzial. Der Bienenberg “Wildstein” bringt mehr Cassis und zarte Röstaromen in der Nase mit. Die Tannine sind weicher, aber die Säure ist quicklebendig. Toll! Ganz rauchig ist der Schlossberg. Ein Hauch von Minze und Sellerie sind da noch dabei. Kühl wirkt er, die Tannine sind reif und die Säure drückt. Die Sommerhalde wirkt ganz ruhig und in sich gekehrt. Sehr verschlossen und dicht. Der Wein hat eine ordentliche Länge, ist aber der Pinot, der noch am meisten zu ist. Alle Weine sind auf absoluten Top Niveau und sollten in keinem Pinot-Liebhaber-Keller fehlen!

Heger bringt einen sehr eleganten, weniger muskulösen Schlossberg auf die Flasche. Ich mag das. Ganz feine, sehr reife Gerbstoffe treffen auf eine ebenso feine Säure. Das Ganze kann man getrost als ausbalanciert bezeichnen. Sehr elegant und fein. Ein super Wein! Ihringer Winklerberg Wanne Häusleboden… ganz schön viele Buchstaben… aber auch ganz schön viel Wein. Viel im besten Sinne, versteht sich. Heger hat es auch hier geschafft, der Eleganz den Vortritt vor der Kraft und dem Druck zu gewähren. Ein ruhiger und besonnener Vertreter, mit weichen, beinahe schon samtigen Tanninen. Alles ist überaus harmonisch und stimmig. Großes Kompliment!

Blankenhorn hat ein extrem saftiges, fruchtiges und trinkfreudiges Sonnenstück. Den könnte ich direkt jetzt in der Sonne einfach so wegtrinken. So etwas muss es auch geben…

WÜRTTEMBERG – LEMBERGER

Ich liebe Lemberger. Auch Blaufränkisch… ;-) Witzigerweise wird hier in der Liste unterschieden. Es gibt 11 Lemberger GGs und ein Blaufränkisch GG. Die Württemberger schreiben Lemberger, der eine Badener schreibt Blaufränkisch. Da ist sie wieder, die Grenze… ;-) Egal! Hauptsache das Ergebnis stimmt…

Die Ruthe vom Grafen Neipperg ist ein dichtes und verschlossenes Ding. Eine hohe Reife trifft auf kräftige Tannine. Alles in Allem sehr fest und verschlossen aber mit viel Potenzial. Der Schlossberg aus dem gleichen Weingut ist etwas fruchtiger und spielerischer in der Säure. Beides sehr gute GGs.

Dautels Michaelsberg ist genial. Der springt mich förmlich an. Reif, aber nicht zu reif, tolle Säure, feinste Kräuterwürze und einen Hauch von Pfeffer.

Aldingers Lämmler hat zur Ernsthaftigkeit etwas süffiges. Etwas süßes, ohne plump süßlich zu sein. Herrlich!

Schnaitmanns Lämmler haut mich beim reinriechen beinahe vom Stuhl. Unfassbar, was ein Geruch! Brombeer-Stachelbeer-Kirsch-Holunder-Saft…oder so…Genial! Und im Geschmack ähnlich. Ganz leicht, super elegant, ultra-safttig, perfekte Tannine, Hammer-Säure. So einen Lemberger habe ich noch nie getrunken! Irre! Grandios! Groß!

Mein lieber Beurer, Du machst mich echt fertig! Lemberger kannst Du also auch noch und auch noch eigen und charaktervooll und trinkfreudig… Ein wunderbar anderer Wein, der zwar irgendwie typisch ist, aber dann doch nicht. Der MÖNCHBERG hat Zug, Finesse, eine tolle Säure und Gerbstoffe, die ihn locker über die nächsten Jahre bringen. Und so wie es schmeckt, ist es auch nicht zugeschwefelt. Ganz großes Kompliment!

Auf “meinen kleinen” Moritz ist Verlaß! Der MÖNCHBERG steht wie eine Eins! Alles passt und ist perfekt in der Balance. Dazu kommt ein großes Potenzial und der unbedingte Wille, das Ganze direkt herunterschlucken zu wollen…

So, das war es an Verkostungen in diesem Jahr. Ich habe noch einmal mehr als 150 Weine probiert. Es fehlen die Weiss- und Grauburgunder und die Chardonnays. Ich könnte die jetzt noch probieren, aber ich würde ihnen nicht gerecht werden. Im Übrigen, und das gebe ich gerne zu, fehlt mir die Expertise für diese Rebsorten. Ich bin da kein sehr ungeübter und lediglich gelegentlicher Verkoster. Das wäre nicht gerecht.

Morgen gibt es dann das Fazit.

Ein Kommentar zu “VDP.GROSSE GEWÄCHSE 2014 – Teil 2

  • de Pälzer

    Mich wundert, dass Du bei den Deidesheimer/Forster GGs Mosbacher nicht erwähnst. Die hatten meiner Meinung nach letztes Jahr die stärkste Kollektion bei der jährlichen Verkostung in Deidesheim.

    Reply

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