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Die Suche nach dem besten Schoppen im Rheingau

Sag mir, liebe Jury, wer hat den besten Riesling-Schoppen im ganzen Rheingauland ? Die Schönleber-Buben, die Schönleber-Buben! Wettbewerbe um den vermeintlich besten Weißwein oder  Spätburgunder, die allerbeste Spätlese oder schlicht „Best of Riesling“ gibt es viele. Das sind allerdings oft  (Boutique-)Weine in kleinen Auflagen, die zwar gut für die Reputation und nachgefragt von Weinfreaks sind, die im Markt und für den ökonomischen Erfolg eines Weinguts bisweilen wenig Bedeutung haben. Das ist etwas ganz anderes mit der Nummer 1 der Weinkarte, dem einfachen trocken Basis-Riesling, gerne in der Literflasche. Nicht selten bestimmt der Verkauf dieser Brot- und Butter- Alltagsweine das Wohl und Wehe eines Betriebs. Weil der Liter- oder Basisriesling ganz unten in der Qualitätspyramide steht, ist er meines Erachtens die überzeugendste Visitenkarte eines Betriebs. Stimmt hier die Qualität im Glas, lässt sich in der Regel bedenkenlos auch im übrigen Sortiment zu greifen.

Für die preisbewussten Rheingauer Straußwirtschaftsgänger (Schnutedunker und Schoppenpetzer) hat die Nummer eins schon immer ihre besondere Bedeutung, und genau das hat mich schon 2005 bewogen, einen Wettbewerb für den preiswertesten trockenen Riesling auszuschreiben, der in der Winzer-Schänke den Zechern auch tatsächlich serviert wird. Inzwischen hat sich der Wettbewerb zu einem kleinen Gradmesser des Jahrgangs entwickelt und die Anerkennung der Landesregierung erhalten. In diesem Jahr war die Schoppentrophy noch mehr als sonst ein Spiegel des schwierigen Herbstes 2014. Selten habe ich selbst als einer von 30 Juroren meine Punkte in einer so weiten Spanne (zwischen 9 und 19 im 20 Punkte-System) vergeben.

Besonders bemerkenswert: aus dem unteren Rheingau zwischen Geisenheim und Lorch hat es diesmal kein Erzeuger in den Top 10 geschafft. Das ist so noch nie vorgekommen und auch nur schwer zu erklären, zumal die Steillagen mit einem nassen Herbst normalerweise besonders gut (oder zumindest besser als die schwereren Böden im mittleren Rheingau) zurechtkommen.

IMG_4264Wie dem auch sei: Der aktuell beste Rheingauer Riesling-Schoppen wird in der Gutsschänke des VDP-Weinguts Franz B. Schönleber in Oestrich-Winkel serviert. Bei einer Blindverkostung im „Sickinger Hof“ des Weinhotels „Rüdesheimer Schloss“ setzte sich das Oestrich-Winkeler Familienweingut Schönleber mit äußerst knappem Vorsprung unter 36 angestellten Weinen durch. Insgesamt waren alle Weine von 30 Juroren blind geprüft und bewertet. Der Jury gehörten Vertreter der teilnehmenden Güter, Gastronomen, Weinjournalisten, Vertreter der Weinbranche und der Verbraucher an, darunter auch die Rheingauer Weinkönigin Katharina I. Anhand der Benotungen ließ sich – wieder einmal – eindeutig erkennen, dass bei der Blindverkostung kein Winzer seinen eigenen Wein erkannt hat, denn kein einziger Winzer hat „blind“ seinem die höchste Punktzahl gegeben. Erstmals landete übrigens der Ökowein eines in der Umstellungsphase befindlichen Bioland-Betriebs (Corvers-Kauter) auf dem 2. Platz.

Und hier die Siegerliste

1. Platz

Weingut F. B. Schönleber, Winkel

2014 Rheingau Riesling trocken

2. Platz

Weingut Dr. Corvers-Kauter, Mittelheim

2014 Rüdesheim Kirchenpfad Riesling Kabinett trocken

3. Platz (geteilt)

Weingut Hans Bausch, Hattenheim

2014 Rheingau Riesling trocken und

Weingut Goldatzel, Johannisberg

2014 Rheingau Riesling trocken

5. Weingut Schönleber-Blümlein, Winkel

2014 Rheingau Riesling trocken

6. Weingut G.H. von Mumm, Johannisberg

2014 Rheingau Riesling trocken

7. Weingut Höhn, Dotzheim

2014 Rheingau Riesling trocken

8. Weingut Allendorf, Winkel

2014 Rheingau Riesling trocken

9.Weingut Klaus-Peter Keßler, Martinsthal

2014 Martinsthaler Wildsau Riesling trocken

10. Weingut Ott, Frauenstein

2014 Frauensteiner Herrnberg Riesling trocken

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