Alles über Wein und den Rest der Welt…

Kenner trinken Württemberger…

Heute muss wieder der Gampe ran. Ich habe Wein getauscht und komme nicht dazu ihn zu verkosten. Also muss das der Berliner machen… :-) Und der macht das gut!

Echte Kenner trinken Knauss, fertig aus! 

Im Jahr 1995 fasste das Familienweingut Knauss, unter der heutigen Leitung von Andreas Knauss, den Entschluss die Karriere als Genossenschaftswinzer zu beenden. Für die einen mag es ein kleiner Schritt eines in Strümpfelbach(Württemberg) ansässigen Weinguts sein, für Andreas war es jedoch der Beginn zum naturnahen umweltschonenden Weinbau. Im Haifischbecken der High Tech Region Stuttgart fing Andreas Knauss an “Low Tech Weine” zu kelternGroße Weine, die nicht nach zuviel Holz und breiter Opulenz schreien, sondern elegante, feine Weine, die ihre Stimme behutsam einzusetzen wissen, eher säuselnd statt polternd

Jede Traube wird seitdem durch mehrmalige selektive Handlese kontrolliert und schlechtes Material sofortaussortiert. 

Für die Gärung wird so weit wie möglich auf Reinzuchthefen verzichtet und auf die natürlichen Weinbergshefen gesetzt. Die Maischestandzeiten werden je nach Rebsorte und Jahrgangindividuell angepasst und die Weine dann, meist in 500 Liter Holzfässern, behutsam ausgebaut. Andreas gibt Ihnen Zeit bevor er sie füllt und das schmeckt man

 

Lemberger als Leitsorte

Andreas Knauss macht keinen Hehl daraus, dass der Lemberger sein absoluter Liebling ist. In den letzten Jahren wurde stets weiter aufgestockt, sodass die Rebsorte zum jetzigen Zeitpunkt 30 Prozent der Rebfläche in Anspruch nimmt.

Lemberger „S“ 2012 (Selektion)

Am Anfang deutliche Anklänge von roten Johannisbeeren, etwas Apfelmus und Minze, Das Holz (500 Liter Eichenfass) ist nicht dominant und wurde sehr gut eingebunden. Nach einer gewissen Zeit gesellen sich Aromen von Tabak und schwarzem, nassen Waldboden hinzu. In Verbindung mit der lebendigen Säure wirkt dieser Lemberger frisch und saftig.

Lemberger „R“ 2011 (Reserve)

War der Lemberger „S“ solides Kammerorchester, dann sind wir nun mit dem Lemberger „R“ im Sinfonieorchester Strümpfelbach angelangt. Düfte von dunkelroten Beeren, Holunder, Veilchen, Karotten und dunkler Zartbitterschokolade ergießen sich im Glas. Am Gaumen dann weich und samtig wie eine luftige Mousse au chocolat. Später kommen noch würzige Noten von Thymian und Rosmarin hinzu, die dann im sehr langen mineralischen Abgang ausklingen. Pauken und Trompeten sucht man hier vergeblich. Großes Streichorchester!

Doch auch Spätburgunder können sie im Ländle. Dieser hier ist im Gegensatz zu anderen Spätburgundern aus Württemberg besonders erwähnenswert und hat mit Gsälz (schwäbisch für Marmeladein etwa soviel zu tun wie Primark mit den geltenden Menschenrechten.

Spätburgunder „R“ 2011 (Reserve)

Düfte von Zigarrenkiste, Walderdbeeren, Lakritzschneckeund Wacholderschinken steigen mir direkt in die Nase. Im Mund dann Aromen von Schokoladen-Muffins (ohne die Süße) und roter Erde (Eisen). Die perfekt eingebundene Säure passt wie die sogenannte Faust auf das Auge und rundet den Wein ab ohne zu langweilen.

Das Ganze ist so weich wie die Brusthaare eines David Hasselhoffund so stark wie Chuck Norris.

Kenner trinken Württemberg? Kenner trinken Knauss!

Die Weine gibt es hier direkt

 

Ein Kommentar zu “Kenner trinken Württemberger…

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