Alles über Wein und den Rest der Welt…

Ernte 2014 – und erstens kommt es anders und meistens als man denkt

Was dann am Samstag doch noch ganz gut aussah, hat sich in den letzten drei Tagen und Nächten doch dramatisch verändert. Insbesondere da, wo die Trauben auf schweren Böden stehen, geht es rund!

Der Nebel… ich weiß nicht, wer den bestellt hat, aber der nervt und der war so nötig wie Zahnschmerzen. In den letzten Tagen hatten wir jeden Morgen ziemlich lange, ziemlich dicken Nebel. Das ist beinahe noch schlimmer, als Regen. Dazu war und ist es viel zu warm. In Kombination mit den  Sturzbächen von vor einer Woche ist das alles ziemlich kompliziert. Jetzt passiert nämlich das, was nicht passieren soll – die Trauben reißen auf und fangen sofort an zu faulen. Das ist gar nicht schön, aber nicht zu ändern. Jetzt gilt es mit Allem was laufen oder fahren kann so zügig wie es geht diese Trauben ins Haus zu holen. Ansonsten gibt das einen Totalschaden. Zum Glück haben wir mit unserer Lesemannschaft alles was wirklich schlecht war entfernt. Das hilft jetzt ungemein und macht das Ernten deutlich einfacher. Es zeigt sich auch ganz deutlich, dass es richtig war, bereits letzte Woche mit der Ernte anzufangen. In den höheren und steinigeren Standorten ist die Situation deutlich entspannter, wenngleich auch nicht wirklich einfach. Im Grunde genommen müsste man gerade überall gleichzeitig sein – ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist verrückt, was die Natur in diesem Jahr mit uns macht. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich so etwas wie in den letzten drei Tagen noch nicht erlebt habe. Man kann förmlich zusehen, wie die Schalen einreißen.

Etwas weniger dramatisch sieht es übrigens in den Ökoflächen aus. Das liegt daran, dass die Schalen der Beeren etwas dicker sind. In den Anlagen, in denen wir die Triebe nicht mehr abgeschnitten, sondern in den Drahtrahmen eingeflochten haben, sieht es auch noch einigermaßen gut aus. Dennoch ist auch hier noch einmal zügiges Selektionieren angesagt. Damit ist auch jetzt bereits klar, dass es bei uns eher wieder kleinere Mengen an trockenen Spitzenrieslingen geben wird. In der Basis stimmt die Menge aber zum Glück noch.

Die nächsten Tage werden spannend, extrem arbeitsintensiv und kompliziert. Und deswegen gilt weiterhin das Motto: Einfach kann jeder.. ;-)

 

 

27 Kommentare zu “Ernte 2014 – und erstens kommt es anders und meistens als man denkt

  • Christoph Schmitt

    Hallo Dirk,

    warum denn immer ueber die Natur beschweren und herumklagen? Man kann nicht immer nur Panik schreien oder den naechsten Jahrhundertjahrgang anpreisen. Es muss auch schlechtere Jahrgaenge geben, damit eine Erdung stattfindet.
    Es kann nicht immer Spatziergangherbste geben. Gibt es zu wenig, gibt es zu viel, ist es zu nass, ist es zu trocken: die Winzer meckern nur rum.
    Winzer sein bedeutet doch im Einklang mit der Natur zu arbeiten und nicht immer zu sagen, dass die Natur es schlecht meint.
    Wenn die Winzer jetzt nicht faehig sind, die Ernte ordentlich unter Dach zu bekommen, dann ist das doch sicherlich die Folge aus zu grossen Betrieben, die nicht auf speziellere Herbste ausgelegt sind.
    Viel Erfolg trotzdem.

    Reply
    • Dirk Würtz Post author

      Lieber Christoph… so einen Blödsinn habe ich aber schon lange nicht mehr gelesen! Erstens jammere ich nicht, sondern stelle fest. Zweitens bin ich im Einklang mit der Natur – immer! Und drittens kann das hier: “Wenn die Winzer jetzt nicht faehig sind, die Ernte ordentlich unter Dach zu bekommen, dann ist das doch sicherlich die Folge aus zu grossen Betrieben, die nicht auf speziellere Herbste ausgelegt sind.” nur von jemandem kommen, der wenig bis kaum Ahnung von der Landwirtschaft hat. Komm mal ein Jahr zu uns und arbeit mit, damit du ein Verständnis für den Weinbau bekommst. Es ist egal, ob du drei, dreizehn oder dreißig oder dreihundert Hektar hast. Wenn es zum falschen Zeitpunkt 50 Liter regnet, ist das halt so. Und du kannst ganz sicher sein, dass gerade die Verantwortlichen der ganz großen Betriebe, also die, bein denen Dutzende Arbeitsplätze dranhängen, nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen kommen und nicht auf “speziellere Herbste” ausgelegt sind. Echt, meinst Du Weingüter werden von Leuten geleitet, die keine Ahnung haben und – Huch – auf einmal nicht reagieren können??? Und wer sagt denn, dass wir nicht reagieren können??? Hast Du meinen Beitrag eigentlich gelesen??? Sorry, aber bei so dämlichen Kommentaren kann ich leider nur noch schwerlich die Contenance bewahren.

      Reply
    • dont_think

      Das ist ein sehr interessanter Artikel für mich.
      “Etwas weniger dramatisch sieht es übrigens in den Ökoflächen aus. Das liegt daran, dass die Schalen der Beeren etwas dicker sind.” – ist das nur ein Gefühl, oder kann man das nachweisen?
      Das wäre natürlich für die Rotweinerzeugung von Bedeutung. “Max” Himstedt von AK hat da eine weniger dezidierte Meinung zu.
      “In den Anlagen, in denen wir die Triebe nicht mehr abgeschnitten, sondern in den Drahtrahmen eingeflochten haben, sieht es auch noch einigermaßen gut aus.” – unterlassenes Gibbeln (Stichwort: Apikaldominanz) zur Reifeverzögerung und als Regenschutz? Glaube ich nicht, aber vielleicht haben Sie eine vernünftige Erklärung?!
      Im Übrigen halte ich Herrn Schmitt für einen Troll, und gegen die ist man nie gefeit.

      Reply
      • Dirk Würtz Post author

        @dont_think
        Die SAchalen sind tatsächlich dicker. Es ist gut zu merken, wenn man drauf kaut. Flechten statt gipfeln, machen wir auch. Auch hier ist die Lage tatsächlich entspannter. Die Trauben sind kleiner und wneiger kompakt, ergo drücken die sich jetzt nicht ab.

        Reply
  • Steven

    Das die Winzer reagieren können, haben Sie ja in den zurückligenden
    Tagen deutlich gezeigt. In 14 Tagen 80 % in Rheinhessen zu Ernten,
    ist schon stark. Und was die Dauer – Jammerei einiger Winzer angeht-
    Der Unzufriedene findet keinen bequemen Stuhl…..

    Reply
  • Henrik Bergemann

    Hallo Herr Wuertz, für mich als schlichten Wein-Konsumenten, der leider weit weg von Weinanbaugebieten lebt, sind die Berichte von Ihnen und Ihrer Kollegen über die individuellen Herausforderungen eines Jahrgangs immer sehr spannend zu lesen und lassen mich die Weine mit noch mehr Freude, Verständnis und Respekt genießen. Sehr erhellend in diesem Zusammenhang auch: http://www.weinhalle.de/blog/2014/09/der-jahrgang-2014-nichts-bleibt-den-winzern-erspart/ Viel Glück und Erfolg für Sie auf der Zielgeraden der diesjährigen Lese.

    Reply
  • Franz

    Lieber Christoph, ich kann mich Dirk nur anschließen! Hast du denn schon einmal wenigstens einen Rebstock gesehen, um da überhaupt einen Kommentar abgeben zu können? Bei diesem Wetter, welches wir im Moment auch in Österreich haben, gehts um die Existenz von ganzen Betrieben. Mit ein bisschen sozialer Verantwortung gehts da in weiterer Folge auch um Arbeitsplätze, unsere Traubenlieferanten mit deren Arbeitsplätzen, usw. Also nur pauschal zu sagen, wir sollen uns den Herausforderungen stellen, ist ein bisschen kurz gedacht.
    Also denk mal über deine Aussagen nach und dann korrigiere deine Aussage. Danke!

    Reply
  • Christoph Schmitt

    Hallo zusammen,

    hat die unzufriedene Winzerschaft jetzt einen Hauklotz gefunden, auf den sie drauf schlagen kann… Ich finde diese Art der Herabwürdigung von Kommentaren fuer einen Bloginhaber sehr bedenklich, nur weil nicht die Meinung geteilt wird und andere Meinungen geäußert werden. Natürlich geht es um Existenzen und Arbeitsplätze. Jetzt setze ich noch einen drauf: Aber man muss das alles im globalen Kontext sehen. Die Weinwelt produziert mehr Wein, als getrunken wird. Auch in D wird mehr Wein produziert, als getrunken wird. Wenn jetzt der Winzer X (egal wo) nicht gewinnbringend produziert, ist es der natürliche Prozess von Unternehmen, dass sie aus dem Markt ausscheiden. Wenn Winzer wie dieses Jahr nicht mit dem Wetter klarkommen, dann sind sie eben nicht faehig, damit umzugehen. Die koennten ja dann nach Australien oder Chile gehen, wo das Klima relativ sorgenfrei (Industrie)-weinproduktion mit standardisierten und planbaren Qualitäten / Quantitäten erlaubt. Die besten oder anpassungsfähigsten Winzer werden aber überleben und gestärkt aus solchen Situationen / Jahrgängen hervorgehen. Das ist auch ein normaler Prozess in einer freien Wirtschaft.
    Die Winzer sollten allerdings bei einer Häufung von solchen Jahrgängen darüber nachdenken ob die heutigen Unterlagen, Klone und Rebsorten noch der Gegenwart entsprechen oder ob hier vielleicht Handlungsbedarf ist. Ich erwarte gerne weitere Hiebe…

    Reply
    • Dirk Würtz Post author

      @Christoph
      Nein, Du bekommst keine Hiebe, sondern eher eine mildes Lächeln ob Deiner gnadenlosen Unwissenheit :-) Mir sind alle Meinungen recht und ich diskutiere mit allen hier, seit Jahren – schon immer. Und wenn einer Blödsinn erzählt, so wie Du, dann sage ich ihm das. Das hat nichts mit “herabwürdigen” zu tun, sondern mit klarer Meinungsäußerung. In dem Fall meiner.
      Und noch einmal: Glaub mir, Du musst mir und den Kollegen nicht den Weinbau erklären. Wir machen uns alle permanent Gedanken, nonstop. Aber wenn wir mal einen echten Experten brauchen, melden wir uns gerne bei Dir… :-) :-) :-)
      Den einen Satz von Dir allerdings: “Wenn Winzer wie dieses Jahr nicht mit dem Wetter klarkommen, dann sind sie eben nicht faehig, damit umzugehen. Die koennten ja dann nach Australien oder Chile gehen, wo das Klima relativ sorgenfrei (Industrie)-weinproduktion mit standardisierten und planbaren Qualitäten / Quantitäten erlaubt” werde ich für den Bullshit-Preis vorschlagen. Das ist echt der allergößte Schwachsinn, den ich seit langem gehört habe.

      Reply
    • Helmut O. Knall (@wine_times_com)

      Sag mal Christoph, das ist jetzt aber nicht wirklich dein Ernst, oder hat da irgendwer deinen Account gehackt und schreibt diesen Unsinn in deinem Namen? Heuer ist nu wirklich ein Jahrgang, wo halb Europa Probleme hat. Das liegt schlicht und einfach am Wetter. Da kannst du als Weinbauer, Winzer, Agronom machen was du willst – und du weisst, die können das – wenn du beim ausputzen und zupfen bei einer Zeile fertig bist, könntest du eigentlich vorne wieder anfangen, so schnell geht das. Aber auch das solltest du eigentlich wissen.
      Dass sich solche Jahre nur mit fünffachem Aufwand und mit einem Fünftel-Ertrag überhaupt ausgehen, ist logisch, hat aber doch mit dem Können und mit Überproduktionen irgendwo nichts zu tun. Das ist Unsinn, sorry.
      Da darfst dich nicht wirklich wundern, wenn du verbal geprügelt wirst.

      Reply
  • Steven

    Die unzufriedene Winzerschaft gibt es nicht!!! – Es hatte einige nur mehr Pech als
    andere, auch weil diese Japanische Kirsch-Mist-Fliege an die roten Soten geht, weil Sie
    glaubt es seien Kischen!

    Reply
  • Christoph Schmitt

    Dirk,
    ich will nicht den Weinbau erklären, nur die Gesetzmäßigkeiten des Marktes. Ich bin ja noch nie einem Rebstock näher als 30 Meter gekommen. Da die ja so gefährlich sind, habe ich sie auch nur aus dem Auto durch geschlossene Scheiben betrachtet…
    Wenn ein Unternehmen am Markt vorbei oder eben nicht kostendeckend produziert, dann wird es über kurz oder lang aus dem Markt ausscheiden, was schlicht und ergreifend bedeutet, dass es die Tore schließen kann. Und ein Weinbaubetrieb ist eindeutig ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht.
    Ich kann gerne noch mehr Thesen aufstellen, die für den Bullshit-Preis nominiert werden könnten.
    Der Gault Millau jedenfalls hatte dem Jahrgang 2011 attestiert, dass es weniger schwache Weine gab, aber auch viel weniger herausragende Weine, weil die Reife aller Weine sehr weit ausgereizt werden konnte aufgrund von einem Bilderbuchoktober. Jetzt meine These: Wenn die Bedingungen einfach sind, koennen sehr viele Winzer guten Wein machen. Wenn die Bedigungen schwierig sind, trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Fuer mich als Konsument ist es doch wesentlich interessanter aus einem schwierigen Jahrgang einen herausragenden Wein zu trinken als viele gute (aber trotzdem irgendwie langweilige) Weine aus einem einfachen Jahr.
    Ist da was dabei für den Bullshit-Preis?

    Reply
    • Dirk Würtz Post author

      @Christoph
      Ich verstehe überhaupt gar nicht, was Du willst. Es wird immer mehr durcheinander. Ich berichte hier, wie auch einige Kollegen, von der Ernte. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht um die Herausforderungen, die Eindrücke, die Ängste und die Freude. Du konstruierst Dir daraus einen Kokolores, der unerträglich ist. Es geht nicht darum, ob sich die Spreu vom Weizen trennt, das ist eh in jedem Jahr so. Es geht darum, dass Deine Kommentare restlos daneben sind. Wir diskutieren Deine Kommentare gerade zeitgleich auch auf Facebook und ich bin froh, dass ich nicht an selektivster Wahrnehmung leide. Und ganz sicher musst Du weder mir, noch den Kollegen die Gesetzmäßigkeiten des Marktes erklären. Um die ging es bei mir überhaupt nicht. Wie gesagt, lies mal!
      Alles was Du hier schreibst ist entweder klar und jedermann bekannt, z.B.:”enn die Bedingungen einfach sind, koennen sehr viele Winzer guten Wein machen.” Oder: “Wenn ein Unternehmen am Markt vorbei oder eben nicht kostendeckend produziert, dann wird es über kurz oder lang aus dem Markt ausscheiden, was schlicht und ergreifend bedeutet, dass es die Tore schließen kann. Und ein Weinbaubetrieb ist eindeutig ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht.” Das ist an Banalität kaum noch zu toppen.

      Oder aber es ist anmaßend und restlos blödsinnig, wie: “Wenn Winzer wie dieses Jahr nicht mit dem Wetter klarkommen, dann sind sie eben nicht faehig, damit umzugehen.” oder: “Wenn die Winzer jetzt nicht faehig sind, die Ernte ordentlich unter Dach zu bekommen, dann ist das doch sicherlich die Folge aus zu grossen Betrieben, die nicht auf speziellere Herbste ausgelegt sind.”

      Und dafür gibt es von mir den Bullshit-Preis. Und das ist der freundliche Ausdruck :-)

      Reply
  • Matthias Meierer

    Außer das es sich nicht lohnt darüber zu diskutieren darf man ja mal grob inhaltliche Fehler aufzeigen:

    “Die Weinwelt produziert mehr Wein, als getrunken wird. Auch in D wird mehr Wein produziert, als getrunken wird.”

    Aus jeder aktuellen Statistik erkenntlich sofern man sie versteht:
    2012:
    Weinproduktion in D: 9,0 Mio Hektoliter
    Weinkonsum in D: 20 Mio Hektoliter!

    Mit der banalen Denkweise von Herrn S. empfehle ich nun jedem Winzer nächstes Jahr riesige Bogen zu schneiden und Massenhaft plörre zu produzieren, weil der Markt der ist ja doppelt so groß wie die Produktion!!! Das gute dann fault es ja auch nicht so schnell :-D

    Reply
  • Franz

    Lieber Christoph, klar wollen und müssen wir Gewinne machen, weil wie sollten wir sonst Investitionen tätigen können? Aber nachdem du ja ein Prophet zu schein seinst, der genau weiß wie wir Winzer wetterbedingte Probleme einfach durch ichweißnichtwasauchimmerinderwelt ungeschehen machen sollen, darf ich dich einladen damit du uns dein fundiertes Wissen mitteilst.
    Diese Kommentare regen mich fast noch mehr als den ganzen Nieselregen und perfekte windstille 17°C.

    Reply
  • Michael Wagner

    Lieber Christoph, ein kleiner Tipp für deine Zukunft:
    Man sollte in keinem Fall (niemals nie nicht!) versuchen die Themen Weinbau, Wetter, Unterlagen, Klone, landwirtschaftliche Geschichte & Marktwirtschaft gleichzeitig in einem Blogkommentar mit ein paar Zeilen inklusive allgemeingültigem Fazit abzuhandeln…da macht man sich ganz schnell lächerlich und das willst Du doch bestimmt nicht!
    Beste Grüße aus der Weinlese von der Mosel!

    Reply
  • Christoph Schmitt

    Wenn jetzt die Idee hinter diesem Blog ist, dass der derjenige, der der Inhaber des Blogs ist, meint, dass er Kommentare prinzipiell nicht als sinnvoll anerkennt (oder eben Bullshit) oder meint, die alleinige Meinungshoheit zu besitzen, und dann wie ein Choleriker loslegt und alles auseinander reißt, was geschrieben wird, dann gute Nacht.
    Dann schaut man sich ja besser nur den Artikel an und denkt sich seines. Das ist dann ja eine tolle Plattform, die dann tot ist.
    Wenn aber wie hier geschehen, einer etwas schreibt, was nicht in die Meinung passt (die armen Winzer mit dem schlechten Wetter), dann hauen alle drauf. Auf einmal ist eine sehr rege Beteiligung. Das ist wie beim Autounfall – alle gaffen.
    Es ist ja viel einfacher jemanden runter zu machen – das ist alles bullshit!, als mal meine Meinung zu akzeptieren.

    Hier noch einmal ganz kurz: Es kotzt mich an, dass so viele Winzer sich immer nur über alles beschweren (Wetter, KEF, Säuere, etc), anstatt die Lösungen zu suchen. Diese Rumgemeckere ist nämlich nicht auszuhalten. Daher kam mein Tipp mit dem Weinmachen in Australien.

    Seid doch einfach froh, dass das Klima in Deutschland so ist wie es ist: nur dadurch entstehen die großen Jahrgangsunterschiede und auch die große Vielfalt an verschiedenen großartigen Weinen.
    Auch wenn die letzten 5 Weinjahre sehr sehr verschieden waren und grosse Herausforderungen fuer die Winzer bereit hielten.
    Jetzt könnt ihr ja wieder draufhauen, weil das ja viel einfacher ist, als selbst etwas auszusagen.

    Reply
  • Franz

    Lieber Christoph, eine kurze Anmerkung muss jetzt noch sein. Wir wollen nicht meckern, sondern wir wollen dir zeigen unter welchem Druck und welche Erwartungshaltung an uns gestellt werden.
    Ich hoffe für dich, dass du einen sicheren Beamtenjob hast, damit unkündbar bist und du nicht unter Druck stehst, in schier ausweglosen Situationen höchste Leistungen erbringen zu müssen.

    Reply
  • Michael Wagner

    Ich sags mal so Christoph: du übertriffst die Aufregung der Winzer übers Wetter mit Deiner Aufregung über die Winzer, die sich über das Wetter aufregen bei weitem…
    Aber um Dir armen kleinen Tropf nicht wieder den Eindruck zu vermitteln, dass Deine Meinungsfreiheit in Gefahr ist und Du jetzt das Prügelopfer der Winzer geworden bist, nur weil Dir jemand offen sagt, dass Du Dünnpfiff erzählst, versuche ich Dir mal an einem anschaulichen Beispiel zu erklären was uns Winzer an Deinen Statements so verärgert:
    Stell Dir mal vor Du bist Fußballer. Du bist auf dem Sprung in den WM-Kader. Jogi setzt voll auf Dich. Du trainierst Dir ein Jahr lang die Hacken ab, bist top vorbereitet für das große Turnier und heiß wie Frittenfett. Und dann reisst Dir beim Abschlusstraining vor der Abreise das Kreuzband…und dann postet irgendein bescheuerter Fan auf Deiner Facebookseite, dass das Leben eben so ist und Du froh sein sollst dass Du noch 2 gesunde Arme hast und in Zukunft besser in der 3. australischen Liga kicken solltest weil, Fußball eben ein Geschäft ist und die Marktwirtschaft eben so funktioniert – würdest Du diesem Deppen nicht auch in den A**** treten wollen?
    Michael

    Reply
  • till

    Ich bin zwar nur bescheidener Konsument von Weinen, doch habe ich hier und da Winzer kennen lernen dürfen und lese das, was hier von Dirk Würtz und anderen Winzern über die Lese geschrieben wird mit großem Interesse und vor allem Respekt.
    Insofern kann ich deine Darstellung “Christoph” in keinster Weise verstehen. Kaum ein Anbaugut ist heute so empfindlich wie die Trauben zur Weinerzeugung, was ich allerdings noch viel schlimmer finde ist deine Anmerkung zu den “Gedanken” die sich Winzer zur Verbesserung Ihrer Lage machen sollen.
    Das würde nämlich bedeuten, diese Trauben entweder “Gen” zu manipulieren oder Sie chemisch zu behandeln.
    Der Riesling und sein Ruf haben sich gerade in den letzten Jahren erholt, wir denken da an gewisse Punch-Skandale…… Die heutigen Winzer legen sehr viel wert auf Biodynamischen Anbau, was eben dann auch die Klasse dieser Weine auszeichnet und das ist alles andere als einfach. Hier ist nun mal Mutter Natur die Nummer 1, die das Spiel bestimmt, außer man bedient sich chemischer Hilfsmittel, die bestimmt auch du “Christoph” nicht in deinem Wein haben möchtest. Der Beruf des Winzers, egal wo, ist gerade bei qualitativ hochwertigen Weinen heute umso mehr Handarbeit als in allen anderen Bereichen der Wirtschaft.
    Außerdem wird hier von allen Winzern sehr klar und ohne großes Geschrei beschrieben, wie die Lage in den einzelnen Gebieten sich gerade darstellt. Also denk einfach mal nach ob das, was du hier geschrieben hast,
    wirklich einen Sinn ergibt. Ich jedenfalls freu mich jedes mal hier Interessantes lesen zu dürfen und drücke allen Winzern die Daumen auf der letzten Zielgeraden.

    Reply
  • Rudi

    Wikipedia:

    Christophorus wird in der Ikonographie häufig als Hüne mit Stab dargestellt, der das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt. Er zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist heute besonders bekannt als Schutzheiliger der Autofahrer.

    Netzfundstück:

    http://www.3sat.de/page/?source=/philosophie/159972/index.html
    „Was ist eigentlich Dialektik?
    Fragen wir doch mal Onkel Aristoteles.„Dialektik ist geistige Gymnastik!“, würde er sagen. Aha! Dann hoffen wir, dass Sie ihren philosophischen Turnbeutel nicht vergessen haben, denn jetzt heißt es: Umziehen zur geistigen Sportstunde! Also hopp hopp! 10 metaphysische Sit-Ups, 5 Runden Logik Jogging und eine Stunde Ethik-Aerobic.“

    Bleiben wir bei der Wahrheit, bleiben wir bei Tatsachen:

    Also, ich hab mir heut Mittag eine Literflasche Pfälzer Landwein, Riesling 2012 vom Weingut Scheu aufgemacht (prickelt immer noch mit Frische darstellender Kohlensäure im Mund – Note 3 – Befriedigend) und dazu 2 deutsche „Wiener Würstchen“ der Fa. Könecke aus Bremen in der Mikrowelle (knackig, kennwa schooon – Note 4 – Ausreichend) heiß gemacht. Dazu gab es dänischen Hot-Dog-Senf aus dem Aldi, nein nicht den süßlichen, den körnig würzigen (Note 1 – sehr gut) und werde mir gleich noch schwäbische gerollte Maultaschen der Fa. Bürger gönnen. (Note 2 – GUT)

    Soll ja nicht heißen, ich verderbe deutscher Lebensmittelindustrie das Geschäft! ;-)
    Komisch, oder? Ich will immer noch AUCH deutschen Wein trinken – muss ich nicht – möchte ich aber. Frohes Schaffen! :-)

    Reply
  • Marko

    also … als Winzer sehe ich den Blogbeitrag so, dass eine Istsituation beschrieben wurde und eben auch die Reaktion darauf (selektieren verwerfen). Was das mit Gejammere zu tun haben soll erschließt sich mir nicht.

    Ja, in einfachen Jahren kann jeder Wein machen … ich für meinen Teil sehe die schwierigeren Jahrgänge als intellektuelle Herausforderung, da kann man zeigen was man drauf hat und sich auch differenzieren.
    Nichts desto Trotz kann oder muss man seinen Kunden oder interessierten aber auch mal erzählen was der Jahrgang für besondere Herausforderungen brachte und seine Problemlösungsstrategie darlegen. Ich sehe da nichts verwerfliches dran.

    Ich drücke allen Kollegen, die noch nicht durch sind die Daumen und wünsche gutes Gelingen mit dem 14er.

    Reply
  • Christopher Emrich

    Mal abgesehen von der banalen Feststellung, dass eben manche Winzer besser, gründlicher und konsequenter arbeiten als andere sowie eventuell über mehr Wissen verfügen und daher in vielen Fällen besser mit den wetterbedingten Widrigkeiten eines Jahrgangs zurecht kommen, verwundert doch diese schon naive bis unbedarfte Affirmation der “Gesetze des Marktes”.

    Hmh, schon mal hinterfragt, ob es sich dabei um Naturgesetze handelt, entdeckt, dass diese von “sozial” bis “neoliberal” reichen und an irgendeiner Stelle eines Erdenlebens mal verstanden, dass durch diese “Marktgesetze” ja doch in der Regel selten die besten “Spieler” herausgefiltert werden.

    Und noch etwas am Rande: es gibt einen für jeden hier messerscharf feststellbaren Unterschied zwischen einer Meinung, die JEDE/R hier äußern darf, ohne mit Häme bedacht zu werden, und leicht identifizierbarem BLÖDSINN, der sachlich und rechnerisch als solcher beweisbar ist.

    Ich habe hier noch NIE auch nur ENEN Kommentar gelesen, in dem jemand ernsthaft etwas gegen die Heterogenität der unterschiedlichen Jahrgänge geschrieben hätte oder Winzer nicht für das hervorragende Meistern eines schwierigen Jahrgangs gelobt worden wären, aber wenn man sich die Wetterkapriolen eines 2014er Jahrganges noch weiter zugespitzt denken würde, wäre eben irgendwann einmal Schluss mit herausragendem Wein – geniale Winzern und Marktgesetze hin oder her.
    Würden die Temperaturen endgültig subtropisch und es von Juli bis Oktober regnen, wirst du wohl kaum einen Winzer finden, der eine tolle Kollektion hin bekäme.

    Das ist zwar eine gedankliche Zuspitzung, zeigt aber wie dämlich es ist, die Arbeit eines Winzers so kategorisch ÜBER die klimatischen Entwicklungen zu stellen.

    Außerdem spielen ja da auch noch ein paar andere Parameter neben dem konsequenten Arbeiten eine Rolle, wie Manpower, Kapital, Ausstattung, gerade bei kleineren Winzern, die ansonsten ja alles Machbare unternehmen bzw. unternehmen würden.

    Reply
  • Steven

    Wir Winzer haben alle das bestreben guten Wein zu machen, und wissen
    ganz genau wie abhängig wir von der Natur sind!
    Und Stars brauchen wir auch! Dringend!

    Reply

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>