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Jahrgang 2014 – Rheingau update 1

Es ist wie beinahe immer in den letzten Jahren – es wird schwierig…

In meinem ersten Posting am 13. August schrieb ich: “ich brauche keinen Regen  mehr”. Tja… was ich nicht brauche oder will und was tatsächlich passiert, sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Der August war extrem verregnet. Einer der nassesten Auguste überhaupt. Das war ganz und gar nicht schön. Weder für den Urlaub, das Freibad noch für unsere Trauben. Und während ich das schreibe, schaue ich auf die Wettervorhersage, die den nächsten Regen ankündigt. Dummerweise war es auch dann noch zu warm. Allesamt Faktoren, die wir im Weinbau brauchen wie Zahnschmerzen – nämlich gar nicht. Dementsprechend angespannt ist die Lage im Moment. Noch ist es nicht so, dass man Großalarm schlagen müsste, aber ein wenig Alarm ist schon. Wenn es fünf Alarmstufen gäbe, wären wir aktuell bei Stufe 3… Ich habe ehrlich gesagt gehofft, einen relativ entspannten September zu verbringen um dann völlig ausgeruht Anfang Oktober mit der Ernte zu beginnen. Aber daraus wird nichts. Wir müssen weiterhin schauen, dass Luft und Licht an die Trauben kommt, um diese so gut wie möglich davor zu bewahren, zu faulen. Das wird das “A und O” in diesem Jahr sein. Wie auch im vergangenen Jahr, steht uns ein Ernte ins Haus, die von größtmöglicher Selektion geprägt sein wird.

Die Selektioniererei beginnt bereits jetzt. Durch den milden Winter und das warme Frühjahr fliegt und kreucht und fleucht so ziemlich alles durch den Weinberg, was Trauben gerne anbohrt, ansticht oder annagt. Dass das nicht gut ist, muss ich wohl nicht besonders betonen. Wir werden die Tage also, wohl oder übel, anfangen, bei unseren Spätburgunderanlagen die beschädigten Trauben zu entfernen und aus dem Weinberg heraus zu tragen. Es geht leider nicht anders, alles was laufen kann und zwei gesunde Hände hat muss mithelfen.

Der Riesling liegt in Sachen Reife und Entwicklung ziemlich genau zwischen den Jahren 2012 und 2013. Dementsprechend hoch ist die Säure. Auch das verspricht viel Arbeit und zwanghaft gute Nerven, leider.

Mein Gefühl sagt mir gerade, und ich hoffe ich täusche mich, dass wir vor einer der herausforderndsten und komplexesten Ernten der letzten zehn Jahre stehen. Es ist zu nass, es ist zu warm und es ist – zumindest hier – noch sicherlich drei Wochen hin bis zur ersten wirklichen Traubenreife. Es wird ein Nervenspiel und es muss jetzt mal ganz zwingend das passende Wetter her, bitte!

Es bleibt also bei der Devise der letzten Jahre: Einfach kann jeder :-)

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