Alles über Wein und den Rest der Welt…

Grosse Gewächse 2012 – Teil 1

Alle Jahre wieder, Ende August trifft sich die Weinwelt in Wiesbaden um an einer der am besten organisierten Probe überhaupt, teilzunehmen – die “Grossen Gewächse” des VDP. Der aktuelle Jahrgang 2012 steht auf dem Prüfstand und ich werde versuchen, wie immer, alle Weine zu verkosten.

Um die 400 Weine stehen hier in den kommenden beiden Tagen auf dem Tisch. Eine beachtliche Anzahl. Ich bin gespannt. Wie immer werde ich mich durch die einzelnen Gebiete arbeiten. Ich probiere heute ausschließlich Riesling. Es geht los mit:

RHEINHESSEN

Es gibt Weingüter die habe ich, warum auch immer, nie auf dem Schirm. Gunderloch ist so eines. Natürlich kenne ich das Weingut und habe auch immer mal wieder einen Wein getrunken. Selten und mit wenig Aufmerksamkeit, dass muss ich leider eingestehen. Ich werde das ändern und zwar nachhaltig. Das fällt mir auch nicht schwer, denn der Wein, den ich im Glas habe macht einen großen Spaß: 2012 Rothenberg. Klar, straff, kühl, animierend und lang. Ich schmecke eine Idee und eine Ambition und das gefällt mir. Für meinen persönlichen Geschmack etwas zu gemacht, aber die Richtung passt. Im direkten Vergleich zum Rothenberg “wurzelecht” von Kühling-Gillot wird klar, wie unterschiedliche Philosophien, völlig unterschiedliche Weine aus einer Lage hervorbringen. KGs Wein ist eine Ausgeburt an strenger Kompromisslosigkeit. Richtig salzig, nicht den Hauch von vordergründig fruchtig,völlig in sich ruhend und endlos lang. Perfekt! Zwei Weine, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide gefallen mir, wobei einer tatsächlich nahezu perfekt ist. Das Pettenthal von Gunderloch stösst in das gleiche Horn. Da will einer… Das Pettenthal von Keller hat im ersten Moment einen Anflug von Heu und Kräutern und erinnert mich an Sauvignon. Das hört aber relativ schnell wieder auf. Der Wein wirkt eher wild und ungestüm und er ist erstaunlich präsent. Man kann ihn direkt trinken. Also nicht, wie neulich diskutiert, verschlossen oder zu. Pettenthal von Kühling-Gillot hingegen, hat wieder diese kühle und unnahbare Schönheit, die diesen Wein Jahr für Jahr zu meinem Liebling macht.
Der Orbel von St. Antony springt aus dem Glas. Er hat diesen klassischen Stinker, den ich so mag, den man aber in 2012 nicht so extrem findet, wie im Vorjahr. Er ist deutlich phenolisch, was ihm gut steht. Die Säure ist ziemlich perfekt und die Länge stimmt. Alles in allem ein ganz ausgezeichneter Wein!
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so deutlich Brennessel in einem Wein wahrgenommen zu haben, wie im Heerkretz von Wagner-Stempel. Toll! Dazu kommt eine animierende Frische und ein Hauch von Holz. Ziemlich perfekt! Ähnlich in der Perfektion, aber dann natürlich doch ganz anders ist der Höllberg. Der Wein hat eine fantastische Cremigkeit, die sich schlagartig um alle Papillen legt und nicht mehr weggeht.
Wittmanns Weine sind in diesem Jahr noch ein Stück konsequenter. Da werden keine Gefangenen gemacht. Alles völlig schnörkellos und “Vorwärts marsch”. Es ist gewaltig, was passiert, wenn man die Weine im Mund hat. Das Brunnenhäuschen explodiert förmlich, allerdings mit einer kleinen Verzögerung. Die Explosion ist aber gewaltig! Das Kirchspiel erinnert an einen Salzstein, so mineralisch ist es und die Aulerde ist eher für den Einstieg. Der ist allerdings fulminant. Beinahe hätte ich vor lauter Begeisterung einen vergessen… Der Morstein ist der opulenteste von allen, fast schon barock. Großes Kompliment für die Kollektion!
Kellers Hubacker ist, im Gegensatz zu seinem Pettenthal, wiederum sehr verschlossen. Er wirkt etwas süßlich. Mein Jahrgangsliebling von Battenfeld-Spanier ist das Kirchenstück. Da stimmt so ziemlich alles.

Fazit Rheinhessen: Wittmann thront über allem mit seinen Weinen. Den Vogel hat aber Daniel Wagner mit dem Höllberg abgeschossen. Mein Wein des Jahres aus der Region! Hartnäckigster Verfolger von Wittmann wird für mich mehr und mehr Kühling-Gillot-Battenfeld-Spanier. Auch wenn ich die Weine heute einmal nicht ganz so ausführlich beschreibe wie sonst, sind sie allesamt Weltspitze!

PFALZ

Auch hier geht es mit einem Weingut los, dass ich noch nie besucht habe und deren Weine ich, im Gegensatz zum Rest der Welt, eher seltener trinke. Ein Fehler, wie ich gerade merke, und was für einer. Die Rede ist vom Weingut Knipser. Vor mir steht der Mandelgarten und der Steinbuckel und in beides könnte ich mich reinlegen. Da ich noch Unmengen von Weine vor mir habe und es im Moment auch noch früh ist, muss ich natürlich spucken. Aber es tut weh und es ist eine Schande. Zwei absolut perfekte und großartige Weine!
Im Forster Pechstein ist für mich in diesem Jahr von Winning das Maß aller Dinge. Geht nicht besser und trinkt sich bereits jetzt ganz fantastisch. Auch hier finde ich eine innere Dichte und einen Schmelz, der mich nicht mehr loslässt. Ähnlich geht es mir mit dem Jesuitengarten von Bürklin-Wolf. Ein aufregender Wein, der mich packt und der alles bringt, was ein großer Wein bringen muß. Dicht auf den Fersen ist ihm das Freundstück von Mosbacher. Ein unglaublicher Ausdruck ist in diesem Wein. Und Größe. Und Länge. Und Trinkfreude. Großes Kompliment!

Ich bin irritiert… Ich habe das Kirchenstück von Bürklin-Wolf und das Kirchenstück von von Winning im Glas und der eine schmeckt so, wie ich den anderen erwartet habe. Merkwürdig! Bürklin hat diese grasigen Aromen, diese rauhe und kratzige, dass ich so mag. Sehr spannend.

Von Winnings Kirchenstück ist definitiv nicht von dieser Welt. Ich kann das nicht beschrieben, ich kann nur noch schwer atmen. Der Wein lässt mich nicht los. Er ist einfach nur perfekt. Dieser Wein ist ein Monument deutscher Winzerkunst! Nicht mehr, aber ganz sicher auch nicht weniger!

Buhls Ungeheuer spielt in einer anderen Klasse, aber auch ganz oben. Der Wein macht unglaublich viel Spaß und hilft mir, mich wieder ein wenig zu beruhigen. Das Ungeheuer von Mosbacher schließt sich da nahtlos an.

Von von Winnings Ungeheuer ist anders, ganz anders und für mich der einzige, der mich nicht so packt. Was aber nicht heißt, dass der Wein nicht perfekt sei. Ich bekomme nur nicht sofort Gänsehaut. Das ist aber auch alles. Ganz anders geht es mir alleine schon, wenn ich in den Deidesheimer Kalkofen rieche. Da ist sie wieder, die Gänsehaut – und alles andere was dazu gehört. Diese Weine, die dieser Attmann macht, sind völlig außerhalb dessen, was ich bisher kannte. Die Entwicklung, die sie dabei machen ist sensationell. Und reifen können sie auch. Ich konnte mich kürzlich davon überzeugen. Im Deidesheimer Kieselberg hat allerdings Mosbacher mit seinem unheimlichen festen und wahnsinnig ausdrucksstarken Wein, die Nase vorn. Diese tiefe und dunkle Frucht, ist beinahe schön empörend gut. Der Langenmorgen von von Winning ist ganz anders. Er riecht nach Sprit. Nicht unangenehm, es ist dieses petrolige, dass auch die großen Burgunder gerne haben. Dazu hat er, bei aller Ernsthaftigkeit, eine animierende Leichtigkeit. Groß!

Steffen Christmanns Weine sind wie er, ruhig, bedacht, seriös aber immer mit einem Augenzwinkern. Insbesondere im Idig “zwinkert” es. Ein extrem animierendes Beispiel für Herkunft
Der Ruppertsberger Spiess von von Winning ist ähnlich “benzinig” – ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Hinten raus kommt dann eine schier unendliche Pfirsischfrucht und das Ganze wir extrem salzig. Perfekt! Diese enorme Salzigkeit hat auch Christmanns Ruppertsberger Reiterpfad. Ein beinahe karg anmutender Wein, der sich aber Stück für Stück im Mund zurückschleicht und festsetzt! Ganz anders, aber unglaublich trinkfreudig, saftig und Spaß bereitend, der Reiterpfad von Mugler. Macht einfach Spaß. Und ganz am Ende kommt der Kranz und haut mit seinem Kalmit auch noch einen raus. Und was für einen. Klar wie ein Gebirgsbach, kerzengerade und zupackend.

Fazit Pfalz: Auch wenn es tausendmal gesagt ist, von Winning ist eine Liga für sich. Soviel Eigenständigkeit, Authentizität und unbedingter Wille zum eigenen Stil ist absolut einzigartig! Ich bin nachhaltig beeindruckt. Zu Knipser muss ich unbedingt mal und mehr probieren. Große Freude hatte ich mit Mosbacher. Die sind 2012 eine echte Bank. Da kann man bedenkenlos alles kaufen.

NAHE

Natürlich habe ich Vorlieben, wenn es um Wein geht. Und ganz sicher habe ich Weingüter sie ich, aus ganz unterschiedlichen Gründen schon immer mag. Dennoch versuche ich mich Jahr um Jahr von solchen “Vorurteilen” frei zu machen. Manchmal gelingt es mir, meistens nicht… Warum ich das schreibe? Ich habe Diel im Glas und es ist SCHON WIEDER besser, als im Vorjahr und im Vorvorjahr und überhaupt. Ich dachte nicht, dass das möglich sein kann. Aber Caro Diel hat drei GGs auf den Tisch gestellt, bei denen ich nicht den Hauch von Kritik anbringen könnte. Jeder Wein für sich ist monumental, aber das Pittermännchen steht über allen. So viel Kraft und Expression, soviel Wucht und alles ohne auch nur einen Anflug von banaler Plumpheit, habe ich selten erlebt. Charakterweine durch und durch, eine Messlatte nicht nur für die Region.

Die Bastei von Gut Hermannsberg ist interessant. Der Wein riecht nach Streichhölzern. So etwas kannte ich bis jetzt noch nicht. Ich bin gespannt, was daraus wird. Das Dellchen von Dönnhoff ist konzentrierter Spaß im Glas, anders kann ich es nicht beschreiben. Und die Hermannshöhle auch. Der Felsenberg aus dem gleichen Haus ist ein beinahe aristokratischer Vertreter. Auch Dönnhoff ist eine Bank! Im Herrmannsberg vom Gut Hermannsberg habe ich auch sofort wieder die Streichhölzer. Hier geht es also tatsächlich auch um die Machart. Das ist ganz deutlich zu merken. Das steht natürlich in keinerlei Widerspruch zur Herkunft oder zur Qualität. Im Gegentteil. Die Weine sind sehr gut. Die Weine sind allesamt sehr animierend. Herausragend ist hier der Halenberg. Der ist eine Klasse für sich.

So ist das übrigens auch mit dem Halenberg von Emrich-Schönleber. Das geht kaum noch besser. Ein Hauch von Feuerstein, eine irre Länge und ganz viel Charakter. So muss ein GG sein. Das Frühlingsplätzchen ist die saftigere Variante.

Fazit Nahe: Die überzeugendste Kollektion von allen hat Diel. Jeder Wein ist perfekt. Danach kommt sofort der Halenberg von Emrich-Schönleber und Dönnhoff spielt gewohnt souverän natürlich auch ganz oben mit. Die Nahe ist nicht so atemberaubend, wie im letzten Jahr. Aber sie hat sich definitiv an der Spitze des deutschen Weinbaus festgesetzt und wankt nicht einen Millimeter.

MOSEL – SAAR – RUWER

Letzte Woche hatte ich einen Erdener Prälat von Dr. Loosen aus dem Jahrgang 2010. Ein sensationeller Wein – und das aus diesem durchwachsenen Jahr. Der 12er steht dem in nichts nach. Ein extrem ausgewogener und saftiger Wein. Macht viel Spaß. Das Erdener Treppchen ist etwas karger und zurückhaltender, vielleicht trifft es das Wort “kühler” am besten. Zwei sehr gelungene Weine. Das Graacher Himmelreich ist wiederum eher aus der exotischen Ecke. Ich rieche und schmecke hier viele tropische Früchte, alles sehr reif und blitzsauber. Die Wehlener Sonnenuhr ist der “Dicke”. Ein Wien mit sehr viel Dichte und Druck, der sehr, sehr lange nachschmeckt. Die Lay aus Bernkastel fällt aus der gesamten Reihe deutlich raus. Ein völlig verschlossener Wein, den ich im Glas beinahe schütteln muss, um etwas zu riechen. Die für mich deutlichste Säure. Nicht unangenehm, im Gegenteil.

Reichsgraf von Kesselstadt hat mit dem Josephshöfer einen ganz eigenen Wein. Viel Feuerstein, sehr kühl und extrem mineralisch. Tolle Säure, animierend und “trinkig”.

Haags Brauneberger Juffer Sonnenuhr ist auch so ein Vertreter, der einen direkt festhält und nicht so schnell wieder weglässt. Unheimlich erdig, stramm und ellenlang. Die Juffer hat eine Anmutung von reifer Grapefruit und der ihr eigenen Bitterkeit. Sehr angenehm, sehr männlich.

Von geradezu herausragender Güte sind die drei Weine von Haart. Ganz oben für mich der Kreuzwingert. Eine Ausgeburt an Finesse, Spiel und Länge. Der Ohligsberg hingegen ist der absolute Herkunftswein. Man lutscht förmlich am Stein. Das Goldtröpfchen ist wiederum eher der charmante und cremige Vertreter. Allen dreien ist eines gemeinsam – sie sind Weltklasse!

Kanzem Altenberg von von Othegraven ist extrem gelungen. Ein sehr ruhiger, in sich ruhender Wein. Fast schon scheu… Keine Aufregung, keinerlei Getöse, einfach nur gut. Ähnliches gilt auch für die Oberemmeler Hütte von von Hövel (jede Menge “vons” heute…). Bei dem kommt zur Ruhe noch so eine rauchige Note hinzu. Der Scharzhofberger von von Hövel ist sehr reif und sehr opulent und sehr ausladend und ziemlich nahe an der Perfektion. Ein großes Kompliment, für diesen Wein!

Der Bockstein von von Othegraven springt direkt aus dem Glas, mir mitten in das Gesicht und krallt sich an meiner Nase fest. Der Wein ist der Inbegriff von saftig. Sehr gut!

Ganz oben spielt der Saarfeilser von Peter Lauer. Gemeinsam mit dem Scharzhofberger von von Hövel für mich der beste Wein. Irrsinnig tief und animierend und lang und hinten wird alles ganz warm und weich. Großes Kino! Vielleicht am Ende sogar einen kleinen Tick besser als der von Hövel.

Den Weinen von van Volxem ist eine eigene Kategorie gewidmet. Sie sind nicht trocken und tragen deshalb auch nicht die Bezeichnung “Grosses Gewächs”. Man kann jetzt sicherlich trefflich darüber streiten, ob solche Weine auf dieser Präsentation gezeigt werden können oder sollen, für mich persönlich gehören sie definitiv dazu. Am Ende sind sie ja vielleicht auch ein Klasse für sich… Der Goldberg ist ein eher zarter Vertreter, ein junger und noch sehr zerbrechlicher. Aus dem Altenberg schießt der Geruch von Feuerstein und die Salzigkeit hängt sich direkt an den Gaumen. Der Zucker fällt hier überhaupt nicht auf. Der Gottesfuss ist im ersten Moment “Prinz Charming”, dann kommt die große Phenolstruktur und der Wein wird zum Charakterkopf. Der Volz ist der trinkfreudigste unter den vV-Weinen. Der geht jetzt direkt mit Freude runter. Der Scharzhofberger-Pergentsknopp erscheint mir als der süßeste, aber zugleich auch der forderndste. Es dauert mehrere Minuten, bis sich der Wein zeigt und sich mir erschließt. Dann schmecke ich aber ein wahres Füllhorn der interessantesten Dinge. Stachelbeeren, Papayas, Melonen, beispielsweise. Und Druck hat er, der Pergentsknopp. Passt! Ich bin nachhaltig beeindruckt!

Fazit M-S-R: Van Voxem schießt mit dieser Kollektion den Vogel ab. Geht nicht besser, nur anders. Loosen macht einfach nur Spaß. Blitzsaubere und glasklare Weine. Alles in Allem ein wirklich großartiges Niveau in der Region!

MITTELRHEIN – SAALE UNSTRUT

Der Edelacker von Pawis ist ein Wein, der mir jedes Jahr immer wieder gut gefällt. Der macht einfach Spaß. Das ist immer so eine kleine Fruchtbombe, mit absolut erhöhtem Trinkfluss. Extrem klar, saftig, animierend, kurzum Klasse!

Toni Johst fällt am Mittelrhein extrem positiv mit seinem Hahn auf. Der St. Jost von Ratzenberger fällt durch seine exotischen Aromen auf.

FRANKEN

Fürst Löwenstein hat mit dem Homburg Kallmuth einen sehr charaktervollen Wein angestellt. Er hat einen leichten Stinker, ich mag das, und verfügt über viel Tiefe und Ausdruck.

6 Kommentare zu “Grosse Gewächse 2012 – Teil 1

  • DER ALF

    Nun ist es mal wieder soweit: Alle Jahre wieder kommen Ende August die anerkanntesten und fähigsten Weinjournalisten, Weinblogger und Andere zusammen (der Einfachheit sprechen wir von Weinbloggerlisten) und verkosten und bewerten die VDP. Grossen Gewächse. DER ALF hat es sich zum Anlass genommen eine kleine, zufällige Auswahl dieser Weinbloggerlisten auf ein Actionboot zu verfrachten, mit Ihnen zu radeln und zu plaudern um den aktuellen Stand in Sachen Trinkreife und Bootskompatibilität in auch in Bezug auf deren Jahrgang zu prüfen. Leider ist die Anzahl der in Wiesbaden Geladenen schier unüberschaubar, daher muss man sich hier mit einer Auswahl zufrieden geben. Eines vorweg: Die Organisation der Weinblogerlisten war wie immer fabelhaft: In Ruhe und nacheinander sind sie ins Boot eingestiegen, alle waren folgsam und hatten Schuhe an.

    Wie ja bereits hier und hier und hier und hier und hier ausführlich diskutiert wurde, ist eine Einteilung nach Herkunft bei den Bloggerlisten schwierig, da man ja zwischen Geburts- und Wohnort unterscheiden muss. DER ALF sagt: Nicht so dogmatisch, bitte. Grade wenn Geburts- und Wohnort übereinstimmen, wird es unfair und die Diskussion driftet ins esoterische ab. Ball flach halten und nach Soulpoints sortieren, in diesem Fall also alphabetisch! Es geht los mit:
    Oliver Bock
    Da ist der Name Programm! Kein anderer Bloggerlist ist so sehr Oliver! Und das meine ich durchaus positiv. Er zeigt sich in der Kurvenlage einfach nur perfekt und spielt da in seiner ganz eigenen Liga. So kann das keiner. Auffallend auch der sehr langsame und geschmeidige ausstieg, wenn auch das rechte Bein minimal die Bugwand berührt. Sei es drum! So muss es sein. DER ALF sagt: Weiter so!
    Phillip Erik Breitenfeld

    Der Dirretore zeigt sich auffälig stark bedeckt, straff und direkt beim Einstieg, fast tänzelnd gleitet er in die Schwimmweste, das Boot neigt sich erfürchtig aber dieser Bloggerlist – von dem ich in den letzten Jahren einfach viel zu wenig gelesen habe – hat wieder diese kühle und unnahbare Schönheit, die diesen Typ Jahr für Jahr zu meinem Liebling macht. Auffällig ist, dass er auch bei Starkregen seine Augen nicht zu sehr dem Sonnenlicht aussetzt, um seine volle, präzise Sehschärfe dem Verfassen seiner Texte zu widmen. DER ALF sagt: Ganz groß!

    Ralf Kaiser

    Dieser Bloogerlist springt förmlich ins Boot! Ganz ohne Schnörkel hält er sich beim Fahrtwind fest am Griff, wirkt ansonsten in sich ruhend, fast kühl, führt aber überraschend und mit unglaublicher Balance seine Kamera. Diesen Stil findet man nur auf dem ersten Sitz hinten links, anders ist das gar nicht möglich. Und ordentlich Luft hat er auch noch abbekommen. DER ALF sagt: Da wird man noch viel von hören!

    Helmut O. Knall

    In den ersten Minuten wirkt Knalli auffallend unverständlich, erst nach einigen Schlucken Wein in DEN ALF ändert sich das. Ansonsten fällt vor allem die Kompromisslosigkeit auf, mit der Knalli die Fleischwurst ist. Alles in allem ein ganz ausgezeichneter Bloggerlist, nicht auf Blanace sondern eher auf Redefluss gepolt und fast unheimlich stimmig. DER ALF sagt: Mehr davon!

    Giuseppe Lauria

    Hier fragt man sich ernsthaft, wer sich die Bloggeristenbezeichnungen ausdenkt! DER ALF weiß nie, ob man „Giuseppe“ oder „Guiseppe“ schreibt. Wie soll man das dann erst dem Kunden erklären? Aber zurück zum Inhalt: Der stimmt. Dieser Bloggerist macht selbst Barfuß noch eine prima Figur und ist auch abends noch topfit und stets für eine Überraschung gut! Ein ganz eigener Stil der in seiner Eigenständigkeit sehr einzig ist. DER ALF sagt: Genau so!

    Manfred Klimek

    Der kommt spät, am spätesten von allen. Hier fällt sofort die gute Laune auf, die dieser Bloggerlist ausstrahlt. Vielleicht eher ein Leichtgewicht aber dennoch mit Nachhall. Hier zeigt sich im Vergleich zu Knalli wie sehr unterschiedliche Philosophien bei ähnlicher Herkunft unterschiedliche Bloggerlisten hervorbringen. Der eine eher gemacht, der andere eher gewachsen. DER ALF sagt: Beides gut!

    Stephan Reinhardt

    Hier stimmt vor allem das Verhältnis zischen Länge und Umfang, das fällt gleich bei den ersten Platzwechseln auf und bestätigt sich bei zunehmender Weinprobe immer mehr. Ein ganz Großer (Wurf) der in seiner Zurückhaltung gefällt. Man kann das als verschlossen empfinden, aber die Zeit spricht da für den Schreiber. DER ALF sagt: Großes Tennis!

    Dirk Würtz
    Anfangs schwächelt er beim Einstieg nimmt aber bei zunehmender Querbeschleunigung deutlich an Stimmung auf, um dann zum Schluss so richtig aufzudrehen. Ich habe es noch nie geschrieben und vielleicht nicht gewusst, aber der Dirk wird von Jahr zu Jahr besser. Einfach eine eigene Liga: DER ALF sagt: Der Dirk!

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  • Helmut O. Knall

    Fast alles parallel auch gekostet, fast alles sehe ich genau so. Bis auf ein paar kleine Unterschiede, die aber dann vermutlich wirklich Geschmackssache sind. Bin schon neugierig auf den Rest Morgen.

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  • de Pälzer

    Lieber Dirk Würtz: Vorsicht bei den Knipsers!!! Die Verköstigungen im Weingut einschließlich etlicher nicht auf der Liste stehender Weine sind legendär…..auf alle Fälle in Laumersheim ein Zimmer suchen.
    Viel Spass wünscht de Pälzer

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  • Gast

    Da kann man de Pälzer nur zustimmen. Am vergangenen Sonnabend haben die Knipsers zusammen mit Philip Kuhn (haben Sie, Herr Würtz dessen GG auch probieren können?) verschiedene ausländische Journalisten betreut, und das sah in der Tat nach einer sehr umfangreichen Verköstigung aus. Ansonsten bietet sich zum Übernachten natürlich Deidesheim an, um die Vision von Herrn Niederberger eines Gourmet-Epi-Zentrums der Pfalz zu erleben. Insbesondere das Gesamt-Ensemble von Winning ist ein Erlebnis. Es ist ja grundsätzlich ein Vorteil der deutschen Weinkultur, dass man dort auf den Weingütern so herzlich empfangen wird und mit Stolz die Produkte präsentiert bekommt (am Wochenende gern von der Elterngeneration wie z.B. Frau Kuhn oder Herrn Mosbacher sen.)…

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