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Sie sind angekommen, die Weinonliner…

Wenn es eine wesentliche Sache gibt, die ich am letzten Wochenende gelernt habe, dann ist es die: die Weinonliner sind angekommen.

Unser Sponsor “sopexa” hatte am Samstag eine Session zum Thema “Weinblogger und Agenturen” angeboten und abgehalten. Naturgemäß war der Andrang groß, naturgemäß wurde zu Anfang ein wenig am Thema vorbeigeredet und naturgemäß ging es zwischendurch um Zahlen und Befindlichkeiten. Letzteres aber nur am Rande und nicht wirklich intensiv. Ich habe lange über diese Session nachgedacht und sehr intensiv den weiteren Verlauf des Vinocamps beobachtet. Wenn ich dazu noch den aktuellen Stand der Weinonlineszene betrachte, dann komme ich zu dem Schluss, dass wir angekommen und erwachsen geworden sind. Mit einigen wenigen Ausnahmen versteht sich…

Weinblogger werden, wie Journalisten, mit allen notwendigen Infos versorgt, zu allen möglichen Veranstaltungen eingeladen und tatsächlich ernst genommen. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Viele Agenturen haben realisiert, dass Blogger nicht nur den eigenen Blog, sondern eben auch die sozialen Netzwerke für Ihre Botschaften, Meinungen oder Verkostungen benutzen. Durch diese klassische virale Verbreitung erreichen sie ein Publikum, das tatsächlich eine relevante Größe darstellt. Das sind ganz sicher keine Multimillionen, dafür ist das Thema Wein viel zu speziell. Aber es dürfte zumindest einen großen Teil derjenigen erreichen, die sich auch ein Printmagazin kaufen würden. Dazu kommen die vielen interessierten “normalen Gelegenheitsweintrinker”, die das Ganze in den Netzwerken lesen, wahrnehmen und sich hin und wieder einmal eine  empfohlene Flasche kaufen. Und da das Ganze super schnell und immer top aktuell ist, wird es auch selten für den Leser langweilig. Schaut man sich die Weinblogger und Weinfacebooker an, sind wirklich beinahe alle Themen vertreten. Die Vielfalt, die die Weinwelt so spannend macht, ist abgebildet. Damit ist auch schnell klar, dass Weinblogger und Weinonlineaktivisten eben auch interessant für die Agenturen geworden sind.

Der ewige Konkurrenzkampf mit den Printlern ist auch beendet. Zumindest für die meisten. Printler haben erkannt, wo ihre Zukunft liegt. Wenngleich auch die wenigsten diese Erkenntnis umsetzen. Aber das ist ein ganz anders Thema. Weinonliner haben erkannt, dass sie das Thema Wein nicht neu erfinden können und dass es durchaus ganz viele Printler gibt, die wissen wovon sie schreiben. Ich habe es die Tage schon einmal gesagt: Man begegnet sich auf Augenhöhe und mit Respekt. Natürlich gibt es auch hier einige wenige Ausnahmen, aber die nimmt so oder so kaum einer ernst. Die Weinonlineszene hat einen ziemlich gut funktionierenden Selbstreinigungsmechanismus. Wer ausfällig wird oder daneben liegt oder über das Ziel schießt, wird vom Schwarm zurückgeholt. Oder eben ignoriert. Hin und wieder auch einmal, mehr oder minder wirkungsvoll, mit einen “shitstorm” überzogen. Es spielt auch fast keine Rolle mehr, wer Profi, wer Journalist oder wer einfach nur interessierter “Amateur” im besten Sinne ist. Alle sind willkommen und wer gute Arbeit macht, ist akzeptiert. Natürlich ist nicht alles “Friede, Freude, Eierkuchen”. Aber wo ist das schon? Das Weinnetzwerk funktioniert und darum geht es!

6 Kommentare zu “Sie sind angekommen, die Weinonliner…

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  • Kein Korkschmecker

    Leider konnte ich nicht zum Informieren, Austausch und Kennenlernen nach Geisenheim kommen. Aus den Tweets, FB-Einträgen und Blogbeiträgen lese ich, dass sich der Treff für viele gelohnt hat. Für mich Anreiz, beim nächsten Mal dabei zu sein.
    Zum Selbstverständnis und zur Aussenwirkung der WeinBlogger- und Publizisten-Szene im Allgemeinen meine ich, dass sich letztlich Qualität durchsetzen wird und ihr Publikum finden wird, egal von wem.

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  • Uli

    Dazu kommt noch der Umstand, dass gerade die Gelegenheitstrinker und Werbeblättchen-Weinkäufer den Namen eines (z.B. gerade bei ALDI angebotenen) Weins sehr gerne und oft bei google eingeben. Und wo landen sie dann? Richtig, bei den (Wein-) Blogs, denn Blogs sind googles Liebling! Da(für) kauft sich wohl kaum einer einen Weinführer oder ein Magazin.

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  • Barrique-Haus

    Zustimmung im Großen und Ganzen, manche werden es wahrscheinlich nie erkennen, was ständige Sichtbarkeit, Produktplatzierung und Öffentliche Wahrnehmung/Erscheinung bedeuten.

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  • Pingback: www.derWeinblog.de | Weisswurst vol. 2 - www.derWeinblog.de

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