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Das Problem mit dem “Spitzenwein”

“Warum ist dieser Wein nicht ausverkauft?” fragte gestern Captain Cork und machte damit ein Fass auf, in das es sich lohnt, tiefer hineinzuschauen.

Wirklich neu ist dieses Thema nicht. Die Deutschen kaufen und trinken jede Menge Wein, sogar Premium und “Ultra-Premium” Weine, aber selten kommen diese aus dem eigenen Land. Ich habe das an vielen Stellen hier in meinem Blog schon thematisiert. Ich habe sogar das Jahr 2013 zum “Jahr des Deutschen Weines” ausgerufen. Wen interessiert es? Was sind die Gründe? Mario Scheuermann hat in seiner Replik auf Captain Cork zu lange und zu umständliche Namen der deutschen Weine ausgemacht. Schlussendlich fehle alleine wegen mangelnder Verständlichkeit das “Kult-Potenzial” der Weine, so Scheuermann. Auf Facebook in der aktuell aktivsten deutschsprachigen Weingruppe “Hauptsache Wein” startete auch direkt eine spannende Diskussion. “Grosse Deutsche Weine” seien ein noch recht junges Phänomen” und es fehle schlicht ganz oft der Zugang zu diesen Weinen. Alles natürlich absolut korrekt.

Das Ganze ist aber eigentlich ganz einfach und doch so unendlich kompliziert und am Ende sind wir alle selbst daran schuld!

Bleiben wir bei dem Beispiel “Grosses Gewächs”. Die VDP-Betriebe produzieren jährlich so irgendetwas um die eine Million Flaschen der Kategorie Wein, von der Klimek schrieb. Diese Weine kommen ein Jahr nach der Ernte auf den Markt und sollen die qualitative Spitze des jeweiligen Betriebes und damit auch des Anbaugebietes darstellen. Bis auf wenige Ausnahmen – ich denke mal so zwei bis drei Dutzend – finden diese Weine aber in der Öffentlichkeit kaum statt. Im Vergleich zu den Franzosen dürfte eine Million Flaschen “Grand Cru” wohl eher wenig sein und dennoch sind diese Weine in Frankreich ab Weingut alle ratzfatz ausverkauft. Es gibt auch keinen Sekundärmarkt für “große” trockene deutsche Weine. Das kann man beispielsweise sehr schön auf “ebay” sehen, wo selbst rarste trockene deutsche Rieslinge zu relativ moderaten Preisen über den virtuellen Ladentisch gehen.

Der deutsche Weintrinker hat keinerlei Bewusstsein für diese Art von Wein. 95 Prozent der Weintrinker wissen gar nicht, dass es solche Weine überhaupt gibt. Wir sind eben nicht in Frankreich, in einem Land, in dem ein Château Margaux ein “nationales Denkmal” ist, von dem jedes Kind bereits in der Schule hört. Ein Land in dem es tatsächlich eine Weinkultur gibt, die weit über den täglichen Konsum des eigentlichen Getränkes hinausgeht. Wir haben hier ja schon Schwierigkeiten den Leuten zu erklären, warum eine Weingegend überhaupt eine schützenswerte Kulturlandschaft ist, aus der man nicht nach Belieben Bauplätze machen sollte. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Qualitätssiegel “made in Germany” eben komischerweise nicht für deutschen Wein gilt. Zumindest nicht auf dem nationalen Markt. Warum dies so ist, ist rational kaum zu erklären. Hier sitzt allem Anschein nach irgendeine Emotion ganz tief, eine Abneigung gepaart mit viel Ignoranz.

Den, gerade gestern auf Facebook häufig ins Spiel gebrachten, “Normalo”, können wir uns in dem Kontext zunächst geflissentlich von der Backe schminken. Weder kauft er eine Flasche deutschen Wein für “30 Euro plus”, noch eine französische. Letztere höchstens einmal im Leben, wenn er irgendwo eingeladen wird. Der “Normalo” ist in Deutschland mit gut gemachten, einfachen und schön zu trinkenden Weinen bestens bedient. Weder muss er dabei Angst um seine Gesundheit haben, noch wird er beim regelmäßigen Weinkonsum arm. Nicht, dass ich diese Gruppe von Weintrinkern völlig für den deutschen Spitzenwein aufgegeben hätte, absolut nicht, ich stelle sie nur zunächst hinten an. Die Zielgruppe für den Wein, um den es heute geht, sind die geschulten Weintrinker, die Sammler, die Freaks, die echten Reichen, die Neureichen – wer auch immer. Alle für die Wein zum Lebensstil gehört, gehören muss oder gehören sollte. Gerade die kaufen das Zeug allem Anschein nach nicht in ausreichenden Mengen. Es ist wohl noch nicht chic genug, nicht angesagt, nicht hip! Oder ist der deutsche Wein schlichtweg nicht gut genug, oder eben nicht so faszinierend wie das “Châteauschießmichtot”? Ich glaube, ach was ich bin überzeugt davon, dass deutscher Spitzenwein alles das ist. Gut, sehr gut, ja sogar in einzelnen Fällen geradezu überragend. Und an mangelnder Faszination kann es eigentlich auch nicht liegen. Wir haben fantastische Lagen in großartigen, ja sogar einzigartigen Landschaften.

Ich glaube, das Problem ist, dass wir in den letzten Jahren einfach zu inflationär mit dem Begriff “Spitzenwein” umgegangen sind. Und das trifft nicht nur auf den VDP zu. Die ganzen sogenannten “Spitzenweine” verkaufen sich nicht, so einfach ist das. Wer, wie ich, viel in Keller und Lager zahlreicher Winzer herumkommt, weiß das. Da liegen “Grosse Gewächse” ohne Ende… Und die Weine, die tatsächlich “spitze” sind, herausragend und ganz besonders – abseits der üblichen zu recht Verdächtigen – gehen im Meer der mediokeren Pseudospitzenweine unter. Was wir brauchen, neben dem Bewusstsein für deutschen Wein, neben einer echten ganzheitlichen Weinkultur, ist eine Bereinigung des Begriffs “Spitzenwein”. Dazu gehört allerdings ziemlich viel. Insbesondere viel selbstkritisches Hinterfragen. Im Rheingau ist gerade so ein kleiner Prozess in diese Richtung im Gange. Die Rheingauer Winzer überprüfen ganz selbstkritisch ihre Klassifikation von 1999, insbesondere die VDPisten hinterfragen ihre Weinbergs-Lagen. Sind das tatsächlich alles “Grosse Lagen”, aus denen auch “Grosse Weine” kommen? Oder darf es nicht etwas weniger und dafür etwas nachvollziehbarer und am Ende auch schmeckbarer sein?

Ich glaube im Übrigen nicht, ganz anders als Mario Scheuermann, dass die Namen der Weine eine tatsächliche Rolle spielen. Sicherlich ist es einfacher, sich den Namen “Astralis” zu merken, als den Namen Schloßböckelheimer Kupfergrube. Und weiter? Wenn ein Produkt wirklich gut, begehrt und nachgefragt ist, dann merkt sich auch die ganze Welt den Namen. Zumal die “Welt”, den deutschen Wein eher schätzt, als der deutsche Michel.

Am Ende ist es aber vielleicht doch so, dass wir diesen ganzen Zinnober gar nicht brauchen… ein “Grosses Gewächs” oder wie es auch immer heißt. Wir sollten uns einfach nur auf das konzentrieren, was wir können und was wir haben. Grandiose Lagen im ganzen Land, in der fantastische Winzer ganz großartige Weine produzieren. Die stellen wir in den Mittelpunkt aller Kommunikation, die bringen wir den “it-Menschen” näher und am Ende auch den “Normalos” und alles wird wieder gut. So wie es vor über einhundert Jahren schon einmal war.

 

 

24 Kommentare zu “Das Problem mit dem “Spitzenwein”

  • Pitramone

    Hallo Dirk wie du weißt interessiere ich mich auch ein klein wenig für Wein, aber letztendlich trinke ich den der mir schmeckt. Mir kommt es dann nicht darauf an wie er heißt oder woher er kommt (dennoch trinke ich nur deutsche und Südtiroler)

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  • Michael Weber

    Ich denke, dass die Problematik mehrere Faktoren hat. Einer ist sicher dass, was du beschrieben hast: für die meisten “Weinkenner” hat ein Tignanello, Barolo, Sassicaia oder Chateau XYZ mehr Renommee, einen klangvolleren Namen und erzeugt daher ein höheres Statussymbol. Wo wir auch bei der nächsten Gruppe von Weintrinkern wären, die “Weinsnobs”, die lediglich nach Marke und Status einkaufen, um vor ihren “Freunden” angeben zu können. Das kann man in diesen Kreisen weder mit dem Dalsheimer Bürgel noch mit der Niederhäuser Hermannshöhle. Da nimmt man lieber einen x-beliebigen Chablis mit nem schicken Etikett.

    Ein weiterer Faktor ist die in Deutschland leider vorherrschende Mentalität, dass nur alles gut und schick ist, was aus dem Ausland kommt. Es wird Pasta, Pizza, Hamburger, Döner, Tapas und Paella gegessen auf Teufel komm raus. Die Restaurant-Landschaft sieht flächendeckend auch so aus. Es ist völlig “uncool” in eine gutbürgeriche Gaststätte zu gehen, lieber zieht es die Masse in Massenabfertigungslokale, die dann “Roma”, “Akropolis” oder “Peking” heißen, je günstiger, desto besser. Das sieht in Österreich z.B. ganz anders aus. In Deutschland haben wir in der Breite völlig die Identität zu unserer Ess- und Trinkkultur verloren, die müßte man erst wieder aufbauen. Nur deutsches Bier wird noch getrunken, hätte ich fast vergessen…..

    Zudem darf man auch die aldisierte Geiz-ist-geil-Mentalität nicht vergessen. Denn auch in der Mittelschicht, die sich auch eine 10-EUR-Flasche locker leisten könnte, prahlt damit, den super geilen Spanier für 5 EUR zu trinken….und der ist ja soooo lecker. Und das sind selbst Leute, die auch mal zum Biomarkt rennen und zum guten Metzger, aber bei den Getränken wird dann gespart, der Wein ist ja fantastisch in deren Augen. Diese Klientel wird dann ja auch noch diverse “Weinführer” gestärkt, die dann auch noch suggerieren, wie wunderbar diese Weine sind. Na dann: Prost Deutschland!

    Auch der VDP trägt momentan nicht dazu bei, ein klares Marktsignal zu setzen, was ich in den letzten tagen an Weinlisten von VDP-Weingütern bekommen habe, ist der Horror. Der eine Betrieb rühmt sich, wie toll er es findet, dass er nun wieder einen trockenen Kabinett vermarkten darf, der andere führt einfach alle seine vermeintlichen Top-Wein unter dem Begriff “Grosse Lage”, auch wenn sie gar nicht aus solch einer stammen. Wie krank ist das denn? So lange es eine Inflation an Lagen gibt, wird der VDP da kein Signal setzen können.

    Was wir sicher mehr brauchen, sind Markenweine, die ein Begriff werden und aber von Top-Qualität sind, welche sich international messen lassen können, so was wie z.B. “Cuvee X” oder “G-MAX”. Davon gibt es wohl zu wenige, da hat Dirk Recht, keine Frage. Diese Markenweine müssten auch nicht unbedingt aus Ellerstadt kommen….. ;-)

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  • A. Hofer

    Ein Aspekt fehlt mir hier noch: Man hat sich den guten Ruf, den der dt. Wein einst (vor den Weltkriegen) hatte, in den 50er, 60er und 70er Jahren mit Mädchentraube u. Co. auch selbst ruiniert. Es dauert bekanntlich länger, den einst guten Ruf wiederherzustellen, als ihn zu zerstören.

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  • Helmut O. Knall

    Warum Deutsche immer schon auf ihren eigenen Weinen herumtrampeln, sie zerlegen und analysieren und dann, weil ihnen die Analysewerte nicht passen, auch nicht schmecken, habe ich als Österreicher noch nie verstanden. Im Gegenteil immer gepredigt, wie gut so mancher dieser Tropfen ist. Und kaum hatten wir eine Verkostung organisiert, wo diese Ziffern von vornherein ausgeschlossen waren, schmeckten die Weine – genau so lange, bis die Preise verlautbart wurden. Dann ging es wieder los. So kenne ich das seit den 1990er Jahren.
    Ich habe aber selten eine Preisdiskussion gehört, wenn es ums heilige Auto ging. Und ja, da sind die Emotionen dabei, das Ausstechen des Nachbarn, der Sound und die PS. Aber das geht mit Wein doch auch. Und das tun die Deutschen auch. Meist mit Bordeaux.
    Trinkt ihr denn vielleicht in Wahrheit lieber Rot?
    Glaub’ ich nicht. Aber die tollen deutschen Weine sind einfach nicht chic. Stimmt. Ginge vielleicht ja wirklich mit einfacheren Namen leichter, ja glaub’ ich auch. Ich mag eigentlich auch keine Apotheken, Spitäler, Gerümpel und Krötenärsche. Sexy ist das alles nicht. Ach ja fast hätt’ ich’s vergessen, die Reichen, Neureichen und so. Ja, die brüsten sich doch auch, dass sie mit ihrer Luxuskarosse beim Aldi einkaufen waren. (Die haben übrigens auch ziemlich einfache Fernseher und Musikanlagen daheim, wenn nicht die Kinder schon mit-einkaufen waren).
    Was ist also das Fazit aus allen Artikeln und Kommentaren? Vermutlich ist es ein Mix aus allem. Es fehlt gutes Marketing –> Sorry, weder DWI noch VDP machen das auch nur annähernd so gut, wie die ÖWM, manche italienischen Consorzien oder Süafrika. Das einzige Highlight ist Wiesbaden – und das ist nur für Insider, bzw. die Berlin-Präsentation. Aber das muss auch erst richtig “kultig” werden – da ist aber schon ein Stück des Weges gegangen.
    Trotzdem, die Pfeffermühle der Weinviertler an Wiener Strassenbahnen erreichte mehr, als die deutsche Weinwerbung in Jahren. Auch da gehört nachgedacht. Mit Adlern und Kitsch wird man nicht chic.

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  • Stela

    Ich bin eine Studentin und ich analysiere den Weinkonsum. Können Sie mir bitte sagen, welche Art von Wein Sie in der Regel kaufen und mit welchen Speisen ihr ihn trinkt?

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  • Tibor Werzl

    Ich denke, dass ein weiteres Problem darin besteht, das die meisten Menschen immer ewig auf die richtige Gelegenheit warten um eine “besondere” Flasche Wein zu öffnen. Ein französischer Freund von mir sagt jedes mal wenn wir uns sehen: “Ahh ihr deutschen braucht immer einen Grund für einen guten Tropfen ! ” (während er das sagt öffnet er meist eine Flasche Champagner) Zu wenige öffnen sich ein GG einfach mal zum Essen oder auf der Couch, nur um sich etwas zu gönnen, auch wenn es sie finanziell nicht zu interessieren bräuchte.

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  • Sigbert Frisch

    Vielleicht wirken hier einfach Marktkräfte, die das kulturpessimistische und -masochistische Lamento hohl erscheinen lassen: Es gibt dank vieler neuer, junger deutscher Winzer inzwischen in großer Zahl fantastische deutsche Weine für um die 10 Euro auf GG-Niveau, die sich mit großem Genuss trinken lassen. Auch etablierte deutsche Spitzenwinzer, die Jahr für Jahr Spitzen-GG erzeugen, bieten in moderaten Preisregionen oft hervorragende Qualität an, so dass sich manch Weinliebhaber zu Recht fragt, warum er noch 20 bis 30 Euro für ein GG drauflegen soll.

    Übrigens können die Franzosen, die gerne als Vorbilder für vinophilen Nationalstolz herangezogen werden, ihre eigenen Spitzengewächse allenfalls noch bewundern. Zum Selbsttrinken sind sie schlichtweg zu teuer geworden. Last but not least: Top-Weine aus Bordeaux und Burgund selbst aus Hype-Jahrgängen sind selten richtig ausverkauft. Dazu sind sie zu teuer.

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  • bth

    Vor gut 20 Jahren, also ich noch Student mit kleinem Budget war, habe ich mich mal in Nimes auf einer Party mit einem lokalen Weinexperten unterhalten, ich wollte ein paar Tips für günstige Chateauneuf-du-papes. Der sagte zu mir, das könne ich vergessen, für studentische Budgets gäbe es da nix zu holen, aber das wären auch “des vin d’excès”, ich solle besser z.B. nach Lirac gehen, dort gäbe es hervorragende preiswerte Weine. Was er damit sagen wollte – und das trifft auch auf GG zu: das sind Weine, die mit großem Aufwand gemacht sind, sehr intensiv und dicht, aber eben schon fast ein Exzess. Und das schätzt längst nicht jeder und nicht jeden Tag. So wie Sie an der Rhone zahlreiche solide Weine in weniger renommierten appelations finden können, so können Sie – wie auch Sigbert Frisch gerade geschrieben hat – in D viele hervorragende Weine für weniger Geld finden. Und Geld ist halt mal für die meisten begrenzt, zumal die Löhne in D im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eher dürftig sind. Und wenn ich mir inzwischen als Familienvater überlege, ob ich mir am Wochenende eine 40-Euro-Pulle hinter die Binde kippe oder eine 10-Euro-Pulle und dafür 30 Euro übrig habe, mit denen sich der Familienausflug am Sonntag finanzieren lässt, dann wird es halt nur der 10-Euro-Wein. Warum soll ich mir also einen teuren Wein kaufen, wenn mir die günstige Alternative genauso schmeckt? Das wird alles eh viel zu ernst genommen. Mir kommt es manchmal fast schon so vor, dass manche Leute da ein Primborium drum veranstalten, nur um ihrer Sauferei einen etwas edleren Anstrich zu verpassen. Im Zweifel würden sie sich wahrscheinlich auch eine Liter-Pulle reinhauen.

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  • de Pälzer

    @ bth März 12, 2013 16:48 ,
    mir geht es in der Praxis oft ähnlich…..dennoch: mal einen G-Max von Keller, einen Hunsrück Spätburgunder von Fürst, einen Sauvignon Blanc “500″ von Von Winning, einen Spätburgunder “Tafelwein” von Becker probieren zu können, das ist schon was. Es ist doch einfach schön, zu besonderen Anlässen oder wenn einem einfach mal danach ist, einen deutschen Spitzenwein aufmachen zu können. Und notfalls kann man ja mit ähnlich verrückten Weinkumpels zusammenlegen…..

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  • C. vanD.

    Im allgemein haben noch die Deutsche ein Problem mit “Geschmack”.

    Es ist nicht viel bewertet, vielleicht gilt es als was “fur die obere Klasse” (oder die pseudo-Gourmets, Snobs, Frankophile die als ja snobs gelten sowieso…). Die proletär Kultur ist noch in der Gesellschaft stark geprägt : am wichtigsten ist das grosse Auto, und zum essen/trinken : Aldi ist das beste. (Jemand hat das vorher gesagt aber als Ausländer haben mich diese 2 Tatsachen immer stark erstaunt. Die Kombination der 2 Fakten besonders : für mich ist das eine Zusammenfassung von Deutschland geworden).

    Was soll sich ändern ?
    Die Flasche muss zuerst sprechen ! (es ist schon oft den Fall)
    Dann, Wein soll geschätzt werden. Die Leute (die junge Leute 20/40 J.a.) in Deutschland müssen verstehen, dass es auch eine Kultur gibt, obwohl sie nicht amerikanisch, digital, trendy oder cool ist, die auch nix mit Berlin zu tun hat, die wichtig ist und Spass macht (aber nicht im amerikanische Sinne der Wort. Spass nicht Fun!).

    Lernen. Aber nicht zu viel mit dem Kopf sondern auch mit den Sinne.

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  • Steffen

    Diese Woche im Radio bei FFH. Wir Deutsche geben 11% vom Einkommen für Lebensmittel aus, die Franzosen 20%! damit ist doch alles gesagt!

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  • Jörg

    Ich bin im letzten Jahr ins Weingeschäft eingestiegen mit dem Vorsatz nur deutsche Weine zu verkaufen und muß feststellen das sich die Deutschen mit ihrem eigenen Wein sehr schwer tun.
    Meist kommt nach wenigen Minuten die Frage ob ich nicht auch einen französischen, australischen oder sonst woher Wein besorgen könnte.
    Und, dass die Weine die ich anbiete nicht schlecht sind kann Steffen bestätigen. Ein Teil davon kommt von ihm:-)

    Ich sehe das Problem weniger beim Preis, vielmehr bei der Gastronomie wo man fast nur ausländiche Weine bekommt und bei den “Weinfabriken” in denen milionen von Litern an Einheitswein produziert werden welche dann im Supermarkt als guter deutscher Wein verkauft werden.

    LG
    Jörg

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  • Joe Doe

    Beerdigt doch das Große Gewächs!
    Was in D fehlt ist eine ordentliche Klassifizierung der Weinbergslagen. Einfach mal durchgängig Erste Lagen und Große Lagen festlegen. Das hätte im Gegensatz zum GG von irgendwelchen Privatvereinen etwas mehr Substanz. Insofern sind die Rheingauer Ersten Gewächse schon weiter.
    Das GG hat für mich immer den Hauch des selbstverliehenen Werbeetiketts. Kein Wunder, dass sich die GGs nicht gut verkaufen, wenn ich die gleiche Qualität auch für die Hälfte des Preises bekomme wenn ich einfach die Spätlese trocken aus hervorragenden Weinlagen kaufe.

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  • Pingback: Die Deutschen und Wein …. überfordert? | weinkenner.de | Ei Gude, wie?

  • Rolf Cordes

    Wer lebt mit Wein, d.h. genießt täglich Wein auf dem Niveau von “echten” Spitzenweinen? Weder die Franzosen, Italiener noch die Spanier tun es! Warum machen wir uns so einen Kopf um einen Nischenwein wie die “Großen Gewächse”? Um an hochwertigen Weinen wirklich Spaß zu haben, muss man sie verstehen und schätzen lernen. Dieser Prozess wird aber nicht durch eine prall gefüllte Geldbörse oder eine neue Klassifizierung beschleunigt.
    Letztendlich muss der Wein gern getrunken werden, häufig der Basiswein in großen Schlucken, selten der Spitzenwein in Kleinen. Alles zu seiner Zeit! Ich glaube, dass deutsche Winzer es verpasst haben, sich eine breite Kundschaft unter den Händlern aufzubauen ….und statt dessen lieber “günstig” direkt an die Verbraucher verkaufen.

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