Alles über Wein und den Rest der Welt…

Weinrallye – Klimawandel

Cordula Eichs, die “Super-Schoppen-Shopper-Frau”, Gastbeitrag zur aktuellen Weinrallye. Klima? Welches Klima?

 

Am vergangenen Samstag habe ich mich, mit Kamera, Stift und Block bewaffnet, auf den Weg gemacht zum kleinsten Weingut der Niederlande: El Placer . Mein Auftrag: Recherche für einen Beitrag zum Thema „Klimawandel“ für die Weinrallye 52, beim Gastgeber “GLASKLARE GEFÜHLE”

Mit der festen Überzeugung, Weinbau in Holland habe mit Global Warming zu tun, besuchte ich den Tag der offenen Tür von Johan Rippen und Lidwien Vos de Wael, die seit 2000 auf einem halben Hektar am Rande des Ijsselmeers Weintrauben anbauen und daraus  vier verschiedene Sorten Biowein machen. Und wie so oft, wenn man seine Geschichte eigentlich schon im Kopf hat, kommt es anders als erwartet …

„Wann hat das mit dem Weinbau in den Niederlanden eigentlich angefangen?“ war meine unschuldige Frage.

„Vor vielen hundert Jahren …“ war Johans überraschende Antwort.

Wein hatte in den Städten der Handelsmacht eine weit zurückreichende Tradition. In nahezu allen Stadt- und Klostergärten wuchsen Weintrauben an den warmen Mauern. Das Keltern des Weins war Sache der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit – ebenso wie das gemeinschaftliche Trinken.

Bis der böse Napoleon kam! Der untersagte schlichtweg den Weinanbau außerhalb Frankreichs und vorbei war es mit dem geselligen Gelage …  Klimawechsel im anderen Sinne! Es wehte ein neuer politischer Wind.

Dass man über 200 Jahre lang in Holland so gut wie keinen Wein angebaut hat, könnte man dem wirtschaftlichen Klima in die Schuhe schieben. Zu gering die Erträge, zu hoch die Kosten und, jetzt spielt das gesellschaftliche Klima wieder eine Rolle, zu calvinistisch die Einstellung, um das sauer verdiente Geld dem sündigem Alkohol zu widmen.

Aber, lang lebe der Fortschritt!

Neue Traubenrassen machen’s möglich und, natürlich, nicht zu vergessen, der Klimawandel in der Agrarpolitik. Ein paar Subventionen hier, ein paar Subventionen da … und schon finden sich ein paar idealistische Genießer!

Das soziale Klima ist auch nicht unwichtig! Bei einem Kostpreis von ca. € 40,- die Flasche ginge gar nichts mehr, wenn man nicht auf viele freiwillige Helfer zurückgreifen könnte. Dass Langzeitarbeitslose im Wingert reintegrieren können ist ein Segen für alle Beteiligten.

Ja, aber eigentlich wollten wir doch übers Wetter reden! In Holland fangen alle an zu grinsen, wenn man von Erwärmung spricht! Wann bitte, kommt der Bikini-Sommer?

Bei El Placer verzichtet man gerne auf den Klimawandel … Die Rebsorten Regent und Rondo sind prima geeignet für das kühle Klima hier! Und immerhin hätte man durch die langen Tage immer ausreichend Sonnenstunden.

Doch aufhalten lässt sich die Klimaverschiebung nicht. Jetzt schon hat man hier das Klima, dass man vor 30 Jahren in der Champagne hatte. In 2050 fühlen wir uns wie an der Rhône

Champagneklima??? Dirk! Wär‘ das nicht eine Idee für ein neues „Cordula & Dirk – Projekt“? „Nordseeschaum“ oder „Splashing Dutchy“ … Wir müssen reden!

Bis es soweit ist, trinke ich „Vaders Trots“ (Vater Stolz) … Ein Cuvée aus Regent und Rondo. Tiefrot in der Farbe, weich und geschmeidig … und weil ihr den Begriff so gerne habt: einfach lecker! :-D

Cheers!

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu “Weinrallye – Klimawandel

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