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BiB im “stern”

In der aktuellen Printausgabe des Hamburger Magazins “stern” ist heute ein Bericht über Wein in der Bag-in-Box (BiB)

Ich bin ein grosser Fan der BiB, das ist hinlänglich bekannt. Ich habe diese praktischen Drei-Liter-Pappkartons seit vielen Jahren. Es ist leider immer noch so, dass die Ablehnung in Deutschland sehr gross ist. Es wird zwar langsam besser, aber von einer allgemeinen Akzeptanz dieser Verpackungsform kann man noch lange nicht reden. Umso mehr freut es mich, wenn auch große Publikumszeitschriften, wie jetzt eben der “stern”, dieses Thema aufgreifen. Es lohnt sich zu lesen, ich komme in dem Artikel am Rande auch zu Wort… ;-)

War ich vor einigen Jahren noch der Exot, so gibt es mittlerweile immer mehr Weine aus Deutschland in der BiB. Ein sehr gelungenes Beispiel ist die “Weinkampagne”. Hier handelt es sich um ein klassisches “start-up”, noch dazu ein sehr sympathisches. Was mir persönlich an der ganzen Angelegenheit am meisten gefällt, ist die Tatsache, dass hier zwei deutsche Öko-Weine in den Schlauch kamen. Das Weingut Wick aus dem Zellertal, Mitglied bei ECOVIN, lieferte eine 2011er Weissburgunder und einen 2011 Riesling für dieses Projekt. Zwei blitzsaubere, süffige und fantastische Alltagsweine. Solche Qualitäten findet man nicht immer und nicht überall in Flaschen…

Noch immer gibt es viele Vorurteile gegenüber der BiB. Das gängigste Vorurteil ist, dass es sich hier um eine besonders intelligente Art der Restmüllverklappung handelt. Also um Weine, die keiner wollte und die aber trotzdem irgendwie weg müssen – möglichst gegen Bezahlung. Das war ganz sicher, ganz früher mal der Fall. Heute findet man durchweg gute Qualitäten – zumindest bei den deutschen Weinen. Die Weine aus der “Weinkampagne”-Reihe sind nicht nur gut, sie sind sogar richtig gut.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann die “Pappschachteln” hier bestellen.

 

10 Kommentare zu “BiB im “stern”

  • Eckhard Supp

    Habe Ende der 70er und Anfang der 80er meine Weine in Frankreich und Australien schon im BiB gekauft und nie kapiert, warum der hier nicht populär wurde. Gerade in einem Niedrigpreisland wie Deutschland hätte das doch absolut funktionieren müssen.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Eckhard Supp
      Ich glaube, dass liegt insbesondere an der verqueren deutschen Vorstellung was “Weinkultur” bedeutet. So wurde und wird ja auch in Sachen Korken argumentiert. Wenn es nicht “plopp” macht, kann es nichts sein. Kann man auch schön auf der Propaganda seite der Hersteller nachlesen, “Plopp ist sexy…”:
      http://www.natuerlichkork.de/essen-trinken/das-geraeusch.html

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  • Steffen Gröhl

    Als Otto-Normal-Winzer konnte ich mich schnell an Schraubverschluß und Co gewöhnen, aber bei der BIB-Weinbox bekomme ich
    noch immer Bauchschmerzen!Sollte ich mich dafür Schämen???

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    • Dirk Würtz Post author

      @Steffen Gröhl
      Quatsch, dafür muss Du Dich nicht schämen. Ich verstehe jegliche Bedenken und Aversionen, die man so haben kann. Bei mir war das auch ein Prozess.

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  • Der Direttore

    Es gibt kaum ein schlüssiges Argument gegen den Schraubverschluss!
    Gerade in der Gastronomie hat er sich bewiesen.
    Hier sehe ich auch in Zukunft die BIB auf dem Vormarsch!
    Die Gastronomien, die ein breites Angebot an offenen Basisweinen haben, können von dieser Verpackungsform nur profitieren! Der Wein hält einfach länger und vor allem länger frisch!
    Nichts ist grausamer als in einer Gastronomie ein offenes Glas Wein zu bestellen und ein fades und lackes Gesöff zu ertragen, da der Wein schon 1-2 Tage auf ist!
    Ich sehe bei Basisweinen in der Gastronomie hier eine Win Win Situation für Gast und Gastgeber…
    Gut, ganz weg von der Ästhetik möchte ich beim Weingenuß nicht. So würde mich ein Wein aus der PET Flasche anwidern. Es gibt wahrscheinlich keinen technischen Grund der gegen eine PET Petrus Flasche sprechen würde, es wäre ein rein emotionaler….und Emotionen gehören für mich zum Weingenuß dazu!

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  • Christian Vollmann

    Gerade den Stern Artikel gelesen…

    “ich komme in dem Artikel am Rande auch zu Wort…” ist eine nette Untertreibung. ;)

    Danke fürs verkosten unserer Weine und das nette Gespräch, Dirk. Wir würden uns freuen, wenn BiB sich auch in Deutschland mehr verbreiten würde und wenn das passiert, ist es sicher nicht zuletzt auch Dein Verdienst.

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  • Daniel

    BIB`s gibt ´s doch schon einige Jahre beim Jakob’s Weinladen. So schlecht fand ich die Qualitäten nie, wenn mich auch die Rotweine im Angebot mehr überzeugten.

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  • Torsten Frischbier

    Ich finde die BIB macht hier zu Lande ähnliches durch wie es vor ein paar Jahren der Schraubverschluss gemacht hat. Den wollte irgendwie auch keiner und mittlerweile ist er zumindest aus der Gastronomie nicht mehr weg zu denken. Jede Aushilfe kann einen Wein auf machen. Man muss ihn nicht probieren, da er nicht korkt. Es geht bedeutent schneller. Und das sind nur ein paar Vorteile. Bei der BIB ist das genau so. WIr hatten sie schon vor Jahren bei unserem All inkl. Brunch im Einsatz. Der Hersteller hatte eigens für seine Boxen einen Klimaschrank bauen lassen aus dem man dann Weiß- und Rotwein in angemessener Temperatur ziehen konnte. Die Gäste waren begeistert. Leider wurde die Produktion nach ein paar Jahren wegen mangelndem Interesse eingestellt.
    Also optisch mögen sie kein Highlight sein und es ist nach wie vor schöner mit einer Flasche an den Tisch zu gehen wenn der Gast das Etikett sehen will als mit einer BIB aber qualitativ eine tolle Alternative für jung zu trinkende Weine.

    Ich habe dieses Thema inspiriert durch Ihre Posts bei Facebook auch in unserem BLOG angestoßen und würde mich über einen Kommentar Ihrerseits sehr freuen.

    LG,
    Torsten Frischbier
    Frischbier’s Hotel-Restaurant
    http://www.BLOG.Frischbiers.de

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