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Günther Jauch erkennt seinen Wein nicht – na und?!

Eine dpa-Meldung schiesst mit beinahe Lichtgeschwindigkeit durch das Netz. Die Überschrift lautet: “Peinlich! Günther Jauch erkennt seinen eigenen Wein nicht.

Da haben wir es wieder einmal: “Alles Deppen, Möchtegern-Weinkenner und Idioten mit Geld. Machen auf Winzer und sind zu blöde ihren eigenen Wein zu erkennen”. So denken leider viele. Insbesondere diejenigen, die ausser Schadenfreude kaum Freude haben im Leben. Jauch bekam beim SWR blind einen Wein vorgesetzt und hat nicht erkannt, dass er aus seinem Weingut kommt. Dazu kann ich nur sagen. Na und?!?! Ist das wichtig? Muss er das? Hat er nicht immer und immer wieder in den vergangenen zwei Jahren betont – überall nachzulesen – dass er Laie ist! Hat das schon wieder jeder vergessen? Insbesondere diejenigen, die sich öffentlich und heimlich gerade auf Facebook ins Fäustchen lachen? Es ist ja aber auch so schön und passt so gut in jede Schublade. Und es ist ja auch viel einfacher, jetzt über den Jauch zu lachen, als sich tatsächlich mit dem auseinanderzusetzen was er macht und am Ende gar das Ganze als wirklich grosse Leistung anzuerkennen.

Peinlich ist eigentlich nur der Artikel der dpa, sonst nichts. Gibt es nichts wichtigeres? Im Übrigen ist das doch sooooo ein alter Hut: Wein blind vorsetzen und darauf hoffen, dass eine Blamage folgt. Tausendmal erlebt, immer wieder auch am eigenen Leib – gelacht - Mund abgewischt und gut ist es! Die Überschrift des dpa-Artikels hätte lauten müssen: “Menschlich! Günther Jauch erkennt seinen eigenen Wein nicht”. Das hätte aber ja dann leider keine Sau interessiert…

17 Kommentare zu “Günther Jauch erkennt seinen Wein nicht – na und?!

  • Arthurs Tochter

    Was’n Kappes und welch verschenkte Zeit, diese Quatschmeldung überhaupt zu lesen!
    Ich habe genau das schon mit einigen Winzern erlebt, auch jenen, die weitaus beschlagener sind als Herr Jauch. Aber auch das wäre ja nie eine Aufregermeldung wert gewesen.

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  • Thorbjörn

    Recht haste, Dirk! Mit dem Finger können die Leute immer richtig schnell auf andere zeigen. Dafür muß man nicht mal die ganze Geschichte kennen. Passiert leider jeden Tag im Netz.

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  • achim reis

    wir haben ne blindprobe unter kollegen gemacht, thema riesling spätlese trocken 2009. 4 kollegen, jeder 1 spätlese aus eigenem haus, dazu noch 4 verschiedene riesling spätlesen trocken 2009 von anderen kollegen. aufgabe: weine den weingütern zuordnen und bewerten. ergebnis: von 4 kollegen hat einer seinen eigenen wein erkannt. schnauze abwischen, flaschen leertrinken.

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  • Beate E. Wimmer

    Tja, da sieht man mal wieder: “Neid muss man sich hart erarbeiten!” ich finde den dpa-Artikel lächerlich. Wer was vom Wein verseht, der nimmt den Artikel nicht ernst!

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  • Werner Elflein

    Ich wette um eine Flasche Erdener Prälat Auslese, dass der Verfasser dieses unsäglichen Artikels selbst zu blöde ist, einen Weiß- von einem Rotwein unterscheiden zu können. Und das in der offenen Verkostung.

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  • Weinkaiser

    Was ein selten peinlicher DPA-Beitrag. Auch noch so zu tun, als ob Jauch diesen Fusel-Spruch ernst gemeint hat, der ja wohl offensichtlich als Scherz gemeint war…

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  • Stefan Schwytz

    in der Tat sommerlochiger Artikel… und Werner, da könntest du recht haben: auch Weiss- und Rotwein in (richtigen) Blindproben wurden schon nicht erkannt, auch von Experten. Natürlich lassen sich etliche Spezialitäten als solche erschnüffeln und erschlürfen, aber mir würden da sofort ein paar weiße Südfranzosen-Cuvées einfallen, die blind als Rotweine durchgehen könnten… und umgekehrt.

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  • Gottfried

    Solche Meldungen, die hauptsächlich auf die Schadenfreude der nicht geneigten Leser abzielen, sind sicher überflüssig. Davon abgesehen könnte ich mir auch vorstellen, dass die Bedingungen im Studio beim SWR mehr auf die ansehende Produktion und weniger auf das Probieren von Wein ausgerichtet sind.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Steffen
      ich habe das auch gehört. Er war sehr souverän und witzig. Umso schlimmer, ist das was daraus konstruieert wurde!!!

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  • hans

    die ‘dpa’ sollte eigentlich Nachrichten verbreiten.
    Scheinbar verbreitet sich die Tendenz, Stimmungen zu verbreiten (in diesem Fall eine hämische Stimmung) jetzt auch bei Nachrichtenagenturen. Von der Bild Zeitung kennt man/frau diesen sogenannten Journalismus ja schon. Scheint offenbar ansteckend zu sein.
    prost

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  • Pingback: winelog » Der Weinblog von Hawesko » Günther Jauch und der Wein

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