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Bordeaux 2011

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei und direkt grüsst das “Bordeaux-Murmeltier”… Der grosse Tross der Journalisten, Händler und sonstigen Experten tourt in dieser Woche durch das berühmteste Weinanbaugebiet der Welt, um den Jahrgang 2011 im Fass zu verkosten.

Es ist spannend und sicherlich auch wichtig, keine Frage. Der Jahrgang 2011 im Bordelais wartet darauf, untersucht und für Weltklasse befunden zu werden. Alles andere wäre ja auch eine Überraschung, ach was, nachgerade ein Witz! Ohne bisher auch nur ein Wort gehört, geschweige denn auch nur einen Schluck probiert zu haben, bin ich mir sicher, dass ich bereits jetzt schon die jahrgangsbesten Weingüter benennen könnte. Das ist ja auch nicht wirklich schwierig. Es werden die üblichen Verdächtigen sein, garniert mit einer Handvoll “Neuentdeckungen”. Eines muss man dieser, tatsächlich in der Breite doch arg gebeutelten Region, lassen: Auf die Spitze ist beinahe immer Verlass. Egal, wie das Jahr lief, der Wein wird gut! Im Grunde genommen ist es aber so oder so völlig egal, wie der Wein am Ende schmeckt. Es ist alleine die Tatsache, dass Bordelaiser Spitzengewächse ein begehrtes Luxusgut sind, die zählt. Ein glücklicher Zufall, dass sie meistens auch wirklich gut schmecken. Die damit verbundene “Preistreiberei” ist irgendwie normal, wenngleich auch sehr gefährlich. Das Bordelais, ich habe es schon mehrfach hier im Blog beschrieben, hat ein Problem. Und zwar ein gewaltiges. Die Fassweinpreise sind längst so, dass eigentlich kein Bauer mehr davon leben kann. Der größte Teil der Weine landet in grossen Cuvées im Discounter. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, würden die Bauern eben genug Geld für ihre Fasswein bekommen.

Es gibt sie, die guten und bezahlbaren Bordeaux. Letztes Jahr hatte ich damit angefangen, einige zu suchen und zu finden. Das werde ich in diesem Jahr in jedem Fall weiter verfolgen.

3 Kommentare zu “Bordeaux 2011

  • Christian G.E. Schiller

    Abgesehen von den 300 oder so grossen Namen, die sehr gut im Geschaeft liegen, ist der Rest von Bordeaux eher in der Krise, muss sich gegen die Konkurrenz der New World” Produzenten wehren und bietet gute Qualitaet zu ehrlichen Preisen. Einer davon ist Bio Produzent Gerard Dupuy vom Chateau Beausejour in Puisseguin St.Emilion http://schiller-wine.blogspot.com/2012/03/at-chateau-beausejour-in-aoc-puisseguin.html den ich vor kurzem besucht habe. Er wuerde auch gerne in Deutschland verkaufen.

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  • susa

    oder Madame Christiane Renon aus Soussans mit ihren beiden Châteaux, La Galiane und Charmant (letzteres hat die Rebflächen gleich neben denen von Château Margaux)

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  • sigi hiss

    die hype ist für 2011 deutlich geringer als es für 2009/10 war. weniger händler waren vor ort, auch wenn man offiziell ein anderes bild zeichnet und es ist definiv kein jahrhunderjahrgang im sinne opulenter bulliger weine. wie nennt man es so schön – klassisch, willl heissen auch grüne aromatik, frische rassige säure, deutlich weniger alkohol, gradliniger & einfach “einfacher”. wahrscheinlich wirklich etwas wie früher die bordelaiser roten daherkamen. nur vor 25 jahren wäre 2011 ein mittleres desaster geworden. aber natürlich nicht freiwillig, der jahrgang liess nichts anderes zu. kommt wieder ein vegetatives topjahr, dann wirds wieder voll- bis überreif & sehr kraftvoll. 2011 konnte durch technik & geld gerettet werden. sprich man brauchte sehr viel erntehelfer, speziell am sortiertisch oder man mietete sich eine autotmatische optische selektionsmaschine für die zeit der ernte an – DIE maschine des jahrgangs 2001 im bdx.
    weiss trocken ist sehr gut bis hervorragend. weiss süss der 3. jahrhunderjahrgang in folge, ist wirklich so, sorry ;-)
    die preise werden vor allem im oberen bereich wegbrechen.

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