Alles über Wein und den Rest der Welt…

Ärgernis der Woche

Unser Dr. Motz regt sich auf… über Benzinpreise. Allerdings ganz anders!

Achtung: Nachfolgender Beitrag ist nichts für Fahrspaß-Meider, Verfechter von Mitfahr-Zentralen und Leuten, die ihr Auto einfach nur benutzen, um möglichst kostengünstig von A nach B zu kommen, weil der Weg mit dem Fahrrad einfach zu weit ist. Für alle anderen: Ich kaaaaannnnnn es einfach nicht mehr hören, dieses ewige Gejammere über steigende Benzinpreise!
 
Kaum bin ich auf der Autobahn, da brettert auch schon der erste Kleintransporter mit Tempo 170 und klappernden Türen an mir vorbei, dicht gefolgt von einem aufgemotzten Audi A3 mit Hosenträger-Gurten und extra breiten Schlappen, der die A63 gerade mit der Nordschleife auf dem Nürburgring verwechselt. Sind wir wirklich nur noch ein Volk von Gehetzten? Kaum haben wir – wie auch immer – den letzten Termin gerade noch geschafft, da lockt die Versuchung, auch noch einen allerletzten hineinzupacken. Schließlich ist auch der morgige Tag längst hoffnungslos durchorganisiert. Und entsteht dann doch mal eine Pause, bekommen wir Stress damit, diese möglichst „sinnvoll“ zu nutzen.
 
Wenn ich Tempo 100 fahre, wie es in den meisten Ländern dieser Welt vorgeschrieben ist, mutiere ich zwar zum vermeintlichen Verkehrshindernis, senke aber den Spritverbrauch meines Fahrzeugs im Vergleich zur Bleifuß-Fahrt um bis zu 50 Prozent (!). Gemessen daran wirken die drei Cent Aufschlag an der Tanke nahezu lächerlich. Von damit einhergehenden deutlich verringerten Abgas-Emissionen und ökologischer Verantwortung kommender Generationen gegenüber soll hier gar nicht die Rede sein. Ebenso wenig wie von überfüllten Parkplätzen am Sonntagmorgen vor der Bäckerei. Gerade so, als würden die Brötchen – die tatsächlich immer teurer werden! – nicht für alle reichen.
 
Damit wir uns nicht missverstehen: Auch ich hätte nichts gegen die Erhöhung einer Kilometerpauschale für Pendler. Einen Großteil unserer Spritkosten aber bestimmen wir immer noch selbst.
 
Viel ärgerlicher als die ständig steigenden Benzinkosten ist die Tatsache, dass die alternative Fahrt mit der Bahn zumindest kostentechnisch keine Alternative ist. Für die rund 150 Euro Hin- und Rückfahrt 2. Klasse von Mainz nach München kann ich meinen Mini Clubman Diesel fast dreimal voll tanken und komme so auf eine Gesamtreichweite von fast 2500 Kilometern. Ich bin an keinen Fahrplan gebunden, muss keine überteuerten Parkgebühren vor dem Bahnhof bezahlen, habe garantiert einen Fensterplatz und wenn ich noch einen Beifahrer mitnehme, werden die Kosten halbiert. Da kann ich es mir dann sogar leisten, einmal nur zum Spaß so richtig Gas zu geben!

7 Kommentare zu “Ärgernis der Woche

  • Gilli Vanilli

    das mit der Bahn ist ein leidiges Thema und wohl war – im Vergleich dazu
    Hamburg-Göttingen ICE einfache Fahrt (2h20min oder so) kostet ohne Bahncard und co 65 EUR (am Schalter 70)

    und wenn ich selber fahre sind das 250KM – Spritkosten bei Gas geben 30 EUR aber nur weil ich ne große Benziner Maschine habe – jeder gescheite Diesel kommt da mit 20 wohl hin

    und Mitfahrzentrale kostet 15 EUR und es gibt immer genug Auswahl auf der Strecke

    aber mal am Rande – bei normalen Autos ist 50% Ersparnis nicht ernsthaft machbar – einiges ist drin aber das ist doch etwas hoch angesetzt

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  • A. Hofer

    Dafür aber München – Köln, 2Personen, mit dem Flieger hin und zurück für 115,00 €. Letzte Woche gebucht. Mit dem Kfz würde es ein Vielfaches kosten. Das nenne ich verrückt. Zum Tenor des Artikels: Es stimmt schon, solange wir auf der Autobahn wie die Bekloppten rasen, kann der Sprit gar nicht zu teuer sein. Andererseits: Wenn 1 Liter Benzin mittlerweile mehr kostet als 1 Liter ordentliches Bier, gibt das auch zu denken.

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  • susa

    Der reine Vergleich Spritkosten zu Bahnfahrkarte ist ja eine Milchmädchenrechnung, realistischerweise müsste man die gesamten PKW-Kosten (Benzin, Hilfsstoffe, Steuer, Versicherung, Reparaturen, Wertverlust nicht wenige auch die Finanzierungskosten etc.) in die Rechnung einbeziehen und da kommt man bei einem Mittelklassewagen und Mittelklassebelastung durchaus auf nen Euro pro km und schon sieht das mit der Bahn zwar immer noch nicht rasend attraktiv aber doch schon wesentlich freundlicher aus.

    Klar, manchmal macht schnell Autofahren einfach Spaß, freie Bahn, gutes Wetter, Musik aufgedreht – gute Laune. Dass aber ALLE schneller am Ziel wären, wenn alle etwa gleich schnell führen, es weniger Staus, weniger Unfälle, weniger Stressbelastung für den einzelnen Autofahrer gäbe, das weiß jeder, aber gelten tut es nur für die anderen.

    Der Grund für die Raserei auf den Straßen ist übrigens in den allerwenigsten Fällen Zeitnot. Verkerhspsychologische und -soziologische Untersuchungen (die mein Herr susa berufshalber immer mal wieder lesen muss und zu diesem Zwecke zu Hause anschleppt) lassen tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken ;-) .

    Und was die Benzinpreise angeht; noch lächerlicher als die absoluten Preise finde ich dieses mindestens 3x tägliche Preis-Auf-und-Ab und die Riesenschlange vor den Zapfzäulen, wenn der Preis zum 2 ct sinkt, dafür werden gerne Umwege in Kauf genommen, die den Mehrpreis mehr als doppelt auffressen.

    Ja die Geschichte der Menschen (Deutschen) und ihrem Auto – eine Geschichte voller Missverständnisse.

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  • susa

    in meinem Elaborat bitte das Wort Mehrpreis gegen Preisvorteil austauschen, dann macht es auch Sinn
    (ist halt noch früh am morgen)

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  • sigi hiss

    susa ich habe in deutschland, italien, england & schweiz gewohnt. darauf baut meine aussage, dass wenn schon, es ein missverständnis vieler autofahrender nationen ist. meiner erfahrung nach wird in den genannten ländern, schweiz & deutschland weniger, IMMER das auto genommen. auch wenn es sich nur um 500 meter handelt.

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  • Michael Liebert

    Sprit ist einfach immer noch zu billig! Wer wie ich, an der Autobahn in den Urlaub wohnt, kann einfach nicht verstehen, warum der Autoverkehr so starkt subventioniert wird. Samstag für Samstag stauen sich die Fahrzeuge von Salzburg bzw. Innsbruck bis München. Und das sind nicht die Leute, die aus beruflichen Gründen auf das Auto angewiesen sind.
    Und wenn ich mir anschaue, welche Schlitten da im Stau stehen, dann ist Geld wohl im Überfluss vorhanden. Also Benzinpreis bitte nachhaltig nach oben und dazu eine PKW-Maut, ansonsten klappt es nie mit neuen, nachhaltigen Verkehrskonzepten.

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  • Iris

    Hier in meinem südfranzösischen Hinterland kann ich seit einiger Zeit für 1 € mit dem Bus die gut 100 km in die nächste Kapitale (Montpellier) fahren. Komme direkt ins Zentrum, wo man eh keinen Parkplatz findet und kann zu Messen meist noch mit nem kostenlosen shuttle weiterfahren. Das finde ich toll, es wird gut angenommen, die Busse haben unten auch Gepäckfächer, in die ich meinen Koffer voll Wein stellen kann;-)… Dafür komme ich in Düsseldorf noch nicht mal mit der Bahn über die Rheinbrücke:-(… nur so mal als Beispiel, wie umweltschonende (und soziale) Verkehrspolitik aussehen kann.

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