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Weinpreise…

In der Reihe der studentischen Beiträge, beschäftigt sich heute einer der Studies mit den Weinpreisen…Überteuerte Weinpreise

Als Liebhaber guter Weiner ärgere ich mich immer wieder über zum Teil extrem hohe Preise in deutschen Gaststätten. Meist werden dort die Weine zu Preisen angeboten die das Doppelte, oder bei einfachen Weine gar ein Vielfaches des Einkaufspreises betragen. Es ist natürlich verständlich, dass der Restaurantbesitzer einen Gewinn erwirtschaften muss und auch, dass durch die Speisen alleine dies nicht möglich wäre, da gerade dort die Margen recht niedrig sind. Andererseits kann ich nicht nachvollziehen, dass bei einfachen Weinen, die im Einkauf € 6-8 kosten, der Wirt hier zwischen € 14-20 verdienen soll. Der Aufwand eine Flasche und vielleicht 2-4 Gläser an den Tisch zu bringen, sowie der anfängliche Kapitalaufwand beim Einkauf, rechtfertigen dies nicht. Noch schlimmer wird es dann bei teuren Weinen. Hier wird der Gast doppelt abgestraft. So kostet ein Flasche zu € 40 im Einkauf, meist € 80 im Restaurant. Der Wirt macht hier also mit steigendem Flaschenpreis einen höheren absoluten Gewinn bei gleichem Aufwand, wenn auch mit etwas höherer Kapitalbindung zur Zeit der Anschaffung. Erst richtig wird man dann bestraft, wenn man sich beim Trinkgeld vielleicht noch an die Formel 5% des Rechnungsbetrages halten will. Dann zahlt man ein zweites Mal, als Folge dafür, dass man den teuren Wein gewählt hat und dem Restaurant mehr Gewinn beschert.

Dass es auch anders geht zeigen nicht nur die anderen Weinländer Italien, Spanien und Frankreich, wo man zu wirklich vernünftigen Preisen gute Weine bekommt. Dort ist es meist so, dass man sich eher an einem gewissen Aufgeld orientiert und natürlich auch etwas die Kapitalbindung mit einbezieht. Die Folge ist, das teurere Weine somit prozentual weniger belastet werden und man, um beim Beispiel zu bleiben, für den teuren € 40 Wein, wohl eher € 55 im Restaurant bezahlt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es einfach Spaß macht tolle Weine zu bestellen ohne vom geforderten Preis verschreckt zu werden. Letztendlich gibt man auf diese Weise zwar wohl doch mehr Geld aus als zu Hause, aber man hat die freudige Erfahrung ein oder einige hervorragende Weine getrunken zu haben.

Eine andere Variante ist, die auch in Deutschland vereinzeln zu findende des sogenannten Korkgeld. Hier bringt der Gast seinen eigenen Wein mit und bezahlt dann nur einen fixen Betrag für das Entkorken und das Ausschenken des Weines. Diese variiert je nach Restaurant zwischen € 10-15. Auch gibt es Restaurants die einen Verkaufsladen angeschlossen haben und deshalb einfach die Preisliste im Restaurant auslegen. Bei Verzehr eines der Weine wird zum Verkaufspreis zusätzlich das genannte Korkgeld verlangt. Das Ganze hat den Vorteil, dass der Gast sich vielleicht noch entscheidet ein paar Flaschen später mit nach Hause zu nehmen.

Leider sind diese Art von Restaurants bei uns nicht häufig anzutreffen, so dass man hierzulande wohl weiterhin den guten Tropfen lieber zu Hause mit Freunden trinkt, als ihn im Restaurant zu horrenden Preisen zu bestellen.

Carsten Hoffmann

23 Kommentare zu “Weinpreise…

  • Eckhard Supp

    Also, da wäre doch ein wenig Recherche angebracht gewesen. Einen Aufschlag von nur 100 % hielte ich in Deutschland für sensationell niedrig, und zu behaupten, in Frankreich seien die Aufschläge niedriger als hierzulande, halte auch für ziemlich gewagt. In Italien war die Situation früher deutlich besser, aber auch hier hat die allgemeine europäische Unsitte Einzug gehalten. Und noch eines: Die Aufschläge bei sehr teuren Weinen sind in der Regel prozentual gesehen noch recht bescheiden im Vergleich zu dem, was bei offen ausgeschenkter Literware kassiert wird.

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  • Werner Elflein

    Stichwort ausgeschenkte Literware. Zahlenbeispiel: Flaschenpreis für Endverbraucher 5,- € ab Kellerei, im Einkauf für Gastronomen schätzungsweise bei etwa 3,- €. Das Glas, 0,2l, kostet dann im Restaurant 5,- €, hochgerechnet auf die Flasche sind das (5,- € * 0,75 / 0,2) 18,75 €. Das sind 625 Prozent des Einkaufspreises.

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  • pitramone

    lieber dirk, es gibt aber auch in bestimmten weinstuben derartige preise, auch wenn der eigene weine ausgeschenkt wird….

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  • Eckhard Supp

    Das obige Rechenbeispiel krankt ein wenig daran, dass ein Bezug auf die 0,75-l-Flasche hergestellt wird, der faktisch nicht existiert. EK-Preis für 1 l = 3,- EUR, VK bei 5,- EUR / Glas = 5 (1-l-Flasche) * 5,- EUR = 25 EUR, VK = 830 % des EK-Preises, Aufschlag 730 %. Und es geht auch noch doller. Bei Mineralwasser beträgt der Aufschlag gern auch mal 3.000 % und bei Kaffee bis zu 5.000 %.

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  • Gernot Dorsch

    …also, wenn es hierum geht einen Aufschlag von 100% in der Gastro zu kritisieren, dann würde ich ab heute Abend nur noch ausgehen. In Frankfurt sind eher 300-400% die Regel. Die 100% Aufschlags Gastrotips hätte ich gerne sofort. Ganz ehrlich, dass halte ich in Deutschland für absolut unrealistisch. Und da ich mich oft in Frankreich aufhalte, so sind es dort sicherlich keine 300-400%, aber wesentlich mehr als 100%. Kann den Beitrag nicht nachvollziehen.

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  • Carsten

    Also man sollte den Beitrag schon lesen, bevor man Kritik übt oder gar eigene alberne Rechenbeispiel abgibt. Die Aussage…kann bei einfachen Weinen ein Vielfaches betragen… sagt ja nun aus, das hier nicht “nur” 100% sondern eben auch ein Vielfaches (200, 300 oder was auch immer %) verlangt wird.
    Und ja ich bleibe dabei, das es in Italien, Spanien und Frankreich anders aussieht. Natürlich gibt es sicherlich Ausnahmen, aber ich meine das ja generell. Und diese Erfahrung habe ich, da ich nunmal nicht ein typisch junger Student bin.
    @ Eckhard: Was das Thema Wasser und Kaffee angeht, da gehe ich voll konform, aber dies wäre ein anderes Thema.
    Worum es mir letztendlich ging ist ja am Schluss gesagt. Es verhindert eigentlich, dass man auch des öfteren mal einen echt guten Tropfen bestellt dabei auch Spass haben kann indem man nicht ständig denken muss, dass jeder Schluck 10 € kostet.
    Fairerweise sei aber noch angemerkt, dass es im Rheingau doch sehr viele Straußwirtschaften gibt, die anständige Preise verlangen, zumindest wenn man berücksichtigt, dass der Wein dort mit “Oberflächenspannung” daher kommt.
    Prost!

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    • Ute Bruland

      Der Gastronom muss schließlich besonders in Großstädten horrende Mietpreise zahlen, die Einrichtung finanzieren, Kellner bezahlen, Versicherungen …..Von irgendwas muss er doch auch leben. Ich halte einen Aufschlag von nur 100 Prozent für viel zu wenig. Da bleibt nichts mehr übrig.

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  • Gernot Dorsch

    ……die Straussenwirtschaften gibt es. Das heißt aber nicht, dass man die Oberflaechenspannung auf dem Glas will, geschweige denn den Wein eines Winzers angeboten bekommt und quasi von der Karte her trinken muss, aber nicht wirklich Lust darauf hat. Ich denke, dass man eine Kalkulation von 200-250% auf jeden Fall akzeptieren kann, wenn man dafür einen tollen Stoff auf dem Tisch hat.
    Frage an die Weintrinker…….wie soll denn bitte eine Kalkulation aussehen, wenn man an Weine kommen kann, die 5-15 Jahre alt sind. Das ist genau das was man als Weinfreak sucht und haben möchte. Und dann eine Kalkulation von 100-150%? Unmöglich. Der Gastronom muss ja faktisch alleine 10% Finanzierungskosten pro Jahr drauf rechnen. Der Trend wird übrigens auch im Weinhandel kommen….und einige Winzer fangen damit ebenfalls schon damit an.

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  • Stefan Pierkes

    Ich sehe noch ein ganz anderes Problem beim System des prozentualen Aufschlagens. In diesem Fall ist der Verkäufer logischerweise daran interessiert, einen teuren Wein zu verkaufen. Er verdient schließlich mehr daran. Somit gerät er/oder der Sommelier in einen Rollenkonflikt. Es KÖNNTE sein, dass er dem Gast eher einen hochpreisigen Wein empfiehlt, als den, der wirklich passen würde.
    Bei einem fixen Korkgeld pro Flasche (egal wie hoch dieses je nach Lokalität wäre) ist diese Gefahr nicht gegeben, denn es wird am einfachen Wein genau so viel verdient, wie beim Teuren.
    Man hat bei diesem System als junger Weinfan oder überhaupt als jemand mit nicht so dickem Geldbeutel auch nicht dieses „schlechte Gewissen“, wenn man sich nur den günstigen Wein auf der Karte leisten kann.
    Ohne in den Verdacht der Schleichwerbung zu kommen, aber meine beiden absoluten Lieblingsweinbars (es gibt natürlich noch tausend andere super Bars) die „Weinkulturbar“ in Dresden und „die Weinbar“ genau am anderen Ende der Republik in Aachen haben beide dieses System und man fühlt sich einfach super fair behandelt und gönnt sich dann bei besonderem Anlass auch ein teureres Tröpfchen.
    Mit weinseeligem Gruß

    Stefan

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  • Udo Schewietzek

    Toller Beitrag.
    Ich war Anfang Oktober im Kaiserstuhl und es ergab sich anläßlich einer Verkostung bei Freiherr von Gleichenstein eine ähnliche Diskussion.
    Sein Vorschlag an die Gastronomie:
    Nehmt doch einfach einen fixen Aufschlag von ca. 15-20€ auf den Einkaufspreis, und ihr könnt auch die hochpreisigen Weine zu vernünftigen Preisen anbieten. Fand ich erstmal sehr vernünftig!
    Ich würde dann mit Genuß meinen Wein aus der Karte auswählen können, und wäre sicher, aus Kostengründen nicht jeden beliebigen Wein trinken zu müssen.
    Gerade hier in Lüneburg ist das grausam. Dort bekommt man von angeblich hochwertig aufgestellten Restaurants oft fragwürdiges angeboten. Fängt man als interessierter Weingenießer dann an, den Angeboten hinterherzurecherchieren, erlebt man wahre Wunder.
    Selbst in der 1* Michelin-Gastronomie findet man dann einen Edeka-Wein zu 5,99€, das Glas, allerdings 0,1l wird dann für 6€ an den Gast weitergereicht.
    Die Frage, die mich immer wieder in Verhandlungen mit den Winzern beschäftigt: Profitiert dieser nicht auch von solchen Kalkulationen?
    Sprich: Ich (der Winzer) muß dem Gastronomen ja nicht entgegenkommen, wenn er (der Gastronom) dies ändern möchte, sondern kann mich angesichts eines solchen Preismodells sogar darauf verlassen, der zahlt mir den verlangten Preis, weil ich (des Gastronomen) Kalkulation ja kenne. Was meinen die (vielleicht) mitlesenden Winzer dazu?
    Würde mich echt interessieren…
    (unter anderm auch deshalb, weil ich in meiner Weinhandlung anders kalkuliere, dort ist mir das Interesse des Gastes am Wein das wichtigste, den wirtschaftlichen Aspekt sehe ich dann eher langfristig im Sinne eines geteilten Genusses -:))
    Let’s discuss

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  • Flobauer

    Vorab möchte ich als “stiller, stetiger Mitleser” dem Dirk nochmal mein Lob aussprechen, dass er den Studenten seinen Blog als Plattform bietet, Ihre Erfahrungen mit dem Thema zu sammeln. Wenn es das zu meiner Zeit schon gegeben hätte… ;-) Ws aus uns geworden wäre :-)

    Grundsätzlich finde ich gut, dass das thema mal angesprochen wird, denn teilweise sind die Preise in der deutschen Gastronomie schon sehr sportlich. Aus meiner Erfahrung aus vielen Gesprächen mit Gastronomen kann ich sagen, dass es nur wenige gibt, die eine gastrfreundliche Kalkulation Ihrer Weine betrieben. Einer sagte mir mal folgendes “das erste ausgeschänkte Glas MUSS die Flasche bezahlen”. Das deckt sich mit den oben im Text und in den Kommentaren angeführten Rechnungen. Ein anderer sagte mir mal, dass er einen Wein, den er für ca. 4€ einkaufe “locker für 39€ an den Gast bringt, da die Leute mir das hier bezahlen”. Mir persönlich ist es egal, wenn sich ein Gastronom durch seine Kalkulastion unglaubwürdig macht, denn die meisten Weinpreise sind ohne Probleme im Internet zu recherchieren. Die typische Situation: der Gast trinkt Wein am Wochenende und sucht nach dem Wein im Internet und möchte ihn bestellen, weil er so toll geschmeckt hat. Damit schießt sich der Gastronom ins eigene Fleisch. Leider verstehen das nicht immer alle. Es ist vollkommen verständlich und richtig, das Kosten gedeckt werden wollen (Lager, Service, miete etc…), aber wenn man dem gast den Weg zum Wein so dermaßen erschwert, braucht sich keiner Wundern, dass man mit Wein in der Gastronomie nur Ärger hat. Überspitzt gesagt. 12€ für ne Flasche Wasser und 16€ für den Prosecco vorneweg sind schon eine Ansage. Natürlich auch das wieder überspitzt. Jedoch finde ich es weitaus schlimmer, wenn in der Gastronomie Markenweine zu dermaßen übertriebenen Preisen (in WI kostete mal ein “Concha y Toro – Casillero des Diablo” 29€ die Flasche, bei 4,99 Durchschnittspreis im LEH) da fällt einem nix mehr dazu ein.
    Schön wäre, wenn hier etwas gastfreundlicher Kalkuliert würde, damit mehr, grade junge Menschen, sich näher an den Wein heran trauen. n diesem Sinne… zum Wohl!

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  • braunewell

    ich verstehe die % aufschläge wirklich auch nicht ganz und sehe in der intention des artiekls schon den aufruf, auch an den gastro- und hotelfachschulen mal weinpreise anders zu kalkulieren, vielleicht auch vernünftig.
    wenn ich einen einfachen basiswein für 4-5 € einkaufe und für 20 € verkaufe und damit personal, einkühlen, vorfinanzieren, lagern und gewinn raus sind, dann muss ich bei einkaufpreis 40 € nicht 300 % draufschlagen, sondern dann verdiene ich mit 55 € das gleiche am wein, mit 60 € hätte ich noch gewinn, hier gehen eh nur flaschen und keine gläser mehr.
    wie viele weinkarten gibt es denn mit flaschen für 120 €, 240 € und mehr, die im einkauf nicht so teuer sind und dann werden die weine alt?
    bringt doch nix, wein soll sich doch auch verkaufen und nicht die wände in restaurants zieren! ganz zu schweigen von der schlechten lagerung für die teuren tropefen!
    ich denke der artikel geht in eine gute richtung, nur dem gatsronom vorschreiben, wie hoch der aufschlag ist kann man sicher nicht, die einen brauchen ebnen 13 €, die anderen 25 €, das gilt auch für den kaffee, der besteht ja nicht nur aus pulver, sondern auch aus porzelan, service, spülen, machen, maschiene. bitte bleibt doch fair (auch wenn kaffee ein gutes geschäft ist!!)

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  • Carsten

    Ich stelle doch mit einer gewissen Zufriedenheit fest, dass einige den Artikel nun doch so verstanden haben, wie er gemeint ist.
    @Stefan @Udo: Ihr sprecht mir da aus der Seele, was das Thema Korkgeld angeht.
    Wieso übrigens der Gastronom 10% Fianzierung rechnen muss ist mir beim aktuellen Zinsniveau nicht schlüssig.
    Die Aussage, der Gastronom will mit dem ersten Glas die Flasche bezahlt habe, habe ich auch schon gehört. Aber wie ja auch angedeutet, es gibt hier Ausnahmen. Ich habe lange in Köln gewohnt, und um hier mal Namen zu nennen, da gibt es das Vintage mit Korkgeld. Auch gibt es dort das Le Moissonnier, wenn auch hochpreisig, aber mit gutem offenen Wein Angebot (das für ein Restaurant der Klasse durchaus preislich akzebtabel ist). Auch Christina Fischer bietet in ihrem Restaurant sehr gute Weine im Offenausschank zu verbünftigen Preisen an.
    Es geht eben wie gesagt auch anders….. aber leider sehr selten.
    @braunewell:Vollkommen richtig und endlich einer der es erkennt: Der Wein soll sich doch verkaufen!

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  • Gilli Vanilli

    ich sag nur rutz – dort gibts Korkgeld glaub 17 eur – völlig ok und noch dazu dann eine bestens ausgewählte weinkarte

    sowas lobe ich mir

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  • Upper Eat Side

    Hallo!
    Lange habe ich mir Gedanken über die Preiskalkulation beim Wein gemacht. Ich eröffne ein Restaurant in München Obergiesing und wir berechnen auf unsere Flaschen Wein 12 EUR Korkgeld.
    Ich habe mit vielen Gastronomen gesprochen die mir dringend von dieser Kalkulation abraten. Allerdings habe ich mit Winzern (Polz/Südsteiermark, Weinhändlern, etc.) gesprochen, die solch eine Kalkulation den einzig richtigen Weg finden.

    Ich werde berichten, wie es läuft. Schaut mal vorbei.

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  • Harald

    Ich mache meinen Wein schon seit Jahrzehnten selbst.
    Zusammen mit meiner Frau gehen die Wanderungen oft durch bekannte Weinanbaugebiete.
    Unterwegs in Hochheim am Main, dem Ort des berühmten “Hock”, der seit Zeiten in das engl. Königshaus geliefert wird, haben wir uns diesen berühmten Wein bestellt:
    Mal trocken, mal halbtrocken. Noch Stunden danach hat diese kalte Plörre im Magen gebissen, so viel seltsame Säure war da drin. (Ich habe sogar die Hälfte im Glas gelassen, was noch nie vorgekommen ist und das in einem wirklich guten Haus, keine billige Einkehrmöglichkeit)
    Wie gesagt, wir wandern und kommen so auch an einigen Ausflugslokalen und Futterbuden vorbei, die praktisch alle
    regelrecht stinken und auf keinen Fall zur Einkehr einladen. Die Inhaber haben ihre dicken Wagen kaum mehr versteckt geparkt ;)
    Mit einer guten Stulle selbstgebackenem Brotes, einem Ei vom Biohof und einem Apfel oder Gürkchen ausgerüstet,
    isst man unterwegs immer ausgezeichnet.
    Mit einem Glas selbstgemachtem Wein (für ca 20 Cents) ist dann der Abend gerettet –
    keine Angst, nach meinen Rezepten kann das jeder und überall nachmachen, auch ganz ohne Vorkenntnisse.
    Ich finde, man muss den Neppern, Schleppern und Bauernfängern das Wasser abgraben.

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  • EC

    Ganz aktuell in Würzburg: 6 EUR Korkgeld je Flasche * insgesamt 8 mitgebrachter Flaschen, macht auch 48 EUR für den Wirt und er hat sich auch noch gefreut, von einigen Weinchen (GG’s inclusive) ebenfalls probieren zu können. Die klassische Win-Win-Situation…

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  • Michel

    ist zwar schon was älter der Artikel aber nicht minder aktuell:)

    Die grundlegende Ursache der überhöht wahrgenommenen Weinpreise ist doch, dass die Preise fürs Essen mittlerweile so aberwitzig niedrig sind, dass das Geld eben auf andere Weise verdient werden muss. Beim Bier ist auch nicht mehr viel drin seit der Markt quasi monopolisiert ist. Da müssen eben Wasser, Wein & Kaffee herhalten.

    Nun könnte man sagen, dass man das Essen doch einfach teurer machen sollte und die Weinpreise moderater gestaltet. Wäre gut für Weinkonsum und Winzer und der Wort hätte das Gleiche Ergebnis. Problem ist die Masse bei der Auswahl des Restaurants weniger auf die Weinliste achtet, als sich eigentlich ausschließlich an den Preisen in der Speisekarte orientiert…und da muss es dann eben billig sein…

    Geht mal in unsere Nachbarländer Essen. Bsp Frankreich oder Belgien. Denkt Ihr da gibts für 15 Euro ein Rumpsteak? Ne, eher ab 25,-….aber Wein ist dagegen verträglich kalkuliert…

    Es ist weniger die Gier des Wirts, als die vielmehr die Gier des Gastes die die aktuellen Kalkulationen der Gastronomie notwendig macht…Essen ist zu billig in unserem Lande…so ist das nunmal…

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    • Ute Bruland

      Der Preis den der Gast in einer Weinbar zahlt richtet sich nach vielen unterschiedlichen Faktoren. In Großstädten zahlt der Barbesitzer ab ca. 30.- € Miete für den Quadratmeter. Der Wirt einer Besenwirtschaft zahlt in der Regel gar keine Miete und dies senkt natürlich seine Kosten und er kann seinen oft selbst produzierten Wein erheblich günstiger anbieten.
      Die allermeisten Gastwirte sind bestrebt, ihre Gäste nicht mit überhöhten Preisen zu verärgern, aber es bleibt ihnen schlichtweg nichts anderes übrig als ihre Preise so zu kalkulieren, dass sie nach Abzug aller Unkosten und der gezahlten Steuern auch noch Geld zum überleben haben.

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  • Der Flo

    Ich denke es wird Zeit, dass sich auch mal eine der Gastronomen äußert. Es geht hier sicher nicht um irgend welche exorbitanten Aufschläge von 500…% . Die sind undiskutabel. In Deutschland hat es für mich den Anschein, dass generell ungern für Dienstleistungen angemessen bezahlt wird. Auch die Essens-Kultur, die es ja inzwischen sogar gibt, ist mit Ländern wie Italien, Spanien … nicht zu vergleichen. Wenn der Gastronom hierzulande mit einem pro Kopf Verbrauch von 0,5 l Wein rechnen könnte, hätten wir auch andere Preise! Dem ist aber nicht so. Wenn ich pro Kopf einen Umsatz von 3 Piffchen pro Gast habe kann ich mich VON schreiben. Die Menge reguliert den Preis! Wenn der deutsche Gast 3x die Woche in die Wirtschaft geht und dort das Geld ausgibt statt für SKY, beheiztes Lenkrad und 600,-Euro-Handys wäre Allen geholfen.

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