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Weinland Makedonien

Die Studentenrunde geht munter weiter. Heute: Mazedonien oder Makedonien???

Sicherlich ist Ihnen im Supermarkt schon mal Rotwein aus der „Republik Mazedonien“ aufgefallen, oder haben ihn sogar schon mal gekauft?  In verschiedenen Supermärkten und Discountern gibt es diesen lieblichen und günstigen Wein, der nicht schlecht ist, aber auch nicht gerade gut. Dieser Wein steht für ein billiges und einfaches Produkt aus dem europäischen Ausland, das trotz seines fragwürdigen Rufes, sich einer hohen Beliebtheit erfreut. Aber viel weiß man nicht über dieses kleine Land im Südosten Europas und dass sich dort einige Weinhilights verstecken, die es Wert sind zu entdecken.

Als gebürtigen Makedonier und Wein Fan, bin ich etwas betrübt über das Image des makedonischen Weins in Deutschland. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Konsumenten und Weininteressierten über diese kleine Perle im Herzen des Balkans aufzuklären.

MAZEDONIEN oder MAKEDONIEN ?

Zu allererst möchte ich mit dem Irrtum aufräumen, dass es ein Mazedonien und ein Makedonien gibt. Beide Bezeichnungen sind richtig, doch stehen sie nicht, wie allgemein angenommen, für zwei unterschiedliche Subjekte. Es gibt die Republik Makedonien (maz: Republika Makedonija)und die nordgriechische Provinz Makedonien (gr: Makedonia). Die Bezeichnung „MaZedonien“ ist lediglich die alte Übersetzung des lateinischen MACEDONIA ins deutsche, wo aus dem „C“ ein „Z“ gemacht worden wurde. In Deutschland hat sich schließlich „Mazedonien“ durchgesetzt. Ich werde hier die Bezeichnung „Makedonien“ verwenden, auch wenn mir das einige Griechen übel nehmen werden.

Einige Daten und Fakten

Die Republik Makedonien ist ein kleiner Binnenstaat im Südosten Europas mit 2,05 mil. Einwohnern und hat eine Fläche von 25.713 km². Makedonien wird im Süden von Griechenland, im Osten von Bulgarien, im Norden von Serbien und Kosovo und im Westen von Albanien begrenzt. Es ist ein sehr unzugängliches Land, viele Gebirge und Schluchten, einige Beckenlandschaften und Täler. Der höchste Berg ist um die 2.800 m hoch und ansonsten gibt es viele Berge, die die Zweitausendergrenze überschreiten. Diese Begebenheiten erschweren die Nutzung von Landwirtschaft und Industrie erheblich. Das Klima ist im gebirgigen Landesinneren relativ rau. Generell liegt Makedonien im Übergangsgebiet zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima. Im Winter ist es meist sehr niederschlagsreich und kalt und im Sommer sehr niederschlagsarm und warm.

Weinbau in Makedonien

Makedonien besitzt eine Rebfläche von etwa 30.000 ha. Es ist aufgeteilt in drei große Weinbauregionen:

Povardski (Vardartal), benannt nach dem längsten Fluss des Landes, der Vardar. Er fließt von Norden nach Süden in Richtung Thessaloniki und mündet ins ägäische Meer. Hier werden 85% der makedonischen Weine Produziert.

Pcinsko Osogovski, liegt im Osten des Landes.

Pelagonijsko-Poloski, ist die Weinbauregion des Westens.

Es wird größtenteils Rotwein angebaut, ca. 80%. Die häufigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Spätburgunder (Crni burgundac), Gamay und vor allem die einheimischen Sorten wie Vranec, Prokupec, Kratosija, Plavac mali und Stanushina. Aber auch Weißwein spielt eine zunehmende Rolle. Mit den Sorten Smederevka, Zhilavka,  Welschriesling, Chardonnay Sèmillon und Sauvignon Blanc. Vorwiegend bewirtschaften private Winzer und kleine Weingüter die Rebflächen, wobei die Weinproduktion von einigen großen (meist zu AGs privatisierten) Kellereien erfolgt. Mehr als die Hälfte der Weinmenge geht in den Export, meist als offene Ware. Seit einigen Jahren setzt man jedoch eher auf qualitativ hochwertigere Weine als auf eine hohe Quantität, wie es früher in Jugoslawien der Fall war. Obwohl man in der Balkanregion einen Zuwachs von Marktanteilen verzeichnen kann, ist der makedonische Wein in Westeuropa noch nicht richtig angekommen.

Nennenswerte Weingüter sind die Weinkellerei Tikveš, Popova Kula, Bovin, Skovin undStobi Wines.

Und zum Schluss noch ein paar Links die Appetit machen:

http://www.winesofmacedonia.org/en/index.html

http://www.youtube.com/watch?v=ROZT1i_4Z4E&feature=channel_video_title

http://macedoniatimeless.com/

http://www.balkanwineroute.com/

http://travel.nytimes.com/2010/09/26/travel/26Explorer.html?pagewanted=all

http://www.southeast-europe.eu/features/gastronomy0/the-revolution-of-macedonian-wines.html

Niko Elencevski

7 Kommentare zu “Weinland Makedonien

  • susa

    Hallo Niko

    das bestätigt ja meine Vermutung, dass man überall guten Wein findet, man muss sich nur die Mühe machen, ihn zu suchen. Bisher habe ich allerdings in Fachhandel hier keine mazedonischen (oder ist es korrekter wenn ich makedonisch schreibe?) Weine gefunden. Gibt es in Deutschland irgendwo eine Quelle außerhalb der Supermärkte?

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  • Niko

    @susa Hallo und danke für deinen Kommentar!

    Ja es stimmt, es ist sehr schwer guten makedonischen Wein in De zu finden, das liegt vorallem am Marketing und der geringen Nachfrage. Für viele Händler lohnt es sich nicht, die Weine zu importieren. Es gibt aber einige Händler, um Dortmund und Stutgart herum, die Weine und andere Lebensmittel aus Makedonien verkaufen. Jedoch nur, weil dort viele Makedonier leben. Im Internet gibt es auch nicht sehr viel Angebot. Wenn ich hilfreiche Infos finde, stelle ich sie gerne hier aus. Schlimmstenfalls mal selber runter fahren auf eine Entdeckungsreise;)
    Ich hoffe auch, dass meine links ein wenig Licht ins Dunkel gebracht haben.

    P.S. Natürlich ist es auch korrekt, wenn du mazedonisch schreibst.

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  • Niko

    @europa (?)
    ganz ehrlich, ist mir egal! Ich verkaufe keinen Wein auf dem “makedonisch” oder “Makedonien” draufsteht. Ich mache mich auch nicht strafbar weil ich diesen Namen in meinem Text verwende. Ja selbst “maZedonisch” ist nicht zugelassen. Es muss schon “ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien” auf der Flasche stehen (leider!). Aber trotzdem danke, dass Sie uns nocheinmal daran erinnert haben, ja nicht die Griechen zu verärgern.
    Und es stimmt, Makedonien lag schon immer am Meer, nur dass früher dort fast keine Griechen gelebt haben.

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  • Pingback: Weine aus Makedonien -Seite 6 - Balkanforum

  • Du trottel

    Das Land heißt Ehemalige yugoslawische Volksrepublik Mazedonien. Eigentlich ist es ein Teil von Bulgarien und der Westen ein Teil von Albanien. Es Leben dort auch nur Bulgarophone / Slawophone und Albaner. In den Balkankriegen wurde das Gebiet jedoch von Serbien erobert und an Yugoslawien angeschlossen. Um Wiedervereinigungsbestrebungen mit Bulgarien zu verhindern haben die Serben den Yugoslawischen Bulgaren eine fiktive nicht bulgarische Identität gegeben. Das hätte genausogut auch indisch oder chinesisch sein können. Und die armen Bulgaren in Yugoslawien haben es geglaubt. Da waren die Albaner schlauer.
    In anderen Worten: es handelt sich um bulgarisch-albanischen Wein. Eine Republik Makedonien ist weder von der UN noch von der EU und auch nicht von Deutschland anerkannt.

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    • Dr Gerhard krüger

      In Vino veritas…..ich weiß nur dass ihre Sehnsucht nach dem antiken Griechenland 2200 Jahre zurückliegt , und es auch damals nur Stämme gab die der Glaube an die gleiche götterwelt vereinte bei völlig verschiedenen sozialen Strukturen…. sie Grieche ,wurden 1821 zu „Griechen „die jetzt wieder der Glaube und ausschließlich die griechische Liturgie in der orthodoxen Kirche innerhalb des osmanischen Reiches einigte…ethnisch s ind sie ein Mischmasch auf dem Balkan lebender Ethnien der sich jetzt „Grieche“ nannte und als Staat von England und Frankreich erfunden wurde um die Expansion Russlands über das osmanische Reich hinaus zu verhindern…
      Was hat das neu erfundene Griechenland mit Makedonien zu tun. Nichts! Schauen sie sich die Größe des neuen Griechenlands bei seiner Gründung an…jeder verlorene Krieg des türkischen Reiches führte dann zu einem von den europäischen Mächte vorangetriebenen größer werdenden Griechenland bis es sich auch an die Grenzen des Territoriums Makedonien und wieder von Europa unterstützt einen Teil dessen einverleibte, bei einer Minderheit die griechische Liturgie zelebrierender und damit sich „griechisch“fühlender Bevölkerung….who cares?
      Im übrigen wurden die christen im von den türken eroberten Byzanz (ostrom=Istanbul) von diesen alle als Griechen bezeichnet… weil bis Kyrill und metodi in den byzantinischen Kirchen altgriechisch gesprochen wurde und den muselmanischen Türken die eigentliche Nationalität des einzelnen egal war…klar war nur er war kein Türke..ein Christ ,ein „Grieche“ eben… bis dann nach kiyril und metodi eben der Gottesdienst in sprachen gehalten wurden welche die örtlichen bevölkerungen sprachen..und sich daraus dann wieder „Nationen „ entwickelten.
      He „Grieche“…übrigens unterscheidet sich der Athener genetisch nicht vom Mazedonien in Skopje …alles eins!
      Was hat das alles mit Wein zu tun? Makedonija…in vino veritas!
      P.s ich trinke gerade vom Aldi nen kalten „ Rose“ aus MK…schmeckt!! Nazdravije!yamas!
      Und wer ist jetzt der trottel.. selbst wenn sie gebetsmühlenartig ihren historischen Unsinn weiter verzapfen… ihr Wein wird nicht besser….in vino veritas

      Reply

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